
Srudium in Freiburg
Je mehr wir uns dem Ende unseres Aufenthaltes im Spätberufenen- Seminar St. Pirmin in Sasbach bei Achern näherten, desto mehr drängten sich Fragen auf, ob wir nach bestandenem Abitur, auch den Anforderungen eines Studiums der Katholischen Theologie, an der Universität in Freiburg genügen würden: Mit gemischten Gefühlen folgten wir Pirminer der Einladung zu einem Besuch nach Freiburg in das Collegium Borromaeum, um den künftigen Studien- und Wohnort näher kennen zu lernen. Herr Rektor Oberle hatte mich beauftragt, für die Einladung und den dortigen Empfang zu danken. Ich wünschte sehr, dass es mir gelingen würde, hierzu die passenden Worte und den rechten Ton zu finden. Die ersten Eindrücke bei der Ankunft in Freiburg schienen die Befürchtungen zu bestätigen, dass uns nicht nur ein schmerzlicher Abschied von St. Pirmin und der Region um Sasbach, sondern auch ein schwieriger Anfang im Priesterseminar Collegium Borromaeum bevorstand. Dieser Eindruck bestätigte sich, als wir den Unterschied zwischen dem einladend wirkenden Seminargebäude in Sasbach und dem geschlossenen Gebäudekomplex des Collegium Borromaeum in Freiburg sahen.
An die der Öffentlichkeit zugängliche, damals etwas düster wirkende Seminarkirche, mit dem, überlebensgroßen Christus-Fresko hinter dem Altar, schloss sich das von ußen ebenso streng wirkende Collegium in der Schoferstrasse, mit dem wuchtigen Eingansportal und der das Grundstück umfriedenden hohen Mauer an. Gegenüber baute sich, wie ein allen Stürmen trotzendes „Bauwerk“, das Erzbischöfliche Ordinariat mit der von vielen romanisierten Fenstern durchbrochenen Fassade auf. In zeitlichem Abstand betrachtet, legten sich mir und auch anderen Freunden des Kurses, damals ahnungsvoll, erste Schatten auf die Seele, denn es stellten sich uns unvermutet mehr Fragen als wir beantworten konnten. Zum Glück hellte sich unsere Stimmung beim Betreten des Hauses ein wenig auf, denn eine an der Pforte tätige ältere Schwester, wies uns freundlich den Weg zum Speisesaal, als würden wir schon erwartet. Mit etwas wackligen Knien schritt ich auf den großen, nicht nur zu unserem Empfang auf Hochglanz polierten Fließen, durch einen hellen, hohen Flur, zum „Refektorium“. Dort angekommen, konnte ich, wenn eine Person den Raum verließ, durch den Türspalt, in den überdimensionierten Speisesaal schauen. Zur Rechten sah man eine Schar schwarz gekleideter Herren an einer langen Tafel sitzen. Ein kurzer Rundblick ließ erahnen, dass auch, wenn wir uns dazu zählten, noch viele Alumnen in dem reichlich großen Raum Platz gefunden hätten. Die Zeit bis wir aufgefordert wurden einzutreten, nutzte ich dazu, mir nochmals zu überlegen, was ich als Sprecher des Kurses in dieser für uns ungewohnten Situation, zum Dank sagen könnte. Ich war mir aber in einem wichtigen Punkt nicht ganz sicher: Uns war zu Ohren gekommen, dass der Direktor des Collegiums, ein strenges Regiment führe. Er stammte aus dem südlichen Teil des Schwarzwaldes, dem Hotzenwald. Aus dem Umgang mit den eigenen Verwandten, wusste ich nur zu gut, dass „Hotzenwälder“ manchmal sehr dickschädelig sein können. Aus diesem Grund wurde vermutlich der Direktor unter den Priesteramtskandidaten nur „Hotz“ genannt. Irgendwie kamen mir zum Glück vor dem Betreten des Speisesaales erhebliche Zweifel, ob dies sein wirklicher Name sein könne?
Wie zu erwarten, waren im Priesterseminar hilfreiche Schutzengel anzutreffen. Mir lief jedenfalls im passenden Augenblick auf dem Flur ein Herr in „Schwarz mit Römerkragen“ über den Weg. Diese Gelegenheit, mich zu vergewissern, wie ich den Direktor ansprechen sollte, ließ ich mir nicht entgehen. Kurz entschlossen, sprach ich den Herrn in „Schwarz“ an, und sagte: „Darf ich Ihnen eine Frage stellen“? Er antwortete: „Wenn ich sie beantworten kann, gern“. Durch das freundliche Lächeln meines Gegenübers ermuntert, fuhr ich fort: „Ich bin beauftragt, uns beim Direktor des Collegiums für die Einladung zu diesem Besuch, und den freundlichen Empfang zu bedanken. Leider bin ich mir aber nicht sicher, ob er wirklich den Namen „Hotz“ trägt, wie ich es von Seminaristen hörte?“ Der Mann in „Schwarz mit Römerkragen“ schien sehr bemüht, die Form zu wahren, als er mir, das Lachen unterdrückend, antwortete: „Unser Direktor trägt den Namen Huber. „Hotz“ ist sein Spitzname. So wird er von den Seminaristen genannt“. Ich bedankte mich für die Auskunft, und aufatmend auch bei meinem persönlichen Schutzengel, der mir, wie so oft im Leben, wieder einmal hilfreich zur Seite stand. Der Mann in „Schwarz mit Römerkragen“ kehrte mir nun auffallend rasch den Rücken zu, und lief davon. Ein Stein fiel mir vom Herzen. Nach dieser Begegnung habe ich mich schon oft gefragt, welches „Gelächter“ entstanden wäre, wenn ich, mit der Anrede „sehr geehrter Herr Hotz“, die Ansprache im Refektorium begonnen hätte. Wie wäre der verblüffte Direktor mit dieser Überraschung zu Recht gekommen? Auch ich wäre verdutzt dagestanden, ohne zu ahnen, was die hier versammelten Theologen so überschäumend amüsierte. Diese Blamage blieb mir aber erspart. Im Gegenteil: Die Dankesrede kam an, und wurde mit freundlichem Beifall belohnt. Der Schreck musste mir aber gründlich in die Glieder gefahren sein, denn ich erinnerte mich später kaum an die Mahlzeit, und nur lückenhaft an die anschließende Führung.
Einige Wochen blieben uns noch, um von St. Pirmin, den Menschen dort und der vertrauten Region Abschied zu nehmen. Wir hatten diese Zeit auch nötig, um uns auf das Studium in Freiburg und das neue „Zuhause“ im Collegium-Borromaeum einzustellen. Die Frage, ob meine Fähigkeiten ausreichen würden, um den Anforderungen des Studiums zu genügen, bedrängte mich manchmal? Als ich aber den künftigen Lebensweg bedachte, tröstete mich die Tatsache, dass ich ja auch trotz gelegentlicher Zweifel am Erfolg, in der Lage war, im Jahr 1967 das Abitur zu bestehen. Damals war ich immerhin schon siebenunddreißig Jahre alt. Einst war ich einmal der jüngste Stadtrat und nun der älteste Abiturient Baden-Württembergs. Es gab genügend Anlass zum Dank für den bisher erfolgreich verlaufenen Weg, und berechtigte Hoffnung, auch den künftigen Aufgaben gewachsen zu sein. Die frohe Erwartung, nun bald an der Universität durch das Studium der Katholischen Theologie mehr, über unseren Glauben und dessen Bedeutung in unsere Gesellschaft erfahren zu dürfen, ließen alle kleinlichen Bedenken zurücktreten. Einige Voraussetzungen, die ich mitbrachte, stützten meine Hoffnung, mit Gottes Hilfe auch die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können. Ich konnte darauf vertrauen, dass mein bisheriger Glaube, die Lebenserfahrungen und intensive Vorbereitung in St. Pirmin, bei den weiteren Studien ab und zu hilfreich sein könnten. Außerdem gab es manche mir wohl gesonnene Menschen, mit deren Hilfe und Gebet, ich auch weiterhin rechnen durfte. Unter diesen Bedingungen lockte das Studium der Theologie und Philosophie vehement.
Liebe Leser, es ist mir wichtig, Ihnen die Studienzeit in Freiburg so nahe zu bringen, dass sowohl die dort erworbenen Kenntnisse, als auch die Personen, die sie uns vermittelten, in ihrer Bedeutung erkannt werden können. Ich bitte daher den Heiligen Geist, wie im Stundengebet mit den Worten: „Herr, öffne meinen Mund, mein Herz, und alle meine Sinne, Dich zu preisen!“ Im August 1967 erreichten mich zwei wichtige Nachrichten: Ein Brief, der mich darüber informierte, dass ich unter die Kandidaten der Theologie der Erzdiözese Freiburg aufgenommen wurde, und eine Einladung zu Exerzitien, gehalten von Dr. Klaus Hemmerle. Wir neuen „Alumnen“ trafen mit unseren Habseligkeiten zum festgelegten Zeitpunkt im „CB“, wie das Collegium Borromaeum unter den Kandidaten genannt wurde, ein. Groß genug war mein Zimmer: Ein Kleiderschrank, das Bett, ein Tisch und Stuhl aus älterem Bestand, bildeten die Einrichtung. Ich versuchte, mit etwas Dekor und einigen Büchern, dem Raum eine minimale persönliche Note zu geben. Albert, der wie ich, schon bessere Zeiten gesehen hatte, besuchte mich. Er hatte offensichtlich auch noch wenig Durchblick, und den Wunsch, sich zu orientieren. Dass dieses Gespräch der Anfang einer lebenslang bestehenden Freundschaft sein könnte, war nicht voraus zu sehen. Ein nachfolgender Gegenbesuch in seinem Zimmer überzeugte mich davon, dass wir nicht weit von einander, unter gleichen Bedingungen untergebracht waren. Zum Glück stellte sich bald heraus, dass sich nicht nur unser bescheidenes Mobiliar ähnelte, sondern dass sich auch unsere Einstellungen in manchen Punkten deckten. Ich war froh, durch Albert eine erste mitfühlende Seele in neuer Umgebung gefunden zu haben.
Unseren Exerzitienmeister Dr. Klaus Hemmerle kannte ich schon lange. Er war Jahre zuvor Vikar in meiner Heimatpfarrei St. Josef in Rheinfelden. Ich habe ihn, als groß gewachsenen Mann, mit einer markanten Nase und so schlank in Erinnerung, dass er Mitleid erregte, und man ihm einige Pfunde mehr wünschte. Er hatte seine helle Freude daran, andere Menschen mit Wortspielen zu ergötzen. Diese Technik war aber so eingefleischt, dass ihm verdrehte Sätze auch bei feierlichen Anlässen aus dem Munde purzelten. Der Leser stelle sich einmal vor: Hemmerle hielt eine Fastenpredigt in Rheinfelden, und sprach lauthals von „Jesus, der in Kesseln gefettet war“. Wer konnte da noch andächtig bleiben? Er drückte seine Hirtensorge auch gelegentlich in der Frage aus, die ihm der Herr einst stellen werde: „Hemmerle, Hemmerle, wo sind Deine Lämmerle?“ Wir begegneten einander noch viele Male, bis er als Bischof von Aachen, leider viel zu früh, sterben musste. Auf einem Photo, das auf meinem Schreibtisch steht, schaut er mich, von Krankheit gezeichnet, sehr ernst an. Ich erinnere mich nicht mehr an Einzelheiten der Vorträge die er uns Alumnen während der Exerzitien hielt. Er führte uns aber, selbst sichtlich betroffen, auf so hohem geistigem Niveau an die zentralen Geheimnisse des Lebens und Sterbens Jesu heran, dass ich, berührt von seinen Worten, diese Exerzitien nie mehr vergessen konnte.
Am zweiten November 1967 begann ich mit dem Studium an der Universität in Freiburg. Der tägliche Weg führte am Münster, mit den Marktständen, und den schon von weitem appetitlich lockenden Würsten vorbei. Oft bewunderte ich die Menschen, deren Glauben und Kunstfertigkeit uns diesen einmaligen Kirchenbau mit seinem figuralen Schmuck der Portale, den kunstvoll gestalteten Fassaden, den vielen Wasserspeiern, und dem prächtig ausgestatteten Innenraum mit den wunderschönen gotischen Fenstern, hinterlassen haben. Das Freiburger Münster zeigte sich, Stein für Stein als ein Gotteshaus, das uns vom Staunen zum Beten führte, dessen mächtiger Turm mit seiner filigranen Spitze wie ein Finger Gottes, aus der Zeit in die Ewigkeit wies. Dieser kunstvolle Bau, der die Wirren des letzten Krieges überstand, war aber auch ein den Glauben stärkendes Zeichen der Zusage Gottes, dass die Pforten der Hölle seine Kirche nicht zu überwältigen vermögen. Ich frage mich oft in unseren unruhigen Tagen, wie es heute um die Bedeutung der Katholischen Kirche und deren Beitrag zur Sicherung christlicher Grundwerte in unserem Land, in Europa und weltweit bestellt ist? Kann es Christen gleichgültig sein, wenn unsere Kirchen geschlossen oder anderen Zwecken zugeführt werden, und Minarette die Aufgabe übernehmen, uns an Gottes Gegenwart zu erinnern? Sollten wir nicht unseren Bischöfen und Priestern brüderlich beistehen, wenn sie die Gläubigen aufrütteln und mahnende Worte wagen.
Vor Jahren lernte ich den früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch kennen und schätzen. Zu meiner Zeit war er noch Repetitor im Collegium Borromaeum in Freiburg. Ich konnte damals nicht ahnen, auf welche Weise unsere Wege sich später kreuzen würden. Die Tagespost vom 2.2.10 berichtete über seine Predigt anlässlich des Karlsfestes im Aachener Dom, in der er die Auflösung, wenn nicht gar Zerstörung christlicher Grundwerte beklagte, und in Rückbesinnung auf unsere christlich-abendländische Kultur, verantworteten Glauben forderte, um der religiösen Gleichgültigkeit und dem praktischen Agnostizismus die Stirn zu bieten. Ich staune immer wieder, wie Gottes Liebe Menschen formt, und auf große Aufgaben vorbereitet: Der äußeren Erscheinung nach war Erzbischof Zollitsch schlank geblieben. Davon konnte ich mich überzeugen, als wir uns nach langer Zeit bei einer Veranstaltung der Welte-Gesellschaft in Freiburg wieder begegneten. Er möge mir verzeihen, dass ich ihm bei einem Versuch, mich vorzustellen, versehentlich versicherte, ich hätte ihn vor Jahren im CB kennen gelernt, während er dort als „Präfekt“ tätig war. Er wehrte dieses Ansinnen mit Recht energisch ab. Mittlerweile ist mir der kleine Unterschied zwischen dem Rang eines Präfekten und seiner damals ausgeübten Aufgabe als „Repetitor“ wieder voll bewusst.
