Das innere Auge

Mein inneres Auge
blicket weit bis an
den Saum der Ewigkeit

Das Herz klopft an
die goldene Tür ein
Engel Gottes tritt
herfür

Musik erklingt und
Sphärenklang ein
unendlicher Gesang

Die Lippen formen
ein Gebet das nur
Gottes Herz versteht

Und Tränen fließen
in der Stille als Zeugen
von der Seele Willen

Dankgebet

O Gott unser Vater und
Allmächtiger Schöpfer
ich danke DIR dass DU
alles erschaffen hast

Um DICH von ganzem
Herzen und mit aller Kraft
zu lieben zu verehren und
für alle Gaben zu danken

Geheiligt werde DEIN Name
„ICH BIN DER ICH BIN DA“
gepriesen all DEINE Werke
im Himmel und auf Erden

Geborgen in der Kirche
Geborgen im Glauben Hoffen und Lieben.

Das Sichtbare und Unsichtbare
der Glaube die Hoffnung und
die Liebe in Gemeinschaft
der Kirche und aller Geschöpfe

Die Erlösung durch Jesus Christus
den Gottes- und Menschensohn
von Sünde und Schuld den Weg
der Wahrheit und des Lebens

Hoch gelobt und gepriesen seist
DU Vater in der Einheit mit DEINEM
Sohn im Heiligen Geist im Dank
für alle Gaben jetzt und in Ewigkeit

Geborgen in der Kirche
Geborgen im Glauben Hoffen und Lieben.

Lesung und Evangelium

Montag, 2. Februar
Fest Darstellung des Herrn – Lichtmess – Tag des gottgeweihten Lebens
Römischer gewöhnlicher Kalender
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Alfred Delp – Alfred Delp | Hl. Johanna von Lestonnac – | Mehr…
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Buch Maleachi 3,1-4.
So spricht Gott, der HERR: Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des Schmelzers und wie die Lauge der Walker.
Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem HERRN die richtigen Opfer darbringen. Und dem HERRN wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.
Psalmen 24(23),7.8.9.10.
Kv: Der HERR der Heere, er ist der König der Herrlichkeit.

Ihr Tore, hebt eure Häupter, hebt euch, ihr uralten Pforten, denn es kommt der König der Herrlichkeit!
Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der HERR, stark und gewaltig, der HERR, im Kampf gewaltig.
Ihr Tore, hebt eure Häupter, hebt euch, ihr uralten Pforten, denn es kommt der König der Herrlichkeit!
Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit? Der HERR der Heerscharen: Er ist der König der Herrlichkeit.
Brief des Apostel Paulus an die Hebräer 2,11-12.13c-18.
Er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden, stammen alle aus Einem; darum schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen und zu sagen: Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Gemeinde dich preisen. und ferner: Siehe, ich und die Kinder, die Gott mir geschenkt hat. Da nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er in gleicher Weise daran Anteil genommen, um durch den Tod den zu entmachten, der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den Teufel, und um die zu befreien, die durch die Furcht vor dem Tod ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren. Denn er nimmt sich keineswegs der Engel an, sondern der Nachkommen Abrahams nimmt er sich an. Darum musste er in allem seinen Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hohepriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn da er gelitten hat und selbst in Versuchung geführt wurde, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 2,22-40.

Als sich für die Eltern Jesu die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. Er wurde vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war,nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden. Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Penuals, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ruhte auf ihm.
Lektionar. Rechte: staeko.net
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Adam von Perseigne (?-1221)
Zisterzienserabt
Predigt 4 zum Fest der Darstellung des Herrn (ins Dt. übers. © evangelizo)
„Die Eltern Jesu brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen“

