Lesung und Evangelium

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Erstes Buch Samuel 17,32-33.37.40-51.
In jenen Tagen sagte David zu Saul: Niemand soll wegen des Philisters den Mut sinken lassen. Dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen.
Saul erwiderte ihm: Du kannst nicht zu diesem Philister hingehen, um mit ihm zu kämpfen; du bist zu jung, er aber ist ein Krieger seit seiner Jugend.
Und David sagte weiter: Der HERR, der mich aus der Gewalt des Löwen und des Bären gerettet hat, wird mich auch aus der Gewalt dieses Philisters retten. Da antwortete Saul David: Geh, der HERR sei mit dir.
David nahm seinen Stock in die Hand, suchte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und legte sie in die Hirtentasche, die er bei sich hatte, in den Vorratsbeutel. Die Schleuder in der Hand, ging er auf den Philister zu.
Der Philister kam immer näher an David heran; sein Schildträger schritt vor ihm her.
Als der Philister aufblickte und David sah, verachtete er ihn, denn er war jung, rötlich und von schöner Gestalt.
Der Philister sagte zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit einem Stock zu mir kommst? Und er verfluchte David bei seinen Göttern.
Er rief David zu: Komm nur her zu mir, ich werde dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben.
David antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast.
Heute wird dich der HERR mir ausliefern. Ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen. Die Leichen des Heeres der Philister werde ich noch heute den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben. Alle Welt soll erkennen, dass Israel einen Gott hat.
Auch alle, die hier versammelt sind, sollen erkennen, dass der HERR nicht durch Schwert und Speer Rettung verschafft; denn es ist ein Krieg des HERRN und er wird euch in unsere Hand geben.
Als der Philister weiter vorrückte und immer näher an David herankam, lief auch David schnell auf die Schlachtreihe zu, dem Philister entgegen.
Er griff in seine Hirtentasche, nahm einen Stein heraus, schleuderte ihn ab und traf den Philister an der Stirn. Der Stein drang in die Stirn ein und der Philister fiel mit dem Gesicht zu Boden.
So besiegte David den Philister mit einer Schleuder und einem Stein; er traf den Philister und tötete ihn, ohne ein Schwert in der Hand zu haben.
Dann lief David hin und trat neben den Philister. Er ergriff sein Schwert, zog es aus der Scheide, tötete ihn und schlug ihm den Kopf ab. Als die Philister sahen, dass ihr starker Mann tot war, flohen sie.
Psalmen 144(143),1.2abc.9-10.
Kv: Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist.
Gepriesen sei der HERR, mein Fels, der meine Hände den Kampf lehrt, meine Finger den Krieg!
Er, meine Huld und meine Festung,
meine Burg und mein Retter,
mein Schild, dem ich vertraue.
Gott, ein neues Lied will ich dir singen, auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,

dir, der den Königen Sieg verleiht, der David, seinen Knecht, vom Schwert des Unheils befreit.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 3,1-6.
In jener Zeit als Jesus wieder in die Synagoge ging, war dort ein Mann mit einer verdorrten Hand.
Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!
Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.
Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand wurde wiederhergestellt.
Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.
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Im Namen des Vaters Sohnes und Heiligen Geistes

Eine Fantasiereise

Leider folgt bis auf den heutigen Tag, die Mehrheit unserer Familie mit zunehmender Selbstständigkeit der drei Töchter nicht meinen Vorstellungen, sondern den Anregungen unserer weit gereisten Oma. Ich müsste mich als Senior in dieser Lage wahrlich sehr bedauern, hätte mir die Natur nicht zum Ausgleich eine reiche Fantasie geschenkt. Ihr verdanke ich es, mir einfach eine Geschichte einfallen zu lassen, in der sich die sperrige Familie endlich einmal darauf einlässt, auf meine Wünsche einzugehen. In der folgenden Erzählung werdet Ihr davon hören, wie ich es schaffte, meine Frau und die große Familie, zu einer Bergwanderung rund um Oberstdorf zu bewegen. Ich kenne niemand, der es mir vergönnte, all die vertrauten Wege wieder zu gehen, auf denen ich früher mit meiner Frau kräftig ausgeschritten bin. Welch ein Vergnügen kann es bereiten, im Allgäu zu wandern, die entzückenden Bergblumen und die emsigen Bienen zu bewundern, den würzigen Duft des Heues und frisch gemähten Grases zu riechen, begleitet von der Musik abgestimmter Glocken der Kühe auf den Weiden. Was könnte meine ganze Familie erleben, wenn sie endlich einmal meinen Spuren folgte:

