Gotteslob

Im Namen des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes. Im Anfang, vor aller Zeit, bist DU, Allerheiligster Herr und Gott, das einzige geheimnisvolle ewige Licht, in der Einheit der drei Personen. In der unermesslichen Freiheit DEINES göttlichen Willens, gefällt es DIR, durch DEIN ewiges Wort außer DIR Leben zu gewähren. Alles, was existiert, lebt einzig und allein aus DIR. Himmel, Erde und das Universum DEINER Welten bezeugen DEINE unerforschliche Macht, Herrlichkeit, Gnade, Güte und Erbarmen. Durch DEIN Wort ist alles was es gibt ins Dasein gerufen. Dir verdanken wir Menschen und Kreaturen das Leben in Fülle. DEINE Huld Güte und Gegenwart, gewährt uns alles was wir sind und haben. DU bist das dreimal heilige Wort des Glaubens Hoffens und Liebens, das uns mit DIR und miteinander verbindet. DIR, unserem Schöpfer, Herr und Gott, dem ICHBIN DER ICH BIN DA, sei die Ehre jetzt allezeit und in Ewigkeit.

Dieses einzige, allerheiligste Wort, ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Aus der erwählten Jungfrau Maria, hat der eingeborene Sohn Gottes, dem Willen des Vaters gehorsam, im Heiligen Geist unsere Menschennatur angenommen und geheiligt. Unter Pontius Pilatus hat er als Gottes- und Menschensohn gelitten, und ist unserer Sünden wegen gekreuzigt und begraben worden. Ins Reich des Todes abgestiegen ist ER als unsere Erlöser am dritten Tag wieder von den Toten auferstanden. ER ist als Sieger über Tod und Sünde in den Himmel aufgefahren, und thront zu Rechten des Vaters bis ER wieder kommt, Gericht zu halten über Lebende und Tote.
Der Herr Jesus Christus ist für uns zum Weg zur Wahrheit und zum Leben geworden, damit wir nicht verloren gehen und durch IHN mit IHM und in IHM im Heiligen Geist das Leben in Fülle haben. In Einheit mit dem Papst und der Kirche bewahrt uns der Herr über Leben und Tod, im Reich der Gerechtigkeit und des Friedens, vor allem Bösen und führt uns ins ewige Leben. Welch eine frohe Botschaft, welch ein erlösendes Evangelium: Wir sind als Menschen nicht Produkte eines namenlosen Zufalls, ausgeliefert an ein sinnloses Schicksal, in dem wir mit allem, was existiert, durch unermessliche Räume ins Nichts taumeln. Tausendmal nein. Denn wir gehören mit Leib und Seele Gott unserem Vater dem Sohn und dem Heiligen Geist, hinein geliebt in eine wunderbare Welt, die immerzu in der Unendlichkeit der Teile aller Welten, dem Schöpfer mit allem was es gab gibt und geben wird ein Danklied zujubelt. Bleiben wir, als Brüder und Schwestern, in der heiligen Liebe zu Gott, miteinander allezeit bis in Ewigkeit im Segen des Vaters Sohnes und Heiligen Geistes.

