Hl. Meinrad (Meginrad) – Hl. Meinrad (Meginrad) | Hl. Agnes – | Mehr…
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Erstes Buch Samuel 17,32-33.37.40-51.
In jenen Tagen sagte David zu Saul: Niemand soll wegen des Philisters den Mut sinken lassen. Dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen.
Saul erwiderte ihm: Du kannst nicht zu diesem Philister hingehen, um mit ihm zu kämpfen; du bist zu jung, er aber ist ein Krieger seit seiner Jugend.
Und David sagte weiter: Der HERR, der mich aus der Gewalt des Löwen und des Bären gerettet hat, wird mich auch aus der Gewalt dieses Philisters retten. Da antwortete Saul David: Geh, der HERR sei mit dir.
David nahm seinen Stock in die Hand, suchte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und legte sie in die Hirtentasche, die er bei sich hatte, in den Vorratsbeutel. Die Schleuder in der Hand, ging er auf den Philister zu.
Der Philister kam immer näher an David heran; sein Schildträger schritt vor ihm her.
Als der Philister aufblickte und David sah, verachtete er ihn, denn er war jung, rötlich und von schöner Gestalt.
Der Philister sagte zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit einem Stock zu mir kommst? Und er verfluchte David bei seinen Göttern.
Er rief David zu: Komm nur her zu mir, ich werde dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben.
David antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast.
Heute wird dich der HERR mir ausliefern. Ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen. Die Leichen des Heeres der Philister werde ich noch heute den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben. Alle Welt soll erkennen, dass Israel einen Gott hat.
Auch alle, die hier versammelt sind, sollen erkennen, dass der HERR nicht durch Schwert und Speer Rettung verschafft; denn es ist ein Krieg des HERRN und er wird euch in unsere Hand geben.
Als der Philister weiter vorrückte und immer näher an David herankam, lief auch David schnell auf die Schlachtreihe zu, dem Philister entgegen.
Er griff in seine Hirtentasche, nahm einen Stein heraus, schleuderte ihn ab und traf den Philister an der Stirn. Der Stein drang in die Stirn ein und der Philister fiel mit dem Gesicht zu Boden.
So besiegte David den Philister mit einer Schleuder und einem Stein; er traf den Philister und tötete ihn, ohne ein Schwert in der Hand zu haben.
Dann lief David hin und trat neben den Philister. Er ergriff sein Schwert, zog es aus der Scheide, tötete ihn und schlug ihm den Kopf ab. Als die Philister sahen, dass ihr starker Mann tot war, flohen sie.
Psalmen 144(143),1.2abc.9-10.
Kv: Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist.
Gepriesen sei der HERR, mein Fels, der meine Hände den Kampf lehrt, meine Finger den Krieg!
Er, meine Huld und meine Festung,
meine Burg und mein Retter,
mein Schild, dem ich vertraue.
Gott, ein neues Lied will ich dir singen, auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,
dir, der den Königen Sieg verleiht, der David, seinen Knecht, vom Schwert des Unheils befreit.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 3,1-6.
In jener Zeit als Jesus wieder in die Synagoge ging, war dort ein Mann mit einer verdorrten Hand.
Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!
Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.
Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand wurde wiederhergestellt.
Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.
Lektionar. Rechte: staeko.net
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Gott-Vater, unser und des Universums Schöpfer und Erhalter, alles was wir sind und haben verdanken wir DIR und DEINER Gnade; Jesus Christus, Sohn Gottes, empfangen vom Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, unser Erlöser und Quelle aller Gnaden; Heiliger Geist, unser Tröster Beistand Herz und Einheit der Kirche und aller Gläubigen; Dreigfaltiger, ewiger, allmächtiger Herr und Gott,
In DIR und durch DICH empfangen wir mit allen Heiligen und Geschöpfen Leben Heil und Segen; DIR allein gebührt ewig Anbetung, Dank Ehre und Verherrlichung.
Ob ich als bodenständiger „Badener“, ohne das Theologiestudium, Münster, dieses Kleinod in Westfalen, je kennen und schätzen gelernt hätte, wage ich zu bezweifeln. Etwas in die Jahre gekommen, wollte ich nur weiter studieren und lernen. Nun wurde ich aber zu meinem Erschrecken, im akademischen Alltag, mit politischen Aktionen und Störungen an der Universität dieser altehrwürdigen Stadt konfrontiert. Zudem war der Wohnortwechsel mit der Aufgabe verbunden, mich an der neuen Universität zurecht zu finden, die Studienschwerpunkte zu bestimmen, und mich auf die Lebensgewohnheiten der Münsteraner einzustellen. Um nicht zu sehr als Fremder zu gelten, gab ich mir alle erdenkliche Mühe, „nach der Schrift“ zu sprechen. Ein kühnes Vorhaben, an dem schon meine Mutter gescheitert war. Ihr lebenslanges Bemühen, wenigstens in „Notfällen“ die Grenzen des ihr vertrauten badischen Dialektes zu durchbrechen, war selten von Erfolg gekrönt. In Münster erging es mir ähnlich. Erst als mir Studienfreunde versicherten, es sei nicht nötig, meinen süddeutschen Zungenschlag“ zu verbergen, -dies gelänge mir ja doch nicht-, sie verstünden mich auch so, unterließ ich es, den Dialekt zu meiden, und nur noch „reines Hochdeutsch“ zu sprechen. Die ersten Münsteraner Bekannten, die meinen beim Sprechen mitschwingenden Dialekt sogar sympathisch fanden, wollte ich im eigenen Interesse nicht enttäuschen. Der Sprachunterschied bildete von da an kein Hindernis mehr, mich in Münster wohl zu fühlen.
