Lesung und Evangelium

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Erstes Buch Samuel 17,32-33.37.40-51.
In jenen Tagen sagte David zu Saul: Niemand soll wegen des Philisters den Mut sinken lassen. Dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen.
Saul erwiderte ihm: Du kannst nicht zu diesem Philister hingehen, um mit ihm zu kämpfen; du bist zu jung, er aber ist ein Krieger seit seiner Jugend.
Und David sagte weiter: Der HERR, der mich aus der Gewalt des Löwen und des Bären gerettet hat, wird mich auch aus der Gewalt dieses Philisters retten. Da antwortete Saul David: Geh, der HERR sei mit dir.
David nahm seinen Stock in die Hand, suchte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und legte sie in die Hirtentasche, die er bei sich hatte, in den Vorratsbeutel. Die Schleuder in der Hand, ging er auf den Philister zu.
Der Philister kam immer näher an David heran; sein Schildträger schritt vor ihm her.
Als der Philister aufblickte und David sah, verachtete er ihn, denn er war jung, rötlich und von schöner Gestalt.
Der Philister sagte zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit einem Stock zu mir kommst? Und er verfluchte David bei seinen Göttern.
Er rief David zu: Komm nur her zu mir, ich werde dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben.
David antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast.
Heute wird dich der HERR mir ausliefern. Ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen. Die Leichen des Heeres der Philister werde ich noch heute den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben. Alle Welt soll erkennen, dass Israel einen Gott hat.
Auch alle, die hier versammelt sind, sollen erkennen, dass der HERR nicht durch Schwert und Speer Rettung verschafft; denn es ist ein Krieg des HERRN und er wird euch in unsere Hand geben.
Als der Philister weiter vorrückte und immer näher an David herankam, lief auch David schnell auf die Schlachtreihe zu, dem Philister entgegen.
Er griff in seine Hirtentasche, nahm einen Stein heraus, schleuderte ihn ab und traf den Philister an der Stirn. Der Stein drang in die Stirn ein und der Philister fiel mit dem Gesicht zu Boden.
So besiegte David den Philister mit einer Schleuder und einem Stein; er traf den Philister und tötete ihn, ohne ein Schwert in der Hand zu haben.
Dann lief David hin und trat neben den Philister. Er ergriff sein Schwert, zog es aus der Scheide, tötete ihn und schlug ihm den Kopf ab. Als die Philister sahen, dass ihr starker Mann tot war, flohen sie.
Psalmen 144(143),1.2abc.9-10.
Kv: Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist.
Gepriesen sei der HERR, mein Fels, der meine Hände den Kampf lehrt, meine Finger den Krieg!
Er, meine Huld und meine Festung,
meine Burg und mein Retter,
mein Schild, dem ich vertraue.
Gott, ein neues Lied will ich dir singen, auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,

dir, der den Königen Sieg verleiht, der David, seinen Knecht, vom Schwert des Unheils befreit.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 3,1-6.
In jener Zeit als Jesus wieder in die Synagoge ging, war dort ein Mann mit einer verdorrten Hand.
Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!
Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.
Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand wurde wiederhergestellt.
Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.
Lektionar. Rechte: staeko.net
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Im Namen des Vaters Sohnes und Heiligen Geistes

Liebe Kursfreunde

Liebe Kursfreunde, Pirminer, Altsasbacher und Freunde der Heimschule Lender,
immer wieder erinnerte ich mich gern an die Zeit im Spätberufenensemniar St. Pirmin und in der Heimschule Lender: Der Wahlspruch „Initium sapientiae timor domini“ grüßt jeden Besucher, der sich der Schule nähert auch heute, und erinnert an ihren Gründer Xaver Lender. Die Geschichte unseres Spätberufenenseminars St. Pirmin fand leider mit dem Abriss des Gebäudes ein für uns schmerzliches Ende. Umso bedeutsamer ist es für mich, heute zurück zu schauen, um uns an die Zeit der Vorbereitung auf unser Abitur zu erinnern. Als derzeit ältester Pirminer, ist es für mich eine ehrenwerte Aufgabe, unseren Lehrern und den Menschen der Erzdiöse Freiburg, die uns auf diesem Weg unterstützten, noch einmal zu danken.
Man kann ein Gebäude abreißen, aber nicht den Geist zerstören, der uns in Sasbach zu einer Gemeinschaft formte, der wir unsere beruflichen Wege und die derzeitigen Plätze in Kirche und Gesellschaft verdanken. Sollte es möglich sein, an geeigneter Stelle eine Gedenktafel anzubringen, die an die Spätberufenen erinnert, würde dies sicher auch St. Pirmin ehren. Die Lehrer und Freunde, von denen wir uns verabschieden mussten, treten gewiß mit ihrer Fürbitte um Glauben, Hoffnung und Liebe, in der Nachfolge unseres Herrn Jesus Christus für uns ein.

