Gründonnerstag

Es ist der Abend vor SEINEM Leiden, an dem sich unser Herr und Meister umgürtet, zum Sklaven macht, vor uns niederkniet, und uns die Füße wäscht. Petrus in uns kann dies Geschehen nicht fassen und bittet den Herrn, ER möge ihn ganz waschen. Der Herr und Meister lässt ihn wissen, wer schon durch das „Bad der Taufe“ rein ist, dem brauche ER nur noch die Füße zu waschen, um Gemeinschaft mit IHM zu haben. Der Meister lässt auch uns, wie Petrus wissen, dass dieses Zeichen gesetzt ist, damit wir wie ER, einander die Füße waschen.
Petrus lässt es demütig geschehen, dass der Gottessohn ihm die Füße wäscht und erlebt danach, was dies bedeutet: Dreimal wird er den Herrn verleugnen, bitterlich weinen, um nach SEINER dreimaligen Frage „liebst Du mich“, beauftragt zu werden, die Schafe zu weiden. Petrus lässt alles erschüttert geschehen, und zeigt uns durch sein Leben und Sterben was es für ihn bedeutete, einander zu lieben, wie uns der Herr geliebt hat.
In der heutigen Liturgie wäscht unser Papst Franziskus stellvertretend für den Herrn jedem von uns die Füße und erweist uns den Dienst Jesu. Lassen wir uns als im Bad der Taufe gereinigte, von ihm die Füße waschen, damit wir als Kirche Gemeinschaft mit unserem Herrn erfahren. Folgen wir auch Petrus, dem ersten Papst, der bitterlich weinte, weil er den Herrn dreimal verleugnete, um nach der dreimaligen Frage, liebst Du mich, auch das erlösende Wort zu hören, „weide meine Schafe“.
Diese Fußwaschung ist nicht nur ein äußeres Zeichen oder ein Symbol sondern ein für alle Zeiten gültiges Lebensgesetz unseres christlichen Glaubens. Wenn Gott, unser Schöpfer, uns und alles was ER erschuf und am Leben erhält, für gut befindet und uns durch Seinen Sohn aus der Knechtschaft der Sünde befreit, dann erfüllt sich das Gebot der Liebe.
Es braucht uns daher nicht zu wundern, dass auch unser unruhiges Herz sich nach der allumfassenden Liebe sehnt, und in Gott, durch Gott, und mit Gott, alle Menschen und jegliche Kreatur lieben will, wie uns der Herr geliebt hat. Möge der Herr Jesu auch unsere Tränen segnen, damit wir SEINE Frage „liebst Du mich“ wie Petrus aushalten, um dann wie ER einander dienend die Füße zu waschen, damit die Menschen unserer Tage auch von uns sagen können: „Seht, wie sie einander lieben!“

Franz Schwald

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