Zum Glück war ich auch ausreichend katholisch erzogen. Die vielen Kirchen mit ihren Glocken, die zur Andacht oder Heiligen Messe einluden, weckten in mir nur vertraute Gefühle. Vom Vorurteil über die Stadt: „Es regne oder es läuteten die Glocken…“, fand ich nur den gelegentlichen Regen unangenehm, wenn ich ohne Schirm unterwegs war. An die unvermeidlichen Begegnungen mit den vielen hübschen Studentinnen, gewöhnte ich mich aber bald. Ich hatte ja während der bisherigen Studien, in fröhlichem Gottvertrauen erfahren, dass ich im freiwillig eingeübten Zölibat, nicht völlig zu erblinden brauchte, wenn ich schöne Frauen sah. Von Münster kann man nicht erzählen, ohne die vielen Radwege und Menschen zu erwähnen, die auf ihren hoch-bockigen Hollandrädern unterwegs waren. Ich war von Jugend an mit dem Rad vertraut, und fuhr auch in Münster mit meinem attraktiven Sport Rad täglich zur Uni. Der von mir in der neuen Umgebung beanspruchte Lebensraum, war außer den universitären Einrichtungen, sehr begrenzt, prägte aber umso mehr mein spezifisches Bild dieser schönen Stadt. Von einem angehenden Theologen konnte man allerdings erwarten, dass er sich bei seiner Erzählung zunächst den Orten zuwandte, die ihm besonders wichtig waren:
Zentral gelegen, behauptete sich der markante Dom als Mittelpunkt des religiösen Lebens der Stadt. Nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut, erstrahlte dieses Gotteshaus in Kraft und Würde. Gerade als ich mich soeben an den Dom erinnerte, klang und schwang der dunkle Ton der Glocken auch einladend in mir. Wie nahe war man dort den Geheimnissen unseres Glaubens und der Kirche, mit ihren Bischöfen und Priestern, unter ihnen der im Dom beigesetzte Kardinal von Galen, der einst in schwierigen Zeiten, mutig den Glauben gegenüber den Nationalsozialisten verteidigte. Man muss das zugehörige Markttreiben um den Dom herum oft erlebt haben, um es als eine willkommene Gelegenheit zum Kontakt und Gespräch der Menschen in und um Münster, erfassen zu können. Groß und Klein geben sich dort an den Markttagen die Ehre. Das Auge kann sich nicht satt sehen an den vielen Ständen, den munteren Verkäufern, und den prüfenden Blicken und Gesten der Besucher, wenn Obst und Gemüse, Fleisch, Käse und Blumen die Besitzer wechseln. Ohne eine leckere Bratwurst zu genießen, konnte ich diesen Markt nie verlassen. Im Umkreis weniger Schritte um den Dom, präsentierten sich die Überwasser-Kirche, das Priesterseminar, die Universität, Post, das Landesmuseum, und der belebte Prinzipalmarkt: Dort waren zu jeder Jahreszeit, nach der Mode gekleidete, gut aussehende Damen und Herren unterwegs, denn es gab unter den Arkaden der ehrwürdigen Bürgerhäuser mit ihren aufstrebenden, gotischen Fassaden, alle nur erdenklichen Geschäfte, in denen man bereit war, fast jeden Wunsch von Frauen, Männern und Kindern zu erfüllen. Die hoch aufragende, gotische Lamberti-Kirche, mit den Käfigen der Wiedertäufer am Turm, war immer für eine erholsame Besinnung und ein Gebet gut. In den anschließenden Seitenstraßen gelangte man zum Theater, zur neuen Stadtbibliothek, der Dominikanerkirche, und meinem Lieblingsgeschäft, der ehemaligen Regensbergschen-, heute, einige Schritte weiter, der gut sortierten Herderschen-Buchhandlung. Um den Durst oder Hunger zu stillen, luden gut geführte Lokale in der Nähe des Prinzipalmarktes die Besucher aus nah und fern mit verführerischen Speisen zu Tisch. Man traf sich im großen oder kleinen Kiepenkerl, im beliebten Studentenlokal Pinkus Müller, oder im Stuhlmacher, direkt neben dem Rathaus, in dem der Dreißigjährige Krieg ein friedliches Ende fand. Bei angenehmen Temperaturen, nahmen die Gäste vor den Lokalen Platz und fanden so ausreichend Gelegenheit, den Charme der Münsteraner, und das pulsierende Leben dieser schönen Stadt zu genießen. Wer das gesehen hatte, verstand den bekannten Ausspruch; „Münster ist eine Reise wert“.
Zu Beginn des Wintersemesters 1969/1970 wechselte ich von der Universität Freiburg zur Westfälischen Wilhelms Universität in Münster. Die Universität dieser geschichtsträchtigen Stadt, genoss in katholischen Kreisen einen vorzüglichen Ruf. Auch die Region um die Stadt, galt ihrer bodenständig-katholischen Tradition wegen, als ein bevorzugter Lebensraum, um Berufungen zum Priestertum zu begleiten. Zwischen der Theologischen Fakultät Freiburg und Münster bestanden traditionell gute Verbindungen. Nach dem Abschluss der philosophischen und theologischen Studien mit dem Biblicum-Historicum, legte man es daher Priesteramtskandidaten in Freiburg nahe, das Freisemester, die Externitas, in Münster zu absolvieren. Obwohl sich bereits in Freiburg erste Zweifel an der Bedeutung der historisch kritischen Methode zur Auslegung des Neuen Testamentes regten, und ich kritischer wurde, blieb mein Wunsch und das Interesse weiter Theologie zu studieren, davon zunächst unberührt. Ich war im Gegenteil guten Mutes, voller Tatendrang, und bereit, mich neuen Erfahrungen zu stellen. Mit Gottes Hilfe, dachte ich, wird schon alles gut gehen. Als Studienschwerpunkte interessierten mich vor allem die Dogmatik und die Fragen der Ökumene. Hierzu schienen mir die Voraussetzungen in Münster günstig. Die damals an der Universität lehrenden und forschenden Theologen, die ich kennen lernte und hören konnte, bestätigten meine Erwartungen:
1967 wurde der, als hervorragender Theologe ausgewiesene Karl Rahner, zum Professor für Dogmatik und Dogmen-Geschichte nach Münster berufen. Mitglied der päpstlichen Theologenkommission wurde er 1969. Sein frühes Hauptwerk mit dem Titel, „Hörer des Wortes“, und die sukzessiv herausgegebenen „Schriften zur Theologie“ etc. dokumentierten bis heute, einen respektablen, hohen wissenschaftlichen Standard. Nach seiner Habilitation 1964, war auch Kardinal Walter Kaspar, Professor für Dogmatik an der Universität in Münster, bis er 1979 zur Eberhard-Karls-Universität in Tübingen wechselte. In seinem 2011 erschienen, lesenswerten Buch: „Katholische Kirche, Wesen, Wirklichkeit, Sendung“, nahm er in, kompetenter Weise, zu vielen anstehenden Fragen und innerkirchlichen Prozessen Stellung, die ich in ihrem Veränderungspotenzial zwar erahnte, aber in der von Kasper beschriebenen Deutlichkeit, damals noch nicht voll erkannte. Fragen zur Ökumene, denen sich Kardinal Kaspar nach seiner Ernennung zum Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen ab 2001 vermehrt widmete, waren und blieben mir allzeit eine Herzensangelegenheit. Die Hoffnung auf eine zeitnahe Lösung der damit verbundenen, schwierigen Kontroversen, wurde aber auf eine harte Probe gestellt. Im Dogmatischen Seminar der katholischen Fakultät in Münster, beschäftigte ich mich aus Interesse am ökumenischen Prozess viele Stunden, mit dem Werk des großen evangelischen Theologen Paul Tillich: Das Einbeziehen religionsphilosophischer, psychologischer und sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse, in seine theologisch-dogmatische Konzeption, beeindruckte mich. Manchmal schützte ich mich durch dieses Studium in der Stille des Seminars, vor den politischen Kontroversen auf der Straße und den Protestaktionen an der Universität. Von 1963 bis 1993 hatte Professor Metz den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität in Münster inne. Mit seinem hohen Scheitel, dem Rollkragenpulli, und der großen Brille, stand er, ernstlich involviert, am Katheder, und riskierte bei seinem Engagement für die „politische Theologie und die Befreiungstheologie“, auch die Kontroverse mit Kardinal Ratzinger. Metz richtete sein theologisches Interesse auch in zahlreichen Veröffentlichungen darauf, den katholischen Glauben vor einer Privatisierung zu schützen, und dessen Bedeutung für die soziale Ordnung zu betonen. Ich hörte auch die Professoren Peter Lengsfeld, damals Professor für ökumenische Theologie, und Direktor des Katholisch Ökumenischen Instituts, Professor Adolf Exeler, den seinerzeitigen Inhaber des Lehrstuhls für Pastoraltheologie und Religionspädagogik, sowie Professor Gnilka, der die Lehre und Forschung für das Neue Testament in Münster vertrat. Mein Interesse galt aber auch den Vorlesungen in Tiefenpsychologie, des von mir sehr geschätzten Professors Dr. med. Walter Winkler, dem damaligen Direktor des Landeskrankenhauses in Gütersloh, ohne zu ahnen, dass mich spätere berufliche Aufgaben wieder mit ihm zusammen führen würden.