Wir, die wir Wesen aus Fleisch sind, wollen uns heute dem fleischgewordenen Wort nähern, um dort das Fleischliche zu verlernen und zu lernen, wie wir allmählich vom Fleisch zum Geist übergehen können. Lasst uns nun hinzutreten, denn heute scheint eine neue Sonne, heller als die gewöhnliche. Bisher war sie in Bethlehem in die Enge einer Krippe eingeschlossen und nur wenigen Menschen bekannt; heute jedoch wird sie in Jerusalem vor vielen Menschen im Tempel des Herrn dargestellt. Bis jetzt, Bethlehem, hast du dich allein an dem Licht erfreuen dürfen, das doch allen zuteilwerden soll; stolz auf ein Vorrecht von unerhörter Neuheit, konntest du mit dem Sonnenaufgang wetteifern, denn du warst ihm ähnlich in deiner strahlenden Pracht. Mehr noch – und das ist kaum zu glauben: In einer Krippe bei dir war mehr Licht, als die aufgehende Sonne in dieser Welt verbreiten kann. Warum hast du diese Strahlen, die für die ganze Welt bestimmt sind, so eifersüchtig gehütet? Nur einigen Hirten hast du dieses Licht gezeigt und nur drei Männer aus dem Orient hast du an der Krippe des neuen Lichts willkommen geheißen. Heute aber erhebt sich die Sonne, um die ganze Welt zu erleuchten; heute wird dem Tempel von Jerusalem der Herr des Tempels dargebracht. Wie glücklich sind diejenigen, die sich Gott in der Zurückgezogenheit eines friedvollen Herzens hingeben wie Christus, wie eine Taube! Diese sind reif, um mit Maria das Geheimnis der Reinigung zu feiern. […] Nicht die Mutter Gottes wurde an diesem Tag gereinigt, sie, die niemals der Sünde zugestimmt hat. Der von der Sünde befleckte Mensch ist es, der heute durch Christi Geburt und seine Darbringung gereinigt wird […]; unsere Reinigung ist es, die durch Maria erlangt wurde. […] Wenn wir die Frucht ihres Leibes gläubig in unsere Arme nehmen, wenn wir uns mit ihm im Tempel darbringen, dann wird uns das Geheimnis, das wir feiern, reinigen

Maria mit dem Kinde lieb uns allen Deinen Segen gib.

Bitte

Bitte

Herr verrichte
Dein Gebet in
uns damit wir
DEINEN Willen

Zum Wohl der
Brüder und
Schwestern
erfüllen

In der Liebe
zu DIR und
zu einander
stillt DEINE
Gnade

Die Sehnsucht
nach DIR gelobt
und gepriesen
seist DU hier
allezeit und
in Ewigkeit

De goldene Fisch

Es glukst in mir
lebendig´s Wasser
un niemed weiß
wie tief des isch

Im Dunk´le schwimmt
un wird nie blasser
e koschtbar glänzend
gold´ne Fisch

Me kann en seh
es goht em wohl
un mengisch
ahn i was dä soll

Us luter Freud un
Übermuet im Schpiel
veschpritzt er Tränli
wenn er will

Die Geburt

Sie atmet kurz, Schweißperlen stehen auf ihrer Stirn; ihre langen blonden Haare säumen klebrig-feucht den Kopf. Im schmalen, von Anstrengung gezeichneten Gesicht, beginnen sich die Falten ein wenig zu glätten. Der zuvor schmerzliche Ausdruck weicht. Mit bleichem Gesicht liegt sie in den weißen Kissen. Erschöpft fallen ihr im Sekundenschlaf die Augenlieder immer wieder zu. Es scheint, als benötige sie Ruhe, Zeit, viel Zeit, sich zu erholen und zu begreifen, nun Mutter zu sein. Soeben bringt ihr die Schwester den gesunden Sohn zum Stillen. Nach bangen Monaten des Wartens, legt sie ihn zum ersten Mal der glücklichen Mutter an ihre Brust.

