Aschermittwoch – Beginn der Fastenzeit
Psalm und Lesungen des Tages
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 6,1-6.16-18.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden! Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut,damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht,damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
Lektionar. Rechte: staeko.net
Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Papst
Homilie an Aschermittwoch, 16.02.1983 (ins Dt. übers. © evangelizo)
„In der Verborgenheit des Herzens“
Die Fastenzeit lädt uns ein, in uns selbst einzutreten. Sie ist eine Zeit besonderer Vertrautheit mit Gott in der Verborgenheit des Herzens und des Gewissens. Und in dieser inneren Vertrautheit mit Gott vollzieht sich das eigentliche Hauptwerk der Fastenzeit: die Mühe der Umkehr. In diesem inneren Geheimnis, in dieser Vertrautheit mit Gott in der vollen Wahrhaftigkeit des Herzens und des Gewissens, klingen Worte wider wie die des Psalms aus der heutigen Liturgie, eines der tiefsten Bekenntnisse, die der Mensch jemals vor Gott ausgesprochen hat: „Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde! Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen. Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was böse ist in deinen Augen“ (Ps 50 (51),3-6). Solche Worte reinigen, solche Worte verändern. Sie verändern den Menschen von innen heraus. Beten wir sie oft in der Fastenzeit. Und vor allem: Versuchen wir, den Geist, von dem sie beseelt sind, in uns zu erneuern, dieses innere Wehen, das diesen Worten gerade ihre verwandelnde Kraft zur Bekehrung gab. Denn die Fastenzeit ist ihrem Wesen nach eine Einladung zur Umkehr. Die Werke der Frömmigkeit, von denen das heutige Evangelium spricht, ebnen den Weg für diese Umkehr. Setzen wir sie also in die Tat um, so so oft es uns möglich ist. Doch vor allem wollen wir versuchen, Gott innerlich zu begegnen in unserem ganzen Leben, in allem, was es ausmacht, um zu dieser tiefen Umkehr zu gelangen, von der der Bußpsalm der heutigen Liturgie erfüllt ist.
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