Die Auswirkungen der politisch motivierten Studentenunruhen in den Sechziger- und Siebziger- Jahren waren im universitären Bereich deutlich zu spüren, und bildeten einen merklichen Kontrast zum konservativen Erscheinungsbild Münsters: Mit aggressiven Störungen von Studenten in den Vorlesungen, und lautstarken Protestaktionen in der Stadt, musste man damals täglich rechnen. Plakate und grell-farbig besprühte Wände, mit Aufrufen zu Aktionen, verunstalteten nicht nur die universitären Einrichtungen, sondern auch Gebäude in der Stadt. Mit allen Mitteln versuchten politische Agitatoren, die bestehende Ordnung als überholt zu erklären und zu bekämpfen. Lauthals vorgetragene, systemkritische, säkulare und atheistische Parolen hatten das Ziel, die traditionellen, staatstragenden und christlichen Wert- und Moralvorstellungen auszuhebeln. Auch in den Räumen der Theologischen Fakultät in Münster, nahmen systemkritische Debatten zum Lehramt der Kirche, und zu Fragen der Deutungshoheit über die Ergebnisse des Zweiten Vatikanum zu. In lebhaften, teils fruchtlosen Diskussionen, standen sich progressive, permanent strukturelle Veränderungen fordernde, und konservative, der Tradition verpflichtete Gruppen, unversöhnlich gegenüber. Ich hingegen, aus dem politisch ruhigeren Südbaden stammend, konnte dem Aufruf zum „Marsch durch die Institutionen“ nichts abgewinnen.
Verglichen mit dem Jahr 1962, dem Beginn meines Weges zum priesterlichen Dienst, sah die Welt für mich in Münster Ende 1969 ganz anders aus. In ständigem Kontakt mit unserem Pfarrer, hatte ich nach einer zweijährigen Probezeit, meinen Beruf als Baukaufmann und die politische Arbeit als Stadtrat in Rheinfelden aufgegeben. Innerkirchliche Querelen und Proteste wie in Münster gab es nicht. An Stelle dessen aber umso mehr viele Enttäuschungen in der Politik und Gesellschaft, über die sich ständig wandelnden, ethischen und sittlichen Standards. Der Beruf des Priesters hingegen, stand mir von Kindheit an, als höchste Form des Dienstes für Gott, die Kirche und die Menschen vor Augen. Wenn mich daher der Herrgott, dem ich alles verdankte rief, durfte ich mich IHM nicht verweigern. Ich dachte damals, dass sich jeder Einsatz lohnte, auch wenn ich nur einmal die Heilige Messe feiern dürfte. Die Tatsache, dass ich die Anstrengungen und wissenschaftlichen Hürden bis zum Studium in Münster, ohne gesundheitlich Schaden zu nehmen, überwinden konnte, deutete ich vorsichtig als Bestätigung einer möglichen Berufung zum Priestertum. Dies sollte sich aber während des Studiums der Katholischen Theologie in Münster, erheblich ändern, ohne dass ich mir im Wirbel der Ereignisse über die Details dieses Prozesses völlig klar werden konnte. Bezüglich der von der Kirche für Priesteramtskandidaten geltenden Regeln, konnte es für mich nie faule Kompromisse geben. Der Zölibat allein war kein ausschlaggebender Grund für meine Zweifel, denn ich hatte schon zwei Jahre vor und während des Studiums in freiwilligem Zölibat gelebt. Ich muss aber gestehen, dass ich damals, bei meinem Überlegungen, das Studium zu beenden, in großer Sorge war, ob mir im nachfolgenden Prozess der im bisherigen Leben gereifte Glaube, die Treue zur Kirche und das Vertrauen in die unerschütterliche Liebe Gottes, erhalten bliebe. Davon konnte ich mich aber nicht theoretisch, sondern nur im praktischen Alltag als Christ nach und nach überzeugen.
Das Studium der Theologie in Münster, begleitet von den ständigen innerkirchlichen und gesellschaftlichen Kontroversen, wurde für mich danach zu einer zunehmenden Belastung: Wie oft mir die harsche Kritik von Kommilitonen und gläubigen Christen am rigiden Lehramt der Katholischen Kirche, und dem Zölibat begegnete, kann ich nicht beschreiben. Ein schmerzlicher Prozess des Dialoges mit den Kirchen- und Gesellschaftskritikern und deren Auffassungen, war die Folge. Durch all die quälenden Fragen, die sich so unerwartet stellten, nahmen die Zweifel an meiner Entscheidung, Priester werden zu. In Reaktion auf die belastenden Ereignisse, kam ich zur Auffassung, dass ich aus menschlicher Sicht, weder mir noch der Kirche einen Dienst erweisen würde, wenn ich den eingeschlagenen Weg, weiterverfolgte. Dies bedeutete aber, dass ein längerer, bitterer Lernprozess vor mir lag, um zu prüfen und akzeptieren zu lernen, dass möglicherweise Gott in seiner Güte, einen anderen Lebensweg, für mich vorsah. Auch in dieser prekären Situation, konnte ich mir damals nicht vorstellen, dass all die Mühen und Entbehrungen, die ich über Jahre auf mich genommen hatte, um dem Herrn und den Menschen einmal als Priester zu dienen, auf Dauer wertlos wären. Alle Zweifel, und eine tiefgreifende Unsicherheit führten schließlich zu der schmerzlichen Erkenntnis: „»Ich kann nicht mehr!“ Nur darin war ich mir sicher, dass ich alles Mögliche versucht hatte, um das Ziel, Priester zu werden, nicht zu gefährden. Ebenso gewiss war ich mir aber auch, dass ich in dem gegebenen desolaten Zustand, weder mir noch der Kirche diente, wenn ich den eingeschlagenen Weg weiter gehen würde.
Dadurch stand ich bezüglich meines angestrebten Berufszieles, vor einem für mich unfassbaren „Scherbenhaufen“. Zu vergleichen nur mit der Identitätskrise als Knabe, nach dem Tod meiner Großmutter, oder der Erschütterung nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. Nur gestützt auf mein Befinden, sah ich mich nicht mehr in der Lage, Priester zu werden. Hatte ich bis dahin, im Bilde gesprochen, Gott meinen Willen und meine ganze Kraft angeboten, so gehörte IHM nun, als würde ich noch einmal getauft, von da an auch mein Herz. Alles Weitere in meinem Leben bis zum heutigen Tag, stand und steht im Lichte dieser Erfahrung: Nach einem kurzen Urlaub zu Hause in Rheinfelden, fuhr ich zum Jahresbeginn 1970 noch einmal nach Münster, um mich an der Universität zu exmatrikulieren. Es gab zu dieser Zeit aber noch keine weiteren Pläne. Allein der Herr ist meine Zeuge, dass ich das beschwerliche Studium nur IHM zuliebe wagte, um Priester zu werden, bis ich nicht mehr konnte. Über die mit Gottes Hilfe gestaltete nachfolgende Zeit, die zur Ehe, zur Ausbildung als Klinischer Psychologe, zu Leitungsfunktionen, und zur langjährigen Arbeit als Psychologischer-Psychotherapeut, zuletzt in eigener Praxis führte, werde ich mich zu gegebener Zeit äußern Heute erkenne ich – im Nachhinein- welcher Segen mir zuteil wurde, als ich schweren Herzens entschied, meinem Befinden gehorchend, auf den Wunsch Priester zu werden zu verzichten, und auf Gottes Beistand hoffend, in höherem Lebensalter noch einmal einen anderen Weg zu wagen. Ich habe im Überblick darauf bis heute keinen Anlass zu klagen, umso mehr Gott für alles zu danken.
Der Sommer schreitet voran. Bäume, Büsche, Wiesen und Felder zeigen sich von ihrer schönsten Seite. Emil treibt es hinaus in Gottes freie Natur. Er kennt die Straßen und Wege seiner engeren Heimat wie die eigene Westentasche. Von Jugend an zog es ihn immer wieder hinaus ins Freie. Er wurde von allem Neuen magisch angezogen, und war die Neugier in Person. Nur die Nacht setzte seiner Entdeckungslust eine Grenze; aber selbst in seinen Träumen spiegelte sich die durch nichts voll zu befriedigende Lebenslust. Zu Fuß wandernd und singend, gehörten ihm und seinen Freunden der Schwarzwald mit seinen Bergen, Tälern, Flüssen, Seen grünen Matten und schattigen, geheimnisvollen Wäldern. Fleißige, strebsame Menschen sind dort zu Hause, bestellen das karge Land, und leben mit ihren Tieren in ihren, an den Hängen klebenden Höfen, unter dem tiefgezogenen Dach, das ihnen auch bei Kälte und Schnee Schutz bietet.