Hoch gelobt sei ohne End das hochheilige Sakrament

Gottes Frieden

Der Frieden des Vaters
Sohnes und des Heiligen
Geistes ist wunderbar

ER gilt allen die sich
von Herzen nach dem
wahren Frieden sehnen

tröstet und heilt Wunden
Er schließt niemand
und nichts aus sondern

alles was Gott erschaffen
hat und leben lässt ein
ER ist reines Geschenk

Gottes Gabe Vergebung
SEINE Barmherzigkeit
Gnade und Mission

Gottes reine Gegenwart
die alles Tote zu ewigem
Leben auferweckt und

geteilt werden will
der Frieden des Vaters
des Sohnes und

des Heiligen Geistes
segne uns allezeit
und in Ewigkeit

Dank Lob Ehre Herrlichkeit dem Vater Sohn und Heiligen Geist

Lesung und Evangelium

Mittwoch der 2. Fastenwoche
Psalm und Lesungen des Tages
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 20,17-28.
In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er die zwölf Jünger beiseite und sagte unterwegs zu ihnen: Wir gehen nach Jerusalem hinauf; und der Menschensohn wird den Hohepriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden ausliefern, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; und am dritten Tag wird er auferweckt werden. In jener Zeit kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus, fiel vor ihm nieder und bat ihn um etwas. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen!
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es.
Da antwortete er ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die es mein Vater bestimmt hat.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Großen ihre Vollmacht gegen sie gebrauchen.Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Wie der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
Lektionar. Rechte: staeko.net
Hl. Augustinus (354-430)
Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Über die Psalmen, Ps 126 (127) (ins Dt. übers. © evangelizo)

„Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Lk 18,14)
„Es ist umsonst, dass ihr vor Tagesanbruch aufsteht“, heißt es in einem Psalm (126(127),2 Vulg.). […] So waren die Söhne des Zebedäus, die sich bereits ihre Plätze ausgesucht hatten – der eine zu seiner Rechten, der andere zu seiner Linken –, bevor sie sich in Gleichförmigkeit mit der Passion des Herrn der Erniedrigung unterzogen hatten. Sie wollten „vor Tagesanbruch aufstehen“. […] Auch Petrus war vor Tagesanbruch aufgestanden, als er dem Herrn den Rat gab, nicht das Leiden für uns auf sich zu nehmen. Denn der Herr hatte von seinem Leiden gesprochen, das uns retten sollte, und von seinen Demütigungen. Da wurde Petrus, der kurz vorher noch bekannt hatte, dass Jesus der Sohn Gottes sei, bei dem Gedanken an seinen Tod von Angst ergriffen und sagte zu ihm: „Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mir dir geschehen“ (Mt 16,22). Er wollte vor Tagesanbruch, also vor dem Licht aufstehen und dem Licht Ratschläge erteilen. Doch was macht der Herr? Er ließ ihn nach dem Licht aufstehen, indem er ihm sagte: „Geh hinter mich!“ […] „Geh hinter mich, damit ich vor dir hergehe und du mir folgst. Geh auf dem Weg, den ich gehe, anstatt mir den Weg zeigen zu wollen, den du gehen willst.“ […]

Warum also, ihr Zebedäussöhne, wollt ihr vor Tagesanbruch aufstehen? Das ist die Frage, die man ihnen stellen muss. Sie werden darüber nicht erzürnt sein, denn diese Dinge wurden über sie geschrieben, damit wir anderen uns vor dem Hochmut hüten, in den sie gefallen sind. Warum wollt ihr vor Tagesanbruch aufstehen? Es ist umsonst. Wollt ihr eure Erhöhung vor der Erniedrigung? Sogar euer Herr, der euer Licht ist, hat sich erniedrigt, um erhöht zu werden. Hört, was Paulus sagt: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich, war gehorsam wie ein Sklave, und den Menschen gleich. […] Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht […]“ (Phil 2,6 ff.).

Gottes Dienst

O Gott, lass uns betend, DEINEN Allerheiligsten Dienst an uns betrachten: Herrlicher Vater, Sohn und Heiliger Geist, DU bist der ewige Anfang, die Ordnung und das Ziel allen Lebens, im Himmel und auf Erden. DU bist das eine Wort, die Quelle aller Gnaden des Glaubens, der Hoffnung und Liebe, im Reich DEINER Gerechtigkeit und des Friedens. DU bist das ewige Alpha und Omega im Universum DEINER Liebe. Alles was es gibt im Himmel und auf Erden, existiert nur durch DICH, in DIR und mit DIR. DU schenkst allen DEINEN Geschöpfen nach ihrer Art die Zeit in DEINEM Kosmos zu leben. Wir loben danken preisen DICH!