Eine Person, die mich vom ersten Augenblick an faszinierte, war der Religionsphilosoph Bernhard Welte. Wenn er mit seiner markanten Stimme in einem bis auf den letzten Platz besetzten Hörsaal dozierte, und ab und zu den Kopf in den Nacken warf, um sich mit einem Blick nach oben zu vergewissern, dass er noch „auf der Spur des Ewigen sei“, hätte man ein Blatt Papier hören können, das zu Boden fiel. Wir Studenten hingen an seinen Lippen, wie Durstige, die das klare Wasser der Wahrheit brauchten. Er verstand es, scheinbar selbstverständliche Phänomene noch einmal wie neu zu betrachten. Mit der Frage „was ist das“ nahm er uns mit auf einen Weg, der auf hohem, geistigem Niveau, immer mehr von einer vorder- zu einer hinter- und tiefgründigeren Betrachtung des Gegenstandes der Untersuchung führte. Wenn wir seinem Vortrag auch nicht immer sofort zu folgen vermochten, so prägte sich doch die Art und Weise in der er die Untersuchung durchführte, die Gedanken vortrug, und die Betroffenheit, mit der er im Umkreis des „Heiligen“ um Worte rang, tief in unsere Seelen ein. In zeitlichem Abstand hierzu blieb er für mich vorbildlich, wenn es galt, Glauben und Vernunft miteinander zu versöhnen. In seinen Schriften erwies er sich als ein engagierter Brückenbauer, der es verstand, die Bedeutung philosophischen Denkens zu erschließen und zu verantwortlichem, eigenem Nachdenken anzuregen. Ich freue mich, dass sein umfangreiches Werk über die Welte-Gesellschaft, in einer Gesamtausgabe eine würdigende Verbreitung erfährt. Es ist sicher kein Zufall, dass mich mein Lebensweg auch mit seinen Schülern zusammenführte:
Dem Dogmatiker Prof. Dr. Hünermann begegnete ich erstmals in Freiburg. Man erkannte ihn unterwegs, wenn er rank und schlank, zügig ausschritt, an seiner Baskenmütze. Mit einem entwaffnenden, bei jeder passenden Gelegenheit aufblitzenden Lächeln, und seiner klugen, zum Ziel führenden Argumentation, strahlte er bei seinen Vorlesungen eine vitale, reflektierte Frömmigkeit aus. Sein lebhaftes Mienenspiel und die sprechenden Gesten begleiteten den Vortrag. Er verstand es, komplexe Zusammenhänge auf das Wesentliche zu reduzieren, und verständlich darzulegen. Den Vorlesungen war eine gewisse Leichtigkeit zu eigen, die seine Hörer ermutigte, sich den angesprochenen Texten angstfrei zuzuwenden. Professor Hünermann fand in seiner unbekümmerten Art, bei den Studenten Anklang. Weder er noch ich konnten damals ahnen, welche Bedeutung seine Vorlesungen über das Examen hinaus in meinem Leben haben würden: Die ewig aktuelle Frage des „Parmenides: „Warum gibt es etwas und nicht nichts“ und andere ontologischen Grundfragen des christlichen Glaubens und der Offenbarung, beschäftigten mich permanent bis heute. Der damalige Anstoß zur kritischen Reflexion der Gotteslehre bei Aristoteles, führte mich zur Frage, ob wir ohne Schaden zu nehmen, die Gedanken Platons, Aristoteles, der Vorsokratiker und deren philosophische Wirkungsgeschichte ausklammern könnten? Anhand der von Karl Jaspers vertretenen Existenzphilosophie, lernten wir den philosophischen vom religiösen Glauben zu unterscheiden. Auch der von Anselm von Canterbury in den Schriften „ Proslogion und de veritate“ ausgeführte Gedanke, dass „Gott etwas sei, über den hinaus nichts Größeres gedacht werden könne“ behielt, wenn es um Aspekte möglicher Gottesbeweise ging, bis in unsere Tage, seine Bedeutung. Während meiner weiteren Studien an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, begegnete ich Prof. Hünermann wieder. Er hielt damals, als Studentenseelsorger, sehr lebendige Gottesdienste mit aufbauenden Predigten in der Dominikaner-Kirche. In geistiger Freundschaft verfolgte ich über viele Jahre sein Engagement im universitären und kirchlichen Bereich und bei Veranstaltungen der Welte-Gesellschaft. Ab und zu kam es zu einem Telefongespräch, wenn ich sein Lächeln nötig hatte, um schwerer verdauliche Speise bei römischen Vorgaben, in mein katholisches Weltbild zu integrieren. Ohne diese Vorgeschichte, über die wir wie selbstverständlich nie miteinander redeten, hätte ich sein umfangreiches Werk zum zweiten Vatikanischen Konzil sicher nicht in meine Bibliothek eingestellt. Ich bin tief beeindruckt, dass er dem Vernehmen nach, noch in hohem Alter, in Erfurt eine für die Kirche der ehemaligen Ostgebiete bedeutsame Aufgabe übernahm, um Vorschläge zu erarbeiten, wie den dort anstehenden Problemen künftiger Glaubenssicherung, strukturell begegnet werden könnte. Die „stille Freundschaft“ mit Prof. Hünermann über viele Jahre ermunterte mich, unverdrossen, das mir Mögliche beizutragen, um der Katholischen Kirche ein freundlich-einladendes Gesicht zu geben; und die Notleidenden unserer Tage mit einem dankbaren Lächeln im Glauben zu bestärken.
Auf jede Vorlesung des Alttestamentlers Prof. Alfons Deissler, habe ich mich erwartungsvoll gefreut. Als junger Altstudent mit einiger Lebenserfahrung, entdeckte ich in ihm auf Anhieb das „Besondere“; seine Fähigkeit, der ewig jungen Wahrheit des Glaubens Gehör zu verschaffen. Wenn er ans Podium trat, schien es, als habe er lange zuvor die Worte, die er ehrfürchtig und kraftvoll aussprach, bei sich erwogen. Die Worte aus seinem Munde zu Ehren Gottes, legten auch bei seinen Hörern ein Verlangen frei, sich dem „Heiligen“ ehrfurchtsvoll zu nähern. Seine Exegese über „ausgewählte Psalmen“ und „das Buch Hosea“, sprang wie ein Funke auf uns über. Ich konnte diesem modernen Propheten leider nie sagen, wie wichtig mir damals seine Andacht, Demut und sein Glaubenszeugnis waren, und bis auf den heutigen Tag geblieben sind. Ich bin nicht der Einzige, den er mit seinem Auftreten und seinen, bis in die Sprachlosigkeit hineinwirkenden Worten beschenkte: In dem 1989 im Herder-Verlag zu seinem 75. Geburtstag erschienenen Buch „Der Weg zum Menschen“, bezeugen viele Editoren, Autoren und Gratulanten, was sie Alfons Deissler verdanken. Auf dem Photo in diesem Band schaut er mit einem leisen, lebenserfahrenen Lächeln durch die Betrachter hindurch, als wolle er auch dadurch, auf einen menschenfreundlichen Gott verweisen. Ich machte mir das einleitende Zitat von Bischof Klaus Hemmerle zu eigen, mit dem er Deissler in seinen religionsphilosophischen Beitrag charakterisierte und ehrte: Es hieß dort: „Wohl kein anderes Schriftwort steht für mich in so dichter Beziehung zu Alfons Deissler wie Mi 6,8. Er übersetzte den Vers wie folgt: „Man hat dir (bereits) verkündet, o Mensch, was gut ist und Jahwe an dir sucht: nichts anderes als Gerechtigkeit üben, den Brudersinn (hesed) lieben, und in Dienmut wandern mit deinem Gott“. Dieser liebenswürdigen Aufforderung habe ich nichts hinzu zu fügen.
Zu einer ernsten Belastungsprobe meiner Glaubensüberzeugungen kam es, als der vertretungsweise in Freiburg lehrende Professor Riedl uns in seiner Vorlesung „Einleitung zum Neuen Testament“ mit aktuellen exegetischen Befunden konfrontierte. Damals habe ich mir bereits die Frage gestellt, ob die historisch-kritische Betrachtung, dem im Evangelium verbürgten Gottes Wort, der Frohbotschaft für alle Menschen, angemessen ist? Wie kann man sich erkühnen, nach zweitausend Jahren Kirchengeschichte, und sorgfältiger Überlieferung der Heiligen Schrift, in der Suche nach dem „Sitz im Leben“ zu entscheiden, welche Worte der Herr wirklich sagte, und was als zeitgeschichtliche oder sonstige Einkleidung für den Glauben unerheblich sei? Zum ersten Mal ging es für mich um entscheidende Fragen. Ich war schockiert und sah meinen bewährten Glauben bedroht, wenn ich diesen exegetischen Auffassungen folgte. Die Befürchtung stellte sich ein, dass ich beim weiteren Studium in anderen theologischen Disziplinen mit ähnlich befremdlichen Überraschungen konfrontiert werden könnte. Glaube in einem das Leben tragenden, existenziellen Vollzug, und theologische Wissenschaft, waren für mich von da an nicht mehr fraglos deckungsgleich. Ich war gefordert, genau hin zu sehen, was gelehrt wird, kritisch und wach zu bleiben, um unseren Glauben und das Evangelium vor Schaden zu bewahren und notfalls unter allen Umständen zu verteidigen. Die Mittel hierzu waren aber noch sehr bescheiden. In dieser Situation wandte ich mich wieder im Gebet an Gott den Herrn, der seine Kirche treulich durch die Jahrhunderte führte, mit der Bitte. ER möge sie und unseren Glauben auch in Zukunft beschützen. Vorerst war ich aber gewarnt.
Die von Professor Franzen 1965 im Herder-Verlag erschienene „Kleine Kirchengeschichte“, und die ergänzenden Vorlesungen über die alte Kirche von den Anfängen bis Gregor dem Großen, von dort zur Reformation, und darüber hinaus bis zur Gegenwart, ermutigten mich sehr. Der Katholischen Kirche, die trotz stärkster Bedrohungen, verlustreichen Glaubenskämpfen, und schmerzlichen Spaltungen, eine zweitausendjährige Geschichte überlebte, traute ich zu, dass sie Mittel und Wege finden werde, die Anfeindungen und Herausforderungen in unseren Tagen und in Zukunft zu bestehen. Große Heilige, Kirchenführer und unzählige treue Christen folgten der Aufforderung des Herrn: „Ihr werdet meine Zeugen sein!“ Ihnen allen, auch Professor Franzen schulde ich Dank. Er hat mir ja eine erste Brücke zum tieferen Verständnis der Kirchengeschichte im jeweiligen historischen Umfeld vermittelt. Es ist nicht zu übersehen, wie steinig der Weg unserer Kirche durch die Zeit war, und dass viele menschliche Schwächen und Schuld ihr Pilgerkleid beschmutzten. Dies kann aber nicht verdecken, welcher Segen für die Menschen von dieser „armen Kirche“ unter Gottes Beistand ausgegangen ist. Möge es uns vergönnt sein, mit ihrer Hilfe unseren Glauben auch in dem zusammenwachsenden Europa und überall auf der Welt zum Wohle aller Menschen unversehrt weiter zu geben.
In einigem Abstand zu den Ereignissen in Freiburg, die immer wieder von Semesterferien unterbrochen, reichlich Zeit ließen, um in der heimatlichen Umgebung, vertraute Menschen zu erleben, verlor auch das Leben im Collegium Borromaeum seine anfänglichen dunklen Seiten. Die Gottesdienste in der Seminarkirche und im Münster, die sich anbahnenden Freundschaften, die städtische Betriebsamkeit Freiburgs, und ab und zu eine leckere Wurst als Zwischenverpflegung vor dem Münster, lockerten das von mir ernstlich betriebene Studium auf. Selbst das gegenüberliegende Erzbischöfliche Ordinariat stand ab zu für eine Weile im Sonnenlicht. Mühten sich doch dort auch engagierte Christen mit vielen schwierigen Fragen, Entscheidungen und Planungen zum Wohle der Diözese ab. Die Zeit rückte näher, um vom Collegium Borromaeum, der Universität und dem inzwischen vertrauten Freiburg mit seinem schönen Münster, Abschied zu nehmen. Die anfänglichen Fragen, ob ich in der Lage wäre, den Anforderungen des Studiums der Katholischen Theologie zu genügen, waren abgeklungen. Das ordentliche Ergebnis der abschließenden Prüfungen, erlaubte keinen Zweifel, dass ich beim Wechsel zur Universität in Münster das Theologie-Studium in der „Externitas“ erfolgreich fortsetzen könnte. Lediglich der Wohnortwechsel in das mir nicht bekannte Münsterland, und die Frage, wie ich als „Süddeutscher“ dort überleben könnte, beunruhigten mich gelegentlich. Beim Studium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, entdeckte ich meinen unersättlichen Hunger nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Geborgenheit im katholischen Glauben. Wie ein Schwamm sog ich alles auf, was mir das Leben im Seminar und an der Universität an Anregungen hierzu bot. In einer großen Offenheit und wenn nötig kritisch, strebte ich nach wahrer Erkenntnis, und einem umfassenden Verständnis unseres katholischen Glaubens. Ich freute mich darauf, meinem Ziel Priester zu werden, auch in Münster ein Stück näher zu kommen. Über die folgenden, entscheidungsreichen Jahre, werde ich in einem nächsten Beitrag berichten.