Emil hatte längst die trauten Kindertage hinter sich gelassen, und andere Regionen unseres reichen Landes kennen gelernt. Bis zum heutigen Tag blieb ihm, nur unterbrochen von beruflichen Aufgaben, das Interesse an allen Gaben und Geschenken des Lebens erhalten. Das Heimweh führte ihn aber in diesen Sommer wieder einmal in seine Heimat zurück. Schon lange ist es her, seit er zum letzten Mal hier war. Wie in einem schönen Traum, breitet sich die Landschaft vor seinen Augen in wechselnden Bildern aus. Tiefe Täler, schwungvolle Höhen, Felder und Wiesen, und immer wieder einzelne Bauernhöfe, die sich an die Abhänge schmiegen. Gar wohl ist ihm zumute, und eine stille Freude begleitet ihn, alles, wie vor Jahren, wohl erhalten vorzufinden. Tief nimmt er die vielen Eindrücke in sich auf. Dankbarkeit erfüllt ihn. Er schämt sich einiger Tränen nicht, und ist ganz Auge und Ohr.
Da begegnet ihm unvermutet ein anderer Wanderer, der den gleichen Weg geht. Eine gegenseitige Vorstellung ist nicht nötig. Ein prüfender Blick genügt, um zu erkennen, dass sie unterwegs sind, fähig zu Reden und zu Schweigen. Sie gehen neben einander ein Stück des Weges. Es herrscht Stille, nur das leise Rauschen des Windes in den Tannen, und der unbeschwerte Gesang der Vögel halten sich nicht an die Stille. Das scheint die Wanderer aber nicht zu stören. Es fühlt sich gut an, mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht mehr allein zu sein. Zunächst eher zögerlich, dann aber lebhafter, beginnen sie mit einander zu reden, als ob nun der Bann gebrochen, und Vertrauen möglich wäre. Wie einst die Emmaus-Jünger mit einander redeten, was sie und die Gemüter im Lande bewegte, so reden die Wanderer über das, was zurzeit in unseren Landen geschieht, und sie erregt. Sie erzählen sich die Geschichten von all den Krisen, in Europa, ums Mittelmeer, und in der Ukraine. Ja es gibt auch heute Tod und Leid und unschuldiger Menschen zu beklagen, wie damals, als der EINE schmachvoll für uns am Kreuz endete. Bei diesen und ähnlichen Überlegungen, vermochte die heile Welt der sie umgebenden Natur für eine Weile keinen Trost mehr zu spenden. Das Elend und die aktuellen Bedrohungen der Menschen, schienen alle Lebensfreude zu ersticken. Das Gespräch verstummte. Es gab plötzlich nichts mehr zu sagen. Nur die Vögel, die trotzig ihre zarten Stimmen erhoben, und die umgebende Natur, hielten dem Schmerz stand, und bildeten einen tröstlichen Raum, in dem eine Ahnung von Hoffnung und Zukunft die Erstarrung lösen konnte.
Die Wanderer bemerkten nun, dass sie nicht allein waren, tauschten verständnisvolle Blicke aus, und begannen wie damals die Emmaus-Jünger einander tröstend von der Hoffnung zu erzählen, die der EINE verlässlich eröffnete, der auch heute, als der geheimnisvolle Dritte mit ihnen ging. Jetzt ging ihnen ein Licht auf, und sie begriffen: Es war kein zufällige Begegnung, sondern eine Fügung mit der Aufgabe, einander auf dem Lebensweg zu trösten, und von der großen Hoffnung zu erzählen, dass der geheimnisvolle DRITTE lebt, bei ihnen ist, und als Grund aller Hoffnung erfahrbar wird. Emil sagte darauf hin zu seinem „Wegbegleiter“: Nun verstehe ich besser, wer uns zusammenführte, und uns im Gespräch über unsere gemeinsame Not und Hoffnung, so tröstlich beistand. Haben wir doch erkannt, dass wir keine Scheu nötig hatten all die Dinge beim Namen zu nennen, die uns bewegen. Wir Menschen leben eben nicht allein, und der geheimnisvolle DRITTE hat es so gefügt, dass er uns bei all unserm Klagen und Trösten ständig begleitet. Sein Begleiter entgegnete: „Ich finde es auch seltsam, und bin sehr überrascht, dass gerade Sie mir in dem Augenblick begegneten, als ich auf der Wanderung im schönen Schwarzwald, ähnlichen Gedanken nachging wie Sie“. Wie wohl hat es mir getan, Ihnen gegenüber kein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen und zu erleben, dass wir zusammen im Bund mit dem DRITTEN, einander verlässliche Hoffnung zusagen dürfen. Emil darauf lächelnd: „Wir sind genau besehen, beide fröhliche Habenichtse, auf unserem Lebensweg mit dem Unbekannten: „Aber nicht mehr allein“.Die Unterhaltung löste sich daraufhin vom Leid und Not der Zeit, und sie erkannten, dass sie noch lebten und der vom Tod Erweckte, sich in ihr Gespräch gemischt hatte, um sie zu ermutigen, und auf dem Weg der Wahrheit zum ewigen Leben zu trösten. Aufatmend sagte Emil: „Noch sind wir beide zusammen, und denken nach über unsere Chancen in Hoffnung.“ Über das Gesicht seines Begleiters huschte ein kleines Lächeln, als er spitzbübisch bemerkte: „Ja, aber was nützte es uns, wenn alles keinen Sinn hätte?“ „In Deinem Lächeln verbirgt sich die wichtige Frage, woher kommt, wer erhält, und wohin führt alles und wie ist es um die Zukunft von allem bestellt, gab Emil zur Antwort.“ An ähnlichen Überlegungen habe ich mich schon wund gestoßen. Aber es gab auch einmal eine Zeit, und ich ahne, sie ist jetzt wieder da, als ich sehr glücklich war bei dem Gedanken, dass unser ganzes Leben in guten Händen sei, und wir eine wirkliche Zukunft haben, der wir trauen können. Ich glaube, es könnte nun an der Zeit sein, eine kleine Rast einzulegen. Sie fanden einen Tisch und eine Bank. Emil packte aus seinem Rucksack Brote aus, teilte und segnete sie, und bot sie seinem Begleiter mit einem verständnisvollen Blick zur Speise an. Und siehe, da gingen Ihnen wie den Emmaus Jüngern die Augen auf, und sie gestanden sich wie sehr sie im Herzen bewegt waren, als der „Auferstandene“ sich in ihr Gespräch mischte, und sie sagten einander: „Brannte nicht die ganze Zeit unser Herz in uns, als wir mit einander redeten?“
Am frühen Morgen eines Sommertages hält der Zug. Der Bahnhof einer großen Stadt liegt im diesigen Licht der Neonleuchten. Lebhafter Verkehr herrscht auf den Bahnsteigen. Viele Menschen eilen zu ihren Arbeitsplätzen. Nur einige Fernreisende mit größerem Gepäck sind zu sehen. Dem Zug entsteigt ein älterer Herr. Er gähnt, reibt sich die Augen, und schaut sich orientierend um. Dem aufmerksamen Beobachter fällt auf, dass er nur eine kleine Reisetasche bei sich führt. Aufrechten Ganges strebt der gut gekleidete Herr dem Ausgang zu. Gelegentlich bleibt er wie in Gedanken stehen. Ein junger, freundlicher Mann bemerkt den Herrn, geht auf ihn zu, und sagt: „Ich habe hinter Ihnen gehend beobachtet, dass Sie sich manchmal umsehen, kann ich Ihnen behilflich sein?“ Der ältere Herr entgegnet: „Es ist sehr aufmerksam von Ihnen, mich anzusprechen, denn ich bin zum ersten Mal in dieser Stadt, und soeben nach einer längeren Nachtfahrt hier angekommen.“ Er mustert dabei den freundlichen Mann, der einen grauen Anzug mit weißem Hemd und gedeckter Krawatte trägt, und vermutet, dass er in geschäftlichen Dingen unterwegs ist. Daher fügt er hinzu: „Ich hätte schon eine Frage an Sie, aber ich dachte mir, dass Sie, wie die anderen Menschen hier, eilends unterwegs sind, und ich möchte Ihre Zeit nicht zu sehr in Anspruch nehmen. Der junge Mann antwortet beruhigend: „Sie haben recht geraten. Ich arbeite hier in einer Bank und muss zu einer festen Zeit dort sein. Er blickte kurz auf seine Uhr und bemerkt: Für einige Minuten stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Haben Sie denn einen festen Plan, oder kann ich Ihnen auf andere Weise behilflich sein?“