Der Vater Sohn und Heilige Geist möge uns stärken, um SEINEN Beistand allezeit zu bezeugen. Die Heimschule Lender empfehlen wir Pirminer gern, als geeigneten Ort, um junge Menschen auf ein Studium und ihre Aufgaben in Kirche und Welt vorzubereiten.
Bleibt im Segen und Frieden!
Euer Franz aus Oppenweiler

 

Krieg und Frieden

Heute Nacht hatte ich einen Traum in dem ungerechte Handlungen dazu führten, dass die Übeltäter sich selbst bestraften. Dies führte mich zur Frage, ob es ähnliche Phänomene auch in der Realität geben könnte. Als einer der noch wenigen Zeitzeugen kam mir das Dritte Reich ins Bewusstsein. Da versuchte ein Führer unser Volk davon zu überzeugen, dass er in der Lage sei, das erlittene Unrecht nach dem ersten Weltkrieg zu rächen und Deutschland wieder zu Macht und Ansehen zu verhelfen. Die Folge war, dass er das Volk in einen grausam geführten Krieg, mit Rassenwahn und unzähligen Zerstörungen, in Deutschland und Europa führte, und durch Selbstmord endete. Die Versuche durch Einsatz von Macht auf allen politischen, strategischen und wirtschaftlichen Gebieten das Leben zu bestimmen, kennzeichnen auch die aktuelle Lage nicht nur in der Ukraine, sondern in allen Konflikten und Kriegen auf der Welt.

Amerika, Russland und China ringen unter hohem Aufwand um militärstrategische Vorteile mit dem Ziel, sich durch imperiale und handelspolitische Machtentfaltung im weltpolitischen Mächtespiel auch Ressourcen zu sichern. Europa scheint zur Zeit bedeutungslos. Die Leiden, Zerstörungen und Opfer der wehrlosen Bevölkerung nicht nur in der Ukraine sind himmelschreiend. Der Blick auf die Geschichte seit Menschen Gedenken und die mediale Darbietung aktueller weltweiter Konflikte zeugen von ähnlichen Ereignissen und belasten die Bevölkerung. Die Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit ist groß, die Hoffnung auf eine Veränderung derzeit bedroht.

Es gibt allerdings auch Ansätze, die Probleme zu lösen. Es besteht die Bereitschaft und Organisationsformen, um Notleidenden weltweit und regional zu helfen, beim Wiederaufbau der Zerstörungen durch Kriege und Naturkatastrophen, die Versorgung und Unterbringung durch medizinische und technische Hilfen zu sichern. Die durch Migration der Flüchtlinge in Europa zu bewältigenden Maßnahmen sind offenkundig und bedürfen einer Begrenzung. Die innere Sicherheit belastet die Ordnungskräfte, die Justiz, das Gesundheits- Bildungssystem und die öffentlichen Einrichtungen. Die Akzeptanz und Hilfsbereitschaft kommen an ihre Grenzen. Die Tatsache, dass es in der Realität der regionalen und globalen Problemlagen weder möglich erscheint, Konflikte und Kriege zu vermeiden und Frieden herzustellen, scheint eine Grundproblematik zu spiegeln. Könnte es sein, dass wir uns regional und weltpolitisch zwar nach Kräften um Lösungen bemühen, dass sich aber in den erfahrenen Grenzen eine religiöse Wirklichkeit spiegelt?
Wir Christen und die Angehörigen anderer Religionen leben im Glauben an Gott. Der Welterschaffer und Erhalter, der alles was ER erschaffen hat liebt, für gut befindet, behält sich aber vor, über Gut und Böse, Recht und Unrecht, Krieg und Frieden SEINER Geschöpfe selbst zu entscheiden. Wir Menschen und Geschöpfe hätten dann Anlass. unseren Schöpfer zu loben und zu ehren. Das würde bedeuten Gott zu bitten, uns beizustehen, wenn wir uns um Frieden bemühen und IHM zu danken, wenn dies in SEINEM Willen geschieht, oder den Allmächtigen anzurufen, uns vor allem Bösen und Krieg zu bewahren und IHN zu preisen, wenn das geschieht. Und könnte es sein, dass wir dabei sind, Gott als unseren liebenden Vater zu vergessen, wenn wir alles allein machen wollen. Wie schmerzlich für IHN, der SEINEN Sohn, der Richter über Lebende und Tote sein wird zu uns sandte, um unsere Menschennatur von allem Bösen zu erlösen, um uns als Söhne, Töchter und Erben in SEINEM Reich der Gerechtigkeit und des wahren Friedens zu IHM zu führen. Lasst uns daher beten:

Herr Jesus stehe uns bei, dass wir zur Ehre Gottes im Heiligen Geist, SEINEN Willen erfüllen, um in der ersehnten Wahrheit in Frieden mit IHM und mit allen Menschen und Geschöpfen, als in unseren Grenzen mit Gott und mit einander Versöhnte, ewig leben und handeln zu dürfen.

Geborgen in Gottes Haus

 

AGNUS DEI

AGNUS DEI qui tollis
beccata mundi
miserere nobis

AGNUS DEI qui tollis
beccata mudi
miserere nobis

AGNUS DEI qui tollis
beccata mundi
miserere nobis

Lamm Gottes
JESUS CHRISTUS
Gottes und der

Menschen Sohm
DU nimmst hinweg
die Sünden der Welt

Erbarme DICH unsee

AGNUS DEI qui tollis
beccata mundi
dona nobis pacem

Lamm Gottes
JESUS CHRISTUS
Gottes und der

Menschen Sohn
DU nimmst hinweg
die Sünden der Welt

Gib uns DEINEN
Frieden

Karfreitag Karsamstag

Der Himmel weint. Tränen rinnen wie Regentropfen an den Scheiben herab. Grund egenug, sich an das Leben, Leiden und Sterben des Gottes- und Menschensohnes Jesus Christus zu erinnern: Um 15.00 Uhr feiern wir an Karfreitag die Todesstunde des Herrn. Den Augenblick, an dem uns in den brechenden Augen des HERRN die unendliche Liebe Gottes anblickt. Wie tröstlich für uns, dass ER den Leidensweg, wie alle, die im Glauben an seiner Brust ruhen dürfen, nicht ein zweites Mal gehen muss. Nicht noch einmal so unsäglich für uns zu leiden.

Aber der Herr, der uns am Gründonnerstag die Füße wäscht und sorgsam abtrocknet. Er lässt uns nicht als Waisen zurück. Er wird aus dem Grabe auferstehen und uns immer im Heiligsten Altarsakrament, im Evangelium und in SEINER Kirche nahe sein. Es ist uns felsenfest zugesagt, dass die Pforte der Hölle die Kirche und uns alle nicht überwältigen kann. In der Gewissheit, dass der Herr in uns wohnt und im Glauben stärkt, können wir es wagen, seinen und unseren Leidensweg zu betrachten.

Was hat Er, um den Willen des Vaters zu erfüllen, als Weg, Wahrheit und Wort des Lebens, sich nicht alles abverlangt, und von Geburt an zugemutet: Gottes Sohn wird ein Menschenkind, taucht in unseGeschichte ein, in die Traditionen SEINER und aller Zeiten, lässt sich von Maria und Josef begleiten und von Johannes am Jordan taufen. ER, der Messias, weist sich aus, als der, der sich den Armen, Kranken, Schwachen, und Sündern, allen Menschen und Geschöpfen zuwendet. ER, der Meister, geht voran und verkündet Gerechtigkeit, Wahrheit, und Frieden in SEINEM Reich, das nicht von dieser Welt ist. Unser Herr hat in SEINEM Leben, Leiden und Tod im Tod am Kreuz, gehorsam den Willen des Vaters zur Vergebung unserer Sünden hat ER alles vollbracht und ist für uns im Heiligen Geist In das Reich des Todes abgestiegen. Danken wir IHM für diese unendliche Liebestat zu unserer Erlösung mit allem was wie sind und haben.

