Morgengebet

Im Namen des
Vaters des Sohnes
und des Heiligen
Geistes

O Gott alles was
was wir sind und
haben sind DEINE
Gaben
In allem was Himmel
und Erde gibt bist DU
es der uns ewig liebt

DICH durch den alles
begonnen haben wir
herzlich lieb gewonnen

Bewahre und vollende
in Frieden und Segen
zum Dank unser Leben

Dank Lob Ehre Herrlichkeit dem Vater Sohn und Heiligen Geist

Das Suchen und Finden

Vor einiger Zeit musste ich im Krankenhaus den Ehering vor einer Operation abgeben. Seit unserer Trauung vor Jahren, legte ich diesen Ring nie ab. Er war mir zu einem wichtigen Symbol unserer Ehe geworden. Diesen Ehering vermisste ich sehr. In meiner Not rief ich den Heiligen Antonius zur Hilfe. Er hat mich noch nie im Stich gelassen. Was hab ich nicht alles unter seinem Beistand in unserem Ehealltag wieder gefunden. Da ging die Türe zu meinem Zimmer plötzlich auf. Eine Schwester trat ein und zeigte mir an einem Plastikband einen Ring mit der Frage, ob ich ihn vermisse. Es war mein Ehering. Manchmal gelang es mir auch im Alltag, einen Gegenstand, Haus- oder Autoschlüssel, ohne einen himmlischen Beistand durch gezielte Überlegungen wieder zu finden. Dieses Suchen und Finden erlebe ich auch in Hamburg zusammen mit unserer Tochter Veronika und den Enkeln. Wenn sie sich hinter ihren Händen oder unter dem Badetuch verstecken, um dann wieder gefunden zu werden, strahlen sie jauchzend über das ganze Gesicht.Das stetige Suchen und Finden begleitet uns auf unserem ganzen Lebensweg: Wie oft suchte ich nach einem Wort, einem Begriff oder passenden Ausdruck für ein Ereignis. Auch neulich, als ich den Text „die Spukgestalten und Geister“ geschrieben hatte, entstand ein Zustand spannungsgeladener Erwartung und Neugier. Ich habe gelernt, dass es in solchen Situationen gelegentlich hilfreich war, sich eine kleine Pause zu gönnen, um Abstand zu gewinnen. Danach konnte es geschehen, dass mir das gesuchte Wort, der Begriff oder einige passende Aphorismen wieder einfielen.

Ich überließ mich daher dem Spiel der Gedanken, in der Hoffnung, dadurch ein neues Ziel zu finden, das mit meinem inneren Interesse übereinstimmen könnte, denn so entstanden viele meiner Texte. Vielleicht kennen Sie, liebe Leser, eine ähnliche Suche nach den nächsten Zielen Ihrer Aufmerksamkeit auch? Da sich aber nach meiner letzten Geschichte auf diese Weise kein weiter führender Einfall einstellte, entstand die Frage, was die Störung des Suchprozesses für mich bedeute? Ich musste daher das Ziel des Suchens verändern und entschloss mich, nun diese Störung und deren Ursache zu untersuchen. Wir dürfen gespannt sein, wohin uns die Analyse dieser produktiven Hemmung führt?

Im Unterschied zu meinem früheren beruflichen und familiären Alltag, war beim Übergang in den Ruhestand ebenfalls eine Änderung der Blickrichtung gefordert. Es wurden weniger Aufgaben von außen an mich herangetragen. Als ich gleichzeitig zu schreiben begann, änderten sich auch die angestrebten Ziele: Zunächst war es für mich sehr gewöhnungsbedürftig, Pflichten abzugeben, dann aber gewann ich zusehends Freude an der mir geschenkten Freiheit, nun Herr über den Tag und die Stunden zu sein. Ich lernte zusehends mehr, auf die eigenen Empfindungen und meine Reaktionen bei Ereignissen in der Umwelt zu achten. Ich entwickelte auch ein Interesse, die eigenen Gedanken und Gefühle, meinen Lesern in verständlicher Form mitzuteilen. Mit anderen Worten: Ich lernte „aus dem Leben für das Leben“ Texte über das zu schreiben, was mir bedeutungsvoll erschien.
Heute wage ich es ja auch zum ersten Mal, den Blick auf eine Hemmung beim Schreiben zu richten, und den Zustand zu thematisieren, in dem ich mich manchmal vor der Geburt einer neuen Geschichte befinde, um zu prüfen, zu welchen neuen Zielen mich dieses Nachdenken führen könnte. Im Moment achte ich zum Beispiel nur darauf, was mir zum Thema „Suchen und Finden“ noch einfällt: Dem Sprichwort „wer sucht, der findet“ gemäß, ist der suchende Geist bekannter Weise ja immer in Bewegung auf ein zu findendes, lohnendes Ziel. Die Auswahl der Ziele scheint jedoch nach den individuell wechselnden Bedürfnissen der Suchenden, und der subjektiven Bewertung und Bedeutung dieser Ziele zu erfolgen. Aus Erfahrung kann ich hoffen, dass auch mir durch die Untersuchung der Frage, was das Suchen und Finden für mich bedeute, eine neue Idee oder ein nächstes interessantes Thema einfallen könnte. Es scheint allerdings so, als ob die jeweils angestrebten Ziele, nur zum Teil die erwartete Befriedigung verschafften. Und dennoch treibt uns eine innere Unruhe, ständig weiter an, Ziele zu verfolgen. Könnte es daher sein, dass die jeweils nicht voll befriedigenden Teilziele, die Spannung erklären, die sich nach der Verwirklichung eines solchen Zieles wieder einstellt? Immer dann, wenn wir jedoch ein Ziel verfolgen, das mit unseren inneren Erwartungen, übereinstimmt, ist dieser Vorgang von der beruhigenden Erfahrung begleitet, trotz möglichen Unbehagens auf dem rechten Wege zu sein. So ging es mir auch seit dem Augenblick als ich mich daran machte, mit Ihnen über die Hemmung beim Schreiben und über Teilziele zu reden, von denen wir sicher wissen, dass sie uns nie voll zu befriedigen vermögen. Das Nachdenken über meine Blockade setzte zwar den Prozess des Suchens und Findens wieder in Gang. Er führte aber zu einem anderen Hinblick des Erkennens: Unseren jeweiligen Teilzielen scheint demnach ein unerklärlicher Bedeutungsüberschuss eigen zu sein, der zur Frage führt, was letztlich unsere Suchbewegung über alle einzelnen Ziele hinaus verursachen könnte? Mir fällt da der Satz von Augustinus ein “Unruhig ist mein Herz, bis es Ruhe findet in Gott“. Könnte es sein, dass dieser Satz genau unserer Suchbewegung entspricht? Bei unserem Suchen begegnen wir ja stets den Dingen und unseren Werken als Geschaffenen wie Teilziele, die nicht voll befriedigen, sondern über sich hinaus auf mehr, letztlich auf Gott unseren Schöpfer verweisen. Sie ermahnen uns daher als Teilziele, alles Geschaffene nicht mit dem Schöpfer zu verwechseln. Wenn aber schon die eigenen Kreationen und die Vielfalt der Dinge dieser Welt uns beeindrucken und erfreuen, wie groß muss dann unsere Freude sein, den Schöpfer zu erkennen, der allen unseren Zielen hier auf Erden und dereinst in Ewigkeit, Dauer und Bestand verleiht?

