Samstag, 31. Januar
Samstag der 3. Woche im Jahreskreis
Römischer gewöhnlicher Kalender
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Zweites Buch Samuel 12,1-7a.10-17.
In jenen Tagen schickte der HERR den Natan zu David; dieser ging zu David und sagte zu ihm: In einer Stadt lebten einst zwei Männer; der eine war reich, der andere arm. Der Reiche besaß sehr viele Schafe und Rinder, der Arme aber besaß nichts außer einem einzigen kleinen Lamm, das er gekauft hatte. Er zog es auf und es wurde bei ihm zusammen mit seinen Kindern groß. Es aß von seinem Stück Brot und es trank aus seinem Becher, in seinem Schoß lag es und war für ihn wie eine Tochter. Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann und er brachte es nicht über sich, eines von seinen Schafen oder Rindern zu nehmen, um es für den zuzubereiten, der zu ihm gekommen war. Darum nahm er dem Armen das Lamm weg und bereitete es für den Mann zu, der zu ihm gekommen war. Da geriet David in heftigen Zorn über den Mann und sagte zu Natan: So wahr der HERR lebt: Der Mann, der das getan hat, verdient den Tod. Das Lamm soll er vierfach ersetzen, weil er das getan und kein Mitleid gehabt hat. Da sagte Natan zu David: Du selbst bist der Mann.
Darum soll jetzt das Schwert auf ewig nicht mehr von deinem Haus weichen; denn du hast mich verachtet und dir die Frau des Hetiters genommen, damit sie deine Frau werde. So spricht der HERR: Ich werde dafür sorgen, dass sich aus deinem eigenen Haus das Unheil gegen dich erhebt, und ich werde dir vor deinen Augen deine Frauen wegnehmen und sie einem andern geben; er wird am hellen Tag bei deinen Frauen liegen.
Ja, du hast es heimlich getan, ich aber werde es vor ganz Israel und am hellen Tag tun. Darauf sagte David zu Natan: Ich habe gegen den HERRN gesündigt. Natan antwortete David: Der HERR hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben.Weil du aber durch diese Tat den HERRN verworfen hast, muss der Sohn, der dir geboren wird, sterben. Dann ging Natan nach Hause. Der HERR aber ließ das Kind, das die Frau des Urija dem David geboren hatte, schwer krank werden. David suchte Gott wegen des Knaben auf und fastete streng; und wenn er heimkam, legte er sich bei Nacht auf die bloße Erde. Die Ältesten seines Hauses kamen zu ihm, um ihn dazu zu bewegen, von der Erde aufzustehen. Er aber wollte nicht und aß auch nicht mit ihnen.
Psalmen 51(50),12-13.14-15.16-17.
Ein reines Herz erschaffe mir, Gott!
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und einen festen Geist erneuere in meinem Innern!
Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, deinen heiligen Geist nimm nicht von mir!
Gib mir wieder die Freude deines Heiles, rüste mich aus mit dem Geist der Großmut!
Ich will die Frevler deine Wege lehren und die Sünder kehren um zu dir.
Befrei mich von Blutschuld, Gott, du Gott meines Heiles, dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit! Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund dein Lob verkünde!
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 4,35-41.
An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?
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Hl. Theresia vom Kinde Jesu (1873-1897)
Karmelitin, Kirchenlehrerin
Autobiographisches Manuskript A, 75 v° – 76 r° (ins Dt. übers. © evangelizo)
„Jesus aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief“
Ich hätte Ihnen, meine liebe Mutter, von den Einkehrtagen berichten sollen, die meiner Profess vorangingen. Sie brachten mir keinerlei Trost; vollständige geistliche Trockenheit und beinahe Gottverlassenheit hatten mich heimgesucht. Wie gewöhnlich schlief Jesus in meinem kleinen Boot. Ach ja, ich sehe wohl, dass die Seelen ihn sehr selten ruhig bei sich schlafen lassen. Jesus ist es so müde, sich ständig zu bemühen und zu verausgaben, dass er die Erholung, die ich ihm anbiete, gern annimmt. Zweifellos wird er nicht vor meiner großen Einkehr in die Ewigkeit aufwachen; doch das bereitet mir keinen Kummer, sondern im Gegenteil große Freude. Ich bin wahrhaftig weit davon entfernt, eine Heilige zu sein; das allein ist schon Beweis genug dafür. Anstatt mich über meine geistliche Trockenheit zu freuen, sollte ich sie vielmehr meinem Mangel an Eifer und Treue zuschreiben; ich sollte traurig darüber sein, dass ich (seit sieben Jahren) während des inneren Gebets und der Danksagung einschlafe. Nun, ich bin nicht traurig: Ich denke vielmehr, dass die kleinen Kinder ihren Eltern genauso gut gefallen, wenn sie schlafen, wie wenn sie wach sind. Und ich denke auch daran, dass die Ärzte ihre Patienten vor Operationen einschlafen lassen. Und schließlich meine ich, dass „der Herr unsere Gebrechlichkeit kennt und daran denkt, dass wir nur Staub sind“ (vgl. Ps 102 (103),14).
Meine Professexerzitien verbrachte ich also, übrigens wie alle folgenden, in großer geistlicher Trockenheit. Und doch zeigte mir der gute Gott deutlich, jedoch ohne dass ich es bemerkte, wie ich ihm gefallen und die erhabensten Tugenden üben könne. Ich durfte oft feststellen, dass Jesus mir keine Vorräte geben will: Er gibt mir jeden Augenblick eine ganz neue Nahrung zu essen. Ich finde sie in mir vor, ohne zu wissen, wie sie dahin gekommen ist. Ich glaube ganz einfach, dass Jesus selbst, verborgen in meinem armen kleinen Herzen, mir die Gnade erweist, in mir zu wirken und mir einzugeben, was er im jeweiligen Augenblick von mir will.