Dank Lob Ehre Herrlichkeit dem Vater Sohn und Heiligen Geist

Fußwaschung

Herr Jesus Christus
Gottes und der Menschen
Sohn erbarme DICH
unser

DU der Höchste gibst
uns ein Beispiel und
kniest DICH nieder

Uns die Füße zu waschen
DU der Herr erweist
uns diesen Liebesdienst

Damit auch wir einander
die Füße waschen

Lassen wir es an uns
geschehen was ER tut
damit SEINE Liebe sich
auch durch uns erfüllt

Geborgen in der Kirche
Geborgen im Glauben Hoffen und Lieben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anbetung

O Gott DU Allerheiligstes
ewiges Leben als Vater
Sohn und Heiliger Geist
DU bist das einzige ewige
Wort das uns alles schenkt
was es gab gibt und geben
wird im Universum von
Himmel und Erde

DU bist das eine allmächtige
Wort das Alpha und Omega
die Quelle aller Liebe und
allen Lebens nach DEINEM
Willen in unserer Zeit und
in DEINER Ewigkeit

DU bist das Allerheiligste und
einzige Wort in allen DEINEN
Worten und Werken und in allen
DEINEN Geschöpfe auch in
meinem Mund auf das es
ankommt

Durch DEINEN Sohn hast DU
im Heiligen Geist als Gotteswort
alles erschaffen was es im
Himmel und auf Erden gibt
und DICH in DEINEM Sohn
als Schöpfer Erlöser und
gerechter liebender Vater
erwiesen der uns in Wahrheit
den Weg des Friedens zum
ewigen Leben eröffnet

DU Allerheiligster ewiger Vater
offenbarst DICH in den Worten
und Psalmen der Propheten im
Evangelium und durch das Leben
den Tod die Auferstehung und
Himmelfahrt Jesu den Gottes- und
Menschensohn als Liebe zu IHM
zu uns und allen DEINEN Geschöpfen
DEIN Sohn Jesus Christus ist für
uns Menschen und alle Geschöpfe
das einzige Wort das vom Himmel
kommt und im Glauben Hoffen
und Lieben der von IHM gegründeten
Kirche bis zum heutigen Tag an
unser Ohr dringt

Um uns am Gabentisch der Liebe
mit Gott dem Vater dem Sohn
und dem Heiligen Geist und
und miteinander in Gottes
Reich der Gerechtigkeit und
des Friedens zu versöhnen

O Gott, unser Schöpfer Vater und
Herr öffne unsere Herzen den
Mund und alle Sinne um DEIN
barmherziges Wort ewiger Liebe
auf das alles ankommt in allen
Worten und Werken aus DEINER
Hand zu erkennen sodass wir DICH
als begnadete Sünder aus ganzem
Herzen mit aller Kraft lieben und
DEINE Liebe zu uns im Schweigen in
Worten und Taten bekennen
DEO GRATIAS

Heilig heilig heili heilig ist der Herr

 

 

Kirschblüten

Manche Märchen könnten so beginnen: Es war einmal eine große Familie. Der Vater hatte wie alle Väter viel zu tun, um im Auf und Ab des Lebens das Nötige zu besorgen. Er wusste, wie fast alle Väter, was eigentlich wichtig war, und nur zu oft übersehen wurde. Aber ihm war das Glück beschert, von Jugend an mit Mutter Natur in gutem Einvernehmen zu leben. Sie gebar ja immer wieder neues Leben und sorgte still und ohne Unterlass dafür, dass alle ihre Kinder wohl gedeihen konnten. Glaubt mir, es gab unter ihrem Schutz schon lange und bis heute unermesslich viele Pflanzen und Tiere aller Art und sogar auch vernunftbegabte Menschen auf Erden. Allen diesen Lebewesen gewährte sie für eine genau zugemessene Zeit in immer wieder neuen Formen ein auskömmliches Dasein. Und nicht nur das. Sie freute sich bis zum heutigen Tag von Herzen, wenn alle ihre Kinder sich voll entfalteten und mit ihren Artgenossen zusammen ein eigenes Leben führten. Über all dies hinaus, barg sie sorgsam die vielen Geheimnisse des Lebens und die Weisheit, dass auf jeden Herbst und Winter wieder ein neuer Frühling und Sommer folge.