Auf geht´s! Sofia, unsere muntere Enkelin, läuft wie immer, auch auf unserer Fantasiereise einige Schritte voraus. Es ist ihr wichtig, die Erste zu sein, der niemand folgen kann. Der Höhenweg um Oberstdorf führt in einem schattigen Waldstück steil bergab. Um den Wanderern sicheren Tritt zu verschaffen, gibt es mit Pfählen gesicherte Stufen. Sofia hüpft, vergnügt-jauchzend, die Stufen hinunter. Sie ist mit ihren zehn Jahren bereits eine gute Sportlerin und bewegte sich nicht nur in den Bergen, sondern auch auf ihrem Einrad und im Wasser sehr geschickt. Ihr vierjähriger, blondschopfiger Bruder Niclas, den ich an der Hand führe, will seiner Schwester nicht nachstehen und bedrängt mich mit den Worten. „Opa hüpf, Opa hüpf, Opa hüpf!“ Ich gebe schließlich dem Drängen des aufgeregten Knaben nach und hüpfe mit ihm von Stufe zu Stufe den Weg hinunter, bis von unserer Familie nichts mehr zu sehen ist. Niclas jauchzt vor Vergnügen. Prustend, mit klopfendem Herzen und hochrotem Kopf, bleibe ich nach einiger Zeit stehen, und überlege mir, ob es nicht noch eine andere Möglichkeit gibt, mich weniger anstrengend fort zu bewegen? Zum Glück fällt mir ein, dass ich seit meiner Kindheit in Träumen fliegen kann. Zu Niclas gewendet sage ich bedeutungsvoll: »Dein Opa kann nicht nur hüpfen, sondern auch fliegen! Niklas schaut ungläubig zu mir hinauf: »Nur Vögel können fliegen«, behauptet er hartnäckig. Ich entgegne: »Opa Franz kann aber fliegen und wenn Du recht mutig bist, werde ich Dich mitnehmen. Du musst nur auf meinen Rücken sitzen, und Dich dann an meiner Jacke gut festhalten«. Niklas, immer noch ungläubig, aber an diesem Unternehmen sehr interessiert, bietet sich zum Flug an. Ich nehme in »huckepack«, mache einige leichte Schwimmbewegungen und hebe ab. »Halte Dich gut fest«, rufe ich ihm nochmals zu.

Wir schweben, ohne die Füße zu benutzen, leicht über die Stufen des Weges hinunter. »Schön, kreischt Niclas!» »Opa, flieg weiter, flieg weiter! bettelt er.« Offensichtlich hat er keine Angst. Ich fliege mit ihm nahe über die Stufen, damit uns ein möglicher Sturz nicht zu sehr schaden kann. An einer Wegbiegung können wir tief ins Tal hinuntersehen, und die in der Sonne liegenden Wiesen mit den prächtigen Blumen bewundern. Ich mache eine kräftige Bewegung, und „hui“, fliegen wir, zunächst aus Sicherheitsgründen in Bodennähe, dann aber frei wie ein Vogel, weit über die Lichtung hinaus. Es bereitet uns einen Riesenspaß, den Aufwind am Hang zu spüren, und in großen Kreisen. wie ein Drachenflieger, hin und her zu segeln. Schließlich haben wir genug, denn es bläst uns in der Höhe ein ziemlich kühler Wind um die Ohren. Ich halte Ausschau nach einem geeigneten Landeplatz und setze, als ich in der Ferne Segelflugzeuge erkenne, dort zur Landung an. Die Segelflieger staunen nicht schlecht, als wir plötzlich auftauchen und ohne Flugzeug fliegend, unbeschadet landen. Sie überschütten uns mit Fragen: »Wie macht ihr das? « Ich entgegne: »Von Kindheit an kann ich fliegen. Ich weiß aber nicht wieso« Und zum Leiter der Flugschule gewandt: »Sie sind doch ein erfahrener Pilot und sollten mir erklären können, warum ich fliegen kann? «Er konnte es nicht. Wir bedankten uns dennoch, und winkten den freundlichen Segelfliegern noch einmal zum Abschied zu.

Gegen den Protest von Niclas, geht es langsam zu Fuß den Höhenweg zurück. Wir finden Sofia und die Familie, die sich zu einer Vesperpause niedergelassen hatten, und berichten ausführlich, was sich inzwischen ereignete. Sie können es einfach nicht verstehen, dass Opa fliegen kann. Niclas behauptet aber steif und fest: »Ich bin auf Opas Rücken wirklich geflogen und es war wunderschön, auch wenn ihr es nicht glauben wollt!« Oli und Arthur, kräftige, bergerfahrene, kritische Männer, wünschten sehr neugierig geworden, von Opa einen weiteren Beweis seiner Flugkünste. Sie äußerten: »Wenn Du schon seit Deiner Kindheit im Traum geflogen bist, müsstest Du mindestens noch eine Geschichte erzählen können«. »Nichts einfacher als das«, entgegnete ich. Opa räuspert sich kurz, strich sich mit einer Hand durch die Haare und beginnt:

Ich war einmal in England und wanderte dort durch Wälder und Felder einer schönen Landschaft, die an einem sonnigen Tag den Blick weit über die sanften Schwingungen der Hügel bis zur Küste und dem Meer freigab. Vor mir, auf der Höhe, sah ich eine Schule. Sie trotzte offensichtlich schon lange Wind und Wetter. Die Fenster waren geöffnet, und fröhliche Kinderstimmen mit Klavierbegleitung drangen an mein Ohr. Ich hatte große Lust, zu erkunden, wie hier Unterricht erteilt wird. Je näher ich kam, umso weniger hörte ich Gesang. Offensichtlich gab es inzwischen Unterricht in einem anderen Fach. Ich blieb dennoch bei meinem Vorhaben, klopfte an die Türe des Klassenzimmers, wurde hereingebeten, und betrat den Raum.

