Opa fliegt

Sofia, die muntere Enkelin, lief wie gewöhnlich, so auch in dieser fantastischen Geschichte einige Schritte voraus. Sie liebte es, die Erste zu sein, der niemand folgen konnte. Der Wanderweg um Oberstdorf führte in einem schattigen Waldstück steil bergab. Sofia hüpfte vergnügt jauchzend die Stufen hinab, die mit Pfählen gesichert waren, um den Wanderern sicheren Tritt zu verschaffen. Mit ihren zehn Jahren war sie bereits eine gute Sportlerin, und bewegte sich nicht nur in den Bergen, sondern auch auf ihrem Einrad und beim Schwimmen sehr geschickt. Ihr vierjähriger Bruder Niclas, wollte der Schwester nicht nachstehen, und drängte unablässig mit der Bitte: »Opa hüpf, Opa hüpf!«. Er gab schließlich dem Wunsche nach und hüpfte, so gut er es vermochte, mit dem aufgeregten Knaben die Stufen hinunter. Prustend, mit klopfendem Herzen und hochrotem Kopf, blieb er nach einiger Zeit stehen und überlegte, ob es nicht noch eine andere Weise gab, sich weniger anstrengend fort zu bewegen?

Zum Glück fiel ihm ein, dass er in der Kindheit in Träumen fliegen konnte. Zu Niclas gewendet sagte er bedeutungsvoll: » Dein Opa kann nicht nur hüpfen, sondern auch fliegen! Niclas schaute ungläubig zu ihm empor: »Nur Vögel können fliegen«, behauptete der Enkel hartnäckig. Der Opa entgegnete: »Ich kann aber in Gedanken doch fliegen, und wenn Du recht mutig bist, nehme ich Dich mit. Du musst mir nur auf den Rücken sitzen, und Dich an meiner Jacke gut festhalten«. Niclas, immer noch ungläubig, nun aber an diesem Unternehmen höchst interessiert, bot sich zum Fluge an. Der Opa nahm Niclas »huckepack«, machte einige kräftige Bewegung mit Armen und Beinen und hob ab. »Halte Dich gut fest!«, rief er ihm nochmals laut zu. Ohne die Füße zu benutzen, schwebten sie leicht über die Stufen des Weges hinunter. »Schön, kreischte Niclas, Opa, flieg weiter, flieg weiter!« Offensichtlich hatte der Knabe keine Angst. Sicherheitshalber flog der Opa aber mit seinem Enkel dicht über den Stufen, damit ihnen ein Sturz nicht zu sehr schaden konnte, einmal kräftig mit den Armen arbeitend, und „hui“, flogen sie, zunächst in Bodennähe, dann aber immer freier wie die Vögel, weit über diese Lichtung hinaus. Es bereitete ihnen einen Riesenspaß, den Aufwind am Hang zu spüren, und in großen Kreisen. wie die Drachenflieger, hin und her zu segeln. Schließlich hatten sie genug, denn es blies ihnen in der Höhe ein kühler Wind um die Ohren. Der Opa hielt daher Ausschau nach einem geeigneten Landeplatz, und setze, als er in der Ferne Segelflugzeuge starten sah, zur Landung an. Man war dort sehr überrascht, als die beiden, ohne Flugzeug fliegend, auftauchten, und unbeschadet landeten. Die staunenden Piloten und das Bodenpersonal des Flugplatzes fragten sie: »Wie macht ihr das? « Der Opa antwortete selbstbewusst: »Ich kann von Kindheit an in Träumen fliegen, weiß aber nicht wieso, «und zum Leiter der Flugschule gewandt: »Sie sind doch alle erfahrenen Piloten, und sollten mir erklären können, warum ich fliegen kann? « Sie konnte es nicht. Die beiden bedankten sich nach einer Weile bei den Segelfliegern für die freundliche Aufnahme. und das Gespräch, machten sich zu Fuß auf den Weg, und winkten ihnen zum Abschied noch einmal zu.

Gegen den kräftigen Protest von Niclas, gingen sie dann den steilen Höhenweg zu Fuß zurück. Sie fanden Sofia zusammen mit der Familie, die sich zu einer Vesperpause niedergelassen hatte, und erzählten stolz, was sie erlebt hatten. Es wollte aber niemand glauben, dass Opa wirklich fliegen kann. Niclas aber behauptete steif und fest: »Ich bin auf Opas Rücken geflogen und es war wunderschön, auch wenn ihr das nicht versteht! «Zweifelnd, jedoch neugierig geworden, erbaten sich die kräftigen, bergerfahrenen Schwiegersöhne, von Opa einen weiteren Beweis seiner Flugkünste, und sagten: »Wenn Du schon seit Deiner Kindheit im Traum geflogen bist, müsstest Du mindestens noch eine andere Geschichte erzählen können«. »Nichts einfacher als das«, entgegnete er. Euer Opa war einmal in England, und wanderte dort durch Wälder und Felder einer schönen Landschaft, die an diesem sonnigen Tag , den Blick weit über die sanften Schwingungen der Hügel bis zur Küste, und dem Meer freigab. Vor sich, auf der Höhe, sah er eine Schule. Sie trotzte dort schon lange Wind und Wetter. Die Fenster waren geöffnet, und fröhliche Kinderstimmen mit Klavierbegleitung, drangen an sein Ohr. Er hatte große Lust, zu erkunden, wie man hier Unterricht erteilt. Je näher er kam, desto weniger hörte er den Gesang. Es schien, als ob inzwischen in einem anderen Fach Unterricht erteilt wurde. Der Opa blieb dennoch bei seinem Vorhaben, ging auf die Schule zu, klopfte an die Türe des Klassenzimmers, und wurde hereingebeten.