 

Das Geheimnis

Im ärmsten und
im reichsten
Kleid bringt
es Freude in
die Zeit
Es erhebt den
Augenblick aus
Armut hin zu
ewigem Glück
In Liedern
Worten und
Gestalten
bleibe es uns
erhalten

Das Kreuz der Erlösung und Hoffnung

Eine Liebesgeschichte

Ein Mann in den besten Jahren denkt über sein Leben nach. Dies soll auch heute ab und zu vorkommen. Viele Bilder ziehen an ihm vorüber. Er blickt auf seine an Beziehungen reiche Kindheit und Jugend zurück. Es sind Bilder vom fröhlichen Spiel im Sommer und im Winter zusammen mit seinen Gefährten. Die Schulzeit mit den Beziehungen zu den Mitschülern, Buben und Mädchen, die Erfahrungen mit Lehrern und Lehrerinnen, die Freude, am Lernen und die manchmal endlose Schulstunden in der Hoffnung auf das freie Spiel mit den andern Kindern. Im Sommer das Schwimmbad im Winter den Schlitten. Und dann das Erwachen des Interesses an den Mädchen. Es war sein eigenes streng gehütetes Geheimnis, in der Mittagszeit eine hübsche Schneiderin zu beobachten, die sich in der Pause mit ihren Freundinnen unterhielt. Nie hätte er es gewagt, sie anzusprechen, ihr zu sagen, wie schön sie für ihn war. Es war die Zeit in der er sich auch für Sport interessierte. Er bewunderte die hübschen Tennisspielerinnen in ihren kurzen Röckchen. Auch auf dem Sportplatz, galt das Interesse immer mehr den vielen Mädchen, die ihn immer wieder faszinierten. Er erinnert sich an Gespräche mit seinen Freunden über all diese Beobachtungen und an die Freude beim Tanzen. Bald hatte er vergessen, dass er von seiner Mutter das Tanzen lernte und ging seine eigenen Wege. Eine stille Sehnsucht nach Erfüllung und vertrauensvoller Beziehung zu einer Frau, die zu ihm passen könnte, begleitete die Jugendjahre.Er wurde älter und hatte erste Kontakt zu Frauen, die ihn faszinierten. Manche Beziehungen waren von kurzer Dauer von Enttäuschungen begleitet. Im Abstand und zeitlichen Rückblick waren sie wesentliche Erfahrungen in der Erprobung des Umgangs mit Frauen. Alle aber sind wie ein unverzichtbarer Teil seiner selbst und im Rückblick sehr wertvoll geworden. Gerne hätte er jeder von ihn noch einmal gedankt für das Zusammensein. Bis auf den heutigen Tag blieb ihm aber eine stille Verehrung der Frauen und das Bedürfnis ihnen ritterlich zu begegnen erhalten. Dies gilt besonders denen gegenüber, die sich ihm öffneten und ihm ihre Nähe zu ersten sexuellen Erfahrungen schenkten. Erlebnisse, die ihm halfen während seines ganzen Lebens Frauen als Mann zu begegnen. Durch sie alle, denen er sich dankbar erinnerte, verlor er die Angst vor der Nähe zu ihnen, sodass er für sie einzutreten bereit wurde. Bis auf den heutigen Tag, tritt er für die Ehre der Frauen ein. Sexuelle Erniedrigung und Ausbeutung sind ihm ein beklagenswerter Gräuel.Umso mehr ist ihm das Zusammenleben in der festen Beziehung einer tragfähigen Ehe von Bedeutung. Nur im Schutze einer solchen Beziehung scheint es ihm möglich in der Intimität, die nicht ans Licht einer schamlosen Öffentlichkeit gezerrt werden darf, in der gegenseitigen Achtung und der Wunsch nach vertrauensvoller Nähe und gegenseitiger Hingabe verkommen. Auch der Charakter sexueller Beziehungen ändert sich ja im Laufe des Lebens, besonders wenn Eheleuten Kinder geschenkt werden, die des Schutzes und Beistandes, der Eltern bedürfen. An diese kostbare Zeit denkt unser Mann ebenfalls zurück. Auch daran dass die Kinder aus dem Haus und ihre eigenen Wege gehen, und Enkel sich hinzugesellen und Familien zusammen finden.
Immer wieder musste unser Mann zusammen mit seiner Frau lernen, ein neues Gleichgewicht gegenseitiger Beziehung herzustellen. Der Schutz gilt nun dieser gewachsenen Familie und aller ihrer Angehörigen, ebenso dem gesellschaftlichen Raum, in dem alle zusammen mit anderen Menschen leben. Wie schön wäre es doch, wenn die gegenseitige Achtung und der Respekt der Menschen als Frauen und Männer und das kostbare Gut ehelicher Gemeinschaft und Familie erhalten bliebe. Unser Mann ist zutiefst davon überzeugt, dass eine Gesellschaft, die diese Werte aus den Augen verliert und das Sexualleben dem Markt, dem Konsum und der Willkür öffnet, im Grunde dekadent isEr schaut sehr nachdenklich und betroffen, auf das Geschehen in unserer heutigen Zeit und lebt inzwischen selbst in einer Lebensspanne, in der es gilt, auch in großem Respekt vor einander die reifere Zeit der Liebe im Alter zu erfahren, in der das Sexualleben sich noch einmal verändert und gleichzeitig das Bedürfnis nach Achtung, Nähe und gegenseitigem Schutz auch im gesellschaftlichen Raum an Bedeutung gewinnt. Wer aber im Lauf seines Lebens in der Schule des Respektes in seiner Liebesfähigkeit geschult, lernte, alle Anliegen des Lebens als Mann und Frau miteinander zu teilen, dem wird es leichter gelingen, durch die Reduktion des orgastischen Erlebens, keinen Schaden zu nehmen und umso mehr den Reichtum und die Fülle der ganzen Lebenswirklichkeit in den Blick zu bekommen, um als Mann oder Frau mitzuarbeiten, das nötige Netz respektabler Beziehungen der Geschlechter von Kindheit bis ins hohe und höchste Lebensalter, als eine Chance zu begreifen, die bergende gegenseitige Achtung und die ganze Lebensspann umfassende Liebe möglich macht.