Der ältere Herr scheint erfreut über das Angebot und entgegnet: Ich bin ein neugieriger Mensch, und nach meiner Pensionierung auf einer Reise nach „Irgendwo“ schon einige Monate unterwegs. In letzter Zeit, habe ich mich in Deutschland umgesehen, nun will ich die Schweiz näher kennen lernen. Ich bin hier ausgestiegen, um einige Tage in dieser Stadt zu verbringen, und bin gespannt, was ich hier sehen und erleben kann. Für heute habe ich übrigens keinen festen Plan, und kann frei über meine Zeit verfügen. Der junge Mann hatte aufmerksam zugehört und sich gefragt, wie er dem Herrn bei dessen Erwartung helfen könnte? Es schien ein gebildeter Mann zu sein, der schon bessere Tage gesehen hatte. Er entgegnete: „Ihre Lust unsere Stadt kennen zu lernen, erlaubt mir, Ihnen einen vielleicht überraschenden Vorschlag zu machen: Ich arbeite in einer großen Schweizer Bank. Heute ist bei uns zufällig ein Tag der offenen Tür. Sie wissen sicher, dass wir derzeit über die Grenzen hinaus, ins Gerede gekommen sind. Könnten Sie sich vorstellen, mich zu begleiten, und sich bei uns einige Stunden umzusehen? Vielleicht könnte ich Ihnen überraschend neue Eindrücke über unsere aktuelle Arbeitsweise vermitteln? Er lächelte Augen zwinkernd und fügte hinzu: „Sollten Sie ein wenig Reisegeld erübrigen, dann könnte ich Ihnen auch zeigen, wie man bei uns mit kleinen Einsätzen Gewinne erzielen kann.“ Der ältere Herr räusperte sich und sagt: „Ich habe schon einiges über den Börsenhandel gehört, mich aber des Risikos wegen, bisher selbst nicht beteiligt. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, mich bei Ihnen ein wenig umzusehen. Da ich für heute noch keinen festen Plan habe, nehme ich Ihren Vorschlag gern an, Sie zu begleiten.” Inzwischen war es auch höchste Zeit, denn der Börsenhandel eröffnete schon bald.
In der Schalterhalle herrschte heute reger Betrieb: Hinter der Theke saßen einige Händler vor ihren Computern. Davor drängten sich viele Kunden, die auf großen Bildschirmen an der Wand, interessiert die Börsenkurse und die verschiedenen Angebote verfolgten. Der junge Mann bemühte sich einige Zeit, dem älteren Herrn zuvorkommend die wichtigsten Abläufe beim Börsenhandel zu erklären. Danach forderte er ihn freundlich auf, vor allem die Geschäfte zu verfolgen, die er an seinem Arbeitsplatz mit Kunden abschloss. Der ältere Herr war beeindruckt von dem Geschehen, ließ sich zwischendurch von hübschen Hostessen mit Speise und Getränken verwöhnen, und genoss den Tag der offenen Tür. Am Nachmittag nahm sich der junge Mann noch einmal Zeit für ihn, und zeigte ihm anhand seines Tagesgeschäftes, welche Aussichten auf Kursgewinne auch bei Kunden mit geringen Einsätzen bestehen. Er fügte hinzu: „Alle Geschäfte müssen aber immer bis zum täglichen Ende des Handels abgeschlossen sein.“ Der ältere Herr bedankte sich für den informativen Tag und sagt: „Meine Neugier ist befriedigt. Ich benötige heute nur noch ein ordentliches Hotel und Bedenkzeit, ob ich eventuell einen Einsatz wage.
Einige Tage danach betritt der ältere Herr nachmittags wieder die Schalterhalle der Bank. Er begrüßt den jungen Mann, und verfolgt mit wachsendem Interesse die Vorgänge. Wie bei einem Spieler steigt seine Erregung und Anspannung so an, dass er sich entschließt, unbedingt noch rasch vor Handelsschluss, ein ihm aussichtsreich erscheinendes Papier zu zeichnen. Aber genau in diesem Augenblicke drängte sich ein Angestellter der Bank so vor ihn, dass er dieses Papier nicht mehr rechtzeitig erwerben konnte. Die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Als ihm der junge Mann nach Handelsschluss auch noch erklärt, dass er beim Kauf des gewählten Papiers in absehbarer Zeit einen Gewinn von 2ooo € zu erwarten hatte, stieg ihm die Zornesröte ins Gesicht, und er erzählte dem jungen Mann die Geschichte mit dem Bankangestellten, der ihm zuvorkam. Er erfährt durch ihn, dass ein solches Vorgehen in ihrem Hause streng verboten sei, denn der Chef sei ein sehr korrekter Mann der großen Wert darauf legte, dass die Bank ihr gutes Ansehen bei den Kunden bewahre. Genau in diesem Moment erkennt der ältere Herr den Angestellten in der Nähe wieder, der ihm soeben zuvorgekommen war, und nun eilends dem Ausgang zustrebt. Kurz entschlossen, stellt er sich ihm in den Weg und besteht in Gegenwart des jungen Mannes nachdrücklich darauf, die heikle Angelegenheit umgehend mit dem Chef der Bank zu besprechen. Sie werden bei ihm angemeldet. Schon nach wenigen Minuten betreten sie gemeinsam das modern eingerichtete Büro des Chefs. Der alte Herr ist sehr überrascht, in diesem Raum einem ebenfalls älteren Mann zu begegnen, der überdies auf einen Rollstuhl hinter seinem Schreibtisch sitzt. Als der Chef des Hauses, mit weißen, lockigen Haaren, und einem scharf geschnittenen, trotz vieler Falten, jugendlich wirkenden Gesicht, den Besuchern freundlich entgegen rollte, und einladend auf die Sitzgruppe für Besucher verweist, ist der Bann gebrochen. Mit sonorer Stimme sagt der Chef: „Ich habe vernommen, dass Sie ein Anliegen haben, bitte sprechen Sie!“ Der alte Herr schildert nun ausführlich sein Erlebnis mit dem Bankangestellten, durch dessen raschen Vordrängen, ihm ein möglicher Gewinn von 2000 € entgangen sei. Er betont, dass es ihm vor allem wichtig sei, die Leitung des Hauses über diesen Vorfall zu informieren.“ Der Chef der Bank lehnte sich überrascht in seinem Rollstuhl zurück, überlegt kurz und sagt: „Es ist nicht üblich, dass unsere Angestellten in unserem Haus im eigenen Interesse Geschäfte tätigen. Wir legen größten Wert darauf, unsere Kunden zufrieden zu stellen. Ich bitte Sie, den Vorfall zu entschuldigen und uns zu gestatten, Sie für den entgangenen Gewinn zu entschädigen. Zum Angestellten gewendet bemerkt er: „Sie erkennen sicher selbst Ihr Fehlverhalten. Es sollte Ihnen zur Warnung dienen, sich künftig streng an die Hausordnung zu halten und derartige Handlungen zu unterlassen. Der alte Herr atmete erleichtert auf und sagte: „Ich konnte keineswegs damit rechnen, dass die Angelegenheit einen so erfreulichen Ausgang nimmt. Es ist kaum zu fassen, dass Ihr Haus für diesen möglichen Schaden aufkommt. Ich kann nur sagen Gott sei Dank – und betrachte das als einen erneuten Beweis dafür, dass ich in allen Lebenslagen mit Schutz und Beistand rechnen darf. Der Chef der Bank sah ihn verständnisvoll an und entgegnete: „Mir scheint, wir sind beide auf der gleichen Zielgeraden unseres Lebensweges angelangt; da lebt es sich leichter, wenn man das eigene Gewissen nicht mehr zu sehr belastet. Ich sage Ihnen als Chef dieses Hauses: Geld ist auch für mich nicht das letzte Wort! Sie verabschieden sich herzlich. Der junge Mann fügt hinzu: Viel Vergnügen bei der weiteren Reise durch die Schweiz!