Unter dem Segen der Natur brachte einst ein Kirschbaum im Garten, als die Vögel und Menschen längst die leckeren Früchte eines Jahres verzehrt hatten, wieder neue Schösslinge hervor. Eine lange Zeit des Reifens und Wartens lag nun vor ihnen. Nachdem die Herbstwinde die fahl gewordenen Blätter abgeschüttelt hatten, konnte man endlich den Stamm und die vielen Zweige besser erkennen. Wirklich schön war er, auch ohne Laub. An der den Winden zugekehrten Seite hatte der Kirschbaum Moos angesetzt. Das bedeutete, dass er an dieser Stelle schon viele Jahre lang seinen Platz behauptete. Wer es einmal versucht hatte, diesen einmaligen Stamm mit seinen vielfältigen Verzweigungen zu zeichnen, konnte erfahren, welch schönes Kunstwerk die Natur geschaffen hatte. Aber nur einem staunend schweigenden Betrachter, gab der Kirschbaum in beglückenden Augenblicken etwas von seiner Würde preis. Selbst ein Poet brauchte sensible Augen und Ohren, damit diese Zwiesprache gelingen konnte. Sagte doch neulich ein Schössling zum andern: «Du Nachbar, findest Du es nicht schön, dass uns die Mutter Natur vor Einbruch der kalten Jahreszeit in ein so feines Mäntelchen gepackt hat, um uns vor Wind und Kälte zu schützen?» «Gewiss, sagte ihr Nachbar, und ich bin mir auch sicher, dass sie uns schützend während des langen Wartens bis zum nächsten Frühling begleiten wird». «Selbst die Tiere haben aber im Unterschied zu uns einen sehr großen Vorteil, entgegnete der Andere nachdenklich. Sie können wenigstens Laute von sich geben, wenn es ihnen gut oder schlecht geht. Und außerdem gibt es ja auch noch die vielen klugen Menschen, die denken und reden können.» Da geriet sein Nachbar ins Philosophieren und gab -neun Mal klug- zur Antwort: «Stimmt schon, aber hast Du nicht bemerkt, dass manche Menschen weder richtig sehen, hören, noch fühlen können und dass sie manchmal so seltsame Dinge tun?»

Da wurde der Andere ein wenig traurig und antwortete: «Ich weiß, uns fehlt einiges von dem, was Menschen auszeichnet. Ich jedenfalls leide sehr darunter, wenn sie unsere Mühen für sie da sein zu wollen, gar nicht so recht bemerken». Das ging dem anderen Schössling zu Herzen. Er wollte seinen Nachbarn trösten und bemerkte: «Schau, gerade jetzt hat sich ein vom Wind zerzauster Sperling auf unseren Zweig gesetzt und singt der Kälte und dem Regen trotzend, für uns ein frohes Lied». Nun erinnerten sich beide Schösslinge an derartige schöne Erlebnisse im vergangenen Frühling und Sommer bis tief in den Herbst hinein und daran, dass ihnen in dieser Zeit viele Vögel und Insekten Gesellschaft geleistet hatten. Nach dieser erfreulichen Erkenntnis, bargen sie sich wieder in ihre wärmenden Mäntelchen, um mit den Gefährten, dem nächsten Frühling entgegen zu träumen. Sie waren sich sicher, dass die Mutter Natur sie durch den strengen Winter bringen und danach wieder zu neuem Leben erwecken werde. So kam es dann auch.