St. Pirmin-Erinnerung
Das Spätberufenen-Seminar St. Pirmin in Sasbach, hatte im April 2009 zum 50-jährigen Bestehen eingeladen. Aus diesem Anlass feierten wir ehemaligen Abiturienten, Lehrer und die heutigen Schüler, mit dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, einen Dank-Gottesdienst. In erfreulich großer Zahl kamen die Geladenen. Die festlich geschmückte Kirche reichte nicht aus, um »Pirminern und Lehrern« Platz zu bieten. Eine Bild- und Tonübertragung ermöglichte es aber, allen Gästen an der Eucharistiefeier teilzunehmen. Der christlich-humanistische Geist, der Schüler und Lehrer bis zum heutigen Tag verbindet, lässt hoffen, dass St. Pirmin auch in Zukunft eine prägende, katholische Bildungseinrichtung bleibt. Wir ehemaligen Schüler begrüßten daher die feste Zusage des Erzbischofs, und Vorsitzenden der Deutschen-Bischofskonferenz, das Seminar auch in Zukunft zu erhalten und zu fördern. Kräftiger Beifall drückte Dank, Verbundenheit mit unserer Schule, und die Hoffnung, auf deren weiteres segensreiches Wirken unter dem Schutz St. Pirmins aus. Prof. Dr. Münk, ein Klassenkamerad, übernahm es, in seinem Festvortrag aufzuzeigen, wie dringlich wissenschaftliche Beiträge zur aktuellen Werte- und Ethikdiskussion in unserer Gesellschaft aus christlicher Sicht sind. Auch seine Laufbahn als Hochschullehrer, nahm einmal, wie bei uns allen, ihren Anfang mit dem Abitur in Sasbach.
Vor Jahren verabschiedete sich unser Kurs mit dem Reifezeugnis in Händen, von St. Pirmin. Unvergesslich blieb aber die Zeit, die wir in tragender Gemeinschaft auf dem Weg zum Abitur in Sasbach erlebten. Es sind Freundschaften entstanden, die sich auch in den Jahren danach bewährten, und uns mit einander und allen, die uns halfen, dieses Ziel zu erreichen, verbinden. Eine Inschrift über der Heimschule Lender, die jeder Pirminer kennt, bringt das Wesentliche auf den Punkt. Sie lautet in goldenen Lettern: »INITIUM SAPIENTIAE TIMOR DOMINI«. Lange bevor das Spätberufenen-Seminar gebaut wurde und auch noch heute, grüßt dieser prägnante Text den Betrachter. Er begegnete mir zum ersten Mal, als ich 1962 mit zweiunddreißig Jahren, in die Untertertia von St. Pirmin eintrat. Diese Inschrift, die wir mit zunehmenden Kenntnissen in Latein verstehen lernten, hat nichts von ihrer Kraft und Bedeutung verloren. Bei jedem Aus- und Eingang, so wie jetzt, anlässlich des 50. Jubiläums, geht der Blick nach oben zu den Worten, die wie ein Wegweiser, der Heimschule Lender und St. Pirmin die Richtung vorgeben. Man möge es mir nachsehen, wenn ich bei dem großen zeitlichen Abstand mit einem freundlichen Blick auf unser ehemaliges »zu Hause« schaue, und wenig Anlass zur Kritik empfinde. In unseren Gesprächen mit einander und den Begegnungen bei den Jahrestreffen der Pirminer, wurde immer wieder deutlich, wie viel wir ehemaligen Seminaristen Sasbach verdanken. Mit dem Satz: »Sasbach, ein kleiner Ort in der Rheinebene«, lernten wir im Deutsch-Unterricht die Bedeutung einer Apposition kennen, mit deren Hilfe näher bestimmt wird, wo Sasbach liegt; eben nicht auf der Höhe wie „Sasbachwalden“, sondern zu Füßen der Berge in der Nähe von Achern in Mittelbaden. Der Ort mit katholischer Kirche ist landwirtschaftlich geprägt und kann mit einigen Gasthäusern aufwarten, deren reichliches Angebot an Speisen und Weinen Pirminer und Besucher zu schätzen wissen. In der Ortsmitte, etwas abseits der belebten Straße, unweit des Friedhofes, lag der langgestreckte, rechteckige Bau des Seminars. Über eine einladend breite Treppe gelangte man durch die meist offene Pforte zu den vielen, zweckmäßig eingerichteten Zimmern der Seminaristen. Zu unserer Zeit befand sich im Eingangsbereich ein Mosaik, das den Patron des Hauses, »St. Pirmin«, darstellte, der zu seiner Zeit segensreich im Süden Deutschlands wirkte, und einige Klöster gründete. Im Untergeschoß lud eine kleine Kapelle mit Tabernakel, zu Gebet und Meditation ein. In Silber getrieben, zeigte dort Johannes der Täufer mit ausgestrecktem Arm, auf den, der nach ihm kommt. In einigem Abstand davon, befand sich unser oft gut frequentierter Gemeinschaftsraum, in dem wir auch mit Seminaristen aus anderen Kursen ins Gespräch kamen. Fuhr man mit dem Auto in einer kleinen Schleife vor das Seminar, dann stand man direkt vor dem Wohnhaus des Rektors und dessen Diensträumen.
Die lange Zeit der Vorbereitung auf den Eintritt in das Seminar, verbunden mit der bangen Frage, ob ich die Aufnahmeprüfung bestand und die Zustimmung des Erzbischöflichen-Ordinariats in Freiburg erhielt, war zu Ende. Es fiel mir ein Stein vom Herzen, als ich die Postkarte mit dem Bild des Gebäudes und der Nachricht von Rektor Oberle in Händen hielt, mich am 2. Mai 1962 in Sasbach einzufinden. Am gleichen Tag wurde ich in Abwesenheit, nach über fünfjähriger Tätigkeit als Stadtrat in Rheinfelden (Baden), aus dem dortigen Gremium verabschiedet. Es schien mir im Hinblick auf meinen Berufswunsch durchaus nützlich, über kommunalpolitische Erfahrungen zu verfügen. Wir »Neuen« begannen unseren gemeinsamen Weg, wie später nach jeder Rückkehr aus den Ferien, mit einer Statio zusammen mit Rektor Oberle vor dem Pirmin-Mosaik im Eingangsbereich des Seminars, und begrüßten dann einander. Die zunächst überraschende Tatsache, dass ich bedeutend älter war, als die anderen Seminaristen, spielte im Alltag bei ähnlichen Aufgaben und Problemen, bald keine Rolle mehr. Ich richtete mich in dem mir zugewiesenen Zimmer ein, und fand einen gut einsehbaren Platz für das Geschenk meiner ehemaligen Kollegen einer Bauunternehmung: Eine als Kreuzigungsgruppe gestaltete Wandtafel aus Bronze. Anderntags nahmen wir zum ersten Mal am Unterricht teil. Alles war bestens vorbereitet. Dies galt übrigens für die ganze Schulzeit. Zum Stil der Schule, gehörte eine präzise Planung, die es ermöglichte, nach längeren Unterbrechungen, wieder punktgenau und ohne Störungen, mit dem Unterricht zu beginnen. Ob unsere Lehrer, nach längerem Urlaub, tatsächlich so ausgeruht und frisch waren, wie sie uns erschienen, bleibt deren Geheimnis. Bei uns Spätberufenen war der erste Schultag von gemischten Gefühlen und der Frage begleitet, was auf uns zukomme? Wir konnten uns die Lehrer ja nicht aussuchen. Würden sie sich auf uns und wir so auf sie einstellen können, dass mit günstigen Bedingungen zum Lernen zu rechnen wäre? Aus unterschiedlichen beruflichen Aufgabenbereichen, schlüpften wir Spätberufenen ja fast übergangslos wieder in die Rolle von Schülern, die sich auf die ersten Klassenarbeiten vorbereiteten und gespannt waren, ob das Leistungsvermögen ausreichte, um dem Unterricht folgen zu können. Ich beruhigte mich aber wieder, als ich mit einem ersten, ordentlichen Zeugnis, in die anstehenden Sommer-Ferien entlassen wurde.
Mit Rektor Oberle hatte ich während der Jahre in St. Pirmin oft Gespräche zu führen. Meine damalige Aufgabe als Klassen- und Haussprecher gab dazu Anlass. Unsere persönliche Beziehung war von Respekt und Wohlwollen getragen, das auch seine Schwester einschloss, die ihm den Haushalt führte. Rektor Oberle war für uns in seiner unaufdringlichen Präsenz, ein priesterliches Vorbild, der unser Wohl und Wehe beständig im Auge behielt. Wir schulden ihm alle Dank dafür, dass er, wie ein guter Kamerad, auf Schritt und Tritt an unserer Seite ging. Im anregenden, lebendigen Religionsunterricht, lernten wir ihn näher kennen. Er hatte für unsere Probleme und schulischen Sorgen stets ein offenes Ohr, und ließ selbst dann, wenn ihm Grenzen gesetzt waren, Verständnis und Anteilnahme für uns spüren. Rektor Oberle bestätigte im Schulalltag, dass man mit ihm für den Dienst in St. Pirmin eine gute Wahl getroffen hatte: Als Erster spazierte er morgens um unser Haus. Wir konnten sicher sein, dass er unsere Anliegen in sein Breviergebet einschloss. Wenn ich spät abends, müde und ausgelaugt, in der Hauskapelle vor dem Allerheiligsten kniete, um dem Herrn Freude und Not anzuvertrauen, kam er still und leise, wie es seine Art war, und kniete sich als Letzter hinter mich. In diesen stillen Stunden habe ich unseren Rektor lieben und schätzen gelernt, und mich später oft an unser gemeinsames Beten erinnert. Nie ergab sich die Notwendigkeit oder Gelegenheit, ihm zu sagen, wie viel er mir als Freund und Priester bedeutete. Konnte ich doch, ohne seine reale Präsenz, so wie jetzt, oft ein tröstendes Wohlwollen spüren, als bete er einfach, wie früher, still und leise hinter mir. Ich schaue aus dem Fenster und sehe ihn kommen: Mit raschen, zügigen Schritten, strebt ein schlanker, sportlich wirkender Mann, in aufrechtem Gang der Wohnung von Rektor Oberle zu. Dieser erwartet ihn mit einem einladenden Lächeln. Eine Position, die zu unserem Rektor passte; bei offener Türe auf der Schwelle zu stehen, und dem Gast einen Schritt entgegen zu kommen. Der Besucher, mit auffallend kurzem Haarschnitt und akkurat gezogenem Scheitel, trägt eine Aktentasche bei sich. Man hätte ihn für einen Offizier in ziviler Kleidung halten können, der zum Rapport strebt. Die Begrüßung der Beiden war kurz und herzlich. Ihre Gesten vermittelten den Eindruck, als ob sie sich gut kannten und in ihren Angelegenheiten an einem Strang zogen. Die nachfolgenden Begegnungen und Erfahrungen mit Dr. Guldenfels, unserem schulischen Leiter, bestätigten diesen ersten Eindruck: Es sprach sich unter allen Seminaristen herum, dass er fähig und bereit war, uns schulisch so zu fördern und zu fordern, dass wir Lust bekamen, mit einander um die Plätze zu rangeln, unser Leistungsvermögen zu erproben und einzusetzen. Er blieb sich und seinem hohen Anspruch, uns Spätberufene mit dem bestmöglichen Rüstzeug zu einem erfolgreichen Studium auszustatten, treu. Am guten Ruf des Seminars und an den ausgezeichneten Ergebnissen der Abiturienten St. Pirmins, hat unser schulischer Leiter, sein kompetentes Lehrerkollegium und Rektor Oberle, erheblichen Anteil. Dr. Guldenfels übernahm zu all seinen vielfältigen Aufgaben als Schulleiter, während vieler Jahre die Redaktion des »Sasbacher«. In unserer Schulzeit und in den Jahren danach, half uns dieses jährlich erscheinende Buch, das Geschehen in der Heimschule Lender und in St. Pirmin zu verfolgen. Die vielen, von ihm selbst geschriebenen Artikel, gaben Einblick, wie sehr er seine Kollegen schätzte, die konzeptionelle Entwicklung der Schule förderte, seine vielfältigen Interessen einbrachte, und auf eine repräsentative Darstellung gesellschaftlicher Ereignisse im Schuljahr Wert legte. In allen, »meist kurzen Gesprächen«, die wir mit einander führten, erwies sich Dr. Guldenfels als engagierter, wertebewusster, katholischer Christ, der seinen Aufgaben verpflichtet, wenig Neigung verspürte, von sich selbst zu sprechen. Umso mehr verstand er es, in seinen Beiträgen und Nachrufen, die Fähigkeiten und Verdienste der Menschen zu würdigen, die sich im Geiste des Gründers der Heimschule, »Xaver Lender´s«, in der Förderung der Schüler ausgezeichnet hatten. In der Festschrift: »25 Jahre Seminar St. Pirmin (1959-1984)« empfahl er den Seminaristen, alle körperlichen und seelischen Kräfte zu wecken, und sich mutig den Aufgaben des Tages zu stellen. Die Worte des heiligen Thomas von Aquin in der Sequenz des Fronleichnamsfestes: »Quantum potes, tantum aude!« sollten Devise für sie sein. Eine Geisteshaltung, die nicht nur Spätberufene beflügeln könnte. Eine Begegnung mit Dr. Guldenfels, sprengte den üblichen Rahmen: Es war unter uns Seminaristen bekannt, dass er großen Wert darauflegte, alle zum Abitur gemeldeten Schüler, mit möglichst optimalen Ergebnissen zu diesem Ziel zu führen. Wir besprachen uns daher im Kurs und waren unsicher, ob einer unserer Freunde dazu zählen würde. Auf unsere dringende Bitte hin, war der Schulleiter zu einem Gespräch mit uns bereit. Wir verwiesen in einem »herben Dialog unter Männern« nachdrücklich auf die Stärken unseres Freundes, und den unverzichtbaren Wunsch des Kurses, unseren Klassenkameraden zum Abitur zuzulassen. Er wurde zugelassen und schaffte die Reifeprüfung, wie wir es erwartet hatten.