Ewige Liebe bewahre und tröste und stärke uns

 

Die Hotzen und ihr Bischof

Die längere Hitzeperiode des Sommers ist zu Ende. Ein erfrischendes Lüftchen lädt zu einer Pause ein. Auf den weichen Polstern meiner Liege werde ich aufmerksam und hellhörig für alles, was in mir und um mich herum geschieht: Bäume und Büsche stehen in sattem Grün, dazwischen leuchten rote und weiße Rosen. Kinder eilen nach Hause zum Mittagstisch. Ein muntere Gesellschaft, deren Unterhaltung ich mit Vergnügen folge. Eine helle Stimme macht auf eine Entdeckung aufmerksam: Eine tote Maus, eine tote Maus und noch lauter, als die anderen nicht hören wollen: eine tote Maus! Stille. Offensichtlich sind die Kinder gerade dabei, die Maus näher zu untersuchen. Eine aufregende Sache! Für eine Weile überlasse ich mich den Kinderstimmen in wärmender Sonne. Wie an einer Perlenkette aufgereiht, tauchen Bilder und Erinnerungen auf, die mich in die eigene Kindheit zurückführen: Zum Greifen nahe steht der unter seinem tief gezogenen Dach Schutz bietende Bauernhof meiner Verwandten auf dem Hotzenwald vor mir. Leuchtende Blumen und üppiges Gemüse im Vorgarten kommen in den Blick. Ich vernehme, wie früher in der Sonntagsruhe, das beruhigende Gackern der Hühner, die den Hof zufrieden pickend umkreisen und ab und zu einen stolzen Hahnenschrei. Vor dem Haus steht wie eh und je der Brunnen, Tag und Nacht mit beruhigendem Plätschern verbindend.
Wir treten in das Berger-Haus, das nach langer Zeit in meiner Fantasie ein wenig verändert wirkt. Gerade dadurch bewahrt es seinen ihm eigenen Charakter, den ich als zwölfjähriger Knabe schon intuitiv erfasste, heute aber, in zeitlichem Abstand, viel intensiver wahrnehmen kann. Ein herber Duft aus Stallungen, Scheune und Wirtschaftsräumen erfüllt das Gehöft. Bis in die Kleidung dringt dieser „Hotzen -Weihrauch“ und kennzeichnet unverwechselbar die Herkunft der Bewohner. Da ist sie wieder, die geräumige Bauernstube, hell, freundlich. Die Sonne scheint durch die gemütlichen Fenster mit den von der Berge rmutter sorgsam gepflegten, rot leuchtenden Geranien. Im Herrgottswinkel steht der weiß gescheuerte Tisch mit einer Eckbank und kräftigen Bauernstühlen. Das Kreuz, hinter dem Tisch erhöht, mit stets frischen Blumen versehen, schmückt den Raum. Durch die nordöstlichen Fenster kann man den Turm und die Umrisse der kleinen Kapelle von Giersbach erkennen, deren Glocken zum Kirchgang laden und mit hellem Klang Mittag und Abend ankündigen. Übers Eck, der Küche zu gelegen, steht eine dreistufige aus dunkelgrünen Kacheln gebaute Kunst. Sie gibt in den langen, kalten Wintern, behagliche Wärme ab und lädt zu Gesprächen ein. Zwei mit Geschirr prall gefüllte Kommoden, auf denen Photos der Angehörigen sorgfältig aufgebaut sind, ergänzen die Einrichtung. In Türnähe hängt die alte Wanduhr. Täglich vom Berger-Vater mit scharrendem Geräusch bedächtig aufgezogen, füllt ihr beruhigendes Ticken bis zum nächsten Stundenschlag den Raum.

Wir befinden uns nun im kleinen Flur, in dem die pusierlichen Katzen nach einem lockenden „Zi-Zi-Pus-Pus“ von der Berger-Mutter gefüttert werden. Die lehmgestampfte Küche mit dem niederen holzbeheizten Herd, dem Backofen, der zugleich die Kunst erwärmt, einem Bord für das einfache Geschirr, dem gescheuerten Küchentisch mit Stühlen, zur Westseite mit einem Spülstein und dem „Seperator“, ausgestattet, ist das Reich der Hausfrau. Als Junge hatte ich eine Technik entwickelt, die es mir erlaubte, mich für die Arbeit am Seperator gleich selbst zu entlohnen: Ich beugte mich hinter den von Hand zu bedienenden Seperator und trank, direkt aus der Abflussleitung, den von der Magermilch geschiedenen Rahm in genüsslichen Zügen. In dieser Küche fiel mir das besondere Verhalten der Schweine auf: Ich kam zur Erkenntnis, dass Schweine, entgegen der allgemeinen Erwartung, offensichtlich recht kluge Tiere sein müssten. Beim Ausmisten ihres Stalles wurden sie gewöhnlich in die Küche getrieben. Sie wehrten sich aber vehement, wenn der Metzger zur Vorbereitung der Hauschlachtung in der Küche hantierte, als ob sie ihr bevorstehendes Ende ahnten.

Nun nähern wir uns den an die Küche angrenzenden Stallungen miden endlos wiederkäuenden Kühen, Ochsen, Rindern, Kälbchen. Sie werden von der angrenzenden Scheune aus mit Futter versorgt und in der Stallung getränkt. Hier lernte ich die Tiere zu füttern, zu tränken, den Stall auszumisten, die Kühe zu melken und geschickt ihren dauer-wedelnden, oft feucht triefenden Schwänzen auszuweichen. Mein besonderes Interesse galt dem südlich an die Stube und das Schlafzimmer der Berger-Eltern angrenzenden Werk-Raum. Hier ließ sich alles finden, was ein Jungen-Herz interessierte: Werkzeuge, Maschinenteile, ein Dengelstock, die Werkbank und unzählige Ersatzteile. Ein Bastelparadies! Von da aus gelangen wir mit wenigen Schritten in die geräumige Scheune mit den diversen Wagen, dem Zaunzeug, den Mähmaschinen, Heuwendern, dem Heuaufzug und Häcksler. Hier riecht es nach frisch geschnittenem Gras, Heu, und Kartoffeln. Zwei Erlebnisse blieben besonders haften: Bei der Heuernte durfte ich einen Wagen laden. Das relativ langstielige Heu erlaubte es, den Wagen sehr breit zu auszuladen. Ich drückte nun die Gabel des Heuaufzuges beim Abladen kräftig in Längsrichtung des Wagens ein, in der Erwartung, eine besonders große Heumenge aufziehen zu können. Zu meinem großen Schrecken hob sich aber das Heu nicht, als ich den Aufzug bediente. Anstelle dessen knarrte es über mir im Gebälk verdächtig und die Seilwinde zog das Deckengebälk in die Höhe. Was tun? Ich könnte versuchen das Heu wieder abzulassen. Und siehe da: Nicht das Heu sondern das Gebälk über mir, auf dem die Seilwinde befestigt war, senkte sich zu meiner Beruhigung wieder in die Ausgangslage. Die zweite Geschichte handelt von einer zweirädrigen Mähmaschine, die wie ein Pflug geführt wird und vorn mit einem breiten Messerbalken versehen ist. Gelegentlich wurde sie, um Treibstoff zu sparen, mit größeren Rädern ausgestattet. Ich legte beherzt den Gang ein, ließ wie bei kleineren Rädern die Kupplung los, doch oh Schreck! Die Maschine schoss mit doppelter Geschwindigkeit aus der Scheune, zog den überraschten Steuermann hinter sich her und kam an einem hölzernen Telefonmasten, in den sich die Zinken des Messerbalgens tief einbohrten, endlich zum Stillstand. Unter dem breit ausladenden Dach des Bauernhauses wird Holz für die kalte Jahreszeit gespeichert. Auch Kaninchen finden darunter in ihren Ställen Platz. Neben dem Haus befindet sich ein großer eingezäunter, von der Berger-Mutter gehegter, besonderer Gemüsegarten, eine Bünte, in dem auch Beerensträucher gezogen werden.