Ein junger Mann, eilig unterwegs, stolpert durch die Drehtür des Krankenhauses; beinahe wäre er gestürzt. Er hält sorgsam einen Blumenstrauß in Händen. Die Sekretärin in der Rezeption, sitzt vor ihrem Bildschirm und gibt mit schlanken Fingern Daten ein, als ob sie den Besucher nicht bemerke. Nach einiger Zeit wendet sie sich ihm routiniert zu. Ihre Stimme gleicht einer Fahrplanansagerin, als sie sich erkundigt, was er wünsche? Empfand der Mann in freudiger Erregung zunächst Sympathie für die hübsche Frau hinter der Glasscheibe, so hält ihn deren emotionslose Stimme nun auf Abstand. In spontanem Ärger antwortet er ebenso kühl und distanziert: „Wo finde ich die Gynäkologie?“ Wie aus einem Automaten tönt es ihm entgegen: „Zwei Treppen hoch, dann rechts und geradeaus. Sie können auch den Aufzug benutzen. In der Eingangshalle finden sie einen Stationsplan.“ Verstimmt in sich gekehrt steigt er die Treppen nach oben. In der Mitte eines langen Flures findet der junge Mann das Zimmer des Pflegepersonals. Eine freundliche Schwester erklärte ihm, dass seine Frau in einem ruhigen, dem Garten zu gelegen Einzelzimmer liege. Man habe ihr soeben das Baby zum Stillen gebracht. Er könne sie aber getrost besuchen. Die Geburt sei normal verlaufen, Mutter und Kind befänden sich wohlauf. Diese Worte beruhigen ihn. Wollte er doch unbedingt bei der Geburt dabei sein. Nach ersten Wehen hatte er seine Frau besorgt ins Krankenhaus gefahren, sich dann aber auf Rat der Ärzte wieder nach Hause begeben. Nachdem ihn die Nachricht von der Geburt eines gesunden Kindes erreichte, fährt der glückliche Vater sofort verkehrswidrig schnell zum Krankenhaus, um den Sohn und seine Frau zu besuchen. Hatte er sich doch sehr auf ihr erstes Kind gefreut und manchmal mit eigenen Händen gespürt, wie kräftig es sich im Mutterleib bewegte. Nun würde er endlich in wenigen Minuten seinen Sohn sehen können. Er klopft erregt an die Türe. Eine müde Stimme antwortet: „Ja, bitte!“ Dann tritt er ein. Im Sonnenlicht durchfluteten Raum lächelt ihm seine Frau entgegen. Sie wirkt noch müde und deutet auf das in Windeln gepackte kleine Bündel Leben auf ihrer Brust. Nur der Kopf mit einer Andeutung von Haaren, das faltige Gesicht und die Hände mit den winzigen Fingern des Kindes sind frei. Die Augen des Babys sind nach anstrengendem Stillen geschlossen. Das ist er, unser Sohn, flüstert seine Frau, um das Kind nicht zu wecken. Er tritt näher. Zum ersten Mal sieht der glückliche Vater seinem Sohn. Nach einigen erfüllten Minuten des Schweigens, findet er seine Sprache wieder und es bricht aus ihm heraus: „So habe ich mir den kleinen Mann vorgestellt, genauso!“ Und zu seiner Frau gewandt: „Wie ist es möglich, unseren Sohn schon zu kennen, bevor ich ihn zum ersten Mal sehe?“ Sie lächelt ihrem Mann still und glücklich zu, als er ihr etwas verlegen näher kommt und sie liebevoll küsst. Genau in diesem Augenblickt bewegt das Baby die Lippen und der stolze Vater bemerkt zu seiner Frau gewandt: „Er lächelt schon ein wenig!“ Die Mutter entgegnet weise: „So ist das Leben, so sind die Männer!“ und legt mit einem strahlenden Lächeln ihren Sohn zum ersten Mal in die Arme seines Vaters. Nach diesem Besuch im Krankenhaus verabschiedet sich der Mann liebevoll von Frau und Kind im Bewusstsein ihren Sohn nicht mehr aus den Augen zu lassen. Bester Laune, ein Lied summend, winkt er der Dame in der Rezeption beim Verlassen des Krankenhauses freundlich zu. Diese bemerkt lachend zu ihrer Kollegin: „Da kannst DU einen stolzen Vater sehen, der nach der Geburt eines gesunden Kindes auf Wolke-Sieben schwebt.“

