Abraham

Auch wenn DU
verhöhnt verspottet
schrecklich leidend
grausam stirbst

Wenn ich mich fern
von DIR einsam und
verlassen wähne
von DIR kann ich
nimmer lassen

Mein Fels und Hort
send DEINE Engel und
sag DEIN erbarmend
Wort „Abraham tu dem
Knaben nichts zu Leide“

Hoch gelobt sei ohne End das hochheilige Sakrament

Wunderbarer Gott

Im Namen des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes. Mir wurde eine Betrachtung geschenkt, die ich mit Euch, an diesem schönen sonnigen Tag, teilen möchte. Ich hatte mich nach dem Erwachen an den Flügel gesetzt, und ein wenig improvisiert. Dann nahm ich in meinem geliebten Sessel Platz, und schloss die Augen vor dem von meinem Großvater geschnitzten Kreuz, der Maria mit dem Jesuskind, und einer Kirchenikone an der Wand. Ich folge jetzt meiner Meditation: O Gott, der DU vor aller Zeit in der ewigen dreimal heiligen Unendlichkeit DEINER selbst bist, war alles was es gibt schon in DIR. Dann sprichst DU DEIN Schöpferwort, und alles was ist, und je in der Zeit sein wird „factum est“ geschieht. DU bist die Quelle, der Herzschlag und Atem, in allem was in der Zeit lebt. Die ganze Schöpfung verneigt sich ohne Worte im Dank und Drang des Lebens und Sterbens vor DIR. DU zeugst auch uns Menschen und schenkst uns Geist, Stimme und Wort. Und DU, wunderbarer Gott und Herr gehst mit uns, als der Allerheiligste Gegenwärtige durch Zeit. DU erfüllst unser Leben in Sehnsucht nach DIR, in DEINEM eingeborenen Sohn. In IHM mit IHM und durch IHN schenkst DU uns im Glauben und in der tätigen Liebe die Hoffnung, auf ewiges Leben im Reich der Gerechtigkeit und des Friedens, als DEINE Söhne und Töchter, im ewigen Himmel DEINER Gegenwart hier und in DEINER neuen Schöpfung.

Als DEINE Kirche erleben wir, wunderbarer Gott, auf der Wanderung mit DEINEM Sohn, in Freud und Leid des Lebens, immer wieder Zeichen DEINER Gegenwart. In der Taufe, in den Sakramenten der Kirche, und im Wirken des DEINES Heiligen Geistes, entreißt DU uns der Macht des Bösen, und hüllst uns in das Kleid DEINER Liebe und DEINES Erbarmens. O wunderbarer guter Gott, Du herrliche unfassbare Gegenwart in uns um uns und über uns; alles was wir sind und haben, drängt in der Hoffnung DEINES Sohnes im Heiligen Geist nach Dir. In allen unseren Herzschlägen und Atemzügen, Gedanken und Gefühlen, und in allen unseren Sehnsüchten des Glaubens, Hoffens und Liebens, bist DU die Quelle. der wir alle Höhepunkte des Lebens verdanken, das heilende Wort der Erinnerung, und der hoffenden Sehnsucht nach DIR. DU bist aber auch in allen Leiden, Enttäuschungen und im Versagen, der wunderbare Gott, der uns im Mitleid und Erbarmen DEINES Sohnes umarmt. O wunderbarer Gott, DU erbarmst DICH unserer Armut, Schuld, Sünde, Krankheiten, Kümmernisse, Sorgen Ängste und Nöte durch DEINEN Sohn. Wir danken SEINER Mutter, die IHN den Gottes- und Menschensohn und uns im Leid Tod und Auferstehung in Liebe nahe ist. Aber selbst die schrecklichste Angst, die Liebe zu DIR o Gott verlieren zu können, ist noch hinein genommen Jesu Schrei „mein Gott warum hast DU mich verlassen“, und in SEIN Trostwort „es ist vollbracht“.  in dem Ja, wunderbarer Gott, im Herzen DEINES Sohnes gehört unser Leben, die Freude und das bitterste Leiden DIR. SEIN Tod am Kreuz sühnt die Sünde und Schuld der Welt. In SEINEM „vollbracht“ ist die satanische Macht und der Tod besiegt. Der letzte Lebenshauch DEINES Sohnes hinterlässt uns aber als Heiliger Geist die Hoffnung auf Auferstehung nach unserem Tod im Reich der Gerechtigkeit und des ewigen Friedens in einer neuen Schöpfung in DIR, wunderbarer Gott,  unser Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Hoch gelobt sei ohne End das hochheilige Sakrament

 

 

 

Zeit

Tick tack tick tack
das Pendel schwingt
die Stunde rinnt

Ticken Tacken Ticken Tacken
wann müssen wir
die Koffer packen

Tick tack tick tack
die Mahnung heut
carpe diem nutze die Zeit

Quellwasser

 

 

 

Sonne

Sie zieht schon
lange ihre Bahn
scheidet Tag und
Nacht

Gibt auf unser
Leben acht füge
Gott dass sich
die Alte jung
erhalte

Zeit und Ewigkeit

Gebet

Gott unser Vater
DU offenbarst DICH
durch DEINEN Sohn
im Heiligen Geist als
der in Liebe Gegenwärtige
der unser Erkennen
unendlich übertrifft und
dem Leben Bestand verleiht
Wir verneigen uns und
rühmen Dich in Ewigkeit

Amen

Wir lieben DICH und DU liebst uns.