Uns Menschen hast DU Herr DICH selbst, in DEINEM Sohn und dem Heiligen Geist, als DEINE Kirche geschenkt. DU bist in Ewigkeit unser Priester, der Glaube und die Erkenntnis, in DEINEN Propheten, Jüngern und Zeugen. DU bist im Leben, Leiden Tod und Auferstehung DEINES Sohnes, der Eckstein DEINER Kirche. Durch IHN mit IHM und in IHM, der am Kreuz im Gehorsam zum Vater alles vollbrachte, was wir IHM schulden, sind wir erlöst und mit Gott, und einander versöhnt. In IHM durch IHN und mit IHM, hat die Kirche Einheit und Bestand, bis ER wieder kommt, am Ende der Zeit, um Gericht zu halten über Lebende und Tote. Lasst uns in der heiligen Kirche, der zugesagt ist, dass die Pforten der Hölle sie nicht überwinden, in Gemeinschaft mit Maria, allen Menschen und Kreaturen im Himmel und auf Erden, dem Vater Sohn und Heiligen Geist in der Eucharistie für alle Gaben danken und SEINE Speise des Glaubens der Hoffnung und Liebe miteinander teilen. Wir Gläubigen sind berufen, uns in der Nachfolge von Jesus Christus, als lebendige Bausteine in SEINER Kirche, die Liebe, und den Reichtum des Glaubens miteinander zu leben. Halten wir In SEINEM Namen die Türen weit offen für alle Menschen, die mühselig und beladen sind, um ihnen Gemeinschaft am Tisch des Herrn anzubieten. Gott selbst, der Vater Sohn und Heilige Geist, wird uns in der Einheit SEINER Kirche begegnen, stärken, heilen und ermutigen, um Heil zu erwirken, und uns zum Glauben Hoffen und Lieben zu segnen. HERR und Gott, Vater Sohn und Heiliger Geist, DU ewiges Wort Gottes, hilf uns DEINEN Söhnen, Töchtern und Kindern, DEIN Erbe das Heil der Kirche und Welt in alle Ewigkeit zu verkünden und zu bezeugen.

Gott

Wir erleben zuweilen die Not eines Habenichts, der weiß, dass alles was es gab, gibt und geben wird im Himmel und auf Erden nur durch DICH Bestand hat. DU hast alles ins Leben gerufen beim Namen genannt und bist als Schöpfer der „ICH BIN DER ICH BIN DA“ das ewige Jetzt. Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, kein Gedanke hat es erfasst, kein Wort zu sagen vermocht wer DU bist. Wir undalles was es gibt sind wie ein Nichts unwürdig und unfähig DICH zu preisen, wie DU es verdienst. Und doch! DEIN ewiges Licht leuchtet auch in diese Dunkelheit, die Sehnsucht zum Leben, DICH, ohne den wir nichts sind, Abba, lieber Vater zu nennen, in der Hoffnung, dass DU diese Menschen mögliche Weise, DICH um DEINER SELBST Willen zu preisen, hörst und DICH unser erbarmst.

O Gott, wir haben keinen anderen Ort und kein anderes Wort, als „VATER“ unser, das Gebet, in dem wir alles, was wir sind und haben von DIR empfangen, und Dir alles, was wir durch DICH sind und haben darbringen. Mehr kannst DU Vater uns nicht schenken, und wir haben keine schönere Gabe für DICH, als DICH unseren Vater zu nennen. DU unser geliebter ewiger Vater, und wir, DEINE Geliebten, die DICH als Vater anrufen. Geheiligt werde DEIN Name, DEIN Reich komme, DEIN Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Heilig heilig heili heilig ist der Herr

Bitte und Dank

Herr und Gott, unser Schöpfer und ewiger Vater, wir danken DIR, dass DU uns DEINEN Sohn schenkst, um uns durch SEIN Leben, Leiden, den Tod am Kreuz und SEINE Auferstehung von den Toten, von den Sünden zu erlösen, durch die wir uns an DEINER Liebe verschuldeten. Wir preisen DEINE Kraft und Herrlichkeit, DEINE ewige Liebe, Vergebung und DEIN Erbarmen, das wir durch Jesus Christus, unsere Mitmenschen und alle Lebewesen im Universum DEINE Liebe erfahren. In DEINEM Sohn und im Heiligen Geist versammelst DU uns, DEINE Erlösten und Auferweckten, um den Gabentisch in Wort und Sakrament und die Lehre der weltweiten Kirche mit Maria, allen Heiligen, Seligen und himmlischen Heerscharen, zum ewigen Lobpreis. Wir dürfen in österlicher Freude als Söhne, Töchter, Brüder und Schwestern, DEIN heiliges Volk und Erben DEINER Gnaden, als von allem Toten Auferstandene, hinzutreten zu DIR, der Quelle ewig gegenwärtiger Liebe.