Der erste Eindruck beim Betreten des Klassenzimmers, wollte gar nicht zu den fröhlichen Liedern passen, die mich angelockt hatten. Eine hübsche, junge Lehrerin stand an der Tafel, bemüht, etwa dreißig Mädchen und Buben mathematische Regeln zu erklären. Ich wunderte mich nicht allzu sehr über die teilweise entrückten Mienen der Schüler, und das verzweifelte Nagen an den Bleistiften. Erinnerte mich doch die gedämpfte Stimmung der Schüler und der trockene Vortrag der Lehrerin, an manche spröde Mathematikstunde aus der eigenen Schulzeit. Nach einer kurzen Begrüßung der Lehrerin und Kinder, erklärte ich meinen Wunsch, ein wenig am Unterricht teilnehmen zu dürfen. In gebrochenem Englisch erzählte ich, dass ich aus Deutschland komme und hier durch diese wunderschöne Landschaft wandere. Die Lehrerin war einverstanden und bot mir einladend auf einem der kleinen Stühle Platz an. Ich bemerkte durchaus, dass die Kinder, möglicherweise auch die Lehrerin, in meinem Besuch eine willkommene Abwechslung erblickten: Sechzig lebhafte Kinderaugen musterten meine Wanderkleidung, die staubigen Schuhe und den großen Rucksack. Die Lehrerin drehte sich zu mir um, mit der Frage, ob ich auch einen Beitrag zum Unterricht leisten könne? Ich gab zu verstehen, dass ich ihren Mathematik-Unterricht sicher nicht überbieten könne. Seit meiner Kindheit verfügte ich aber über eine besondere Gabe, mit der ich sie und die Schüler sicher erfreuen könne. Dies setze aber voraus, dass der Mathematik-Unterricht für eine kleine Weile unterbrochen werde. Die Lehrerin war überrascht, die Kinder horchten auf. Sie stellte sich aber sehr schnell auf die neue Situation ein und fragte, was ich anzubieten hätte. Erst nach einer befriedigenden Antwort vermöge sie zu entscheiden, ob sie die Erlaubnis geben könne, den Unterricht zu unterbrechen. Aller Augen richteten sich auf mich:

Ich stand auf, machte mit den Armen einige Schwimmbewegungen und sagte in die erwartungsvolle Stille: »Ich kann hier fliegen!« Der Lehrerin verschlug es für einen Moment die Sprache. Einigen Kindern blieb für Sekunden der Mund offenstehen. Dann kamen die ersten Reaktionen: »Das ist nicht möglich, nur Vögel oder Flugzeuge können fliegen!« »Sie wollen doch nicht behaupten, dass Sie hier einfach in der Luft schweben können?«, äußerte die Lehrerin. »Einfach natürlich nicht«, gab ich zur Antwort. Ich kann aber, wenn ich mit Armen und Beinen kräftig rudere, seit meiner Kindheit in der Fantasie fliegen. »Fliegen, fliegen, fliegen!«, schrien die Kinder im Chor und durch einander. »Auf Ihre eigene Verantwortung«, sagte die Lehrerin. Unter heftigem Geschrei, Strampeln und Klatschen der Kinder, ging ich zum Start kurz in die Knie, stieß mich kräftig ab, machte zunächst mit den Armen, dann auch mit den Beinen, einige kräftige Bewegungen, wie beim Brustschwimmen, und erhob mich unter dem Ohren betäubenden Lärm der Kinder in die Luft. Dicht am Kopf der Lehrerin vorbei, steuerte ich hinauf zur Decke, drehte einige Runden, segelte auf und nieder, sodass die Kinder in den Schulbänken ihre Köpfe einzogen und flog durch ein offenes Fenster hinaus. Es bereitete mir große Freude, den Aufwind zu spüren, und im Gleitflug den weiten Blick über die sich auf und absenkenden Felder und Fluren bis hin zur Küste mit den anstürmenden Wellen zu genießen. »Juchhe und Hurra« schrie ich laut in den Wind, der mein Rufen zur Schule trug. Dort klebten die Lehrerin und Kinder an den Scheiben und ließen nur das Fenster offen, durch das ich hinausgeflogen war, damit ich auch wieder sicher landen könnte. Einige Male flog ich ganz nahe an der Schule vorbei, um die begeistert winkende Horde zu grüßen. Schließlich setzte ich in einem weiten Bogen zur Landung an, steuerte durch das offene Fenster, drehte noch einmal eine Runde durchs Klassenzimmer und landete unter großem Beifall. Aus Anlass meines Geburtstages, schlug ich dem kleinsten Schüler vor, wenn er keine Angst hätte, dann könne er mit mir eine Runde durchs Zimmer fliegen. Alle Kinder bedrängten ihn: »John, fliege, John, fliege!« Er stimmte nach einigem Überlegen zu. Ich nahm ihn auf den Rücken mit dem Hinweis, sich gut festzuhalten, ging in die Knie und hob mit einem kräftigen Ruck ab. Die Schüler tobten und die Lehrerin hielt sich vor Schreck die Hände vors Gesicht. Ich flog auf und nieder, hin und her, bis ich ein deutliches Zittern des Knaben verspürte. Ohne Schaden zu nehmen, landeten wir direkt vor der großen Tafel, neben dem Pult der Lehrerin. John japste nach Luft und war ganz grün im Gesicht. Ich beugte mich zu ihm hinunter, um ihn vor allen Schülern für seinen Mut zu loben. Doch da nahte das Unheil: John atmete noch einmal tief durch. Dabei rumorte es vernehmlich in seinem Bauch und ehe ich mich zur Seite wenden konnte, bekam ich einen Teil seines Frühstücks ab. »He, das gefällt mir gar nicht, warum spuckst Du mich einfach an«, fuhr es aus mir heraus! John sah mich entwaffnend mit großen, erschrockenen Augen an und stammelte: „Das ist mein – mein – mein – Geburtstagsgeschenk für Dich!« Ich war sprachlos. Und als alle Kinder in den Kanon einfielen: »Viel Glück und viel Segen auf all Deinen Wegen…«, drückte ich den leicht widerstrebenden Knaben einfach an mich und sagte zu ihm: »Es ist alles wieder gut!« Notdürftig gereinigt, nahm ich meinen Rucksack wieder auf und verabschiedete mich unter dem Beifall der Schüler. Die freundliche Lehrerin wünschte mir für weitere Flüge »Hals und Beinbruch«.