Mit der Entscheidung, das Abitur nachzuholen, hatte sich unser Leben nicht total verändert. Es dauerte jedoch eine Weile, bis uns die Aufgaben eines Seminaristen in Schule und Alltag vertraut waren. Durch Gespräche in den Ferien konnten wir erfahren, dass auch die Menschen im heimatlichen Umfeld an unserem Vorhaben regen Anteil nahmen und -wie wir- Zeit brauchten, unsere Absicht, Priester zu werden, zu verstehen. Es war ermutigend, zu erleben, dass fromme
Christen hinter uns standen, die mit und für uns beteten und Hoffnungen auf uns setzten: Manchmal kam die eine oder andere Frau etwas verlegen auf mich zu und übergab mir einen Umschlag mit Geld. Andere Personen äußerten Respekt vor unserer Entscheidung und interessierten sich für die Schule, und das vor uns liegende Studium. Ich war als ehemaliger Stadtrat ja gewöhnt, mit vielen Menschen im Gespräch zu sein, sodass ich es verstehen konnte, öfters angesprochen und zu meinem Vorhaben befragt zu werden. Ich sitze nach den Ferien wieder im Zug Richtung Achern, mit einem großen Koffer, den meine Mutter, wie immer, fürsorglich mit Wäsche und Kleidung für die nächsten Wochen füllte. Die Gedanken fliegen erwartungsvoll voraus: Ob ich die Vokabeln genug wiederholt hatte? Dies würde sich ja in den nächsten Latein-Stunden herausstellen. Wie es meinen Klassenkameraden in den Ferien ergangen ist, werde ich sicher bald erfahren. Was wird im Unterricht auf uns zukommen? Ein mulmiges Gefühl legte sich bei den letzten Überlegungen kurzfristig wie ein Schatten auf die Magengegend. Dann aber obsiegte die Vorfreude, alle Freunde wieder zu sehen und näher kennen zu lernen. Ich leistete mir den Luxus, mit dem schweren Koffer in einem Taxi vom Bahnhof Achern nach Sasbach zum Seminar zu fahren. Unser Rektor stand unter der Türe seiner Dienstwohnung. Ein Lächeln auf seinem Gesicht ließ erahnen, dass wir erwartet werden. Der Hirte konnte sich entspannen, denn alle seine Schafe kamen wohl behalten zurück. Es herrschte wieder ein reges Treiben im Seminar. Wir räumten unsere Koffer aus, richteten uns in der vertrauten Umgebung wieder ein, und begrüßten uns gegenseitig. Es gab viel zu erzählen. Wir wunderten uns nur das erste Mal, dass am Tag nach den Ferien, der volle Unterricht wieder störungsfrei, und ohne Unterbrechung begann. Von der arbeitsintensiven Planung und Vorbereitung, die wir der Schulleitung zugutehalten müssen, bekamen wir nichts mit. Unsere Lehrer wirkten jedenfalls erstaunlich frisch. So war es möglich, unseren in den Ferien weniger angestrengt arbeitenden Gehirnen nach zu helfen und uns in kürzester Zeit wieder an konzentriertes Denken und Arbeiten zu gewöhnen.
Unser Lehrerkollegium bestand, ohne Ausnahme, aus sehr fähigen Pädagogen, die es gut verstanden, mit älteren Schülern zu arbeiten und uns zu fördern. Galt es doch, der Kurzschuljahre wegen, uns in nur fünfeinhalb Jahren auf die Reifeprüfung vorzubereiten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, möchte ich mit einigen markanten Szenen, einen Einblick in unseren Schulalltag und das Leben in St. Pirmin gewähren. Es sollte aber vorab darauf hingewiesen werden, dass an unserer Schule vor allem auf die geisteswissenschaftlichen Fächer wie Latein, Griechisch, Deutsch, Geschichte und Religion, Wert gelegt wurde. Dies bedeutete aber keineswegs, dass naturwissenschaftlicher Unterricht wie Mathematik, Physik, Chemie und Biologie, zu kurz gekommen wären. Selbst das Fach Bildende Kunst war mit Toni März, einem regionalen Künstler, hervorragend besetzt: Unser temperamentvoller Kunstlehrer war mittelgroß. Eine
Baskenmütze, sein Erkennungszeichen, die er beständig über seinem schlohweißen Haar trug, unterschied ihn auch äußerlich von seinen Kollegen. Toni März wirkte mit seinen lebendigen Augen, dem ausdrucksstarken, von einem weißen Bart umrahmten Gesicht, den lebhaften Bewegungen seiner Arme, filigranen Hände und Finger, mit denen er seine Worte unterstrich, selbst wie ein ansprechendes Kunstwerk. Wenn er ihn interessierende Fragen beantwortete, lebte er förmlich auf, war mit Leib und Seele bei der Sache und ließ sein umfangreiches Wissen über gesellschaftliche, politische, religiöse und künstlerische Zusammenhänge aufblitzen. Er war in seinen verbalen Erklärungen genau so kreativ und anregend, wie in seinen Bildern. Manchmal ergaben sich im Kunstunterricht so anregende Gespräche, dass wir, um nichts zu versäumen, freiwillig auf die uns zustehende Pause verzichteten. Toni März verstand es auf vielfältige Weise, unsere eigenen Interessen an Kunst zu wecken und zu fördern. Dr. Zimmermann, einen pensionierten Lehrer der Heimschule Lender, lernte ich erst in Sasbach näher kennen. Einer seiner Neffen, der mir aus der Zeit in Rheinfelden bekannt war, machte mich auf ihn aufmerksam, sodass ich ihn in seiner Wohnung gelegentlich besuchte. Er war damals hoch betagt, von eher gebrechlicher Gestalt, und trug einen etwas schütteren, weißen Vollbart, der mich an einen greisen Chinesen erinnerte. Trotz diverser körperlicher Beschwerden, war ihm eine bemerkenswerte, geistige Frische zu eigen. Wenn ich ihn besuchte, lag er meistens auf seinem Sofa, umgeben von Büchern seiner reichhaltigen Bibliothek und war damit beschäftigt, als Lektor der Schule, Texte zu bearbeiten. Im anregenden Gespräch mit mir, war er oft so engagiert, dass ich den Eindruck gewann, sein ganzer Körper vibriere mit und verstärke Worte und Sätze. Er entließ mich nie, ohne mich reichlich mit Nüssen zu versorgen, die er als »Gehirnnahrung« empfahl. Über seinen Neffen hatte ich erfahren, dass er im ersten Weltkrieg als Meldegänger eingesetzt war und sich zeitlebens gern bewegte. Wenn er in der Nähe der Schule auf seiner »Rennstrecke« Richtung Turenne – Denkmal in kleinsten Schritten unterwegs war, seine Taschenuhr in Händen, um die Zeit zu nehmen, war er nicht ansprechbar. Wer es dennoch versuchte, bekam zu hören: » Keine Zeit, ich bin beim Sport! « Dieser geistig rege und interessierte alte Mann, hat mich sehr beeindruckt. Kein Wunder, dass sein Neffe, ein Vegetarier, in der Spitzengruppe der über 80-Jährigen heute noch erfolgreich an Marathonläufen teilnimmt. Ein bedeutender Förderer der Heimschule und des Seminars war unser
Mathematik-Lehrer Otto Zug: Ein eher kleiner, beleibter, geistig vitaler Schwabe, der als Junggeselle alle seine Fähigkeiten und Beziehungen in den Dienst der Schule stellte. Er besaß unter anderem reichhaltige, kunstvolle Sammlungen verschiedener Tischdekorationen, die er bei gesellschaftlichen Anlässen der Schule und des Seminars gerne zur Verfügung stellte. Er konnte knitz lächeln, wenn man ihn belobigend auf die teueren, kunstvollen Gegenstände ansprach. Otto Zug kannte sich in der Gemeinde Sasbach, sowie in den im Rat vorherrschenden politischen Tendenzen gut aus, und nutzte seine ökonomischen Kenntnisse, bei Verhandlungen mit der Gemeinde, im Interesse der Schule mit schwäbischem Geschick, und allseits bekannter Beharrlichkeit. Als erfahrener Mathematik-Lehrer verfügte er über besondere pädagogische Fähigkeiten, abstrakte Zusammenhänge so bildhaft und aktivierend zu behandeln, dass seine Schüler solche Szenen ein Leben lang nicht mehr vergessen konnten: Er kam eines Tages in den Unterricht und rief Jochen zu unserer Überraschung nach vorne. Jochen war gewiss kein reines Lämmchen. Wir fanden aber trotz unseres angestrengten Bemühens mit Signalen und Blickkontakten, nicht heraus, was er verbrochen haben könnte. Unser Lehrer schien die Erregung im Klassenzimmer zu bemerken, und mit einem zufriedenen Lächeln zu genießen. Dann rief er Josef nach vorne und stellte beide neben einander. Ohne Zweifel, Jochen war ein ganzes Stück kleiner als Josef. Darauf verwiesen auch die Gesten von Herrn Zug. Pause, was nun? Und dann eine fragende Handbewegung unseres Lehrers mit seinem berühmten »T´ja?« Worauf wollte er hinaus? Herr Zug holte hinter seinem Pult einen roten Zylinder hervor, setzt ihn Jochen auf den Kopf und erklärte uns, als stünden wir vor einer großen Entdeckung: »Jochen, plus Zylinder, ist jetzt gleich groß, wie Josef, ohne Zylinder.« Auch bei mathematisch weniger begabten Schülern, machte es fast hörbar »klick«, denn unser Lehrer hatte uns für alle Zeiten klar gemacht, was eine Gleichung sei. Wir waren uns sicher, dass unser realitätsbezogener, praktisch aus gerichteter Mathematik-Lehrer ein frommer Mann sei. Es gelang ihm, uns immer wieder davon zu überzeugen. Wo möglich, versuchte er Brücken zwischen mathematischen und religiösen Fragen zu bauen: Wir waren beim Thema »Parallelen«. Er verwies auf eine Zeichnung, die Parallelen an der Tafel darstellte. Dann drehte er sich um, ließ eine Pause entstehen und wirkte, wie jemand, der dabei ist, eine Entdeckung zu machen: »Das, erklärte er, und verwies auf die Zeichnung an der Tafel, sind Parallelen«. Er drehte sich langsam zu uns um und deutete mit Handbewegungen und seinem bekannten »T´ja« an, dass da noch etwas war. Nach einer Pause folgte dann die Frage: »Und wo schneiden sich die Parallelen?«, um dann verschmitzt hinzu zu fügen: »Etwa beim lieben Gott?« Wir versuchten zu verstehen: Einen mathematischen Gottesbeweis hatte unser Lehrer nicht erbracht und wollte das auch nicht. Ihm ging es um mehr. Er bezeugte uns mit dieser Geste, seinen Glauben an die Existenz Gottes. Wir wurden nachdenklich, denn wir waren ja unterwegs, um einmal selbst als glaubwürdige Zeugen, Menschen zu Gott zu führen. Bis dahin war aber noch ein weiter Weg und es bedurfte tatkräftiger Hilfe guter Menschen und deren Glaubenszeugnis, um uns auf unserem Wege beizustehen.