Durch DEINEN Sohn schenkst DU uns Anteil an SEINER Liebe zu DIR im Heiligen Geist. Alles was wir sind und haben, Leib, Leben und Geist verdanken wir, DIR, unserem Vater, dem dreifaltigen Gott und Herrn. In der Liebe zu DEINEM Sohn, erkennen wir. Dass Du allem, was es gab, gibt und geben wird, Leben, Ordnung und Sinn verleihst. Weil DU liebst, was DU erschaffen hast, können wir in allem DEINE segnende Hand erkennen, und DICH in allem was DU gibst, ehren und lieben. Bewahre DU Vater, Sohn und Heiliger Geist, uns vor allem Bösen, und erneuere unseren Glauben, die Hoffnung und Liebe auf unserer Pilgerreise zu Dir, in die ewigen Wohnungen. Sei DU unser immerwährender Trost und Beistand, im Blick auf unser Leben, und das Leben der Völker und Menschen, auch wenn wir in unserer Zeit. schmerzlich unsere Grenzen und Schuld, in der Ablehnung DEINER Liebe bis hin zur Möglichkeit der Verneinung erfahren. Segne uns und schenke uns im Heiligen Geist die Gnade, DICH und unsere Brüder und Schwestern, mit aller Kraft des Herzens und der Sinne zu lieben. Hoch gelobt und gebenedeit seist DU Vater mit dem Sohn in der Einheit des Heiligen Geistes allezeit und in Ewigkeit.

Herr Jesus Christus Weg Wahrheit und Leben

Ein Wochenende

Ja, es gibt sie noch, unsere „Ehrenamtlichen“, die sich auf je eigene Art dem Leben unverdrossen zur Verfügung stellen. Sie verdienen es, dass wir ihr Handeln bemerken und anerkennen. Sind ihre stillen Dienste doch so nötig wie das Salz in der Suppe, um uns das Leben im Alltag etwas schmackhafter zu machen. Hierzu nur einige Beispiele: Berufstätige Eltern wissen es zu schätzen, wenn die Großeltern sie entlasten und sich liebevoll um ihre Enkel kümmern. Manchmal schreckt uns das „Tatü“ eines Martinshorns auf. Ein Zeichen dafür, dass einsatzbereite Feuerwehrleute und Rettungsdienstler Tag und Nacht unterwegs sind. Vermögen wir doch ihre wichtigen Aufgabe erst dann voll zu würdigen, wenn wir selbst in Not geraten. Mich brachte unlängst ein älterer Mann zum Nachdenken, der sich nicht scheute, ohne besonderen Auftrag, auf dem Gemeindegelände achtlos weg geworfene Abfälle einzusammeln. In ähnlicher Weise beeindrucken mich und meine Frau seit Jahren die Einladungen engagierter evangelischer Christen vor Ort zu Gesprächen über den Glauben im Rahmen einer Vortragsreihe, die sie in eigener Regie gestalten und finanzieren. Im Anschluss daran möchte ich von einigen Frauen und Männern erzählen, deren Freude an ihren selbst gewählten Aufgaben, uns ein schönes Wochenende bescherte.