Die zunächst vage Idee, über eine Reise ins „Unbekannte“ zu schreiben, entstand nach der Lektüre von Stefan Zweigs Biographie über “Honoré de Balzac”. Die Lebensgeschichte dieses französischen Dichters, dem es nach einer sehr belastenden Kindheit und Jugend, um Ruhm und Ehre bemüht, nicht gelang, im bürgerlichen Leben eine gesicherte Existenz aufzubauen, beeindruckte Johannes sehr. Wie es Balzac möglich war, trotz fehlgeschlagener Unternehmungen und erdrückender Schulden, in der „Comedy–Human“, den Höhepunkt seines dichterischen Werkbewusstseins zu entwickeln, wurde oft gewürdigt. Auch Stefan Zweig reihte sich mit seinem literarischen Werk und Leben in die große Zahl der Dichter, Denker und Forscher, Musiker und Künstler ein, die zeitlebens dem „Unbekannten“ auf der Spur blieben. Als Johannes darüber nachdachte, was diese Autoren und auch ihn zum kreativen Schreiben bewegte, träumte er in der Nacht von einem Kloster: In andächtiger Stille erfüllte ihn überraschend ein fragloses Glücksgefühl, das sich in den Blicken und Gesten der Mönche spiegelte, und immer mehr vertiefte. Wie von einer Last befreit, folgte er nun dem Gedanken, seine Leser zu einer Reise ins „Unbekannte“ am schöpferischen Prozess des Entdeckens, Denkens und Fabulierens teilnehmen zu lassen.
Johannes schätzte die Erkenntnisse der Naturwissenschaften sehr, die sich nach ihrem Selbstverständnis mit zählbaren, messbaren Tatsachen befassen. Er hätte daher von seiner Dankbarkeit gegenüber diesen Menschen und deren Leistungen zur Verbesserung unserer Lebensbedingungen reden können. Da er sich aber als ein seiner körperlichen, geistigen und seelischen Verfassung bewusster Mensch verstand, stießen nach seiner Ansicht Naturwissenschaften an ihre Grenzen. Er wusste, dass es immer Menschen gab, die Fragen nach dem Sinn des Lebens im Ganzen nicht auswichen. Er hielt insofern die in den Geisteswissenschaften übliche Sprache für geeigneter, um Leben in all seinen Formen als ein Geschenk zu verstehen. Die Poeten, Musiker, Künstler Philosophen und Theologen gingen zwar in ihren Werken auch von bekannten Vorstellungen aus, überformten sie aber im schöpferischen Prozess in Bildern, Skulpturen, Bauwerken, Tönen und Worten, mit einem nicht minder erfahrbaren neuen, geistigen Gehalt. Johannes wollte daher die schöpferische Fantasie auf den Wegen ins „Unbekannte“ begleiten. Er stellte sich und seine Leser damit bewusst vor die Aufgabe, so etwas wie ein Gedicht, oder einen Liebesbrief, mit eigenen Worten und Gedanken, auf ein leeres Blatt Papier zu schreiben. Wer wollte jedoch behaupten, dass derartige Texte oder Liebesbriefe, deren Inhalte erst beim Schreiben entstehen, unsinnig wären. Und Johannes versichert, dass er im Augenblick noch keine klare Vorstellung davon hat, wohin ihn die Finger auf den Tasten seines Rechners führen wollen. Er wusste lediglich, dass er keine Mathematikaufgabe vor sich hatte, und hoffte, dass ihm in den Stunden des Schreibens die Worte und Sätze einfallen würden, um zu erfahren, wohin die Reise gehen sollte. Erst am Ende des neuen Textes, ließe sich redlicher Weise feststellen, ob für ihn und seine Leser eine sinnvolle Nachricht entstanden sei. Natürlich war das ein Wagnis, und Johannes spürte die Anspannung körperlich, zugleich aber auch eine heimliche Vorfreude, unter der Hand eine Botschaft auf ihm bisher unbekannte Weise, entstehen zu sehen. Johannes hatte jedoch bereits erfahren, dass er auch im Alltag nie vor Überraschungen sicher war, und er beim kreativen, geistigen Schaffen, gelegentlich unerwartet Hilfe erfuhr. Der erste Gedanke, über den schöpferischen Prozess beim Schreiben nachzudenken, kam ihm ja nach der Lektüre von Stefan Zweigs Biographie über Honoré de Balzac. Wie oft mag dieser Autor vor einem leeren Blatt gesessen haben, um dann, Wort für Wort seine Einfälle festzuhalten, unsicher, ob man seine Gedanken positiv aufnehmen würde; um dann, in mühsamer Arbeit und unter vielen Korrekturen, seinen Ideen die sprachliche Form zu geben, die vor der eigenen Kritik und in den Augen der Leser, bestehen konnten. Auch Johannes benötigte viele Anregungen anderer Autoren, um zu lernen, wie sie ihre Beiträge in die geeignete Form und Sprache kleideten. Manchmal schien es, als liefe ihm die Zeit davon, um sich mit dem literarischen Erbe auch nur annähernd zu befassen. Hierbei sah er sich durch die fortwährende Begegnung mit bisher Unbekanntem, zu einer kritischen Auslese genötigt. Es brauchte eine geraume Zeit, bis er es, einer Anregung folgend, wagte, erste eigene Texte zu veröffentlichen. Die einzelnen Beiträge fügten sich in Form und Inhalt aber immer mehr zu einer Einheit, die für ihn romanhafte Züge annahmen, in denen er sich als Autor erkannte. Die erste Fassung seiner Idee, „eine Reise ins Unbekannte“ zu schreiben, hielt seiner Kritik nicht stand. Johannes hoffte aber, dass ihn die Lust an diesem Text weiter zu schreiben nicht ganz verließe, und war gespannt, was ihm hierzu noch einfallen würde. Nach einer längeren Schaffenspause, führte ihn die Neugier und Lust, am Text weiter zu arbeiten, wieder an den Schreibtisch zurück. Johannes hatte ja inzwischen durch Versuche, neue literarische Wege zu erkunden, erfahren, dass sich andere Menschen dafür interessierten. Von da an erlebte er sich als Brückenbauer, der bereit war, mit seinen Lesern in einen offenen Dialog über seine Ideen und Gedanken zu treten. Sein stets waches Interesse, galt den vielen neuen Einsichten, die ihm zufielen. Er betrachtete nun die Dinge, Ereignisse und Menschen nicht nur als Tatsachen, um sich darüber im Geben und Nehmen mit anderen Personen auszutauschen. Sie gewannen für ihn zunehmend Bedeutung als Geschenke, mit ihrer eigenen Schönheit, über die es sich zu reden lohnte. Wer wollte zum Beispiel darauf verzichten, über das stets wiederkehrende Ereignis von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter zu staunen? Wer wünschte sich nicht tragfähige Beziehungen zu Menschen in gegenseitiger Treue? Johannes sah immer mehr hinter den Werken der Künstler, Musiker, Poeten, Wissenschaftler und Techniker, die schöpferischen Menschen, die auf den Spuren des Unbekannten waren. Auch das Dasein der Menschen im historischen Gefüge und im Geflecht sozialer Beziehungen, eingebettet in einen mikro- und makrokosmisch geeigneten Lebensraum, war nun Gegenstand seines Nachdenkens. Überall begegnete Johannes nun das “Unbekannte” in Form von Ereignissen, die Menschen in ihren Wirkungen erlebten, aber nur begrenzt zu beeinflussen vermochten. Wer wollte beispielsweise ausschließen, selbst einmal zu erkranken, und dann auf Hilfe angewiesen zu sein? Johannes entwickelte ein neues Verständnis des menschlichen Lebens von Geburt bis zum Tod, eingebettet in einen fortwährenden Prozess des Gebens und Nehmens. Er fand, dass Erzählungen hierzu geeigneter waren, Sinn und Bedeutung der Ereignisse für Menschen zu beschreiben, als nüchterne Berichte über die gegebenen Fakten. Johannes folgte weiter dieser Spur: Er ließ es zu, dass seine über die Tasten gleitenden Finger, wie von selbst den andrängenden Gedanken und Gefühlen in Worten und Sätzen ihre Form gaben. Nie wäre dieser Text so entstanden, wenn er sich nur an einen festen Plan gehalten hätte. Er war nun sicher, dass auch ein für die Leser sinnvoller Text entstehen konnte, wenn er weiter zu Papier brachte, was ihn bewegte. Das Schreiben ermutigte Johannes immer mehr, von den Wundern und Geheimnissen des Lebens zu erzählen, und die Frage zuzulassen: „Warum es dies alles und nicht nichts gab?