Wir Seminaristen lernten uns gegenseitig in Schule und Alltag näher kennen. Jeder von uns im Kurs, hatte besondere Stärken und Schwächen. Da wir mehrere Jahre zusammenwohnten, lebten und lernten, wuchsen wir, wie selbstverständlich, zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen. Dies wurde auch bemerkt. Manche sprachen von einem »Wunderkurs?« Als Ältester entwickelte ich freundschaftlich-fürsorgliche Gefühle zu meinen Klassenkameraden. Manche nannten mich gelegentlich Papa. Ich musste diese „liebevolle Anrede“ nicht zurückweisen. Saßen wir doch alle, ohne Ausnahme, im gleichen Boot, von ähnlichen Sorgen und Fragen umgetrieben. Jeder durfte und konnte seine speziellen Talente einbringen. Wir brauchten diese guten Gaben Gottes in allen Formen: Oft hat uns Gerhard sonntags mit Musik geweckt, in seine Verehrung Mozarts einbezogen, und uns auf den anschließenden Gottesdienst in der Heimkirche eingestimmt. Er verfügte auch über ein unerschöpfliches Repertoire an Witzen. Witze zu jeder Gelegenheit – und er konnte sie perfekt erzählen. Wenn ihm ein geneigtes Publikum zuhörte, lief er zur Hochform auf. Wer diese Fähigkeit Gerhards schätzte, konnte erkennen, dass er seine Witze liebte, die Pointen geschickt ansteuerte, den Beifall genoss, dabei ein Pokergesicht aufsetzte, und mit einem verschmitzten Lächeln die Zuhörer anregte, noch einige Witze hören zu wollen. Wo und wie einige Freunde von uns an Wochenenden die freie Zeit zur Erkundung der Umgebung nutzten, wann und wie sie zu später Stunde wieder unauffällig ins Seminar zurückkehrten, blieb mir größtenteils verborgen. Ich hatte aber auch Lust, meine freie Zeit nicht im Hause abzusitzen: In einer Zeitungsanzeige machte der Besitzer eines nahegelegenen Gestüts darauf aufmerksam, dass es zu günstigen Konditionen möglich wäre, bei ihm zu reiten. Jochen erklärte sich bereit, mit mir das Angebot zu prüfen. Wir rechneten fest damit, einen größeren Teil unseres Kurses für diese Idee gewinnen zu können, falls wir einen passablen Preis für das Reit-Vergnügen aushandeln könnten. Wir waren guter Dinge und marschierten los. Nach einiger Zeit fanden wir die Ortschaft – nicht sehr groß – nur das Gestüt konnten wir nicht entdecken. Schon wollten wir enttäuscht umkehren, da bemerkten wir ein Bauernhaus, an das sich ein merkwürdiger Zaun aus Schilfrohr anschloss. Hinter dem Zaun befand sich eine freie Fläche auf der tatsächlich ein Pferd und ein Maulesel standen. Es kam ein Mann auf uns zu, der sich als Besitzer des »in der Tat sehr kleinen Gestütes« vorstellte. Blitzschnell erfassten wir die Lage: Dieses Angebot war nicht geeignet, um unserem Kurs Reiterfreuden zu ermöglichen. Wir disponierten um und erklärten, dass wir reiten wollten. Damit hatte der Besitzer offensichtlich gerechnet. Er war sehr bemüht, unsere Fragen zu beantworten, als befürchte er, die »seltenen Interessenten« könnten sich unzufrieden wieder abwenden. Wir hatten aber keine Lust, nach dem längeren Fußmarsch, einfach aufzugeben. Eher lockte uns die Chance, unter den gegebenen Umständen einen günstigen Preis für die Reitstunde aushandeln zu können. Wir einigten uns, wie erwartet. Dann musterte der »Reitlehrer? « uns und erklärte: » Sie, er deutete auf mich, reiten auf dem Pferd, und Sie, damit meinte er Jochen, als „Leichtgewicht“ auf dem Maulesel! « Irgendwie kamen wir in die Sättel und wurden einige Runden an der Longe im Kreis geführt. Der Besitzer beobachtete uns und stellte fest, dass ich reiten könne. Ich war überrascht, denn ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie ich ein Pferd „lenken“ sollte. Ich entgegnete: »Reiten könne ich nicht, ich hätte aber schon einige „Western-Filme“ gesehen und sei als Schlagzeuger mit einem sicheren „Rhythmusgefühl“ ausgestattet. Das war es dann schon. Bald darauf ritten wir aus und es fühlte sich gut an, hoch zu Pferden zu sitzen. Vor mir ritt oder trippelte Jochen mit dem Maulesel. Es war ein Bild für die Götter. In meiner Fantasie gab ich Jochen eine Lanze und ein Schild und fertig war »Don Quijote«. Diese Vorstellung drängte sich spontan so sehr auf, dass ich das Lachen nicht mehr unterdrücken konnte. Die Schadenfreude dauerte allerdings nicht lange: Mein Pferd setzte aus mir unbekannten Gründen zum Galopp an, und blieb plötzlich, indem es die Vorderbeine schräg anstemmte, aus vollem Lauf, wie angewurzelt stehen. Ich hatte keine Schwierigkeiten aus dem Sattel zu kommen, denn mit einem Salto über den Kopf des Pferdes landete ich in einer lehmigen Wasserpfütze. Ich drehte mich verblüfft um und hatte den sicheren Eindruck, als ob das Pferd mich an- oder gar auslachte. Größeren Schaden hatte ich nicht genommen, doch allen Anlass, mich mit dem beschmutzten und feuchten Hinterteil nach Hause zu begeben. Zeit, mich umzuziehen, hatte ich nicht. So zog ich, feucht und verdreckt, wie ich war, mit Jochen zusammen in den Speisesaal ein. Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht von meiner missglückten Reitstunde von Tisch zu Tisch und sorgte für entsprechenden Spott und Gelächter. Jochen war auch ein begabter Situationskomiker. Er brauchte dazu nur einige Gläser Bier, ein interessiertes Publikum, das ihn anfeuerte, und einen ebenso fantasiebegabten Mitspieler. Wenn er hierzu mit Günter eine spontane Nummer zum Besten gab, konnte man sich nicht mehr halten. Jochen verstand es, mit seinem ansteckenden Humor, uns oft die Alltagssorgen von der Stirn zu wischen, wie eine Mutter ihrem Kind die Schmerzen, mit dem »Heile-Segen«. Unser Rektor hätte es sicher damals genau so gern gewusst, wie ich heute, wer von uns dabei war. Ich habe aber nur noch vage Erinnerungen, dass nach einer ausgiebigen und reichlich feuchten Sitzung im »Rebstock«, die Gemüter der Beteiligten so erhitzt waren, dass zur mitternächtlichen Stunde ein Bad im Dorfbrunnen, das einzige praktikable Mittel schien, um uns Abkühlung zu bieten. Tatsache: Der Dorfbrunnen übte eine magische Anziehungskraft auf uns aus. Wir kamen auf dem Weg nach Hause einfach nicht an diesem, aus vollen Rohren Wasser speienden Brunnen vorbei. Irgendeiner von uns prüfte die Wassertemperatur, und schwupp, war er drin. Dieses Ereignis löste in uns ein unerklärliches Verlangen aus, ihm nacheinander wie die Lemminge zu folgen. Die »Badeanstalt« war groß genug, um uns allen Platz zu bieten; lediglich die Schwimmversuche scheiterten kläglich an den Wasserrohren. Nach dem Motto, »einmal über und dann wieder unter Wasser, wie ein Seehund«, überwanden wir die Barrieren. Nach der Abkühlung wurde uns klarer, was sich da eben abgespielt haben musste. Nass, fröstelnd, und mit grün eingefärbten Kleidern, standen wir da, wie begossene Pudel. Kein Zweifel, wer so aussah, musste dabei gewesen sein. Irgendwann stellten wir fest, dass es in unserem Kurs musikalische Begabungen gab. Manfred spielte Akkordeon, Jürgen Trompete, Jochen Gitarre, Bernhard Piano, und ich ergatterte mir ein Schlagzeug. Wir probten mit Begeisterung. Ein Glück, dass ich früher in mehreren Bands gespielt hatte und wusste, wie sich Musik anhören sollte. Ein hoher Maßstab an mich und die Musiker. Es war bald klar, dass der Anspruch gesenkt werden musste. Schließlich drängte es uns, aufzutreten, denn wir hatten ein ausreichendes Repertoire erarbeitet. Wir hatten zwar keinen Gesangssolisten, dafür aber Jürgen. Wenn er sein »Il selentio« mit der Trompete schmetterte, konnten wir des Beifalls gewiss sein. An Ave-Maria im mehrstimmigen Chor hatten wir lange gearbeitet, bis dieser Titel uns gefiel. Mit dem Schlager „Die besseren älteren Herrn, gehen mal gern auf ne Angeltour“, mit arrangiertem Chorgesang, fanden wir immer Zugang zum Publikum. Höhepunkt war ein Auftritt in Achern, bei einer Tanzveranstaltung, zu der wir geladen waren. Unser Rektor gab der Bitte nach und wurde nicht enttäuscht. Die »Kapelle Schwung« der Spätberufenen erlebte mit ihrem begeisternden Auftritt einen vollen Erfolg.
Mit Beginn der Obertertia nahmen die schulischen Anforderungen zu. Oft ging es für uns Spätberufene an die Belastungsgrenzen. Nur wenige Klassenkameraden mussten aber die Schule verlassen. Ich hatte zeitweise große Mühe mit »Griechisch«, der zweiten Fremdsprache, und nahm, etwas beschämt, das Angebot zur Nachhilfe an, um über diese Hürde zu kommen. In dieser Zeit stand ich, ohne mein Wissen, unter strenger Beobachtung unseres Kurses. Erst viel später erzählten mir meine »Freunde«, dass ich zur Nachhilfe immer auffallend ordentlich gekleidet aus dem Hause ging. Sie vermuteten, dies könne damit zusammenhängen, dass eine Griechisch-Lehrerin, die wir alle sehr schätzten, diese Aufgabe übernahm. Bei dieser Gelegenheit gestanden sie mir auch, dass sie sich untereinander verständigt hätten, mich zu loben, wenn ich Ihnen gelegentlich stolz meine neuesten Bilder zur künstlerischen Begutachtung zeigte. Dr. Effinger verstand es, in personifizierter Gelassenheit, uns in Deutsch und Geschichte effizient auf das Abitur vorzubereiten, für den Reichtum der Literatur zu begeistern und uns kritisch in geschichtliche Zusammenhänge einzuführen. In der Art, wie er Themenschwerpunkte auswählte, und im Dialog mit uns hierzu Position bezog, war zu erkennen, wie sehr ihm daran gelegen war, uns das christlich-humanistische Bildungsideal zu vermitteln. Obwohl er viele Jahre mit der Oberstufe arbeitete, blieb sein Unterricht erstaunlich lebendig. Man merkte ihm an, dass er von Dingen sprach, die ihm selbst viel bedeuteten. Wenn er, mit dem Oberkörper entspannt zurückgelehnt, hinter seinem Pult, seine langen Beine nach vorne schob, und den Oberlippenbart gelegentlich kraulte, hatte man das Bild eines Menschen vor Augen, der auch in schwierigen Situationen in der Lage schien, Ruhe zu bewahren. Sein schlankes, von Falten gegerbtes Gesicht, der stets wache Blick, die naturgewellten, noch dunklen Haare, passten zu dem großen, schlanken, nicht unbedingt sportlich, eher schlaksig wirkenden Mann. Sein Rat wurde auch im Kollegenkreis sehr geschätzt.
Als Klassen- und Haussprecher war ich oft gefordert, bei unterschiedlichsten Anlässen einige Sätze zu sagen. Gelegentlich belustigten sich meine Freunde auch, wenn sie mich mit vereinten Kräften lauthals aufforderten: »Franz, sag was! « Ich habe diesen leichten Spott, ohne Schaden zu nehmen, überstanden. Ein Ereignis blieb mir aber besonders in Erinnerung: Der hochwürdige Herr Erzbischof von Freiburg mit seinem Gefolge, war zu einer Besichtigung des Schulneubaues angesagt. Ein besonderer Festtag für die Heimschule und unser Seminar. Die Erwartung des hohen Gastes und die Vorbereitungen für seinen Empfang erregten bereits Tage zuvor die Gemüter der Schulleitung, des Lehrerkollegiums, und leicht abgeschwächt, auch der Schüler. Man spürte Anspannung in allen Bereichen der Schule, galt es doch den Festtag so zu gestalten, dass unsere Gäste mit einem guten Eindruck und der Gewissheit nach Hause fahren konnten, Investitionen in Sasbach lohnten sich. Mir oblag es, der hohen Geistlichkeit als Schülervertreter für die wohlwollende Unterstützung in jeder Form zu danken. Ich musste davon ausgehen, dass zum offiziellen Empfang außer den Gästen aus Freiburg, alles was Rang und Namen hatte in der Heimschule, St. Pirmin, der Öffentlichkeit, Politik und Presse etc., einen exzellenten Rahmen bilden würden, vor dem ich zum ersten Mal zu sprechen hatte. Bei diesen Überlegungen war mir nicht ganz wohl zumute. Es half aber nichts; ich musste mir einige Sätze einfallen lassen und hoffte sehr, dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Einigermaßen vorbereitet, saß ich als Redner in der ersten Reihe der Aula, und bekam in meiner Aufregung nicht mehr mit, was sich an Prominenz in den vielen Reihen hinter mir eingefunden hatte. Die Spannung steigerte sich, denn die Besichtung des Neubaues nahm mehr Zeit in Anspruch, als vorgesehen war. Das Herz schlug mir bis zum Halse. Dennoch versuchte ich, gelassen zu wirken und harrte der Dinge, die auf mich zukommen würden. Nach beunruhigend langem Warten, betrat der Erzbischof mit seiner Begleitung den Raum. Es dauerte zum Glück nicht mehr lange, bis zu meinem Auftritt: Als ich schließlich dem Erzbischof gegenüberstand, schien er mir klein und schmächtig, gar nicht groß und erhaben. Seine Hände, in denen er ein Programm hielt, zitterten mächtig. In diesem Augenblick überfiel mich ein großes Mitleid mit dem Hirten der Diözese. Sein Zittern berührte mich. Ich hatte so etwas nicht erwartet. Die Spannung wich wie ein Wunder momentan von mir. Meine Worte kamen bei dem Erzbischof an. Er bedankte sich. Eine Last fiel von meinen Schultern, als Beifall einsetzte, der mir zeigte, dass ich im Sinne der Anwesenden gesprochen hatte.
Das Ziel unseres Aufenthaltes in Sasbach, die Reifeprüfung, rückte immer näher. Wir waren in der Oberprima in allen Fächern angestrengt dabei, uns auf das Examen vorzubereiten. Gleichzeitig wussten wir, dass es galt, in absehbarer Zeit Abschied von unserem zu Hause in St. Pirmin, und der uns lieb gewordenen Region um Sasbach zu nehmen. In Gruppen wanderten wir in der karg bemessenen Freizeit nach Sasbach-Ried und hinauf auf die Höhe nach Sasbachwalden, um dort bei einem Imbiss und dem vorzüglichen Wein, Abstand von den Prüfungsvorbereitungen zu gewinnen und mit
frohen Liedern nach Hause zu wandern. Mehr, als je zuvor, bestürmten wir unsere treuen Schutzengel, den Herrn und die Gottesmutter in unseren Gebeten, Gottesdiensten und Wahlfahrten, uns auf unserem Weg zur Seite zu stehen. Wir wussten, unser guter Wille und die Vorbereitungen können nur zum Ziel führen, wenn Gottes Segen uns hält und trägt. Es lagen aber noch anstrengende Monate vor uns. Jeder kannte seine Schwächen, an denen er noch zu arbeiten hatte. So weit es an uns lag, halfen wir uns auch gegenseitig. Ich hatte den Eindruck, als ob mich Herr Serrer, unser Chemielehrer, der nicht viel älter war als ich, im Unterschied zu meinen anderen Kameraden, seltener abhörte. Er musste mich aber benoten und ich rechnete fest damit, dass er mich nicht verschonen würde und mein Wissen in Chemie prüfen werde. Die kritische Selbsteinschätzung erlaubte mir, keine großen Hoffnungen auf Erfolg in diesem Fach. In meiner Not, bat ich meinen Freund Manfred, der in Chemie sehr erfahren war, mir Nachhilfe zu geben. Die Zeit drängte, denn andern tags rechnete ich mit der mündlichen Prüfung. Manfred sagte zu und wir trafen uns zu diesem Vorhaben für einige Stunden in Gottes freier Natur, am Vortag der erwarteten Prüfung. Wir beide kannten uns gut, sodass ich es ohne Scheu wagen konnte, meinem Freund reinen Wein einzuschenken. Ich hatte tatsächlich Chemie stiefmütterlich behandelt, um Zeit für die Kernfächer zu gewinnen. Manfred begann mich schonend abzufragen, bemerkte aber bald, dass meine Kenntnisse äußerst dürftig waren. Er kommentierte: Mit Schwächen habe er gerechnet, aber keineswegs mit einem derartigen Minimum an Fachwissen. Dennoch ging Manfred mutig daran, mich in Chemie zu präparieren. Dies gelang ihm auf erstaunlich gute Weise. Ich entwickelte nach dieser Prozedur die etwas überhebliche Vorstellung, in diesen wenigen Stunden wirklich etwas von Chemie verstanden zu haben. Darüber wunderten wir uns beide sehr. An meinen Fähigkeiten zu lernen, konnte es folglich nicht gelegen haben, sondern eher an der geringen Beschäftigung mit dem Thema. Wie befürchtet und erwartet, rief mich Herr Serrer am nächsten Tag in Chemie auf. Es tröstete mich zu sehen, dass es ihm sichtlich schwerfiel, mich zu examinieren. Die Prüfungsvorbereitung durch meinen Freund zeigte aber erstaunliche Wirkung. Weniger hilfreich schienen mir die Signale meiner Klassenkameraden, die ich nicht zu deuten vermochte. Mir erscheint es auch heute noch wie ein kleines Wunder, auf welch mysteriöse Weise ich zu einem guten Examen in Chemie gekommen bin. Herr Blechinger, ein großgewachsener, sportlich wirkender Lehrer, hatte die Aufgabe übernommen, uns in Mathematik auf das Abitur vorzubereiten. Im Hinblick auf die Kurzschuljahre gab es eine Sonderregelung. Wir hatten mit seiner Hilfe fünfundzwanzig mathematische Beweise zu erarbeiten, aus denen wir Abiturienten einige Aufgaben gestellt bekamen. Es war eine Menge zu tun, aber immerhin konnte man sich auf eine begrenzte Fragestellung vorbereiten. Auch weniger befähigte Mathematiker durften daher hoffen, an dieser Hürde nicht zu scheitern. Die letzte Phase der Vorbereitung auf die Reifeprüfung war nicht nur von einer zunehmenden Anspannung, sondern auch von der Erfahrung wohlwollender Begleitung geprägt. Die verschworene Gemeinschaft bewährte sich nicht nur in unserem Kurs. Die jüngeren Seminaristen, unser Schulleiter, der Rektor, die Lehrer, der Präfekt, Spiritual und die Schwestern waren im Geiste St. Pirmins am Gelingen unseres Vorhabens interessiert und trugen ihren je spezifischen Teil dazu bei, uns in den schwierigen letzten Wochen vor dem Abitur und während der Prüfungen zu unterstützen. Es lässt sich kaum beschreiben, welche Gefühle uns bewegten, 1967, nach fünfeinhalb Jahren, in einem feierlichen Festakt die Reifeprüfungszeugnisse in Händen zu halten. Noch einmal tauchte das Wort vom »Wunderkurs« auf, als die vielen Preise aufgerufen wurden, die wir gesammelt hatten. Mein Beitrag hierzu war der »Scheffel-Preis« des Volksbundes für Dichtung. Als Freund der deutschen Sprache und Liebhaber der Literatur, berührte es mich besonders, gerade diesen Preis zu erhalten.