Es ist Freitag. Wir haben uns entschlossen, am dritten Vortrag der „Kirche im Dialog“ in diesem Jahr teilzunehmen. Das Thema „Gebet – Reden zu oder mit Gott“ hatte uns sehr interessiert. Durften wir doch davon ausgehen, dass die Pfarrerin, Dozentin an einer Missionsschule, die Not der Beter kennt und ihre gesamten Erfahrungen einbringen würde, um darüber mit uns zu reden. Wir kommen auch aus formalen Gründen gern zu diesen Veranstaltungen, denn es ist zu erwarten, dass die der Arbeitswelt angehörenden Organisatoren sorgsam mit unserer Zeit umgehen. Der Vortrag beginnt wie üblich um 18.00 Uhr und wird auch heute pünktlich um 20.00 Uhr mit dem Abendsegen enden. So bleibt uns anschließend noch genügend Zeit, um den Tag nach persönlichen Interessen ausklingen zu lassen. Dieser festgelegte zeitliche Rahmen mag mit dazu beitragen, dass in der Regel an die siebzig bis hundert Personen an den Vorträgen teilnehmen.

Die Referentin gab authentisch und überzeugend zu bedenken, dass ein gelingender Spracherwerb sowohl für die gesunde Entwicklung des Menschen als auch zur Gestaltung seiner Beziehungen zu anderen Personen und zu Gott sehr bedeutsam sei. Ergebnisse der Forschung belegten, dass nur dann, wenn Menschen von Geburt an angesprochen würden, irreparable Störungen der Fähigkeit zum Dialog mit anderen Personen zu vermeiden sind. Die Referentin ging auch ausführlich auf Probleme beim Beten als einem Sprechen zu oder mit Gott ein. Sie betrachtete unterschiedliche Formen und Praktiken beim freien und gebundenen Gebet. Einen besonderen Akzent legte sie auf die kirchliche Tradition, des den Glauben stärkenden Psalmengebetes. Sie vermittelte diese gehaltvollen Texte und Melodien von bleibendem Wert, als einen lebendigen Ausdruck existenzieller Erfahrungen des Gottesvolkes bei seinem dialogischen Reden mit dem Schöpfer.

Ob die referierten Vorstellungen des Betens und Bittens zu Maria, dem katholischen Verständnis von Lob und Fürbitten bei ihrem Sohn im Heiligen Geist, und das betrachten zentraler Glaubensgeheimnisse beim Rosenkranzgebet, heute noch unter Christen als trennend erlebt werden muss, wage ich aber zu bezweifeln. Dass wir Christen auch beim freien Gebet mit oder zu Gott nie allein, sondern immer in einer geistlichen Beziehung zur Kirche, allen Menschen und der ganzen Schöpfung stehen, ist tröstlich. Diese Einheit mit allen Menschen und der Welt käme aber auch in gebundener Form, besonders beim Lob- und Preisgesang in unseren Gottesdiensten zum Ausdruck. Es wurde uns in dieser Veranstaltung Kirche im Dialog, wieder einmal nahe gebracht und gezeigt, auf welch vielfältige Weise uns der Heilige Geist beim Beten zur Einheit führt. Allen ehrenamtlich tätigen Menschen und den Veranstaltern von „Kirche im Dialog“ ist auch in Zukunft Ideenreichtum und eine glückliche Hand bei der Auswahl von Themen und Referenten zu wünschen. Der anregende Freitag-Abend sollte aber nur der Auftakt zu einem anderen Ereignis an diesem Wochenende sein:

Einer Einladung von Freunden folgend, fahren wir frohgemut mit der S-Bahn am Samstagmorgen in den Hauptbahnhof Stuttgart ein. Beim Verlassen des Abteils geraten wir wie von selbst in den Sog einer betriebsamen Menschenmenge, die uns Richtung Ausgang schiebt. Dort warten schon die Gastgeber und eine lebhafte, uns zunächst noch ein wenig fremde Reisegesellschaft. Ein liebevoll in Form einer Lokomotive gestalteter, leuchtend gelber Anhänger, wird uns als Erkennungszeichen an die Brust geheftet. Das darauf befestigte, winzige grüne Kleeblatt, weist uns als Freunde der Gastgeber aus. Die zur Familie zählenden Angehörigen sind an einem kleinen Marienkäfer, die munteren Freunde des Iglauer – Singkreises, an einem Violinschlüssel zu erkennen.