“ Es stellte sich der Frage nach dem Sinn, und Ziel, der Ursache, Einheit und Vielfalt aller Lebensprozesse. Drängende Fragen, die ihm die Naturwissenschaften nicht ausreichend beantworten konnten. Er fühlte sich geführt, auf der Spur des „Unbekannten“ zu bleiben, obwohl er noch nicht wusste, wohin ihn diese Reise führen könnte. Die Frage nach dem „Unbekannten“ schloss ja alles ein, was es gab, und sollte nicht durch den Blick allein auf das „Machbare“ verstellt werden. Zu diesem Ganzen gehörten für Johannes auch die Erfahrung von Grenzen, Ende, Tod und nach dem Sinn des Lebens über den Tod hinaus? ln der Literatur, Theologie Philosophie, den Künsten, und im christlichen Glauben, fand er die notwendige Ergänzung zum Weltbild der Naturwissenschaften.
Es fiel ihm auf diese Weise immer leichter, zu verstehen, dass er auf seiner Reise ins „Unbekannte“, ein Bewunderer Gottes geworden war, dessen Kunstfertigkeit er auch in der Erschaffung seines Leibes, Geistes und der Seele zu einem seiner Geschichte bewussten „homo sapiens“ entdeckte. Erst Im Glauben an Gott, den ewigen Vater, der allen Geschöpfen, SEINEN Sohn als Retter, Wahrheit und Weg zum ewigen Leben schenkt, findet die Hoffnung des Johannes ihr ersehntes Ziel. Es ist der ewig liebende Vater, der mit SEINEM Sohn und dem Heiligen Geist allen Geschöpfen Erbarmen und Vergebung in SEINEM Reich der Gerechtigkeit ewigen Frieden schenkt, der alles im Dasein erhält, und am Ende der Zeiten, in einer neuen Schöpfung zu ihrem Ziel führt, Ein liebender Gott, der sich in Seinem Sohn als Weg, Wahrheit und Leben zu erkennen gibt. Johannes erzählte von da an in seinen Geschichten von diesem Gott, dem er alles Schöne in seinem Leben, und alle Schönheit in der Natur, Kultur und Wissenschaft der Menschen verdankt. Hoffnung, Glaube und Liebe wurden so zu Triebfedern seines Lebens. Er trat damit in das große Warten aller Kreaturen, auf das ewige Leben in den Wohnungen bei Gott dem Vater, Sohn und Heiligen Geist ein. In einem nachösterlichen Text des Evangeliums, äußerte Thoms, Zweifel an der Auferstehung des Herrn von den Toten. Er durfte seine Finger in die Wunden des Auferstandenen legen, und die Worte hören: “Sei nicht ungläubig sondern gläubig!” Diese Schriftstelle, legte ein Priester so aus, das es Sinn mache, und zum Heil notwendig sei, an Jesus Christus den der Tod nicht festhalten konnte, und unsere Auferstehung durch IHN zu glauben. Johannes hatte dieses Schlusswort seines Beitrages über eine Reise ins Unbekannte, das ihn in die Nähe des Auferstandenen führte, weder geplant noch erahnt, als er sich an den Rechner setzte, um diesen Beitrag zu schreiben. Wer wollte daher ausschließen, dass sein literarischer Versuch, seine Leser ermutigen könnte, auf diesem Weg zu bleiben. Johannes freute sich, dass er dem Impuls folgte, an der Hand Stefan Zweigs die Betrachtung über eine Reise ins „Unbekannt“ zu schreiben, als ein Warten in der seligen Hoffnung, auf das noch ausstehendes, aber vom Herrn verbürgte, endgültige, letzte Ziel der Schöpfung.
Fest der Hll. Cyrill und Methodius, Schutzpatrone Europas
Psalm und Lesungen des Tages
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 10,1-9.
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit vor sich her in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden! Geht! Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemanden auf dem Weg!Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus!Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird euer Friede auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt.Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist euch nahe!
Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
An diesem Punkt erscheint es einzigartig und bewundernswert, wie die beiden heiligen Brüder, die in so schwierigen und unsicheren Situationen wirkten, nicht einmal versuchten, den Völkern, die ihrer Predigt zugewiesen waren, die unbestrittene Überlegenheit der griechischen Sprache und der byzantinischen Kultur oder die Sitten und Gebräuche der fortgeschritteneren Gesellschaft aufzudrängen, in welcher sie selbst aufgewachsen waren und ihre Angehörigen und Freunde selbstverständlich noch lebten. Vom Ideal bewegt, die neuen Gläubigen in Christus zu einigen, passten sie die reichen und verfeinerten Texte der byzantinischen Liturgie der slawischen Sprache an und glichen ebenso die ausgefeilten und komplizierten Werke des griechisch-römischen Rechtes der Mentalität und den Gewohnheiten der neuen Völker an.
Aufgrund des gleichen Programms von Eintracht und Frieden erfüllten sie jederzeit die Verpflichtungen ihrer Mission, indem sie auf die traditionellen Vorrechte und kirchlichen Rechte achteten, die in den Konzilskanones festgelegt waren, wie sie es auch für ihre Pflicht hielten − als Untertanen des Ostreiches und als Gläubige des Patriarchates von Konstantinopel −, dem römischen Papst Rechenschaft über ihre Missionsarbeit abzulegen und seinem Urteil zur Bestätigung die Lehre, die sie bekannten und verbreiteten, die in slawischer Sprache verfassten liturgischen Bücher und die Methoden, die sie bei der Evangelisierung jener Völker anwandten, zu unterbreiten. Als sie ihre Missionsarbeit im Auftrag von Konstantinopel aufnahmen, versuchten sie gewissermaßen die Bestätigung hierfür zu erhalten, indem sie sich an den Apostolischen Stuhl in Rom wandten, das sichtbare Zentrum der Einheit der Kirche. […]
Man kann sagen, dass die Bitte Jesu im Hohenpriesterlichen Gebet − damit sie eins sind − ihr missionarisches Motto darstellt nach den Worten des Psalmisten: „Lobet den Herrn, alle Völker, preist ihn, alle Nationen“. Für uns Menschen heute liegt in ihrem Apostolat auch ein ökumenischer Appell: die Aufforderung, in Versöhnung und Frieden die Einheit wieder herzustellen, die in der Zeit nach den heiligen Cyrill und Methodius tief verletzt worden ist, zu allererst die Einheit zwischen Ost und West.