Wir hatten alle mit vielen Fragen unseren Weg 1962 in Sasbach begonnen und nun, 1967, das Abitur, die Voraussetzung zum Studium, bestanden. Wieder ergaben sich andere Fragen und Hoffnungen: Wird es gelingen, auch das Studium der Philosophie und Theologie erfolgreich zu beenden, um unserem Ziel, Priester zu werden, ein weiteres Stück näher zu kommen? Den Text von Friedrich Schiller auf einer schön gestalteten Karte: »Wisset, ein erhabener Sinn, legt das Große in das Leben und er sucht es nicht darin«, haben sechzehn glückliche Abiturenten mit ihrem Namen unterschrieben, um die »frohe Botschaft« vom bestandenen Abitur weiter zu tragen. In Sasbach wurde aber auch Freundschaften geschlossen, Werte vermittelt und unser Glaube gefestigt. Ich bin sicher, dass uns für alles tiefe Dankbarkeit erfüllt, gegenüber den Menschen, die an diesem Erfolg beteiligt sind. Und es scheint mir, als ob meine Freunde ihrem alten Klassensprecher, wie früher, zurufen würdet: »Franz, sag was!« Ihr sollt das »Wichtigste« von mir hören. Ich sage es Euch, aber ich brauche Euch alle dazu: Jesus Christus, der Herr, hat jeden von uns einmal angesprochen, und uns in Sasbach zusammengeführt. Er war und bleibt der unbestrittene Mittelpunkt unserer und jeder christlichen Gemeinschaft. Wisst Ihr noch, wie wir gelegentlich vor dem ausgesetzten »Allerheiligsten« in der Heimkirche beteten? Könnt Ihr Euch vorstellen, dass wir auch heute, zusammen mit unserem Rektor, und allen Menschen, die uns lieb und teuer sind, in einer Kirche, die für die ganze Welt Platz hat, dem Herrn danken, Ihn loben und um Schutz und Beistand bitten? Hört Ihr mich jetzt singen? Ich stimme das „Tantum ergo…“ an. Und da geschieht ein Wunder: Unser Rektor Oberle zeigt uns die »Monstranz mit dem Herrn in Brotsgestalt« und erteilt uns den Segen.
Leider hat sich die Hoffnung, das Spätberufenenseminar ST. Pirmin in Sasbach zu erhalten, nicht erfüllt. Umso wichtiger wurde es für mich, noch einmal an unseren „Wunderkurs“ und die Arbeit all derer zu erinnern, die uns Seminaristen zum Abitur führten. Ich wollte auch Ihnen, liebe Leser, einen Eindruck vermitteln, was wir vermissen und uns damit trösten, dass Jungen und Mädchen heute noch in der Heimschule Lender in Sasbach, unter guten Bedingungen das Abitur erwerben können. Alle, die in ST. Pirmin zum Abitur geführt wurden, danken der Erzdiözese Freiburg, dass wir als Spätberufene noch studieren konnten, um als Priester oder in anderen Berufen segensreich zu wirken.

Aktuelle Lage
Hier erfolgt dert Bericht „Aktuelle Lage“ eine kritische Analyse der aktuellen politischen Lage

Suchen und Finden
Vor einiger Zeit musste ich im Krankenhaus den Ehering vor einer Operation abgeben. Seit unserer Trauung vor Jahren, legte ich diesen Ring nie ab. Er war mir zu einem wichtigen Symbol unserer Ehe geworden. Diesen Ehering vermisste ich sehr. In meiner Not rief ich den Heiligen Antonius zur Hilfe. Er hat mich noch nie im Stich gelassen. Was hab ich nicht alles unter seinem Beistand in unserem Ehealltag wieder gefunden. Da ging die Türe zu meinem Zimmer plötzlich auf. Eine Schwester trat ein und zeigte mir an einem Plastikband einen Ring mit der Frage, ob ich ihn vermisse. Es war mein Ehering. Manchmal gelang es mir auch im Alltag, einen Gegenstand, Haus- oder Autoschlüssel, ohne einen himmlischen Beistand durch gezielte Überlegungen wieder zu finden. Dieses Suchen und Finden erlebe ich derzeit auch in Hamburg zusammen mit unserer Tochter Veronika und den Enkeln. Wenn sie sich hinter ihren Händen oder unter dem Badetuch verstecken, um dann wieder gefunden zu werden, strahlen sie jauchzend über das ganze Gesicht. Das stetige Suchen und Finden begleiteten uns auch auf unserem ganzen Lebensweg: Wie oft suchte ich nach einem Wort, einem Begriff oder passenden Ausdruck für ein Ereignis. Auch neulich, als ich den Text „die Spukgestalten und Geister“ geschrieben hatte, entstand ein Zustand spannungsgeladener Erwartung und Neugier. Ich habe gelernt, dass es in solchen Situationen gelegentlich hilfreich war, sich eine kleine Pause zu gönnen, um Abstand zu gewinnen. Danach konnte es geschehen, dass mir das gesuchte Wort, der Begriff oder einige passende Aphorismen wieder einfielen. Ich überließ mich daher dem Spiel der Gedanken, in der Hoffnung, dadurch ein neues Ziel zu finden, das mit meinem inneren Interesse übereinstimmen könnte, denn so entstanden viele meiner Texte. Vielleicht kennen Sie, liebe Leser, eine ähnliche Suche nach den nächsten Zielen Ihrer Aufmerksamkeit auch? Da sich aber nach meiner letzten Geschichte auf diese Weise kein weiterführender Einfall einstellte, entstand die Frage, was die Störung des Suchprozesses für mich bedeute? Ich musste daher das Ziel des Suchens verändern und entschloss mich, nun diese Störung und deren Ursache zu untersuchen. Wir dürfen gespannt sein, wohin uns die Analyse dieser produktiven Hemmung führt?
Im Unterschied zu meinem früheren beruflichen und familiären Alltag, war beim Übergang in den Ruhestand ebenfalls eine Änderung der Blickrichtung gefordert. Es wurden weniger Aufgaben von außen an mich herangetragen. Als ich gleichzeitig zu schreiben begann, änderten sich auch die angestrebten Ziele: Zunächst war es für mich sehr gewöhnungsbedürftig, Pflichten abzugeben, dann aber gewann ich zusehends Freude an der mir geschenkten Freiheit, nun Herr über den Tag und die Stunden zu sein. Ich lernte zusehends mehr, auf die eigenen Empfindungen und meine Reaktionen bei Ereignissen in der Umwelt zu achten. Ich entwickelte auch ein Interesse, die eigenen Gedanken und Gefühle, meinen Lesern in verständlicher Form mitzuteilen. Mit anderen Worten: Ich lernte „aus dem Leben für das Leben“ Texte über das zu schreiben, was mir bedeutungsvoll erschien.
Heute wage ich es ja auch zum ersten Mal, den Blick auf eine Hemmung beim Schreiben zu richten, und den Zustand zu thematisieren, in dem ich mich manchmal vor der Geburt einer neuen Geschichte befinde, um zu prüfen, zu welchen neuen Zielen mich dieses Nachdenken führen könnte. Im Moment achte ich zum Beispiel nur darauf, was mir zum Thema „Suchen und Finden“ noch einfällt: Dem Sprichwort „wer sucht, der findet“ gemäß, ist der suchende Geist bekannter Weise ja immer in Bewegung auf ein zu findendes, lohnendes Ziel. Die Auswahl der Ziele scheint jedoch nach den individuell wechselnden Bedürfnissen der Suchenden, und der subjektiven Bewertung und Bedeutung dieser Ziele zu erfolgen. Aus Erfahrung kann ich hoffen, dass auch mir durch die Untersuchung der Frage, was das Suchen und Finden für mich bedeute, eine neue Idee oder ein nächstes interessantes Thema einfallen könnte. Es scheint allerdings so, als ob die jeweils angestrebten Ziele, nur zum Teil die erwartete Befriedigung verschafften. Und dennoch treibt uns eine innere Unruhe, ständig weiter an, Ziele zu verfolgen. Könnte es daher sein, dass die jeweils nicht voll befriedigenden Teilziele, die Spannung erklären, die sich nach der Verwirklichung eines solchen Zieles wieder einstellt? Immer dann, wenn wir jedoch ein Ziel verfolgen, das mit unseren inneren Erwartungen, übereinstimmt, ist dieser Vorgang von der beruhigenden Erfahrung begleitet, trotz möglichen Unbehagens auf dem rechten Wege zu sein. So ging es mir auch seit dem Augenblick als ich mich daran machte, mit Ihnen über die Hemmung beim Schreiben und über Teilziele zu reden, von denen wir sicher wissen, dass sie uns nie voll zu befriedigen vermögen.
Das Nachdenken über meine Blockade setzte zwar den Prozess des Suchens und Findens wieder in Gang. Er führte aber zu einem anderen Hinblick des Erkennens: Unseren jeweiligen Teilzielen scheint demnach ein unerklärlicher Bedeutungsüberschuss eigen zu sein, der zur Frage führt, was letztlich unsere Suchbewegung über alle einzelnen Ziele hinaus verursachen könnte? Mir fällt da der Satz von Augustinus ein “Unruhig ist mein Herz, bis es Ruhe findet in Gott“. Könnte es sein, dass dieser Satz genau unserer Suchbewegung entspricht? Bei unserem Suchen begegnen wir ja stets den Dingen und unseren Werken als Geschaffenen wie Teilziele, die nicht voll befriedigen, sondern über sich hinaus auf mehr, letztlich auf Gott unseren Schöpfer verweisen. Sie ermahnen uns daher als Teilziele, alles Geschaffene nicht mit dem Schöpfer zu verwechseln. Wenn aber schon die eigenen Kreationen und die Vielfalt der Dinge dieser Welt uns beeindrucken und erfreuen, wie groß muss dann unsere Freude sein, den Schöpfer zu erkennen, der allen unseren Zielen hier auf Erden und dereinst in Ewigkeit, Dauer und Bestand verleiht?‘

Suchen und Finden
Vor einiger Zeit musste ich im Krankenhaus den Ehering vor einer Operation abgeben. Seit unserer Trauung vor Jahren, legte ich diesen Ring nie ab. Er war mir zu einem wichtigen Symbol unserer Ehe geworden. Diesen Ehering vermisste ich sehr. In meiner Not rief ich den Heiligen Antonius zur Hilfe. Er hat mich noch nie im Stich gelassen. Was hab ich nicht alles unter seinem Beistand in unserem Ehealltag wieder gefunden. Da ging die Türe zu meinem Zimmer plötzlich auf. Eine Schwester trat ein und zeigte mir an einem Plastikband einen Ring mit der Frage, ob ich ihn vermisse. Es war mein Ehering. Manchmal gelang es mir auch im Alltag, einen Gegenstand, Haus- oder Autoschlüssel, ohne einen himmlischen Beistand durch gezielte Überlegungen wieder zu finden. Dieses Suchen und Finden erlebe ich derzeit auch in Hamburg zusammen mit unserer Tochter Veronika und den Enkeln. Wenn sie sich hinter ihren Händen oder unter dem Badetuch verstecken, um dann wieder gefunden zu werden, strahlen sie jauchzend über das ganze Gesicht. Das stetige Suchen und Finden begleiteten uns auch auf unserem ganzen Lebensweg: Wie oft suchte ich nach einem Wort, einem Begriff oder passenden Ausdruck für ein Ereignis. Auch neulich, als ich den Text „die Spukgestalten und Geister“ geschrieben hatte, entstand ein Zustand spannungsgeladener Erwartung und Neugier. Ich habe gelernt, dass es in solchen Situationen gelegentlich hilfreich war, sich eine kleine Pause zu gönnen, um Abstand zu gewinnen. Danach konnte es geschehen, dass mir das gesuchte Wort, der Begriff oder einige passende Aphorismen wieder einfielen. Ich überließ mich daher dem Spiel der Gedanken, in der Hoffnung, dadurch ein neues Ziel zu finden, das mit meinem inneren Interesse übereinstimmen könnte, denn so entstanden viele meiner Texte. Vielleicht kennen Sie, liebe Leser, eine ähnliche Suche nach den nächsten Zielen Ihrer Aufmerksamkeit auch? Da sich aber nach meiner letzten Geschichte auf diese Weise kein weiterführender Einfall einstellte, entstand die Frage, was die Störung des Suchprozesses für mich bedeute? Ich musste daher das Ziel des Suchens verändern und entschloss mich, nun diese Störung und deren Ursache zu untersuchen. Wir dürfen gespannt sein, wohin uns die Analyse dieser produktiven Hemmung führt?