Lesung und Evangelium

Samstag, 31. Januar
Samstag der 3. Woche im Jahreskreis
Römischer gewöhnlicher Kalender
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Hl. Johannes Bosco – Hl. Johannes Bosco | Hl. Cyrus der Arme – | Mehr…
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Zweites Buch Samuel 12,1-7a.10-17.
In jenen Tagen schickte der HERR den Natan zu David; dieser ging zu David und sagte zu ihm: In einer Stadt lebten einst zwei Männer; der eine war reich, der andere arm. Der Reiche besaß sehr viele Schafe und Rinder, der Arme aber besaß nichts außer einem einzigen kleinen Lamm, das er gekauft hatte. Er zog es auf und es wurde bei ihm zusammen mit seinen Kindern groß. Es aß von seinem Stück Brot und es trank aus seinem Becher, in seinem Schoß lag es und war für ihn wie eine Tochter. Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann und er brachte es nicht über sich, eines von seinen Schafen oder Rindern zu nehmen, um es für den zuzubereiten, der zu ihm gekommen war. Darum nahm er dem Armen das Lamm weg und bereitete es für den Mann zu, der zu ihm gekommen war. Da geriet David in heftigen Zorn über den Mann und sagte zu Natan: So wahr der HERR lebt: Der Mann, der das getan hat, verdient den Tod. Das Lamm soll er vierfach ersetzen, weil er das getan und kein Mitleid gehabt hat. Da sagte Natan zu David: Du selbst bist der Mann.
Darum soll jetzt das Schwert auf ewig nicht mehr von deinem Haus weichen; denn du hast mich verachtet und dir die Frau des Hetiters genommen, damit sie deine Frau werde. So spricht der HERR: Ich werde dafür sorgen, dass sich aus deinem eigenen Haus das Unheil gegen dich erhebt, und ich werde dir vor deinen Augen deine Frauen wegnehmen und sie einem andern geben; er wird am hellen Tag bei deinen Frauen liegen.
Ja, du hast es heimlich getan, ich aber werde es vor ganz Israel und am hellen Tag tun. Darauf sagte David zu Natan: Ich habe gegen den HERRN gesündigt. Natan antwortete David: Der HERR hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben.Weil du aber durch diese Tat den HERRN verworfen hast, muss der Sohn, der dir geboren wird, sterben. Dann ging Natan nach Hause. Der HERR aber ließ das Kind, das die Frau des Urija dem David geboren hatte, schwer krank werden. David suchte Gott wegen des Knaben auf und fastete streng; und wenn er heimkam, legte er sich bei Nacht auf die bloße Erde. Die Ältesten seines Hauses kamen zu ihm, um ihn dazu zu bewegen, von der Erde aufzustehen. Er aber wollte nicht und aß auch nicht mit ihnen.
Psalmen 51(50),12-13.14-15.16-17.
Ein reines Herz erschaffe mir, Gott!
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und einen festen Geist erneuere in meinem Innern!
Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, deinen heiligen Geist nimm nicht von mir!
Gib mir wieder die Freude deines Heiles, rüste mich aus mit dem Geist der Großmut!
Ich will die Frevler deine Wege lehren und die Sünder kehren um zu dir.
Befrei mich von Blutschuld, Gott, du Gott meines Heiles, dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit! Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund dein Lob verkünde!
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 4,35-41.

An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?
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Hl. Theresia vom Kinde Jesu (1873-1897)
Karmelitin, Kirchenlehrerin
Autobiographisches Manuskript A, 75 v° – 76 r° (ins Dt. übers. © evangelizo)
„Jesus aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief“

Ich hätte Ihnen, meine liebe Mutter, von den Einkehrtagen berichten sollen, die meiner Profess vorangingen. Sie brachten mir keinerlei Trost; vollständige geistliche Trockenheit und beinahe Gottverlassenheit hatten mich heimgesucht. Wie gewöhnlich schlief Jesus in meinem kleinen Boot. Ach ja, ich sehe wohl, dass die Seelen ihn sehr selten ruhig bei sich schlafen lassen. Jesus ist es so müde, sich ständig zu bemühen und zu verausgaben, dass er die Erholung, die ich ihm anbiete, gern annimmt. Zweifellos wird er nicht vor meiner großen Einkehr in die Ewigkeit aufwachen; doch das bereitet mir keinen Kummer, sondern im Gegenteil große Freude. Ich bin wahrhaftig weit davon entfernt, eine Heilige zu sein; das allein ist schon Beweis genug dafür. Anstatt mich über meine geistliche Trockenheit zu freuen, sollte ich sie vielmehr meinem Mangel an Eifer und Treue zuschreiben; ich sollte traurig darüber sein, dass ich (seit sieben Jahren) während des inneren Gebets und der Danksagung einschlafe. Nun, ich bin nicht traurig: Ich denke vielmehr, dass die kleinen Kinder ihren Eltern genauso gut gefallen, wenn sie schlafen, wie wenn sie wach sind. Und ich denke auch daran, dass die Ärzte ihre Patienten vor Operationen einschlafen lassen. Und schließlich meine ich, dass „der Herr unsere Gebrechlichkeit kennt und daran denkt, dass wir nur Staub sind“ (vgl. Ps 102 (103),14).
Meine Professexerzitien verbrachte ich also, übrigens wie alle folgenden, in großer geistlicher Trockenheit. Und doch zeigte mir der gute Gott deutlich, jedoch ohne dass ich es bemerkte, wie ich ihm gefallen und die erhabensten Tugenden üben könne. Ich durfte oft feststellen, dass Jesus mir keine Vorräte geben will: Er gibt mir jeden Augenblick eine ganz neue Nahrung zu essen. Ich finde sie in mir vor, ohne zu wissen, wie sie dahin gekommen ist. Ich glaube ganz einfach, dass Jesus selbst, verborgen in meinem armen kleinen Herzen, mir die Gnade erweist, in mir zu wirken und mir einzugeben, was er im jeweiligen Augenblick von mir will.

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