Wie in einem Film reihen sich in meiner Vorstellung die Bilder aus der Zeit meines zweijährigen Aufenthaltes auf dem Hotzenwald im Wechsel der Jahreszeiten aneinander. Nur die Sonn- und Feiertage unterbrechen diesen Rhythmus. Am Morgen geht es mit den Hühnern aus den Federn. Die Glocke der Kappelle erinnert an die Mittagszeit und lässt mit hellem Ton den Tag in die Nachtruhe ausklingen. Dann übernimmt der Brunnen vor dem Haus die Aufgabe, den Jungen von damals in den Schlaf und die Träume zu wiegen. Wir befinden uns in den Kriegsjahren 1942-44: Ein Sohn der Bergerfamilie war schon im Felde geblieben. Die Bergermutter versorgte mit Hingabe die beiden anderen Söhne mit Feldpostbriefen und Päckchen. Mir blieb es vorbehalten, die des vorgeschriebenen Gewichtes wegen an einander gereihten 100 Gramm Päckchen zur Post nach Herrischried zu tragen. Die Bergermutter trauerte sehr, um ihren Ältesten, den Josef. Um den Verlauf des Kriegsgeschehens zu verfolgen, hörten wir oft verbotener Weise den Schweizer-Radiosender Beromünster. Der Bergervater schulterte jeden Tag seine Krücke oder den Besen, zog die Mütze auf, die ihn als Straßenwärter kenntlich machte, und zog stolz aus dem Haus, um seinen Dienst zu versehen. Die meisten Männer sind mitten im zweiten Weltkrieg im Feld. Frauen, Mütter alte Männer und heranwachsende Jugendliche füllen die entstandenen Lücken und sorgen für das Nötigste. Auch mein Vater ist im Krieg. In der Stadt sind die Lebensmittel knapp, sodass ich nach dem Tod meiner Großmutter das Angebot, bei meinen Verwandten auf dem Hotzenwald für zwei Jahre auf dem Bauernhof zu wohnen, gerne annahm. Mit annähernd 12 Jahren fühlte ich mich damals sehr erwachsen. Es war zwar traurig, Mutter und den jüngeren Bruder Hans in der Stadt zurückzulassen. Die Erwartungen und die Spannung auf das, was es in der neuen Umgebung zu entdecken geben könnte, überwogen aber.

Von Rheinfelden nach Säckingen mit dem Zug war mir das Terrain, von gelegentlichen Kaffee-Besuchen mit der Mutter bekannt. Dort stieg ich dann mit kleinem Gepäck –meine Mutter hatte die nötigen Kleidungsstücke schon per Post zum Versand gebracht- in einen großen „gelben Postomnibus“. In immer neuen Kehren gewannen wir, den Eggberg hinauf rasch an Höhe, ließen die Rheinebene weit unter uns und näherten uns über Rickenbach der Endstation Hetzlemühle, kurz vor Herrischried.
Dort stieg ich mit meinem kleinen Rucksack aus, um zu Fuß der Landstraße entlang nach Giersbach zu wandern. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. So konnte ich es mit nur wenig schlechtem Gewissen wagen, meine erste Zigarette zu rauchen. Aus unerfindlichen Gründen hatte ich zu Hause eine Packung „Eckstein“ ergattert und Streichhölzer eingesteckt. In Erwartung des bevorstehenden „Genusses“ entnahm ich der Packung eine Zigarette, klopfte sie an einem Ende glatt, wie ich es bei Männern gesehen hatte, und zündete sie mit nun dokumentierter Männlichkeit an. Gelegentlich stäubte ich die Asche bei leicht gestrecktem Arm seitlich ab und genoss diese Geste in vollen Zügen. Nach einer halbstündigen geruhsamen Wanderung, gab ein letztes kurzes Waldstück den Blick auf mein neues Domizil Giersbach mit der kleinen Kapelle am Ortseingang und dem kurzen Wegstück links der Straße, das zum Berger-Haus führte, frei. Dort standen direkt neben dem kleinen Brunnen vor dem Haus meine Verwandten zum Empfang bereit: Die Bergermutter mit ihrem rotbackigem, freundlichen Gesicht, den weißen zu einem Zopf nach hinten gekämmten Haaren, der großen Schürze und ihren von der Arbeit etwas rauen Händen. Hinter ihr unter der Haustür, der untersetzte Bergervater, der etwas verlegen und nervös an seinbuschigen Schnurrbart zupfte. Daneben Alfons, der jüngste Sohn, der damals, bereits gemustert, sehnlichst auf seinen Stellungsbefehl wartete.

Mit aufmunternden Worten geleitete mich die Familie in die Stube, die nun für längere Zeit Ort gemeinsamer Mahlzeiten und wichtige Begegnungsstätte mit den Verwandten und deren Freunde werden sollte. Mir fielen die Photos des gefallenen Sohnes Josef und des mittleren Sohnes Fridolin in ihren schmucken Wehrmachtsuniformen auf. Ich bekam das Haus gezeigt, den Schlafraum der Berger-Eltern, neben der Stube, das Zimmer Fridolins neben dem Eingang und mein Schlafzimmer, das ich mit Alfons zusammen im Obergeschoß teilte. Alfons machte mich wohlwollend darauf aufmerksam, dass die dort neben den Speckseiten hängenden kleinen Rauchwürste, ganz hervorragend schmeckten. Nach den ersten viel versprechenden Eindrücken fiel ich am Abend unter dem monotonen Rauschen des Brunnens in einen erquickenden Schlaf Alfons wurde in allen Bereichen der Landwirtschaft mein bestaunenswerter Lehrmeister, ansonsten nahm mich die Bergermutter liebevoll unter ihre Fittiche, so dass kaum Langeweile aufkommen konnte. Ich lernte rasch den Umgang mit dem Vieh im Stall, das immer, auch an Wochenenden, versorgt sein wollte. Die Wetterlage im Jahreskreislauf wies uns die Aufgaben zu, die ausgeführt werden mussten. Im Frühjahr und Herbst wurden die Felder gedüngt: Stolz thronte ich auf dem Jauchefass und half den Mist auf den Feldern zu verteilen. Ich begleitete Alfons beim Pflügen, Eggen und Säen. Lernte mit der Sense umzugehen, ging mit ihm zu den Waldarbeiten, half im Sommer und Herbst beim Mähen, bei der Heu- und Kartoffelernte, beim Einholen der Frucht. Im Winter wurden Reparaturen am Haus vorgenommen und Geräte instand gesetzt. Gelegentlich durfte ich den Bergervater begleiten, wenn Straßen in seinem Bereich ausgebessert und geteert wurden. In strengen Wintern mussten Räumkommandos bei Tag und Nacht einen kleinen Weg durch meterhohe Schneewechten frei schaufeln. Es blieb aber ausreichend Zeit, um sich in der Stube auf der Kunst zu wärmen, mit den Katzen zu spielen und den spannenden Geschichten der Bauern und Bäuerinnen zu lauschen, die oft zu Besuch kamen.