Im Unterschied zu meinem früheren beruflichen und familiären Alltag, war beim Übergang in den Ruhestand ebenfalls eine Änderung der Blickrichtung gefordert. Es wurden weniger Aufgaben von außen an mich herangetragen. Als ich gleichzeitig zu schreiben begann, änderten sich auch die angestrebten Ziele: Zunächst war es für mich sehr gewöhnungsbedürftig, Pflichten abzugeben, dann aber gewann ich zusehends Freude an der mir geschenkten Freiheit, nun Herr über den Tag und die Stunden zu sein. Ich lernte zusehends mehr, auf die eigenen Empfindungen und meine Reaktionen bei Ereignissen in der Umwelt zu achten. Ich entwickelte auch ein Interesse, die eigenen Gedanken und Gefühle, meinen Lesern in verständlicher Form mitzuteilen. Mit anderen Worten: Ich lernte „aus dem Leben für das Leben“ Texte über das zu schreiben, was mir bedeutungsvoll erschien.
Heute wage ich es ja auch zum ersten Mal, den Blick auf eine Hemmung beim Schreiben zu richten, und den Zustand zu thematisieren, in dem ich mich manchmal vor der Geburt einer neuen Geschichte befinde, um zu prüfen, zu welchen neuen Zielen mich dieses Nachdenken führen könnte. Im Moment achte ich zum Beispiel nur darauf, was mir zum Thema „Suchen und Finden“ noch einfällt: Dem Sprichwort „wer sucht, der findet“ gemäß, ist der suchende Geist bekannter Weise ja immer in Bewegung auf ein zu findendes, lohnendes Ziel. Die Auswahl der Ziele scheint jedoch nach den individuell wechselnden Bedürfnissen der Suchenden, und der subjektiven Bewertung und Bedeutung dieser Ziele zu erfolgen. Aus Erfahrung kann ich hoffen, dass auch mir durch die Untersuchung der Frage, was das Suchen und Finden für mich bedeute, eine neue Idee oder ein nächstes interessantes Thema einfallen könnte. Es scheint allerdings so, als ob die jeweils angestrebten Ziele, nur zum Teil die erwartete Befriedigung verschafften. Und dennoch treibt uns eine innere Unruhe, ständig weiter an, Ziele zu verfolgen. Könnte es daher sein, dass die jeweils nicht voll befriedigenden Teilziele, die Spannung erklären, die sich nach der Verwirklichung eines solchen Zieles wieder einstellt? Immer dann, wenn wir jedoch ein Ziel verfolgen, das mit unseren inneren Erwartungen, übereinstimmt, ist dieser Vorgang von der beruhigenden Erfahrung begleitet, trotz möglichen Unbehagens auf dem rechten Wege zu sein. So ging es mir auch seit dem Augenblick als ich mich daran machte, mit Ihnen über die Hemmung beim Schreiben und über Teilziele zu reden, von denen wir sicher wissen, dass sie uns nie voll zu befriedigen vermögen.
Das Nachdenken über meine Blockade setzte zwar den Prozess des Suchens und Findens wieder in Gang. Er führte aber zu einem anderen Hinblick des Erkennens: Unseren jeweiligen Teilzielen scheint demnach ein unerklärlicher Bedeutungsüberschuss eigen zu sein, der zur Frage führt, was letztlich unsere Suchbewegung über alle einzelnen Ziele hinaus verursachen könnte? Mir fällt da der Satz von Augustinus ein “Unruhig ist mein Herz, bis es Ruhe findet in Gott“. Könnte es sein, dass dieser Satz genau unserer Suchbewegung entspricht? Bei unserem Suchen begegnen wir ja stets den Dingen und unseren Werken als Geschaffenen wie Teilziele, die nicht voll befriedigen, sondern über sich hinaus auf mehr, letztlich auf Gott unseren Schöpfer verweisen. Sie ermahnen uns daher als Teilziele, alles Geschaffene nicht mit dem Schöpfer zu verwechseln. Wenn aber schon die eigenen Kreationen und die Vielfalt der Dinge dieser Welt uns beeindrucken und erfreuen, wie groß muss dann unsere Freude sein, den Schöpfer zu erkennen, der allen unseren Zielen hier auf Erden und dereinst in Ewigkeit, Dauer und Bestand verleiht?

Spukgestalten und Geister
In sagenumwobener Zeit herrschten einmal ein König und eine Königin im Fantasiereich Eurasien. Den Bürgern dieses Landes war es gestattet, in Freiheit zu leben. Von Kindheit an wurden sie in ihren Familien, in kostenfreien Schulen und Universitäten angeleitet, ihre Kritik- und Urteilsfähigkeit auszubilden, um Recht und Unrecht unterscheiden zu können. Da die Bürger gelernt hatten, Verantwortung für ihr Königreich Eurasien zu übernehmen und die gegebene Ordnung zu beachten, bedurfte es keiner strengen Kontrolle. Sie konnten sich im Königreich frei bewegen, ihre Meinung äußern und entscheiden, auf welche Weise sie ihre Fähigkeiten, Fantasien und Ideen zum Wohl des Landes und der Menschen nutzen wollten.
Eurasien wurde ähnlich verwaltet, wie andere Reiche in jener Zeit: Der König und die Königin von Gottes Gnaden setzten Minister, Beamte und Lehrer ein, denen es oblag, den Bürgern den Sinn und die Bedeutung aller Vorschriften und Regeln zu erklären. Die Bürger des Königreiches wurden daher mit der allgemeinen Ordnung so vertraut, dass sie in der Lage waren verantwortlich zu handeln. Sich in Gedanken frei und blitzschnell von Ort zu Ort bewegend, konnten sie Eurasien auch unkontrolliert verlassen, um andere Menschen kennen zu lernen. Über viele Generationen hatte das Fantasiereich Eurasien schon Bestand. Königliche Verwalter überwachten im Reich die gerechte Verteilung des Vermögens und der Güter. Es herrschten deshalb schon lange Frieden, Recht, Ordnung und Wohlstand. Da bisher im Fantasiereich noch nie ein Haus abgebrannt oder ein Mensch zu Schaden gekommen war, brauchte es weder Polizei, noch Feuerwehr, Gesundheits- oder Rettungsdienste. Es gab damals im Land auch kein Fernsehen oder andere Medien. Alle Nachrichten wurden daher durch Gedanken übertragen, die blitzschnell und zielgenau ihre Empfänger erreichten. Seit Generationen gab es im Reich weder Konflikte noch Kriege mit anderen Völkern, sodass Soldaten und Waffen entbehrlich waren. Um aber sicher zu stellen, dass die königlichen Beamten die ihnen übertragenen Aufgaben auch erfüllen konnten, traf sich der König bei wichtigen Entscheidungen mit dem Kronrat in seinem Schloss zur Beratung. Als jüngst bekannt wurde, dass in Eurasien böse Geister als „Spukgestalten“ ihr Unwesen trieben, die es darauf absahen, die Entscheidungen der Bürger zu erschweren, bestand wieder einmal Anlass, den Kronrat einzuberufen: Auf den heutigen Tag hatte der König die Mitglieder des Kronrates in sein Schloss eingeladen, um zu beraten, wie man den Bürgern Eurasiens bei der „Unterscheidung der Geister“ helfen konnte. Da es sich, um eine für den Bestand des Königreichs wichtige Frage handelte, hatte der König auch die Spukgestalten und guten Geister eingeladen, um sie als Zeugen vernehmen zu können.Jetzt ertönte ein lautes Fanfarensignal, und alle Anwesenden erhoben sich von ihren Plätzen. Vom Hofstaat begleitet, betraten der König und die Königin in festliche Roben gekleidet, den hell erleuchteten Festsaal. Sie begaben sich gemessenen Schrittes zu ihren erhöhten Plätzen und setzten sich neben einander auf ihre Throne. Der Zeremonienmeister klopfte mit seinem Stab dreimal kräftig auf den Boden, erklärte mit lauter Stimme die Versammlung für eröffnet, und kündigte die Rede des Königs an.Ein Beamter überreichte dem König eine Bulle. Nach einem kurzen Räuspern begann der Regent mit sonorer Stimme seine Rede: „Wir, Euer König und die Königin von Gottes Gnaden, haben aus gegebenem Anlass den Kronrat, Euch Minister, Beamte, Philosophen, Richter, Lehrer, und als Zeugen gute Geister und Spukgestalten, zur heutigen Beratung einbestellt. Sie wissen alle, dass unser geliebtes Reich Eurasien unter Gottes Schutz seit langer Zeit Bestand hat. Auf den Tag genau vor dreißig Jahren, übernahmen wir als König und Königin für die Dauer unseres Lebens die Regentschaft. Wir empfingen die Insignien, Krone, Zepter, Reichsapfel und Schwert, und verpflichteten uns feierlich, in unserem Reich stets für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand zu sorgen. Das versuchten wir nach Kräften mit Eurer Hilfe. Wir und alle unsere Bürger Eurasiens befolgten während unserer Regentschaft, alle zum Frieden und Wohlstand erlassenen Gesetze. Heute haben wir die Aufgabe darüber zu beraten, wie wir und der Kronrat den Bürgern unseres Landes bei der „Unterscheidung der Geister“ so beistehen können, dass sie den Eingebungen der guten Geister folgend, die Bedrohungen durch „Spukgestalten“ abwehren können. Wir wünschen unserer heutigen Beratung einen guten Verlauf und beauftragen den Zeremonienmeister, die Sitzung des Kronrates zu leiten. Gegeben im dreißigsten Jahr ihrer Königsweihe, Euer König und Eure Königin von Gottes Gnaden.“
Die Versammlung bekräftigte die Rede des Königs mit lautem Beifall. Dann klopfte der Zeremonienmeister wieder dreimal mit seinem Stab auf den Boden, gebot Ruhe und sagte: „Ich erteile zunächst dem Hofprediger das Wort. Dieser ging zu einem Lesepult, bekreuzigte sich mit den Worten im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und sagte dann: „Ich erinnere uns heute daran, dass wir alle unsere Macht, Frieden und Wohlstand im Land zu erhalten, Gott verdanken. Unserem Herrn sei Ehre, Dank und Herrlichkeit in Ewigkeit.“ Es ertönte ein kräftiges, bestätigendes Amen.Der Zeremonienmeister schüttelte nun eine Glocke, begab sich zum Lesepult und sagte: „Wie wir alle wissen, hat unser Königspaar keine Mühen und Kosten gescheut, allen Bewohnern unseres Reiches eine gediegene Bildung zu schenken, um uns auf ein Leben in Freiheit, Frieden, und Gerechtigkeit vorzubereiten. Wir wussten dies zu schätzen und leisteten alle unseren Beitrag hierzu. Unseren königlichen Verwaltern entging aber nicht, dass einige Bürger Eurasiens sich gelegentlich schwer entscheiden konnten. Manche Bürger wünschten sich sogar lieber Kontrollen, um sich nicht entscheiden zu müssen. Andere klagten darüber, dass sie bei ihren Entscheidungen durch „Spukgestalten“ behindert wurden. Es gab sogar Bürger, die weder an Gott, noch an gute Geister oder Spukgestalten glaubten. Unsere Aufgabe ist es nun heute, über die „Unterscheidung der Geister“ zu beraten, und hierzu die geladenen guten Geister und Spukgestalten als Zeugen zu vernehmen. Mit einem kräftigen Glockenzeichen beendete der Zeremonienmeister das Raunen im Saal, und erteilte zunächst einem Philosophen das Wort:
Ein in die Jahre gekommener Mann mit weißem Vollbart trat hocherhobenen Hauptes an das Rednerpult und sagte: „Die uns gewährte Freiheit des Denkens bewährte sich seit langer Zeit als eine Hilfe, um die Bürger Eurasiens zu verantwortlichem Handeln zu führen. Sie schloss aber auch die Möglichkeit ein, alles bis zur Sinnlosigkeit zu bezweifeln. Dank der bei uns in Eurasien kostenfrei gewährten Bildung, vertrauten aber unsere Bürger bis heute in freier Entscheidung der allgemeinen Ordnung und setzten sich zum Wohle aller ein. Mit lebhaften Gesten meldete sich nun ein Lehrer zu Wort, begab sich ans Lesepult und sagte: „Wir Pädagogen erlebten bisher im Kontakt mit unseren Schülern und Studenten, spiegelbildlich Hinweise auf die in Eurasien von den Bürgern vertretenen Ansichten. Es wurden aber in den vergangenen Jahren so viele pädagogische Konzepte diskutiert, dass es uns immer schwerer fiel, die besten Lerninhalte für uns auszuwählen. Der Zeremonienmeister erteilte nun einem Minister das Wort. Dieser begann engagiert mit seiner Rede: „Wir waren, wie Sie alle wissen, als königliche Beamte dazu beauftragt, in unserem Reich für Recht und Ordnung zu sorgen, und alle Menschen angemessen am Wohlstand zu beteiligen. Als königliche Verwalter beobachteten wir aber, dass es Bürger gab, die ihre Freiheit immer mehr im eigenen Interesse nutzten, und das allgemeine Wohl weniger beachteten.“ Ein Richter trat nun ans Lesepult und sagte: „Bisher konnten wir in unserem Königreich weitgehend auf Kontrollen und Strafen verzichten, denn unsere Bürger und Beamten hatten die Ordnung und Regeln unseres Zusammenlebens so verinnerlicht, dass Ordnung, Recht und Gerechtigkeit unter uns gewahrt wurden. Die auch in unserem Königreich erforderlichen Veränderungen und der Dialog mit anderen Völkern und Kulturen, machten aber unübersichtlich viele zusätzliche neue Gesetze und Vorschriften erforderlich.“ Der Zeremonienmeister erteilte nun ausnahmsweise einem Poeten das Wort. Dieser trat an das Lesepult und sagte: „Verehrte Mitglieder des Kronrates, obwohl mein Beitrag nicht vorgesehen war, bedanke ich mich für die Möglichkeit, hier zu reden. Bisher traten wir Künstler in allen unseren Werken für die Freiheit des Denkens ein und verwiesen durch unser zweckfreies Gestalten im kreativen und fantasiereichen Spiel mit unseren Ideen auf das Schöne in der Welt. Da manchen Bürgern Eurasiens aber der Blick hierfür verloren ging, empfahlen wir ihnen, im Interesse der Freiheit und der Künste, ihre verfügbare Zeit und ihre Fähigkeiten auch zu kreativem künstlerischem, literarischem und musikalischem Schaffen zu nutzen.“ Hierauf antwortete der Zeremonienmeister: „Wir haben bisher gehört, dass es manchen Bewohnern des Reiches nicht immer leichtfiel, im Alltag die jeweils richtigen Entscheidungen zu treffen. Deshalb wurden wir von unserem König und der Königin beauftragt im Kronrat zu klären, was uns bei der „Unterscheidung der Geister“ half oder hinderte? Ich rufe daher die als Zeugen geladenen Spukgestalten und guten Geister auf, sich zu Wort zu melden, damit wir sie und ihre Wirkungen besser einschätzen können.“
