Samstag der 11. Woche im Jahreskreis
Psalm und Lesungen des Tages

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 6,24-34.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?  Denn nach alldem streben die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben.Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage.
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Hl. Katharina von Siena (1347-1380)

Dominikanertertiarin, Kirchenlehrerin, Mitpatronin Europas

Göttliche Vorsehung: Der Unglaube der Menschen (Der Dialog, 8., Nr. 141; Verlag St. Josef, S. 385; sprachlich angepasst)Ich weiß sehr wohl, was ihr braucht! [Die heilige Katharina hörte, wie Gott zu ihr sagte:] Wie können die Menschen, die ich nach meinem Bild und Gleichnis geschaffen habe, nur glauben, ich würde nicht für sie sorgen? Sie sehen doch, wie ich den Wurm im trockenen Holz ernähre, wie ich den wilden Tieren des Feldes Weide gebe, wie ich die Fische im Meer ernähre, alles Getier auf der Erde und die Vögel in der Luft. Ich gebiete der Sonne, auf die Pflanzen zu scheinen, und dem Tau, die Erde zu befruchten – all das hat meine Güte nur gemacht, um den Menschen zu dienen. Wohin sie sich auch wenden, sie finden in allen Dingen, den geistlichen wie den weltlichen, nichts als das Feuer meiner abgrundtiefen Liebe und meine höchste, süße, wahre und vollkommene Vorsehung.Doch sie sehen es nicht, weil ihnen das Licht fehlt und sie sich auch nicht bemühen zu sehen. Daher empören sie sich über jede Prüfung und schmälern engherzig die Liebe zu ihrem Nächsten. Geizig denken sie an den morgigen Tag, obwohl meine Wahrheit [die Wahrheit in Person] dies untersagte, als sie sprach: „Sorgt euch nicht um den morgigen Tag. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage“ (vgl. Mt 6,34). Er hat euer mangelndes Vertrauen getadelt und euch meine Vorsehung und die Kürze der Zeit vor Augen geführt mit den Worten: „Sorgt euch nicht um morgen.“ So als wollte meine Wahrheit sagen: „Sorgt euch nicht um Dinge, die euch gar nicht sicher sind; der heutige Tag ist genug.“ Und er hat euch gelehrt, zuerst das Reich Gottes zu suchen, das heißt, nach einem heiligen und guten Leben zu trachten. Denn ich, euer himmlischer Vater, weiß sehr wohl, dass ihr diese kleinen Dinge braucht; daher habe ich sie für euch geschaffen und der Erde geboten, euch ihre Früchte zu geben.

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