Ohne es recht zu bemerken, wurde so aus einem Stadtkind ein rechter Bauernjunge. Ich ging einen langen Weg von Giersbach nach Kleinherrischwand zur Schule und war in einer gemischten Klasse mit Buben und Mädchen zusammen. Das Lernen viel nicht schwer, so dass ich mich gut zu behaupten verstand. Dies umso mehr, als wir als Lehrerin eine hübsche, freundliche Elsässerin hatten, in die ich mich jungenhaft verliebte. Mit der fleißigen und frommen Bergermutter war ich täglich zusammen. Sie erinnerte mich an meine Großmutter, die ich nach deren Tod oft schmerzlich vermisste. Sie hielt mich an und ich ging gerne mit ihr zu den Gottesdiensten in die Kapelle in Giersbach und in die Pfarrkirche nach Herrischried. Gelegentlich gab es im Berger-Haus eine “Notschlachtung“. Der Pfarrer wurde dann reichlich bedacht. Ein Stück Butter, frisches Fleisch und Geräuchertes hatte ich im Pfarrhaus abzuliefern. Zu meiner größten Verwunderung besaß die Köchin auch mitten im Sommer noch Weihnachtsgebäck, um den Träger zu entlohnen.

Ganz deutlich tritt nun die hagere, leicht nach vorn geneigte, große Gestalt, das von Falten zerfurchte Gesicht mit dem energischen Kinn, den lebhaften, gütigen Augen und dem leicht gewellten schlohweißen Haar des Herrischrieder-Pfarrers aus dem Strom der Erinnerung hervor. Die Bauern nannten ihn liebevoll „ihren Hotzenbischof“. Stolz trug er seinen Römerkragen, unentwegt bemüht, seine weit zerstreute Gemeinde bei Wind und Wetter zu betreuen. Die Bergermutter führte das Familien-Privileg, die Geistlichen zu verköstigen, wenn sie wöchentlich in der Kapelle Gottesdienst hielten, gern und getreulich fort. Sie war dabei immer ein wenig aufgeregt, richtete die Stube fein her, deckte den Tisch mit dem schönsten Geschirr und bediente den hohen Herrn mit besonderer Sorgfalt. Der Bergervater zog sich indessen immer etwas verlegen zurück, um ein Zusammentreffen mit dem Pfarrer zu vermeiden. Mich wunderte es als Junge sehr, wie es kommen konnte, dass die Bergermutter mitten im Krieg in der Lage war, Bohnenkaffee anzubieten und weshalb es nötig sei, der guten Milch noch zusätzlich Sahne hinzu zu fügen.

Jedes Jahr in der Fastenzeit war Patrozinium. An diesem Tag wurde eine Torte mit violettem Zuckerguss serviert. Pfarrer Rombach wusste sicher nichts davon, dass ich, während des Frühstücks der Herren, beim Melken im Stall fast verzweifelte bei der Vorstellung, dass der Pfarrer und ein zusätzlicher Vikar mir nichts mehr von der Torte übrig lassen könnten. Ich bekam aber zu meinem Trost noch ein großes Stück ab. Es war eine kleine, fromme Gemeinde, die sich zu den wöchentlichen Gottesdiensten in der schlicht eingerichteten Kapelle einfand. Hier war ich, ganz dicht hinter dem Priester, dem heiligen Geschehen besonders nahe. Ich folgte den Gebeten und Handlungen mit großer Aufmerksamkeit und sehe den Pfarrer in seinem römischen Messgewand vor mir wie er, andächtig ergriffen, seinen Rücken beugt, die Einsetzungsworte spricht, die konsekrierte Hostie zur Anbetung hochhält, die Kommunion austeilt und uns den Segen spendet. Alles geschieht in beeindruckender Würde und Feierlichkeit und die wenigen, kräftigen Stimmen, schenken Geborgenheit und füllen den Raum zum gemeinsamen Gotteslob.
Auf Pfarrer Rombach konnten wir uns verlassen. Er kam bei jeder Witterung zu Fuß. In einem besonders strengen Winter bei hohem Schnee und Nebel gab es einmal eine große Aufregung als er ausblieb. Einer rasch zusammen gestellten Rettungsmannschaft gelang es schließlich ihn zu unserer Freude wieder zu finden und gesund nach Giersbach zu bringen. Pfarrer Rombach genoss wegen seiner seelsorgerischen Pflichterfüllung und den Kontakten zu dem ihm Anvertrauten als fürsorglicher Vater und Freund hohes Ansehen. Er ließ es sich nicht nehmen, soweit es seine Kräfte erlaubten, mit anzufassen, um der Berger-Familie bei der Heuernte zu helfen. Man fand ihn dort bei den Frauen, denen er half, das Heu mit dem Rechen zu Maden zusammen zu ziehen. In den Kriegsjahren war Pfarrer Rombach untersagt, in der Schule zu unterrichten. Wir trafen uns daher in einem der Schule nahe gelegenen Bauernhaus. Er stand mit lebhaften Gesten in der einfachen Stube. Wir Buben und Mädchen scharten uns dankbar und stolz auf Wandbänken und Stühlen um ihn. Anschaulich, bildhaft, lebendig und einprägsam erklärte er uns die Glaubensgeheimnisse und erschloss uns die Schrift. Er bewirkte durch seine Standhaftigkeit, dass auch wir ermuntert wurden, unseren katholischen Glauben zu lieben und in einer Zeit zu bekennen, in der die damaligen Machthaber dies nicht schätzten. Gerade in den Kriegsjahren scharten sich nicht nur die Gläubigen um ihren „Hotzenbischof“. Mutig leistete er in der Kraft seines Auftrags und Glaubens den Nationalsozialisten entschiedenen Widerstand. In der Pfarrkirche donnerte er von der Kanzel: „Ich bin ein Soldat Gottes und ich weiche nicht von der wahren Lehre ! “. Die Gestapo saß im Kirchenschiff und stenographierte seine Predigt mit, wagte aber nicht ihn zu verhaften. Dies hätte einen Aufstand gegeben unter den Katholiken, denn Pfarrer Rombach hatte einen großen Rückhalt in der ganzen Bevölkerung.

Wie den Kindern, die zu Beginn dieser Geschichte sehr aufgeregt waren und dann verstummten, als sie mitten im Spiel eine tote Maus fanden, geht es auch mir, wenn ich mit dem Alter immer mehr mit überraschenden Todesfällen konfrontiert werde. Gelegentlich halte ich das Sterbebild des „Hotzenbischofs“ stumm in meinen Händen, der nach einem treuen und erfüllten priesterlichen Leben in einem violetten römischen Messgewand in seinem Sarg liegt. Er hatseinen Frieden beim Herrn wahrlich verdient. Dem aufrechten und treuen Priester, Pfarrer Rombach, schulde ichschon länger eine Geschichte in der lebendig werden sollte, was mich mit Ihm, dem Hotzenwald und den Menschen dort verbindet. Dieses Versprechen musste ich einlösen!

Geborgen in der Kirche
Geborgen im Glauben Hoffen und Lieben.

Die Handtasche

Nach längerem Abwägen, fällt die Entscheidung: Sie wünscht sich zum Geburtstag eine neue Handtasche. Das war geschafft! Ich erkläre mich unvorsichtigerweise bereit, sie zum Einkauf in die Stadt zu
begleiten. Erwartungsvoll sitzen wir in der Regionalbahn. Wie üblich, sind wir an diesem Tag nicht die einzigen Kauflustigen, bahnen uns den Weg durch die Menge und steuern das Ziel, ein großes Kaufhaus an.