Ein Raunen ging durch den Festsaal, als die „Angst“, zerlumpt wie eine Vogelscheuche, zum Lesepult humpelte und sofort mit blecherner Stimme sagte: „Ihr werdet es mir nicht zutrauen, aber ich bin dafür zuständig und in der Lage, allen Menschen, auch Königen und Philosophen, Angst und Furcht vor Misserfolg zu bereiten, ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu schwächen, oder sie durch panische Furcht von ihren erforderlichen Entscheidungen abzulenken. Da schließe ich mich gleich an, meldete sich die „Hemmung“ zu Wort. Sie trug als Zeichen ihrer Macht einen Bremsklotz bei sich und sagte: „Ich war jederzeit in der Lage, Euch alle mit Bedenken und Zweifeln zu verwirren, von der Sinnlosigkeit Eurer Entscheidungen zu überzeugen, Euch den Antrieb und die Lust an Unternehmungen zu nehmen, und Euch körperliches Unbehagen zu bereiten“. So ähnlich verhielt ich mich, begann der listig um sich blickende „Verwirrer“, als ihm das Wort erteilt wurde: „Meine Aufgabe war es immer schon, Menschen durcheinander zu bringen, dafür zu sorgen, dass sie sich in endlosen Debatten gründlich missverstanden, ihre eigenen Gedanken in einem Knäuel von Fragen zu ersticken, und sie bei ihren Entscheidungen zu Grübeleien und übermäßigen Sorgen zu verleiten.“ Darauf meldete sich der „Lügner“ vehement zu Wort: „Ich war schon lange damit beschäftigt, Menschen falsche Hoffnungen über ihre Fähigkeiten zu machen und sie in der Erwartung zu täuschen, andere Bürger ohne selbst Schaden zu nehmen, zum eigenen Vorteil belügen zu können.“„Auch ich habe seit langer Zeit starken Einfluss auf die Menschen.“ Mit diesen Worten drängte sich die „Aggression“ energisch durch die Versammlung nach vorn zum Rednerpult. Stolz deutete diese maskierte Spukgestalt auf ihre Waffen, Pistolen und Säbel und sagte: „Die Geschichte offenbart meine Macht. Unter vielen Menschen konnte ich Feindschaft, Misstrauen, Krieg, Verwüstung und Schaden bewirken, wenn ich sie davon überzeugte, durch Anwendung von Gewalt Vorteile zu erzielen.“ Der Zeremonienmeister meldete sich nun wieder zu Wort und sagte: „Ich erkläre die Vorstellung der Spukgestalten aus Zeitgründen für beendet, und bitte nun die guten Geister in den Zeugenstand um zu erfahren, was sie bisher bewirken konnten.“
Als erster guter Geist folgte die „Liebe“ der Aufforderung. Sie begab sich ans Rednerpult, schaute freundlich in die Runde und sagte: „In unserem Königreich Eurasien brauchten wir bisher wenig Kontrolle, weil ich als guter Geist in die Herzen der Menschen eingegossen bin und sie durch Eingebungen des „Gewissens“ stets davor warnte, von den rechten Wegen abzuweichen, oder anderen Menschen zu schaden. Ich war auch immer als Geist der „Ermutigung“ zur Stelle, wenn sie sich in einer Notlage oder schwierigen Entscheidung befanden. Hier in ihren Herzen, dem Zentrum ihres Wesens, entschieden unsere Bürger welchen Eingebungen sie folgen wollten. Weil die Bewohner Eurasiens bisher die Ordnung der Liebe beachteten, waren weder strenge Kontrollen, noch Polizei oder Waffen erforderlich.“ In Eurasien herrschten allezeit „Gedanken- und Entscheidungsfreiheit“. Deshalb fühlten sich alle Bürger wie der König, die Königin und die königlichen Verwalter ermächtigt, ihre Fähigkeiten zum allgemeinen Wohl zu nutzen. Ebenso bedeutsam war es für die Bürger, dem guten „Geist des Rates und der Stärke“ folgend, den von den Spukgestalten ausgehenden, hemmenden, verwirrenden und aggressiven Impulsen kraftvoll zu widerstehen, oder ihre hilfreichen Warnungen bei Entscheidungen zu beachten. In schwierigen Lebenslagen und in Notsituationen habe ich stets als Geist der „Vernunft und Ideen“ allen königlichen Beamten und Bürgern Eurasiens beigestanden, Blockaden und Hemmungen zu überwinden, neue Wege zu erkunden und sie ermahnt, auf die eigenen Fähigkeiten und die Hilfsbereitschaft anderer Menschen zu vertrauen. Der Zeremonienmeister unterbrach nun die Zeugenaussagen der guten Geister mit den Worten: „Majestäten, Mitglieder des Kronrates, verehrte Anwesende, Wir haben in den heutigen Beiträgen des Kronrates und der Zeugen erkannt, wie schwer wir uns alle manchmal im Alltag entscheiden. Zum Abschluss unserer heutigen Beratung stellt sich nun die Frage, auf was wir künftig bei der „Unterscheidung der Geister“ achten sollten?“
Der Hofprediger meldete sich zu Wort und sagte: „Alle königlichen Verwalter und Bürger sollten sich bewusst bleiben, dass nicht nur unser König und die Königin ihre Macht zur Regentschaft von Gotte Gnaden empfingen, sondern dass wir alle ebenso ermächtigt sind, mit unseren Fähigkeiten zur Sicherung von Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand in Eurasien beizutragen. Ein königlicher Verwalter bemerkte: „In kostenfreier Bildung wurden unsere Bürger angeleitet, ihre eigene „Kritik- und Urteilsfähigkeit“ auszubilden. Es lag bisher auch an ihnen selbst, ihr Wissen zu erweitern und es obliegt ihnen auch künftig sich weiter zu bilden, um bei ihren Handlungen Recht von Unrecht unterscheiden zu können. Ein Philosoph meldete sich zu Wort und sagte: „Lüge und Wahrheit, die richtige und falsche Erkenntnis zu unterscheiden, Fortschritt und Tradition zu versöhnen und die Ordnung im Ganzen zu verstehen, war und bleibt die lebenslange, sich stets verändernde Aufgabe. „Der Freiheit des Denkens diente das zweckfreie Gestalten und fantasievolle Spiel mit dem Schönen in der Welt. Die Entfaltung des künstlerischen, literarischen und musikalischen Schaffens sind daher auch künftig für uns alle von Bedeutung“, fügte ein Poet hinzu. Einen Pädagogen drängte es zur Aussage: „Gedankenschnell und weltverbunden mit anderen Menschen unsere Ideen und Anregungen austauschen zu können und in Freiheit kreative Probehandlungen ohne Schaden zu nehmen durchführen zu können, das waren und bleiben wichtige Erkenntnisse.“ Der Zeremonienmeister fügte hinzu: „Wir haben in unserer Beratung Spukgestalten und gute Geister unterschieden: Zu den „Spukgestalten“ zählten die Angst, Hemmung, der Verwirrer, Lügner und die Aggression. Bei deren Wirkung war zu beachten, ob sie uns bei Entscheidungen hindern, schaden, oder als Warnung dienen können. Wir lernten davon unterschieden auch die Eingebungen guter Geister kennen: Die in den Herzen aller Menschen als Gewissen ermutigende „Liebe“, die daran erinnert, auf den rechten Wegen zu bleiben und sich oder anderen Personen keinen Schaden zuzufügen. Wenn es galt, den Impulsen der Spukgestalten zu widerstehen und deren hemmende, verwirrende, ängstigende und aggressive Impulse kraftvoll abzuwehren, als Warnung zu erkennen, oder in Notlagen Blockaden zu überwinden, kreative Lösungen zu erkunden, auf die eigenen Fähigkeiten und Hilfe anderer Menschen zu vertrauen, konnten wir uns auf die Eingebungen des guten Geistes des „Rates und der Stärke“ verlassen.“ An dieser Stelle klopfte der Zeremonienmeister wieder drei Mal mit seinem Stab auf den Boden, gebot Ruhe und sagte: Wir erhielten von unseren Regenten den Auftrag, heute darüber zu beraten, einen Beitrag zur „Unterscheidung der Geister“ zu leisten. Wir haben die Wirkung von Spukgestalten und guten Geistern kennen gelernt und hoffen, den Bürgern Eurasiens dadurch geholfen zu haben, bei allen ihren Entscheidungen, schädliche Eingebungen durch Spukgestalten abwehren und der Ermutigung guter Geister folgen zu können.“ Ich gebe nun mein Amt zur Leitung der Beratung des Kronrates wieder an unseren König und die Königin zurück. Die Regenten erhoben sich von ihren Plätzen, verneigten sich vor dem Kronrat und sagten: „Wir haben uns bei unserem Auftrag, in Eurasien Frieden und Wohlstand für alle Bürger zu wahren, selten so gut verstanden gefühlt, wie in dieser Beratung. Zu wissen, dass nicht nur die Mitglieder des Kronrates, sondern alle Bürger Eurasiens mit uns die Macht und Sorge für unser Königreich teilen, hilft uns sehr, die Freiheit des Denkens und Handelns für uns alle in unserem Eurasien wie bisher aufrecht zu erhalten.“ Wir bitten nun unseren Hofprediger zum Abschluss dieser langen Beratung um den Abendsegen. Der Hofprediger begab sich würdevoll zum Lesepult, verneigte sich vor dem König, der Königin und dem Kronrat und betete feierlich: „Herr und Gott, wir danken Dir für alle guten Gaben und bitten um den Heiligen Geist, dass Er gnädig vollende, was wir heute bedachten. In dieser Hoffnung segne uns und alle Bürger Eurasiens der Vater, Sohn uns Heilige Geist.“
Wie Sie, liebe Leser, leicht erkennen konnten, waren im Fantasiereich Eurasien nicht nur die Gedanken frei, sondern es gab auch einige Unterschiede zu dem uns bekannten normalen Leben. Vielleicht könnte die eine oder andere fantastische Ausgestaltung des Märchens aber auch Ihnen bei Entscheidungen als Anregung zur „Unterscheidung der Geister“ dienen?

Iran und Dimona
Hier folgt der Beitrag „Iran und Dimona“ Folgen iranischer Raketentreffer auf
die israelische Atomanlage Dimona
!
Kirchenlied
Alles unserm Gott zu
Ehren in der Arbeit in
der Ruh
Gottes Lob und Ehr
zu mehren ich verlang
und alles tu
Unserm Gott allein
wir geben Leib und
Seel das ganze Leben
Gib o Jesu Gnad dazu
Gib o Jesu Gnad dazu
Alles unserm Gott zu
Ehren dessen Macht
die Welt regiert
Der dem Bösen weiß
zu wehren dass das Gute
mächtig wird
Gott allein wird Frieden
schenken seines Volkes
treu gedenken
Hilf o Jesu guter Hirt
hilf o Jesu guter Hirt

Anbetung
O Gott DU Allerheiligstes
ewiges Leben als Vater
Sohn und Heiliger Geist
DU bist das einzige ewige
Wort das uns alles schenkt
was es gab gibt und geben
wird im Universum von
Himmel und Erde
DU bist das eine allmächtige
Wort das Alpha und Omega
die Quelle aller Liebe und
allen Lebens nach DEINEM
Willen in unserer Zeit und
in DEINER Ewigkeit
DU bist das Allerheiligste und
einzige Wort in allen DEINEN
Worten und Werken und in allen
DEINEN Geschöpfe auch in
meinem Mund auf das es
ankommt
#Durch DEINEN Sohn hast DU
im Heiligen Geist als Gotteswort
alles erschaffen was es im
Himmel und auf Erden gibt
Und DICH in DEINEM Sohn
als Schöpfer Erlöser und
gerechter liebender Vater
erwiesen der uns in Wahrheit
den Weg des Friedens zum
ewigen Leben eröffnet
DU Allerheiligster ewiger Vater
offenbarst DICH in den Worten
und Psalmen der Propheten im
Evangelium und durch das Leben
den Tod die Auferstehung und
Himmelfahrt Jesu den Gottes- und
Menschensohn als Liebe zu IHM
zu uns und allen DEINEN Geschöpfen
DEIN Sohn Jesus Christus ist für
uns Menschen und alle Geschöpfe
das einzige Wort das vom Himmel
kommt und im Glauben Hoffen
und Lieben der von IHM gegründeten
Kirche bis zum heutigen Tag an
unser Ohr dringt
Um uns am Gabentisch der Liebe
mit Gott dem Vater dem Sohn
und dem Heiligen Geist und
und miteinander in Gottes
Reich der Gerechtigkeit und
des Friedens zu versöhnen
O Gott, unser Schöpfer Vater und
Herr öffne unsere Herzen den
Mund und alle Sinne um DEIN
barmherziges Wort ewiger Liebe
auf das alles ankommt in allen
Worten und Werken aus DEINER
Hand zu erkennen
Ssodass wir DICH als begnadete
Sünder aus ganzem Herzen
mit aller Kraft lieben und DEINE
Liebe zu uns im Schweigen in
Worten und Taten bekennen
DEO GRATIAS