Unsere ganze Wander-Familie, selbst Oli und Artur, waren nach dieser Erzählung überzeugt, dass Opa fliegen kann, wenn nicht wirklich, so doch in der Fantasie. Auch Ihr könnt, ohne Schaden zu nehmen oder anderen Schaden zuzufügen, in der Fantasie viele Abenteuer erleben oder aus Euren Träumen, wie Opa, schöne Geschichten gestalten. Die ersten Flugzeug-Konstrukteure träumten zunächst auch nur davon, wie Vögel fliegen zu können. Dann bauten sie immer bessere Maschinen, mit denen heute viele Menschen wie Oma und ihre Freundin Marie-Luise weltweit unterwegs sind. Allen, die mit Flugzeugen reisen, wünsche ich „Hals und Beinbruch“. Das bedeutet in der Fliegersprache: »Guten Flug und sichere Landung.« Opa Franz rechnet aber auch fest damit, dass einige Urlauber sich entschließen könnten, in diesem Jahr einmal die reizvollen Städte und Regionen der engeren Heimat zu erkunden. Sie werden es sicher nicht bereuen.

Auf dem Berg

Aktuelle politische Krise

Hier folgt eine Betrachtung der politischen Aktivitäten zur Lösung der aktuellen Krise im Amerika
als Erscheinung ähnlicher Prozesse bei der Veränderung politischer Regierungsformen in anderen
Regionen der Welt im Kampf um Macht und Gerechtigkeit.

Freude und Leid

Es gehört zur Lebenserfahrung, dass wir Menschen immer wieder überrascht werden von unerwarteten Ereignissen. Dies betrifft insbesondere schmerzliche Erfahrungen durch Tod und Trennungen. Ebenso beständig ist der Anspruch liebender Nähe über alle Grenzen hinaus. Man kann das als Eros und Thanatos, Leben und Sterben verstehen. Es sind so fundamentale überwältigende Tatsachen, dass wir Menschen davor zurückschrecken, darüber nachzudenken. Wir beschäftigen uns daher mit sehr vielen näher liegenden Ereignissen, und bemühen uns um die Gestaltung des Alltages in vielfältiger Weise. Wir sind so sehr mit allem beschäftigt, dass wir auch die im sogenannten Alltag und in der Sorge für einander sich ereignenden Wunder gar nicht mehr bemerken: Wenn ein Kind geboren wird, und mit seinen ersten Schreien, den ihm zustehenden Platz auf Erden behauptet, oder ein lieber Freund sein Leben ausgehaucht hat, und wir an seinem Totenbett oder an seinem Grabe stehen, oder wenn irgendeine nicht vorgesehene Störung unsere Pläne oder die selbstgeschaffene Ordnung durchkreuzt, dann rüttelt uns dieses Geschehen für einen Augenblick durch, und bringt uns aus dem vertrauten Gleichgewicht. In der Regel kehren wir dann aber wieder sehr rasch zu den alten Bewältigungsmustern zurück, denn wir sind ja noch einmal davongekommen.

Nachhaltiger trifft es unser Wohlbefinden schon, wenn wir unabweisbare Begrenzungen hinnehmen müssen, die uns das Alter oder krankheitsbedingte Beeinträchtigungen auferlegen, die uns zunächst schonend, dann immer deutlicher auf das Ende des menschlichen Daseins auf Erden vorbereiten. Hier beginnt sich der Ernstfall des Lebens abzuzeichnen. Viele Dinge, die das bisherige Leben ausgefüllt hatten, bekommen einen neuen Stellenwert. Wenn die erste Resignation und Enttäuschung, in der es uns die Sprache verschlug, und die Neigung, sich resignierend zurückzuziehen überwunden sind, werden neue Strategien gefordert, um mit den Gegebenheiten so umzugehen, dass ein Überleben in gewandelter Form möglich und sinnvoll erscheint. Psychologen würden davonsprechen, neue Bewältigungsstrategien zu entdecken. Philosophen würden versuchen über das Leben und Sterben des Menschen inmitten der sich wandelnden Daseinsbedingungen nachzudenken. Menschen wie Du und ich würden miteinander redend versuchen, Trost und Anteilnahme zu zeigen. Kluge Theologen würden ihr ganzes Wissen um Gott und die Welt zur Erklärung des von Gott gewollten Daseins aufbieten. Es liegt mir völlig fern, all diese menschlichen Optionen gering zu schätzen. Sie sind die notwendigen Krücken, die uns auf unserem Pilgerweg durch die Zeit stützen und aufrichten. Nicht zuletzt möchte ich die vielen Zeugnisse der Kunst, Musik und Poesie erwähnen, die uns tröstliche Kunde bringen von Menschen, mit denen wir in einer Schicksalsgemeinschaft leben, lieben und wirken.

