Freude

Ich gebe meine
Worte preis an
Dich unseren
Vater

Rede Herr und
Gott wir hören
dreimal heilige
ewige Freude

Amen für uns
Amen für alle

Das Kreuz der Erlösung und Hoffnung

Vorfreude

Hört ihr wie leis
Schneeglöckchen
klingen und die
Vögel singen

Bald wird mit
Schlüsselblumen
an den Rain wieder
Frühling sein

Frühlingserwachen

 

Die Schönheit Gottes

Wir sprechen in vielfacher Form und in vielen Sprachen zu, von und über Gott. Die nachösterliche und weihnachtliche Zeit, und das kommende Frühjahr, geben uns Anlass, die Gnade der Auferweckung aus Totem zu neuem Leben zu bedenken. Wer kennt sie nicht, die lebensfeindlichen Mächte, die unser zu Glauben, Hoffen und Lieben befreites Leben behindern. In der Taufe aufgenommen, und bewahrt in Gottes Reich der Gerechtigkeit und des Friedens, sind wir aber Söhne und Töchter, dem Vater zu eigen, vom Sohn erlöst, im Heiligen Geist zum Dienst der Liebe gesalbt, und in unsere Zeit gesandt. Bei jeder Taufe und Heiligen Messe, und mit jedem Herzschlag und Atemzug, erneuert Gott SEIN Versprechen, uns vor Sünde und Tod zu retten. Allem was gottwidrig ist, haben wir, wie in der Osternacht, in lebenslanger Erneuerung unserer Taufgnade, dem Bösen widersagt. Wie aber finden wir hinein in die Freude über Gott, als mit, durch und in Jesus Christus im Heiligen Geist Auferweckte?

Die Kirche besingt bis zum heutigen Tag mit dem Heiligen Thomas die Freude über das Geheimnis der Gegenwart Gottes im Allerheiligsten Sakrament des Altars, der ich mich anschließe: Gottheit tief verborgen betend nah ich DIR. Unter diesen Zeichen bist DU wahrhaft hier. Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich DIR mich hin, weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin. Augen Mund und Hände täuschen sich in DIR. doch des Wortes Botschaft offenbart DICH mir. Was Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an. ER ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann. Einst am Kreuz verhüllte sich der Gottheit Glanz. Hier ist auch verborgen DEINE Menschheit ganz. Beides sieht mein Glaube in dem Brote hier; wie der Schächer ruf ich, Herr, um Gnad zu DIR. Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot, bet ich dennoch gläubig; „DU mein Herr und Gott“. Tief und tiefer werde dieser Glaube mein, fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein. Denkmal, das uns mahnet an des Herren Tod. DU gibst uns das Leben, o lebendig Brot. Werde gnädig Nahrung meinem Geiste DU, dass ER DEINE Wonnen koste immerzu. Gleich dem Pelikane starbst DU, Jesu mein; wasch in DEINEM Blute mich von Sünden rein. Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld, bringt der ganzen Erde Gottes Heil und Huld. Jesus, den verborgen, jetzt mein Auge sieht, stille mein Verlangen, das mich heiß durchglüht. Lass die Schleier fallen einst in DEINEM Licht, dass ich selig schaue, Herr, DEIN Angesicht.

Wir dürfen dem Lied des heiligen Thomas hinzufügen, dass wir die gestaltende und erhaltende Kraft des Vaters Sohnes und Heiligen Geistes, in allen Gestalten der Schönheit des Himmels und der Erde als Ausdruck der Macht der Liebe Gottes zu uns verdanken. Wie unaussprechlich heilig und schön muss aber Gott selbst sein, der uns in SEINEM Sohn aus dem tödlichen Netz der Sünde befreit, und sich uns in IHM in unermesslicher Liebe offenbart. Bitten wir die Gottesmutter, den Papst und die Kirche, um den heiligen Glauben die Hoffnung und Liebe die dem dreimal heiligen, herrlichen und zu verehrenden Geheimnis Gottes, um SEINER selbst Willen, zukommt. Möge ER unser Fragen Suchen Erkennen Glauben Hoffen und Lieben als Sehnsucht nach IHM, dem Allerheiligsten Geheimnis verstehen, das wir in allem gegenwärtig, und zugleich im Licht der Schönheit SEINER selbst, immer mehr anbeten. ER, der Allerhöchste, Allerheiligste und in allem Gegenwärtigste, dem wir Himmel und Erde verdanken, sei jetzt und in Ewigkeit, mit allem was wir sind und haben gepriesen und angebetet. Wie sehr sich Gott uns in SEINEM Reich des Friedens und der Gerechtigkeit zuneigt, das erfahren wir immer wieder neu, in unserem Leben in SEINEM Sohn, in der Gemeinschaft aller Christen und aller Menschen im Glauben Hoffen und Lieben, mit dem Papst und der Kirche. Die unbedingte Forderung: „Du sollst den Herrn Deinen Gott lieben…“ möchte ich in nachösterlicher Freude  gern ersetzen durch die Worte „Wir dürfen den Herrn unseren Gott lieben…“; nicht mehr in der Haltung des Streitens, sondern des respektvollen Wanderns im Frieden mit dem Vater Sohn und Heiligen Geist durch die Zeit in die gottgewollte Ewigkeit.