Eine Lokomotive aus vergangenen Tagen, steht bereits reiselustig, prustend und zischend, unter Dampf. Unser Sonderzug mit seinen Wagen erregt auch bei anderen Reisenden große Aufmerksamkeit. Der Lokführer und dessen Heizer, blitzsaubere junge Männer, winken ihren Fahrgästen bei unserer Ankunft lachend aus dem Fenster des Führerstandes zu. Ein umsichtiger Zugführer in passender Uniform mit Schirmmütze und Trillerpfeife, hat alles bestens unter Kontrolle. Was kann bei seinem ordnenden Blick noch schief gehen? Wir nehmen in einem alten Wagen der ersten Klasse auf unseren weich gepolsterten, dunkelroten Sitzen platz. Während der Fahrt von einem Bistro wohl versorgt, schaukeln wir in geruhsamer Fahrt mit wenigen Unterbrechungen Richtung Haigerloch. Die sich in vollen sommerlichen Grüntönen darbietende Landschaft zieht wie bei einer Kutschfahrt an unseren Augen vorbei. Hatte doch an diesem Tag die liebe Sonne nach verregneten Wochen ein Einsehen und vergoldete nach Kräften den Festtag unseres Jubilars. Es herrscht blendende Laune an Bord: Manche Reisende hängen wie aufgeregte Kinder an den Fenstern, um ja nichts von der schönen Umgebung zu verpassen. Kameras klicken unentwegt. Die aus der Lokomotive reichlich ausgestoßenen Rauchschwaden erschrecken zwar manchmal die unbedachten Fahrgäste an den Fenstern, dringen aber uns allen wie wohlduftender „Weihrauch“ in die Nasen. Wir genießen unsere jungen Fahrgäste, die an der sichernden Hand ihrer Eltern mit strahlendem Lachen demonstrieren, wie sicher sie sich schon auf ihren kleinen Beinen beim Marsch durch das Abteil fühlen. Nur für wenige Augenblicke erinnert mich der Sonderzug auch an vergangene Zeiten: Wie viele Familien mit ihren Kindern mögen vor uns in diesem Zug gesessen haben? Kann sich die alte Lokomotive auch noch an die vielen Soldaten, Heimkehrer und Gastarbeiter erinnern, die sie einst zu ihren Zielen beförderte? Ein schriller Pfiff ertönt und reißt mich aus meinen Gedanken zurück in die Gegenwart. Erstaunlich viele unbeschränkte Bahnübergänge gibt es auf unserer Strecke und dadurch immer wieder Anlass, uns durch warnende Pfiffe zu erschrecken. Stößt doch die Lokomotive vor jeder gefährdeten Stelle mehrere Signale aus, als gehe es für uns um Leib und Leben. Nach einigen Stationen, sowie bei Aufenthalten wegen Überholungen und einem Fahrtrichtungswechsel, erreichen wir wohl behalten unser Reiseziel Haigerloch.

Während der größere Teil unserer Gesellschaft nach dem Aussteigen die über hundert Stufen zum Schlosshotel hinauf stiefelt, klärt mich eine Dame, die den Kleinbus des Hotels steuert, über die Folgen des jüngsten Hochwassers im Tal und die anderen Sehenswürdigkeiten Haigerlochs, unter ihnen, die heute als Museum zugängige, ehemalige Arbeitsstätte des Atomforschers Heisenberg, auf. Oben angekommen versammeln wir uns alle in der sehenswerten Schlosskirche. Die wenigen Arbeiter, die zur Restauration der Kirche auf den Gerüsten herumturnen, verhalten sich ruhig und stören nicht. Vor dem Chor stellen sich die Mitglieder des Iglauer-Singkreises auf. Wir genießen bei ausgezeichneter Akustik den Gesang, der wie ein berührendes Gebet zu Ehren Gottes in der „Baustelle – Kirche“ aufsteigt. Mich beeindruckt nicht nur das hohe Niveau sondern auch die Dynamik des Musizierens, die sich unter der einfühlsamen Leitung unmittelbar auf uns Hörer übertrug. Die den Singkreis belebenden, in vielen Jahren gewachsenen Beziehungen der Sänger unter einander, und die reichlichen, übers Jahr verteilten Proben, haben sich offensichtlich gelohnt und einen ansprechenden Klangkörper geformt. Die Begeisterung und Aufmerksamkeit beim Singen konnte man den vielen jüngeren und älteren Sängerinnen und Sängern von Mund und Gesicht ablesen.