Da Leben und der Tod als Grenze unvermeidlich sind, sollten wir einander und allen, die nach uns kommen das Dasein nicht nur gönnen, sondern nach Möglichkeit auch nicht erschweren, und nach Kräften dazu beitragen, ihnen ausreichend Ressourcen als Lebensraum zu überlassen. Dann entsteht die Frage, was „sub spezie aeternitatis“ in einem bewertenden Rückblick auf das eigene Leben zu einem wohlbedachten Erbe für unsere Nachkommen zählen könnte. Ich habe mich entschlossen, seit ich mit 75 Jahren aus dem Berufsleben ausgeschieden bin, genau darüber nachzudenken und alles sorgsam aufzuschreiben: Gott dem Vater Sohn und Heiligen Geist verdanke ich, in religiöser christlicher Umgebung aufgewachsen, reichlich Liebe Trost und Zuwendung gläubiger Menschen erfahren, und lebenslang in der Schicksalsgemeinschaft gläubiger Christen von der Verkündigung der frohen Botschaft durch Jesus Christus getragen zu sein. Was wäre aus mir geworden, wenn ich diesen Halt nicht gefunden hätte? Das bedeutet natürlich alles andere, als ein krisenfreies Glaubensleben. Von den Erschütterungen und frohen Stunden dieser Pilgerreise, berichte ich in meinen drei Büchern. Noch schreibe ich weitere Geschichten, und erzähle meine Erlebnisse über die Pilgerreise im Leben und nach meiner Pensionierung. Nachdem mir das Berufsleben geholfen hat, eine ökonomische Basis zu sichern, die mir den nötigen Freiraum und die erforderliche Unabhängigkeit bescherten, wollte ich über das Leben und dessen Gestaltungsspielräume mit anderen Menschen reden. Sozusagen ein Brückenbauer sein, der mit offenem Visier um sich schaut, und Weggefährten sucht, um mit ihnen zu leben und über das für uns Wichtige zu reden. Ich wollte auf der letzten Wegstrecke noch das tun, was mir zum Wohl der Mitmenschen, aufgrund eigener Fähigkeiten, sinnvoll und möglich erschien. Es brauchte aber Mut und Gottvertrauen, um am Ende der beruflichen Laufbahn, eine Depression zu überwinden, und den eigenen Weg zu finden, um mich zu Fragen und zu unserer Existenz und Zielbestimmung als Menschen zu äußern. Grenzen galt es zu beachten, um nicht auf naheliegende gesellschaftliche Aufgaben auszuweichen, die mir den Raum zum Nachdenken genommen hätten. So kam ich dann dazu, von all dem zu erzählen, was mich in meinem Leben und nach meiner Pensionierung bewegte und beschäftigte. Es erscheint mir nach Jahren an der Zeit, mich auch zur Gestaltung des Lebens als Pensionär zu äußern. Es gibt sicher viele Modelle und Bewältigungsstrategien hierzu. Ich kann jedoch nur von meinem bisherigen Weg sprechen. Den Vortrag, den ich einmal zu Fragen des Übergangs in den Ruhestand zu Papier brachte, halte ich Ihnen sicher nicht, obwohl er sehr viele praktische Hinweise enthält. Meine Lebenserfahrungen, und die nach meiner Pensionierung gefundenen Lösungsansätze, erschienen mir viel hilfreicher zu sein. In meinen drei Büchern und in Beiträgen im Literaturblog und auf diversen Kanälen im Internet, erzähle ich bis heute davon, was mir im Leben und als Pensionär wichtig erschien, um der Freude, Dankbarkeit, und der Sorge um die Weitergabe des christlichen Glaubens Hoffens und Liebens mit allen meinen Kräften als Schriftsteller Gehör zu verschaffen. Bleiben sie in Frieden und im Trost Gottes auf allen Ihren Wegen.

Der Herr ist für uns gestorben und vom Tod auferstanden-

Fichten

Von meinem Arbeitszimmer aus kann ich das ganze Jahr über unsere drei Fichten in Garten sehen. In diesem Augenblick werden sie von der Sonne, die sich hinter diesigen Wolken verbirgt, so belichtet, dass sich ihre Konturen vor dem hellgrauen Hintergrund deutlich abheben. Leider habe ich sie, in Aufgaben vertieft, oft übersehen. Sie nehmen mir das aber nicht übel, denn sie wissen, dass ich sie gelegentlich innig betrachte. Im Laufe der Zeit sind wir sogar Freunde geworden. Vor Jahren konnte ich ihre grazile Gestalt, von meinem Schreibtisch aus, in ihrer vollen Größe bewundern. Inzwischen sind sie so gewachsen, dass ich ihre Spitzen beim Blick durch das Fenster nicht mehr erkennen kann. Daher muss ich mich vor ihnen verneigen, damit der obere Fensterrahmen ihnen nicht die Spitzen abschneidet. Jetzt bekomme ich Ihre volle Schönheit wieder in den Blick. Wir verweilen in gegenseitiger Freude einige Minuten, dann schenke ich auch der Umgebung meine Aufmerksamkeit.