Gott befohlen

Euer Franz

Ave Maria

Pilgerkleid

Höhen Tiefen
Tage Nächte
Weinen Lachen
unsre Mächte

Trennen Binden
Geben Nehmen
Hoffen Bangen
sind zusammen

Schlafen Schaffen
Träumen Wachen
gehalten im Segen
Kräfte sich regen

Gaben von oben
liebend gewoben
im Wandel der Zeit
mein Pilgerkleid

Pilgerreise

 

 

Der Birnbaum

Kein Laut ist zu vernehmen an diesem Morgen. Mensch und Natur gönnen sich eine Auszeit. Nichts stört das Schweigen. Die Stille erfasst auch mich. Durch die kahlen Bäume sind deutlich die verschlafenen Nachbarhäuser zu sehen. Es fehlt jede Spur eines Windhauches. Tief am Horizont, hinter Wolkenbänken versteckt, lässt die neblig leuchtende Sonne, die Konturen entlaubter Bäume kräftig hervortreten. Ihr schräges Licht fällt in unser Wohnzimmer, zaubert edlen Glanz auf die silberne Teekanne und belebt ab und zu im Spiel mit dem Schatten unsere Wohnung.

Wie im Rahmen eines Bildes, richtet sich vor mir, beim Blick durch das Fenster, majestätisch der hohe, ausladende Birnbaum auf. Er steht an der Grenze unseres Grundstückes zur Klinge hin, die uns immer frische Luft zufächert. Nur die Birke mit ihrem weißgrauen, schartigen Stamm, ist annähernd gleich hoch. Die schlanken Fichten zu ihrer Seite lassen lediglich an den überreifen krummen Zapfen die Jahreszeit erkennen. Sie legen keinen großen Wert auf Veränderung und halten jahrein, jahraus, an ihren dunkel- und hellgrünen stacheligen Zweigen fest. Zu Füßen des Birnbaums reihen sich, der Grenze entlang, wie Kinder im Reigen, unsere Büsche. Im Gegenlicht, tritt die Schönheit unseres Birnbaums besonders deutlich hervor. Fest verwurzelt, Wind und Wetter trotzend, teilt sich der kräftige Stamm im formenreichen, bizarren Spiel, bis ins zarte äußerste Geäst. Wie eine Skulptur in ihrer nackten Schönheit, steht er entblättert vor meinen Augen. Staunend frage ich mich, welcher Künstler dieses vielgestaltige Astwerk auch nur annähernd darstellen könnte. Nun ist mehr als deutlich zu erkennen, dass er schon lange, wer weiß wie lange, seinen Platz behauptet, denn eine grüngraue Moosschicht bedeckt an der Wetterseite den kräftigen Stamm und die stabilen Äste bis hinauf in den Wipfel. Erhaben, stolz, steht er in seiner stillen Würde auf dem ihm eigenen Boden. Nur ab und zu bekommt der Birnbaum Besuch von einer Elster und einem Sperling. Dann zittern die Zweige aufgeregt bei der Landung, und winken den Freunden beim Abflug leise nach. Wenn ich unseren Nachbarn in einer gedachten Linie umgrenze, ist unschwer zu erkennen, dass er ein wahrer Birn- und kein Apfelbaum ist. Wer wollte ihm diesen Anspruch streitig machen?

Er war vor uns da. Seit einiger Zeit dürfen wir uns an seinem übers Jahr wechselnden Liebreiz erfreuen: Im Frühling hüllt er sich in ein weißes Blütenmeer, im Sommer spendet er Schatten, im Herbst einen unerschöpflichen Reichtum an Früchten. Danach zeigt er uns seine markante Statur. Er wird den Herbstwinden trotzen, diesen Winter überstehen, und uns in unterschiedlicher Gestalt auch im nächsten Jahr an die Beständigkeit in aller Veränderung erinnern. Vielleicht freut sich unser stummer Freund ein wenig darüber, wenn wir ihn nicht übersehen, und davon erzählen, wie reich er uns beschenkt. Wir dürfen mit seiner Verschwiegenheit rechnen. Er wird alle Worte in seinem „Herzen“ bewahren, und hoffentlich auch die Menschen erfreuen, die nach uns kommen.

Herbststimmung

 

 

 

 

 

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