Gedenken

Vater Du bist stark
treu wahrhaftig gerecht
Hüter alles Schönen
Guten und Edlen Du
Fels in der Brandung
unsere feste Burg

Mutter Du bist schön
bewahrst und schenkst
die Geheimnisse des
Lebens hütest den
Reichtum Du Spenderin
der Liebe unser Halt

Kind Du lebendiges
vertrauend und hoffend
Du Neugier und Schöpferkraft
gewährst milden Trost
Du Sieger über Elend
und Tod unsere Zukunft

Dankgebet

 

 

 

Gebet

Heilig der Ort
den DU erwählt
Herr DEINE
Liebe zählt

Brich DU Herr
unser Schweigen
in armen Zeiten

Gebrochene
Worte öffnen
die Pforte

Und Blinde
sehen Lahme
gehen

Wort Gottes segne uns

Gebet

Heilig der Ort
den DU erwählt
Herr DEINE
Liebe zählt

Brich DU Herr
unser Schweigen
in armen Zeiten

Gebrochene
Worte öffnen
die Pforte

Und Blinde
sehen Lahme
gehen

Wort Gottes segne uns

 

 

Gar nüt

S´Schönschti
isch`s vo viele
Sache

Eifach emol
gar nüt
z´mache

Nur ruehig
hogge un
vewiele

Wenn in Dir
d´Gedanke
sch´piele

Un g´schieht´s
dass ohni
öbis z´tue

E Lache
oder Tränli
kunt

Dann
bisch no
g´sund

 

 

Fragespiel

In dritten Band meiner „Geschichten und Gedanken“, stieß ich trotz aller vorgängigen Bemühungen auf einen Druckfehler: Die weitere Nachforschung ergab, dass auf einer Seite ein Satz mit einem Komma endete, sodass es den Lesern überlassen blieb, diesen unvollendeten Satz nach eigenem Gutdünken zu ergänzen. Genau dies bestätigte mir eine Leserin. Als Autor schätzte ich es sehr, wenn ich oder meine Leser durch Texte zu eigenem Nachdenken angeregt werden. Die Reaktion einer Leserin auf den Druckfehler in meinem Buch, veranlasste mich, Ihnen, liebe Leser, einige Fragen vorzulegen, um es wie bei einer Art Druckfehler Ihrer Fantasie zu überlassen, die Leerstellen zu ergänzen. Beginnen wir nun das Fragespiel:

Zu seiner Zeit stellte der Vorsokratiker Parmenides, die bis zum heutigen Tag gültige Frage: „Warum gibt es etwas und nicht nichts?“ Könnte es sein, dass Sie sich, liebe Leser, auch schon gelegentlich fragten, woher komme ich, wohin führt mein Weg im Ganzen, und warum gibt es all das Große und das Kleine, das mir lieb und teuer ist, und nicht nichts? Wie könnte Ihre Antwort aussehen? Oder gehören Sie etwa auch zu denen, die diese Frage einfach als unnötig zur Seite schieben?

Anselm von Canterbury entwickelte im Mittelalter den philosophischen Gedanken, dass es etwas gebe, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden könne, und dass dies nicht nur im Verstand sei, um dadurch auf unsere das Verstehen überfordernden existenziellen Bedingungen unseres Daseins zu verweisen. Anselm sah in der Philosophie eine Möglichkeit, uns über die Grenzen des Denkbaren hinaus, auf das bedeutungsvolle „Bedenken“ des „Undenkbaren“ unserer Existenz aufmerksam zu machen. Bewegen wir uns doch bis heute stolz auf unsere Leistungen, so selbstsicher im Raum des kausal Begründbaren, als könnten wir auf diese Weise alles, was die Welt im Innersten zusammenhält verstehen und erklären. Ereignisse wie Naturkatastrophen, Leid, Tod, Kriege und Zerstörung führen uns aber immer wieder die Grenzen unseres Denkens, Handelns und Machens vor Augen. Welche Konsequenzen könnten sich für Sie, liebe Leser, aus diesem Sachverhalt ergeben?

Der von mir sehr geschätzte, 1983 gestorbene Religionsphilosoph Bernhard Welte, eröffnete einst seine phänomenologischen Vorlesungen, mit der vieldeutigen Frage, „was ist das…?“ Im Grunde genommen stieß er dabei immer wieder, wie in seinem Hauptwerk „Auf der Spur des Ewigen“ auf die Tatsache, dass sich alle Dinge dem Denken als widerständig erweisen, und nur in einer freigebenden Annäherung an ihre Eigenständigkeit und Bedeutung im Ganzen erfahrbar werden. Welchen Stellenwert hat für Sie, liebe Leser, unsere aufgeklärte Vernunft, im Hinblick auf die vielfältigen schöpferischen Prozesse der Lebenswirklichkeit im Ganzen?

Viel Freude beim Nachdenken über die Themen.

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