Manchmal stellte ich mir vor, wie es wäre, wenn sich die Natur im Lauf des Jahres nicht veränderte. Dann würden wir aber sicher die Geborgenheit vermissen, die wir mit dem Wandel der Jahreszeiten erleben können. Ohne unsere drei Fichten im Garten, wären wir bedeutend ärmer. Ihnen kann, fest verwurzelt, Wetter und Wind wenig schaden. Sie lassen sich selbst im Winter die gute Laune nicht nehmen, und bewahren auch unter ihren Schneemänteln, ihr ansehnliches Grün. Den Vögeln, die hier überwintern, bieten sie ein sicheres Versteck, und uns das Vergnügen, deren munteres Spiel zu beobachten. Die kahl werdenden Büsche und Bäume im Garten, die unseren herbstlichen Kummer spüren, mahnen uns wortlos, sie vor Einbruch der kalten Jahreszeit noch einmal genau anzuschauen. Ihre zarten Triebe, deuten uns dann an, dass sie schon darauf warten, die kalte Jahreszeit gut zu überstehen, um im nächsten Frühjahr, in der wärmenden Sonne, wieder zu neuem Leben zu erwachen. Alle Freunde in der uns umgebenden Natur, sollen aber wissen, dass wir für viele Jahre des stillen Beisammenseins dankbar sind. Wir werden uns auch in der nächsten Winterruhe nicht aus den Augen verlieren und öfters an einander denken. Die Sonne versinkt nun zusehends am Horizont. Von unseren drei Fichten ist nichts mehr zu sehen; die Dunkelheit hat sie verschluckt. Sie sind aber ganz sicher noch da, wie die Sonne, die sich schlafen legt, um uns nach wenigen Stunden der Nachtruhe, bei Tageslicht wieder zu neuem Leben zu erwecken, und auch in jeder Ruhezeit zu begleiten.

Lesung und Evangelium

Hier folgt der Beitrag “Kesung und Evangelium”

Freitag, 20. Februar
Freitag nach Aschermittwoch
Römischer gewöhnlicher Kalender
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Hl. Jacinta Marto – Hl. Jacinta Marto | Hl. Amata von Assisi – | Mehr…
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Buch Jesaja 58,1-9a.
So spricht Gott, der Herr: Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Erhebe deine Stimme wie ein Widderhorn! Halt meinem Volk seine Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden!
Sie suchen mich Tag für Tag und haben daran Gefallen, meine Wege zu erkennen. Wie eine Nation, die Gerechtigkeit übt und vom Recht ihres Gottes nicht ablässt, so fordern sie von mir gerechte Entscheide und haben an Gottes Nähe Gefallen. Warum fasten wir und du siehst es nicht? Warum haben wir uns gedemütigt und du weißt es nicht? Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte und alle eure Arbeiter treibt ihr an. Seht, ihr fastet und es gibt Streit und Zank und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör. Ist das ein Fasten, wie ich es wünsche, ein Tag, an dem sich der Mensch demütigt: wenn man den Kopf hängen lässt wie eine Binse, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem HERRN gefällt? So spricht Gott, der Herr: Ist nicht das ein Fasten, wie ich es wünsche: die Fesseln des Unrechts zu ++lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, Unterdrückte freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen? Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen? Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot und deine Heilung wird schnell gedeihen. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des HERRN folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der HERR dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.
Psalmen 51(50),3-4.5-6ab.18-19.
Kv: Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde! Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen. Gegen dich allein habe ich gesündigt,

ich habe getan, was böse ist in deinen Augen.
Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie geben, an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Schlachtopfer für Gott ist ein zerbrochener Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 9,14-15.

In jener Zeit kamen die Jünger Johannes’ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam weggenommen sein; dann werden sie fasten.
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Hl. Bernhard von Clairvaux (1091-1153)
Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
1. Predigt für den 1. Tag der Fastenzeit, 1,3,6 (ins Dt. übers. © evangelizo)
„Dann werden sie fasten“