Nach einem langen Winter hielt sich die Frühjahrssonne mit Ihrer Wärme noch sehr zurück. Die Schösslinge wunderten sich. Sie hatten lange gewartet und spürten nun ein Drängen, sich zu entfalten. Unsere beiden Schösslinge gehörten zu den ersten, die es wagten, die ersten Sonnenstrahlen zu nutzen, um sich aus ihren Mäntelchen zu schälen. Welch ein Wunder! Die anderen Blüten folgten ihnen, und über Nacht schlüpften auch sie aus ihren Winterkleidern. Die Zweige mochten sich recken und strecken und hatten dennoch keine Chance mehr, selbst gesehen zu werden. Denn ein weißes Blütenmeer hüllte den Kirschbaum wie in ein Festtagsgewand ein. Die vielen Blüten platzten vor Stolz und freuten sich über die emsigen Bienen, Insekten und die fröhlich zwitschernden Vögel, die ihnen Gesellschaft leisteten. Die beiden Schösslinge bekamen feuchte Augen, als sie sich, von einem Windhauch bewegt, gegenseitig in ihrer vollen Schönheit bewunderten und zunickten. Sie wurden dabei fast ein wenig fromm, und dankten gerührt der Mutter Natur für ihre Gaben. «Was hast DU denn», fragte der eine, zur Blüte gewordene Schössling, den anderen besorgt, «Du schaust ja trotz all Deiner Blütenpracht ein wenig traurig aus?». «Ach», sagte dieser: «Mir gefällt zwar mein Frühlingskleid, aber ich habe mich doch auch für alle Tiere und Menschen hübsch gemacht und wünschte mir, dass sie sich über unsere Pracht freuen könnten. Es dauert doch nur wenige Stunden, dann nimmt uns der Wind die feinen Röckchen wieder ab». Diese Worte gingen der anderen Blüte so zu Herzen, dass Sie nur mit Mühe ihre Tränen zurückhalten konnte. Dann wollte sie Trost spenden und entgegnete: «Aber schau doch auf die vielen Bienen, Insekten und Vögel, die uns besuchen. Und siehe da, das kleine Mädchen an der Hand der Mutter. Höre wie es staunend jauchzt und mit seinem Finger auf die Blütenpracht nach oben zeigt». «Ich habe den Jubel und den Finger wohl bemerkt, entgegnete die andere Blüte, aber ich kann ja nicht sprechen, um dem Kind meine Freude zu zeigen und meine Trauer, dass so viele andere Menschen uns das ganze Jahr über bei all ihren Geschäften gar nicht wahrnehmen». «Stimmt und stimmt doch nicht ganz, entgegnete die andere Blüte. Ich kenne einen Poeten, von dem weiß ich, dass er uns und die Mutter Natur bemerkt. Ja ich glaube sogar, dass er uns liebt und Mitleid mit uns hat, weil wir nicht reden können. Noch mehr, ich traue ihm zu, dass er es versucht, an unserer Stelle mit seinen Artgenossen darüber zu reden». «Du glaubst wirklich, dass es einen Menschen gibt, der für uns Blüten und die ganze schweigende Natur ein gutes Wort einlegt?» «Das weiß ich nicht so genau, gab die die andere Blüte zu bedenken, aber ich bin sicher, dass er uns und den Kirschbaum liebt». «Woher willst Du das so genau wissen, entgegnete die andere Blüte.» «Ich kann das auch ohne Worte in seinen Augen und seinem Herzen erkennen, entgegnete die Andere. Wenn der Poet mich manchmal aus seinem Fenster so innig anschaut, dann bin ich mir dessen sicher, dass er unsere schweigende Blütensprache versteht und ich bin dann sehr glücklich darüber, dass er unsere Anmut und Pracht schön findet.» «Ja und wenn im Herbst unsere Blütenblätter abgefallen und vom Winde verweht sind, und in der kalten Jahreszeit von unseren Frühlingskleidern nichts mehr zu sehen ist, fragte die andere Blüte?» «Ja, auch dann schaut er oft aus seinem Fenster und sein Blick sagt mir, dass er auch unseren kahlen Baum und die entblätterten Zweige liebt.» Die andere Blüte reckte und streckte sich danach ein wenig und sagte mit einigem Stolz: «Allmählich beginne ich zu hoffen, dass unser Dasein auch anderen Lebewesen Freude bereitet». Genau in diesem Augenblick gelang es dieser Blüte mit einem verständnisvollen Lächeln, dem sanften Winde eines ihrer schönsten Blütenblätter anzuvertrauen. Dann fügte sie glücklich hinzu: «Ich habe nun gar keine Angst mehr, mich von der Mutter Natur, wie es uns gemäß ist, von einer Kirsche wieder in eine Knospe verwandeln zu lassen, die warten muss, bis sie im Frühling für einige Stunden wieder zu neuem Leben erweckt wird.» «Und was macht Dein Poet, in dieser Zeit, fügte sie fragend hinzu?» «Er nimmt alles, was er mit uns erlebte, wahr und schreibt eine Geschichte, um die Menschen an uns zu erinnern und ihnen Augen und Ohren für die Schönheit der Natur zu öffnen.

Kirschblüten
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