Ich kenne das Kaufhaus von verschiedenen Besuchen. Meine Frau und die Töchter, fühlen sich im Unterschied zu mir in solcher Umgebung pudelwohl. Es scheint sie keineswegs zu ermüden, beutegierig durch alle Abteilungen der verschiedenen Etagen zu streifen, um die angebotenen Waren nach Mode, Qualität und Preis zu prüfen. Stets auf dem Sprung zum nächsten Artikel oder einem »Schnäppchen«, steht ihnen das Jagdfieber ins Gesicht geschrieben. Gewöhnlich suche ich mir bei derlei Unternehmungen einen Stuhl, um abzuwarten, bis mir ein »Fundstück« zur Beurteilung vorgelegt wird. In derlei Situationen empfiehlt es sich, nicht zu bezweifeln, dass die Damen selbst am Besten in der Lage sind, Nutzen und Kosten ihrer Auswahl einzuschätzen. Und sollte sich in mir manchmal die Idee entwickeln, als Mann auch erkennen zu können, was einer Frau gut zu Gesicht steht, unterdrücke ich umgehend derlei wenig hilfreiche Gedankenspiele. Erfahrungsgemäß führt das ja nur dazu, dass meine Damen im besten Falle einen von mir vorgeschlagen Gegenstand mit deutlich geringschätzigen Blicken in die Hand nehmen, um ihn nach kurzer Prüfung wieder ins Regal zurück zu legen. Die gutgemeinte Absicht, meine Frau zu begleiten, um sie durch mein Interesse am Einkauf zu erfreuen, war an diesem Tag so dominant, dass ich mich nicht mehr an frühere, enttäuschende Erlebnisse zu erinnern vermochte, die zu einer längeren Einkaufsabstinenz meinerseits führten. Zudem war ich mir einigermaßen sicher, in der Obhut meiner Frau bei Laune zu bleiben und in dem riesigen Kaufhaus nicht verloren zu gehen. Als geheime Notfallplanung beabsichtigte ich, mich gegebenenfalls in das Restaurant zurück zu ziehen, um dort abzuwarten, bis die unbändige Kauflust meiner Frau abgeklungen ist. So gewappnet, schaue ich dem weiteren Verlauf des Einkaufs relativ gelassen entgegen.

Wir beginnen das Unternehmen „Handtaschenkauf“, strategisch nachvollziehbar, im obersten Stockwerk: An den unmöglichsten Plätzen und Verstecken, gibt es in dieser Abteilung eine reichliche Auswahl verschiedener Handtaschen, in allen nur erdenklichen Farben und Größen. Ich folge meiner Frau in sicherem Abstand, um nicht aufdringlich zu erscheinen und sie nicht aus den Augen zu verlieren. Sie geht mit frischem Elan zielstrebig auf die ersten Taschen zu, wiegt sie in der Hand, prüft das Leder und die Einteilung, hängt sie sich probeweise links, dann rechts über die Schulter, tritt prüfend vor den nächsten Spiegel, um sie der Reihe nach dann wieder in die Regale zurück zu stellen. Nach einiger Zeit haben wir auf diese Weise das oberste Geschoß ineffektiv durchforstet. Mit ungebrochenem Jagdfieber begeben wir uns auf Beutesuche im dritten Obergeschoss: Das Angebot ist verblüffend vielfältig. Taschen über Taschen stehen in größeren und kleineren Regalen. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Taschen gesehen. Es entwickelt sich in mir die abstruse Vorstellung, dass es nicht genügend Frauen geben könnte, um sie alle zu kaufen. Möglicherweise kann dies aber nur einem Mann einfallen. Meine Frau hingegen schreitet wieder kurz entschlossen auf die Taschen zu; große und kleine, rote und braune, schwarze und weiße, Einkaufstaschen und auserlesene Objekte für die »Dame von Welt«. Es mögen nach meiner Erinnerung an die Hundert Taschen gewesen sein, die sie prüfte, um sie dann wieder an ihren Platz zu stellen.

Meine Enttäuschung hält sich immer noch in Grenzen. Ich betrachte es aber als meine fürsorgliche Aufgabe, warnend darauf hinzuweisen, dass es kaum ein anderes Geschäft in dieser Stadt gebe, das ein ähnlich umfangreiches Taschen-Sortiment anböte. Sie möge daher die Hoffnung nicht aufgeben, fündig zu werden. Dieses Hinweises hätte es nicht bedurft, denn wir befinden uns mittlerweile im zweiten Obergeschoß. Und wie es das Schicksal will: Es gibt Taschen in allen Variationen. Mir sind ähnliche Objekte in dieser Reichhaltigkeit früher gar nie aufgefallen. Wo hatte ich bloß meine Augen? Wir nehmen wieder mit Regalen Kontakt auf, längere, kürzere, hohe und niedrige, alle prall gefüllt mit Taschen. Mich überkommt ein erstes Schwächegefühl und ich setze mich auf einen der Stühle in der Nähe meiner Frau. Wenn ich gelegentlich bemerke, dass sie eine Tasche besonders ausgiebig betrachtet, erhebe ich mich, um sie mit einem vorsichtigen Rat beim Kauf zu unterstützen. In der Regel bedarf es einer solchen Schützenhilfe nicht, denn wenn ich es wage, eine Tasche chic zu finden, kann ich nahezu sicher sein, dass sie unweigerlich ins Regal zurück wandert. Es überrascht mich nicht mehr sonderlich, auch im ersten Obergeschoss reichliche Taschen zu sehen. Innerlich seufze ich bereits: » Nichts als Taschen, wo soll das noch enden? « Zusehends nähere ich mich der Belastungsgrenze. Manchmal kommt es mir vor, als wäre ich dabei, die Taschen schon doppelt zu sehen. Die Taktik meiner Frau bei der Wahl eines Objekts, scheint mir inzwischen ausreichend klar: Tasche anschauen, Einteilung und Leder prüfen, Farbe auf sich wirken lassen, gelegentlich Tasche links, dann rechts umhängen, vor den Spiegel treten, die Tasche wieder in das Regal zurück stellen. Langsam dämmert es mir, sie könne möglicherweise gar nicht so recht wissen, was sie kaufen will. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass sie diese Tatsache irgendwie störe. Eher beginne ich mich selber ein wenig verlassen zu fühlen. Sie scheint nur noch Augen für Taschen zu haben. Stellen Sie sich einmal vor, zu welchen ehelichen Belastungen es führte, wenn ich über diesen Zustand klagte. Ein guter Engel und langjährige Erfahrungen mit Frau und Töchtern, bewahren mich vor solchem Missgeschick. Ich trabe daher, etwas verdrossen, stumm wie ein Fisch, hinter meiner Frau her.
Es geht noch ein Stockwerk tiefer. Ich glaube, mich trifft der Schlag! Da ist sie, »die Spezialabteilung für Damentaschen«. Ich nehme alle Kräfte zusammen, um mit meiner Frau -wie zu erwarten, ineffektiv- noch einige Regale nach der Methode: Anschauen und Zurückstellen, nach einer geeigneten Tasche durch zu stöbern. Dann gebe ich mich geschlagen und sage: » Ich kann nicht mehr; ich brauche frische Luft! « Ein etwas überrascht, enttäuscht-kritischer Augenaufschlag meiner Frau ist die Antwort. Dann großzügig, als litten Männer chronisch beim Einkauf unter Konditionsschwierigkeiten, die Absolution mit der Frage: » wo treffen wir uns? « Ich kenne nur das Cafe in der Nähe des Schlossplatzes. Wir vereinbaren, uns dort zu treffen.