Warum sollte das Fasten Christi nicht für alle Christen gelten? Warum sollten die Glieder nicht ihrem Haupt folgen? (vgl. Kol 1,18). Wenn wir von diesem Haupt Wohltaten empfangen haben, sollten wir dann nicht auch teilhaben an seiner Not? Wollen wir uns seiner Traurigkeit verweigern und nur seine Freuden mit ihm teilen? Wenn dem so ist, erweisen wir uns als unwürdig, ein Leib mit diesem Haupt zu bilden. Denn alles, was er gelitten hat, hat er für uns gelitten. Wenn wir uns weigern, an unserem Heil mitzuwirken, wie wollen wir uns dann als seine Gehilfen erweisen? Mit Christus zu fasten ist eine Kleinigkeit für den, der sich mit Christus an den Tisch des Vaters setzen darf. Glücklich das Glied, das sich in allem diesem Haupt verschrieben hat und ihm überallhin folgt (vgl. Offb 14,4). Andernfalls, wenn es vom Haupt abgetrennt würde, wäre es sogleich seines Lebensatems beraubt. […] Dir ganz anzugehören ist ein Gut, o du glorreiches und in alle Ewigkeit gebenedeites Haupt, welches zu sehen auch die Engel verlangen (vgl. 1 Petr 1,12). Ich werde dir folgen, wohin du auch gehst. Wenn du durch Feuer gehst, lasse ich nicht von dir und fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir (vgl. Ps 22 (23),4). Du erträgst meine Schmerzen und leidest für mich. Du bist als Erster den schmalen Pfad des Leidens gegangen, um den Gliedern, die dir folgen, einen weiten Eingang zu ermöglichen. „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?“ (Röm 8,35). […] Diese Liebe ist das „Salböl, das vom Haupt hinabfließt auf den Bart, das auf den Saum seines Gewandes hinabfließt“ (Ps 132 (133),2), um auch die kleinste Faser zu salben. Im Haupt befindet sich die Fülle der Gnaden, von ihm empfangen wir sie alle. Im Haupt ist die ganze Barmherzigkeit, im Haupt der Überfluss des geistlichen Salböls, wie geschrieben steht: „Gott hat dich gesalbt mit dem Öl der Freude“ (Ps 44 (45),8). […]
Und was verlangt das Evangelium von uns, jetzt am Beginn der Fastenzeit? „Du aber salbe dein Haupt, wenn du fastest“ (vgl. Mt 6,17). Welch wunderbares Entgegenkommen! Der Geist des Herrn ruht auf ihm, er hat ihn gesalbt (vgl. Lk 4,18), und doch sagt er den Armen, um ihnen die frohe Botschaft zu verkünden: „Salbe dein Haupt mit Öl“.Freitag, 20. Februar
Freitag nach Aschermittwoch
Römischer gewöhnlicher Kalender
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Hl. Jacinta Marto – Hl. Jacinta Marto | Hl. Amata von Assisi – | Mehr…
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Buch Jesaja 58,1-9a.
So spricht Gott, der Herr: Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Erhebe deine Stimme wie ein Widderhorn! Halt meinem Volk seine Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden!
Sie suchen mich Tag für Tag und haben daran Gefallen, meine Wege zu erkennen. Wie eine Nation, die Gerechtigkeit übt und vom Recht ihres Gottes nicht ablässt, so fordern sie von mir gerechte Entscheide und haben an Gottes Nähe Gefallen.
Warum fasten wir und du siehst es nicht? Warum haben wir uns gedemütigt und du weißt es nicht? Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte und alle eure Arbeiter treibt ihr an.
Seht, ihr fastet und es gibt Streit und Zank und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör.
Ist das ein Fasten, wie ich es wünsche, ein Tag, an dem sich der Mensch demütigt: wenn man den Kopf hängen lässt wie eine Binse, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem HERRN gefällt?
So spricht Gott, der Herr: Ist nicht das ein Fasten, wie ich es wünsche: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, Unterdrückte freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen?
Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen?
Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot und deine Heilung wird schnell gedeihen. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des HERRN folgt dir nach.
Wenn du dann rufst, wird der HERR dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.
Psalmen 51(50),3-4.5-6ab.18-19.
Kv: Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde!
Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,

ich habe getan, was böse ist in deinen Augen.
Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie geben, an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Schlachtopfer für Gott ist ein zerbrochener Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 9,14-15.
In jener Zeit kamen die Jünger Johannes’ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten?
Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam weggenommen sein; dann werden sie fasten.
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Hl. Bernhard von Clairvaux (1091-1153)
Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
1. Predigt für den 1. Tag der Fastenzeit, 1,3,6 (ins Dt. übers. © evangelizo)
„Dann werden sie fasten“
Warum sollte das Fasten Christi nicht für alle Christen gelten? Warum sollten die Glieder nicht ihrem Haupt folgen? (vgl. Kol 1,18). Wenn wir von diesem Haupt Wohltaten empfangen haben, sollten wir dann nicht auch teilhaben an seiner Not? Wollen wir uns seiner Traurigkeit verweigern und nur seine Freuden mit ihm teilen? Wenn dem so ist, erweisen wir uns als unwürdig, ein Leib mit diesem Haupt zu bilden. Denn alles, was er gelitten hat, hat er für uns gelitten. Wenn wir uns weigern, an unserem Heil mitzuwirken, wie wollen wir uns dann als seine Gehilfen erweisen? Mit Christus zu fasten ist eine Kleinigkeit für den, der sich mit Christus an den Tisch des Vaters setzen darf. Glücklich das Glied, das sich in allem diesem Haupt verschrieben hat und ihm überallhin folgt (vgl. Offb 14,4). Andernfalls, wenn es vom Haupt abgetrennt würde, wäre es sogleich seines Lebensatems beraubt. […]
Dir ganz anzugehören ist ein Gut, o du glorreiches und in alle Ewigkeit gebenedeites Haupt, welches zu sehen auch die Engel verlangen (vgl. 1 Petr 1,12). Ich werde dir folgen, wohin du auch gehst. Wenn du durch Feuer gehst, lasse ich nicht von dir und fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir (vgl. Ps 22 (23),4). Du erträgst meine Schmerzen und leidest für mich. Du bist als Erster den schmalen Pfad des Leidens gegangen, um den Gliedern, die dir folgen, einen weiten Eingang zu ermöglichen. „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?“ (Röm 8,35). […] Diese Liebe ist das „Salböl, das vom Haupt hinabfließt auf den Bart, das auf den Saum seines Gewandes hinabfließt“ (Ps 132 (133),2), um auch die kleinste Faser zu salben. Im Haupt befindet sich die Fülle der Gnaden, von ihm empfangen wir sie alle. Im Haupt ist die ganze Barmherzigkeit, im Haupt der Überfluss des geistlichen Salböls, wie geschrieben steht: „Gott hat dich gesalbt mit dem Öl der Freude“ (Ps 44 (45),8). […]
Und was verlangt das Evangelium von uns, jetzt am Beginn der Fastenzeit? „Du aber salbe dein Haupt, wenn du fastest“ (vgl. Mt 6,17). Welch wunderbares Entgegenkommen! Der Geist des Herrn ruht auf ihm, er hat ihn gesalbt (vgl. Lk 4,18), und doch sagt er den Armen, um ihnen die frohe Botschaft zu verkünden: „Salbe dein Haupt mit Öl“