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Legen wir alles was wir in unserem Leben von Gott, unserem Schöpfer und Vater, SEINEM Sohn, unserem Schöpfer und Erlöser und dem Heiligen Geist, unserem Tröster und Beistand empfangen haben mit
brennenden Herzen der Dankbarkeit und Liebe Gott zu Füßen. Lassen wir uns von IHM aufrichten und mit der dem Papst der Kirche und Welt geschenkten, in jeder Sekunde anbetungswürdigen österlichen Hoffnung und Erwartung des Heiles und Segens, der uns alles bedeutet und den nur ER zu schenken vermag. Heilig heilig hrilig heilig ist der Herr, der Ewige, heilig heilig heilig, heilig ist und bleibt nur ER.
In der letzten Nacht hatte ich einen Traum, der mir nicht nur aus der Sicht einer persönlichen Deutung, sondern in der Folge der sich daran anschließenden Überlegungen von allgemeinem Interesse schien: Ich befand mich in dem kurzen Traum in einem Ringkampf mit einem ebenbürtigen starken Gegner. Der harte Kampf wurde mit großer Anstrengung geführt, erbrachte aber keinen Sieger, sondern führte zu einem äußerst kurzen verbalen Austausch in meiner heimatlichen alemannischen Mundart. An der Grenze meiner Kräfte angelangt sagte ich zu meinem Gegner „ hesch gnueg?“ und er gab mir zur Antwort „ i ha au gnueg“ will sagen „hast Du genug?“ und „Ich habe auch genug“
Dieser Traum erinnerte mich an Situationen in meinem Leben, in denen ich Probleme sehr angestrengt mit nicht angemessenem Kraftaufwand lösen wollte, aber auch an Reaktionen auf das Verhalten von Personen im öffentlichen und politischen Leben. Ich wähle zur Illustration skizzenhaft die Reaktionen auf das Verhalten einiger bekannter Politiker aus. Wer kann bestreiten, dass Putin und Trump als Politprofis es verstehen, ihre Vorstellungen der politischen Interessen mit großem Kraftaufwand im eigenen Land und auf den Bildschirmen in medial verfügbaren Nachrichten präsent zu halten. In meiner Betrachtung der Reaktionauf ihre Machtdemonstrationen erzeugen sie dadurch ein vielfach vergrößertes Muster ihrer persönlichen Bedeutung. Dies löst bei vielen Menschen in Reaktion, Ängste vor möglichen unkontrollierbaren Aktionen wie vor einem „Monster“ aus; zu beobachten in den politischen Aktionen der Börse und Politiker nicht nur in Deutschland. Wir Europäer schauen derzeit wie gebannt auf die Verhaltensweisen der medial äußerst professionell agierenden amerikanischen und russischen Präsidenten ihre Machtfülle im eigenen Land und den deutlich erkennbaren Demonstrationen ihres Einflusses auf die internationale Handels und Sicherheitsarchitektur. Wir Europäer reagieren mit Befürchtungen auf die schwindende Bedeutung im weltweiten Beziehungsgeschehen mit Abhängigkeitsgesten und innereuropäischen politischen Spaltungsbefürchtungen. Hieraus folgen mögliche ängstliche Fehleinschätzungen der Potenz Europas und der Abhängigkeit Amerikas und Russlands von Europa und anderen weltpolitischen Akteuren.
Wer könnte das Beziehungsgefüge Chinas und dessen eigenen Machtansprüchen gegenüber Russland , Europa, Amerika und anderen um Einfluss bemühter Regionen, in Fragen des Handels und der Sicherheit übersehen. Die politischen, medialen, strategischen und handelspolitischen russischen und amerikanischen Interventionen, lösen bei anderen weltpolitischen Mitspielern, ängstliche, strategische und handelspolitische Reaktionen aus. Die tatsächliche Bedeutung der in der Weltpolitik handelnder Akteure wird durch die digitale Verfügbarkeit von Nachrichten, die ihrerseits von den politischen Akteuren, Putin, Trump, Xi Jingping, politisch, propagandistisch und medial gesteuert sind, verzerrt. Diese führenden Personen in den beispielhaft benannten Regionen mit unterschiedlichen politischen Systemen, erhalten in unserer Welt eine Bedeutung, die Ihnen als reale Personen gar nicht zukommt. Die medial gesteuerte Nachrichten, der politischen Propaganda mit ihrer permanenten Wiederholung und Verfügbarkeit der Informationen verleiht den handelnden Akteuren wie des Kaisers neue Kleider, einen Nymbus der ihnen als Personen nicht zukommt.
Ich habe mich bei dem Gedanken, dass es mir möglich schien den Akteuren ihre propagandistisch verzerrte Kleidung auszuziehen und sie als Personen wie Du und ich zu erkennen, die einmal zum Gericht über ihr Verhalten gerufen werden, wenn sie sich wie wir einst im Totenhemd ohne Taschen, vor Gott zur Rechenschaft über ihre Verwaltung bekennen müssen, sehr wohl gefühlt. Sie wurden zu Brüdern und Schwestern mit denen wir als Christen, in einem von Gott erschaffenen und erhaltenen Universum eine Lebenszeit lang, in einer Gerechtigkeit und Frieden einfordernden Beziehung leben und sterben. Ich habe mich nicht mehr als in einer monströsen Welt lebendes von Angst bedrohtes Wesen empfunden und schlagartig meine kreativen Fähigkeiten wieder erlebt, als Schriftsteller ohne Waffen allen Menschen meine Liebe und meines Trostes in schwierigen Zeiten zu versichern. Dieser Text ist eine Kostprobe dafür, dass ich mich wieder frei fühle zu reden wie mir der Schnabel gewachsen ist.
Wir müssen genau untersuchen, was den Menschen taub macht. Weil das erste Menschenpaar, unsere Vorfahren, auf die Einflüsterungen des Feindes gehört und seinen Worten Beachtung geschenkt haben, wurden sie als Erste taub. Und wir sind es nach ihnen, sodass wir die liebevollen Eingebungen des ewigen Wortes weder hören noch verstehen können. Dennoch wissen wir sehr wohl, dass das ewige Wort in den Tiefen unseres Wesens so unaussprechlich nahe bei uns und in uns ist, dass unser eigenes Sein, unsere Natur, unsere Gedanken, alles, was wir benennen, sagen oder verstehen können, uns nicht so nahe und nicht so innig gegenwärtig sind wie das ewige Wort. Und dieses Wort spricht unaufhörlich im Menschen. Doch der Mensch hört das alles nicht, aufgrund der großen Taubheit, mit der er geschlagen ist. […] Gleichzeitig wurden auch seine anderen Fähigkeiten so sehr beeinträchtigt, dass er auch stumm geworden ist und sich selbst nicht mehr kennt. Wollte er über sein Inneres reden – er könnte es nicht, da er weder weiß, wo er steht, noch seine eigene Seinsweise erkennt. […] Was ist das nun für ein schädliche Flüstern des Feindes? Es ist all das Durcheinander, das er dir unter seinem glänzenden Mantel zeigt und wozu er dich überreden will, indem er sich der Liebe zu oder der Suche nach den geschaffenen Dingen dieser Welt bedient und allem, was dazu gehört: Besitztümer, Ehren, sogar Freunde und Verwandte, ja sogar deine eigene Natur, kurz gesagt, alles, was dir Geschmack an den Gütern dieser gefallenen Welt gibt. Aus all dem besteht sein Flüstern. […] Dann kommt unser Herr: Er legt seinen heiligen Finger in das Ohr des Menschen und benetzt seine Zunge mit Speichel, wodurch der Mensch seine Sprache wiedererlangt.
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Geborgen im Glauben Hoffen und Lieben.
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