Einem mit den Gastgebern befreundeten Pastor, gelang es bei seiner Ansprache in diesem Gotteshaus, die von Kindesbeinen an bestehende leidenschaftliche Liebe des Jubilars zur Eisenbahn, sogar mystisch zu erhöhen, indem er sie mit dem seinerzeitigen „Zug“ des Gottesvolkes unter dem Schutz des Herrn verglich. Diese, das Fest eröffnende, gemeinsame musikalische Besinnung in der Schloss-Kirche, verlieh dem ganzen Tag eine feierliche Note und eigene Würde. Das Schlosshotel selbst entsprach mit seinem geschulten Personal und der erlesenen Speisefolge allem, was ein exzellent geführtes Vier -Sterne – Lokal auszeichnen kann. Beim gesamten Verlauf des Festes, waren aber auch die ordnenden Hände unserer Gastgeber deutlich zu spüren. Wir nahmen so in Gruppen platz, dass es erwünschte Gespräche durchaus erleichterte. Tischreden hielten sich in noblen Grenzen. Ein gesungenes Gebet eröffnete die Mahlzeit. Der Gang zum Bueffet verlief sehr ruhig. Das reichliche Angebot an ausgezeichneten Speisen und Getränken, bis hin zum Dessert, vermochte selbst verwöhnte Gaumen zufrieden zu stellen. Ein Gruppenbild mit der aufgeregten Gesellschaft vor der dampfenden und prustenden, zur Rückreise bereiten Lokomotive, durfte nicht fehlen. Der Lokführer und sein Heizer lachten immer noch aus dem Führerstand, waren aber nun deutlich von ihrer Tätigkeit und den Rauchschwaden gezeichnet. Die Rückreise nach Stuttgart bot wieder reichlich Gelegenheit zu Gesprächen über Erlebnisse während des Tages und anderen Themen.

Bei dieser Gelegenheit konnten wir erfahren, dass die Instandhaltung der Lokomotive und der Wagen eine kostspielige Angelegenheit ist. Der Zugführer, Lokführer und der Heizer, seien zwar nach dem vorgeschriebenen Standard ausgebildet, aber derzeit keine beruflich tätigen Eisenbahner. Sie waschen sich einfach nach einer schönen Fahrt mit ihrer Lokomotive wieder, und der Zugführer packt seine Schirmmütze ein. Dann geht´s mit dem nächsten Zug nach Hause. Ist das nicht zum Wundern schön? Ein Gespräch mit einem älteren Herrn führte mich aber überraschend zu seinen und meinen schmerzlichen Erfahrungen als junge Soldaten in den Wirren des zu Ende gehenden letzten Krieges und der unter ähnlichen Schwierigkeiten verlaufenen Rückkehr nach Hause. Es gibt wohl nur noch wenige Menschen, die aus persönlichem Erleben zu den damaligen bedrückenden gesellschaftlichen Verhältnissen etwas sagen können. Aber auch dieses Gespräch und selbst das Missgeschick, dass eine Dame ihre Handtasche mit allen Papieren an einem Bahnhof stehen ließ, konnten unser Reisevergnügen insgesamt nicht all zu sehr beeinträchtigen, zumal ein Taxifahrer das vermisste Stück samt Inhalt wieder zurück brachte. Bleibt schlussendlich nur noch, unseren Gastgebern, dem Jubilar Peter, seiner Frau Susanne, deren Sohn und Tochter und den ehrenamtlich tätigen „Eisenbahnern“ für einen in jeder Hinsicht schönen Tag zu danken. Wie arm wären wir in unseren Tagen ohne die vielen ehrenamtlich wirkenden Menschen?

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