Lesung und Evangelium

Donnerstag, 19. Februar
Donnerstag nach Aschermittwoch
Römischer gewöhnlicher Kalender
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Hl. Bonifatius von Lausanne – Hl. Bonifatius von Lausanne | Hl. Hadwig von Cappenberg – | Mehr…
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Deuteronomium 30,15-20.

Mose sprach zum Volk: Siehe, hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor, nämlich so: Ich selbst verpflichte dich heute, den HERRN, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu gehen und seine Gebote, Satzungen und Rechtsentscheide zu bewahren, du aber lebst und wirst zahlreich und der HERR, dein Gott, segnet dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen.
Wenn sich aber dein Herz abwendet und nicht hört, wenn du dich verführen lässt, dich vor anderen Göttern niederwirfst und ihnen dienst – heute erkläre ich euch: Dann werdet ihr ausgetilgt werden; ihr werdet nicht lange in dem Land leben, in das du jetzt über den Jordan hinüberziehst, um hineinzuziehen und es in Besitz zu nehmen. Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.
Liebe den HERRN, deinen Gott, hör auf seine Stimme und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. Er ist die Länge deines Lebens, das du in dem Land verbringen darfst, von dem du weißt: Der HERR hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen zu geben.
Psalmen 1,1-2.3.4.6.
Kv: Wer siegt, dem gebe ich zu essen vom Baum des Lebens.
Selig der Mann, der nicht nach dem Rat der Frevler geht, nicht auf dem Weg der Sünder steht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern sein Gefallen hat an der Weisung des HERRN, bei Tag und bei Nacht über seine Weisung nachsinnt. Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Bächen voll Wasser, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, es wird ihm gelingen.
Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber verliert sich.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 9,22-25.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet und am dritten Tage auferweckt werden. In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?
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Nachfolge Christi
geistliche Schrift aus dem 15. Jh.
Buch 2, Kapitel 12 (ins Dt. übers. © Evangelizo)

„Wenn einer hinter mir hergehen will …, nehme er täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ Für viele Ohren ist es ein hartes Wort: „Verleugne dich selbst, nimm dein Kreuz auf dich und folge Jesus nach.“ […] Warum fürchtest du dich, das Kreuz auf dich zu nehmen, wenn man dadurch doch ins Reich Gottes gelangt? Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Schutz vor dem Feind, Eingießungen von himmlischer Süße, Freude des Geistes, höchste Tugend, vollendete Heiligkeit. Es gibt weder Heil für die Seele noch Hoffnung auf ewiges Leben außer im Kreuz. Nimm also dein Kreuz und folge Jesus; so wirst du ins ewige Leben eingehen. […] Wenn du mit ihm stirbst, wirst du auch mit ihm leben. Bist du sein Gefährte im Leiden, dann wirst du es auch in der Herrlichkeit sein. Im Kreuz ist alles begründet. […] Es gibt keinen anderen Weg zum Leben und zum wahren inneren Frieden. […] Geh deinen Weg, wo du willst, suche, was du magst: Du wirst keinen höheren und keinen sichereren Weg finden als den Weg des heiligen Kreuzes.
Ordne und füge alles nach deinem Willen und deiner Erkenntnis: Du wirst immer etwas finden, das du ertragen musst, ob du willst oder nicht; und so wirst du immer wieder auf das Kreuz stoßen. Entweder wirst du körperliche Schmerzen empfinden oder geistliche Prüfungen durchmachen. Manchmal fühlst du dich von Gott verlassen, manchmal von deinem Nächsten geplagt, und, was das Schlimmste ist, oft bist du dir selbst zur Last, ohne dass irgendein Heilmittel oder Trost dich befreien oder dir Linderung verschaffen könnte. […] Gott will, dass du lernst, Prüfungen auch ohne Trost zu erdulden, dich ihm ganz zu unterwerfen und demütiger zu werden. […] Es ist notwendig, immer Geduld zu bewahren, wenn du inneren Frieden haben und die ewige Krone erlangen willst.

Geborgen in der Kirche
Geborgen im Glauben Hoffen und Lieben.
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