Mit raschen Schritten verlasse ich das Kaufhaus und erhole mich auf der belebten Königsstraße bei einem Akkordeonisten, der seinem Umhängeschild nach, in Russland schon verschieden Preise gewann. Er spielt hervorragend Stücke von Bach und Händel. Ich komme et- was zur Ruhe. Beim Gang zum Treffpunkt bin ich bereits so auf Taschen fixiert, dass ich es auch ohne Frau nicht lassen kann, ein kleines Fachgeschäft zu betreten, um dessen Angebot zu prüfen. Mein Blick fällt auf ein interessantes „ weißes Stück“. Ich wage es, nach den aktuellen Erlebnissen beim Einkauf zu vermuten, dass diese Tasche meiner Frau gefallen könnte.
Ich sitze im Cafe: Es herrscht Hochbetrieb. Die Bedienungen kommen kaum nach. Einige Tische sind unappetitlich mit leerem Geschirr voll gestellt. Mit Mühe halte ich einen Platz für meine Frau frei. Endlich! Sie kommt mit kleinem Gepäck – ohne Handtasche. Die Enttäuschung ist ihr ins Gesicht geschrieben. Die leeren Teller und Tassen auf den Tischen im überfüllten Cafe sind auch nicht geeignet, sie aufzuheitern. Wir nehmen einen Drink. Ich setze zu einem letzten Versuch an, die Stimmung zu retten und erweise mich als ein interessierter Taschenjäger. Ohne Überheblichkeit, wie nebenbei, gebe ich zu verstehen, dass ich in Ihrer Abwesenheit dem kleinen Fachgeschäft neben an einen Besuch abstattete, mit dem Verweis, wir sollten diese
Option nicht auslassen. Ein müdes Lächeln zunächst, dann aber wieder dieser »Taschensuch-Blick« in den Augen meiner Frau. Ich habe ins Schwarze getroffen. Wir bezahlen, verlassen den ungastlichen Raum und steuern gemeinsam das Fachgeschäft an. Eine überaus freundliche Verkäuferin nimmt uns in Obhut. Meine Frau sucht die Regale ab und zieht auf Anhieb, ich traue meinen Augen nicht, sie zieht »meine weiße Tasche« aus dem Regal, prüft das Leder, die Form, die Einteilung, hängt sie links und rechts um, fragt mich schließlich, ob sie mir gefalle? Ich halte mich aber mit aller nur erdenklichen Anstrengung zurück, mich zu äußern, in der Hoffnung, jetzt hat sie es. Bei der nachfolgenden Szene hätte ich in den Boden versinken können, hatte ich doch alles vermeintlich richtig eingefädelt. Meine Frau aber gibt der Verkäuferin eindeutig zu verstehen, die »weiße Tasche« habe zwar einen gewissen Charme. Sie habe sich aber eine braune Tasche gewünscht. Das war es dann.

Meine Frau lehnt sich bei der Rückreise sichtlich erschöpft in den gepolsterten Sitz zurück. Ich bin nicht so sehr müde, eher verärgert; sind es doch nur noch Stunden bis zu ihrem Geburtstag. Wo bekomme ich denn nun eine Tasche her? Finstere Gedanken verfolgen mich. Was hat uns diese Reise in die Stadt gebracht? Es geht mir immer wieder durch den Kopf, braun muss sie sein, – und sie wird auch eine braune Tasche bekommen, aber nach meiner EinkaufsmethodAnderntags befinde ich mich in unserem Schuhgeschäft in Backnang und sehe zu meiner großen Überraschung in der Auslage die »braune Handtasche« wie für meine Frau gemacht, und dazu noch recht preiswert. Hinein! Ich lasse mir die Tasche zeigen, prüfe das Leder, die Einteilung, hänge sie probeweise rechts, dann links über die Schulter, trete vor den Spiegel und kaufe sie. Der Verkäuferin gebe ich diskret aber bestimmt Einblick in meine Seelenlage und sage: »Wenn meiner Frau diese Tasche nicht gefällt, dann gibt es Schuhe! « Ich behalte mir das Umtauschrecht vor. Sie werden es nicht fassen, mir ging es genau so. Ich präsentiere am Geburtstag stolz mein Geschenk und meine Frau äußert begeistert: » Genau so habe ich mir die Tasche vorgestellt «. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Können Sie mir erklären, wie es dazu kommt, dass ich in der Lage bin, die Absichten meiner Frau zu erraten?

 

 

 

 

Anbetung

Im Namen des Vaters
des Sohnes und des
Heiligen Geistes
Alles was Gott der
Herr erschaffen hat
und am Leben erhält
Alles was es von Anfang
an gab im Hier und Jetzt
bis zum Ende der Zeit gibt
Und im Himmel wie im
Universum göttlicher
Liebe auf Erden existiert
Soll mit uns vereint zu
Dank Lob Anbetung des
Allerhöchsten werden
Herr erbarme DICH unser
vergib unsere Sünde und
Schuld wie wir vergeben
Sei DU die Mitte und Quelle
unserer Liebe im Glauben
Hoffen Beten und Feiern
Erde singe dass es klinge
laut und stark Dein Jubellied
Himmel alle singt zum Schalle
Dieses Liedes jauchzend mit
singt ein Loblied unserm
Meister preist IHN laut ihr
Himmelsgeister was ER erschuf
was Gott erbaut juble laut. Die
Ehre Anbetung und Herrlichkeit
Sei dem Vater Sohn und Heiligen
Geist allezeit und in Ewigkeit
heilig heilig heilig heilig ist
Der Herr ER der nie begonnen
ER der immer war ewig ist und
waltet SEIN wird immerdar

Dankgebet

Dankgebet

 

 

Eine Reise nach Hamburg

Es ist der 23. Januar des Jahres 2015: Sehr früh am Tage erblicken unsere Enkel das Licht der Welt. Gott sei´s gedankt! Unsere Tochter Veronika hat Zwillinge geboren. Die Mutter und Kinder sind gesund. Auch der besorgte und stolze Vater hat „die anderen Umstände“ gut überstanden. Wir, die Großeltern, alle Verwandten, Freunde und Bekannten, freuen uns über die Geburt von Emilia und Paul. Erste Fotos der Enkel lassen keine Wünsche offen. Wir sind entzückt über die hübschen Kinder, staunen über dieses Wunder, und finden die Kleinen zum Knuddeln und Küssen süß. Schon lange stellten sich Veronika und Arthur, auf ein Leben mit Kindern ein. Sie konnten in einer ruhigen Wohnlage im Nordwesten Hamburgs ein schönes Haus erwerben, bauten es um und richteten es nach ihren Bedürfnissen ein. Auch der große Garten mit altem Baumbestand wurde neu gestaltet. Beim Gartenhäuschen mit dem windgeschütztem Sitzplatz, durfte auch der passende Strandkorb nicht fehlen. Wir Großeltern begutachteten bei verschiedenen Besuchen den Baufortschritt; ein Ergebnis sorgfältiger Planung und aufwendiger Arbeit. Hier entstand in den vergangenen zwei Jahren ein Zuhause, in dem sich Eltern wie Enkel wohl fühlen können.
Als wir von der Geburt der Zwillinge erfuhren, war Iris, meine Frau, nicht mehr zu halten. Sie musste, wie die anderen Verwandten, die Enkel unbedingt sofort sehen, kehrte überglücklich von einem Blitzbesuch in Hamburg zurück, und schwärmte von den „süßen Kleinen“, die sie zum ersten Mal in den Arm nehmen durfte. Wir planten umgehend einen gemeinsamen, längeren Aufenthalt in Hamburg. Als Großvater musste ich mich aber trotz erfreulicher Botschaften, noch etwas gedulden, bis ich die Enkel sehen und erleben durfte. Endlich war es so weit: Doch kurz vor der Abfahrt, traten bei mir heftige Rückenschmerzen auf, die eine Reise zu verhindern drohten. Dabei hatte ich mich in Vorfreude doch schon sorgfältig auf die Fahrt vorbereitet. Sollte es mir nun nicht gegönnt sein, meine Enkel zu sehen? Auf Rat meiner Frau, entschloss ich mich aber trotz der Beschwerden, die Reise im Auto zu wagen. Entgegen aller Sorge, gelang es mir, die Rückenlehne des Sitzes so einzurichten, dass die Schmerzen erträglich blieben. Wir hatten zudem Glück: An diesem etwas diesigen Wintertag herrschte mäßiger Verkehr auf den Straßen. Mit wachsender Distanz von Oppenweiler, nahm die Hoffnung zu, die Reise gut überstehen zu können. Nach nur sechs Stunden Fahrzeit, tauchte die uns bekannte Silhouette Hamburgs vor uns auf. Dem Ziel unserer Reise waren wir nun sehr nahe:
Veronika hatte sich bei unserer Ankunft gerade, nach der „Mahlzeit“ mit den Kindern, zu einem Plauderstündchen auf das Sofa im Wohnzimmer zurückgezogen. Es herrschte beruhigende Stille im Hause. Paul flirtete, bequem auf den Oberschenkeln der Mutter liegend, mit Veronika, die ihn zum Dank für seine zufriedene Miene, gelegentlich ein wenig rüttelte. Emilia hatte es sich im rechten Arm ihrer Mutter bequem gemacht, und schaute sie satt und zufrieden unverwandt an. Beide Kinder beteiligten sich mit lebhaftem Mienenspiel an der Plauderei. Die Stimme Veronikas schien ihnen vertraut zu sein.Wir wurden nun unseren Enkeln hoch offiziell, als deren Oma und Opa vorgestellt. Die Kleinen sahen wirklich genau so aus, wie ich sie von den Fotos bereits kannte. Zunächst stand ich ein wenig sprachlos aber sehr dankbar vor diesem Wunder an Leben. Veronika versicherte uns, dass beide Kinder seit ihrer Geburt, an Gewicht schon deutlich zugelegt hätten. Als ob wir uns schon lange wohl bekannt wären, gelang mir die richtige Zuordnung der Namen in Kürze. Es dauerte nur eine kleine Weile, bis es die glückliche Mutter wagte, uns ihre Kinder anzuvertrauen. Ich kann Ihnen versichern, liebe Leser, dass es für mich ein sehr schönes Gefühl war, eine so süße Enkelin an sich zu bergen. Es dauerte daher nicht lange, bis es Emilia gelang, ihren Großvater zu einem lebhaften „Gebabbel“ zu verführen. Nichts von all dem, was sich früher zwischen mir und unseren Töchtern abspielte, hatte ich verlernt, und bald bemerkt, dass Emilia, wie ihre Urgroßmutter Emilie, Musik zu lieben schien. Und mir fielen wie von selbst alle möglichen Lieder zu, die wir einst mit unserer Mutter sangen. Unter uns gesagt, es waren auch einige nicht so ganz koschere „Lumpenliedchen“ dabei. Emilia schien sich aber nicht daran zu stören. Sie scheint wahrlich nicht aus der Art gefallen zu sein Ihr Bruder Paul wurde indessen von seiner Oma sehr verwöhnt und liebkost, wie es sich für einen agehenden Mann gehört. Meine Prognose für seine Zukunft ist klar: Paul, von Kindheit an so ans „Schmusen und Küssen“ gewöhnt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch in seinem späteren Leben diese Einstellung beibehalten. Uns bleibt nur zu raten, welche familiären Erbanteile sich in diesem Knaben verkörpern. Einige Stunden verbringen wir nun schon mit unseren Enkeln und deren Eltern in Hamburg. Gestern fand die erste Ausfahrt statt. Die Kinder wurden schön warm eingepackt und dann marschierten wir mit dem geräumigen, leichtgängigen Kinderwagen los. In der Nähe gibt es übrigens sehr schöne, ruhige Wanderwege, die sich zu derlei Ausfahrten unterschiedlicher Länge anbieten. Veronika machte uns dabei auf die vielen Pferde aufmerksam, die es hier gebe. Sie erwartet wohl zu Recht, dass sie, wie andere Eltern, in nicht allzu ferner Zeit auch unsere Enkel auf Ponys im Kreise herum führen müssten. Nebenbei bemerkt: Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit, als mich unsere Töchter als Pferd benötigten, oder später an die schwierigere Aufgabe, sie davon zu überzeugen keine eigenes Pferd zu bekommen. Mir lag die Klage eines Freundes in den Ohren, der alle Wünsche seiner Tochter geduldig erfüllte, bis auf den Umstand, jedes Wochenende auf einem anderen Turnierplatz zubringen zu müssen.
Aber nun wieder zurück nach Hamburg: Bis unsere Enkel so weit sind, dauert es eh noch eine Weile. Gern überlassen es wir ihren Eltern zu entscheiden, welche Vorlieben sie ihren Kindern gönnen wollen. Es erscheint uns Großeltern eher angenehm, derlei Entscheidungen, an die nächste Generation abgeben zu dürfen. Auffallend rasch vergeht die Zeit mit unseren Enkeln, denen es schon gelungen ist, die Herzen ihrer Großeltern für sich zu gewinnen. Schon wenige Stunden der Trennung genügen, um sich wieder nach Ihnen zu sehnen. Während ich hier sitze und an dieser Geschichte arbeite, vermisse ich die Kleinen schon. Ich freue mich wieder darauf, bald ohne Beschwerden mit marschieren, und mit ihnen Plaudern zu können, denn der Opa hat noch viele Räubergeschichten und Lumpenliedchen auf Lager, die sie hören sollten. Die Kleinen verstehen zwar die Worte nicht, wohl aber die sonore Stimme des Großvaters, die es gut mit Ihnen meint. Ich freue schon wieder auf die nächste Ausfahrt und die Gelegenheit, mit stolz geschwellter Brust den Kinderwagen zu schieben. Das hat übrigens auch Vorteile: Zum einen gelten mir dann die bewundernden Blicke aufmerksamer Damen oder Herren, zum anderen kann ich mich am Kinderwagen, unauffällig wie an einem Rollator halten, und nur geschulte Blicke bemerken mein unsicheres Gehen.Für heute beschließe ich meine ersten Eindrücke über die Reise nach Hamburg und bin glücklich, dass ein brandneues Notebook mir erlaubt, der gelegentlichen Lust, zu schreiben, störungsfrei nach zu kommen. Bis zum nächsten Mal, liebe Leser!

 

 

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