Beim Betreten des Klassenzimmers, wollte der erste Eindruck, der sich dem Opa darbot, gar nicht zu den fröhlichen Liedern passen, die ihn angelockt hatten: Eine hübsche, junge Lehrerin, stand an der Tafel, bemüht, etwa dreißig Mädchen und Buben mathematische Regeln zu erklären. Er wunderte sich daher nicht allzu sehr, über die teilweise entrückten Mienen der Schüler, und deren verzweifeltes Nagen an den Bleistiften. Erinnerten ihn doch der trockene Vortrag der Lehrerin, und die gedämpfte Stimmung der Schüler, an die eigene Schulzeit. Nach einer kurzen Begrüßung der Lehrerin und Kinder, erklärte der Opa seinen Wunsch, ein wenig am Unterricht teilnehmen zu dürfen. In gebrochenem Englisch erzählte er, dass er aus Deutschland käme. und hier durch diese wunderschöne Landschaft wanderte. Die Lehrerin war einverstanden, bot ihm einladend einen Stuhl an, und bat ihn, Platz zu nehmen. Er bemerkte durchaus, dass die Kinder und die Lehrerin, in seinem Besuch eine willkommene Abwechslung erblickten:

Sechzig lebhafte Kinderaugen musterten die Wanderkleidung, die staubigen Schuhe und den großen Rucksack des Opas. Die Lehrerin wandte sich an ihn mit der Frage, ob er auch einen Beitrag zum Unterricht leisten könnte? Er gab zu verstehen, dass er ihren Unterricht in Mathematik sicher nicht überbieten könnte. Seit seiner Kindheit verfüge er aber über eine besondere Gabe, mit der er sie und ihre Schüler erfreuen könnte. Dies setzte aber voraus, dass der Unterricht in Mathematik für eine kleine Weile unterbrochen würde. Die Kinder horchten auf und die Lehrerin schien überrascht. Sie stellte sich aber sehr schnell auf die neue Situation ein und fragte, was er denn anzubieten hätte? Erst nach einer befriedigenden Antwort vermöge sie zu entscheiden, ob sie die Erlaubnis geben könnte, den Unterricht zu unterbrechen. Alle Augen richteten sich auf den Opa: Er stand auf, machte mit den Armen einige Schwimmbewegungen und sagte in die erwartungsvolle Stille: »Ich kann hier fliegen! « Der Lehrerin verschlug es für einen Moment die Sprache. Einigen Kindern blieb für Sekunden der Mund offen stehen. Dann kamen die ersten Reaktionen: »Das ist nicht möglich, nur Vögel oder Flugzeuge können fliegen! « »Sie wollen doch nicht behaupten, dass Sie hier einfach in der Luft schweben könnten? «, äußerte die Lehrerin. »Einfach das natürlich nicht«, gab er zur Antwort. Er könnte aber, wenn er mit Armen und Beinen kräftig rudere, seit seiner Kindheit in der Fantasie fliegen.

»Fliegen, fliegen, fliegen! «, schrien die Kinder im Chor und durch einander.» Auf Ihre eigene Verantwortung«, sagte die Lehrerin. Unter heftigem Geschrei, Strampeln und Klatschen der Kinder ging der Opa zum Start kurz in die Knie, stieß sich kräftig ab, machte zunächst mit den Armen, dann auch mit den Beinen, einige kräftige Bewegungen, und erhob sich unter dem ohrenbetäubenden Lärm der Kinder in die Luft. Dicht am Kopf der Lehrerin vorbei, steuerte er hinauf zur Decke, drehte einige Runden, segelte auf und nieder, sodass die Kinder in den Schulbänken ihre Köpfe einzogen, und flog durch ein offenes Fenster hinaus.

Es bereitete ihm große Freude, den Aufwind zu spüren und im Gleitflug den Blick über die sich auf und absenkenden Felder und Fluren bis hin zur Küste mit den anstürmenden Wellen zu genießen. »Juchhe und hurra« schrie er laut in den Wind, der sein Rufen zur Schule trug. Dort klebten die Lehrerin und Kinder an den Scheiben und ließen nur ein Fenster offen, durch das der Opa hinausgeflogen war, damit er auch wieder sicher landen konnte. Einige Male flog er ganz nahe an der Schule vorbei, um die begeistert winkende Horde zu grüßen. Schließlich setzte er in einem weiten Bogen zur Landung an, steuerte durch das offene Fenster, drehte noch einmal eine Runde durchs Klassenzimmer und landete unter großem Beifall.

Aus Anlass seines Geburtstages, schlug der Opa dem kleinsten Schüler vor, wenn er keine Angst hätte, dann könnte er mit ihm eine Runde durchs Zimmer fliegen. Alle Kinder bedrängten ihn: »John, fliege, John, fliege! « Der Junge stimmte nach einigem Überlegen zu. Euer Opa nahm ihn dann auf den Rücken mit dem Hinweis, sich gut festzuhalten, ging in die Knie, und hob mit einem kräftigen Ruck ab. Die Schüler tobten und die Lehrerin hielt sich vor Schreck die Hände vors Gesicht. Er flog auf und nieder, hin und her, bis er ein deutliches Zittern des Knaben verspürte. Unbeschadet landeten beide direkt vor der großen Tafel, neben dem Pult der Lehrerin. John japste nach Luft und war ganz grün im Gesicht. Der Opa beugte sich zu ihm hinunter, um ihn vor allen Schülern für seinen Mut zu loben. Doch da nahte das Unheil: John atmete noch einmal tief durch. Dabei rumorte es vernehmlich in seinem Bauch und ehe er sich zur Seite wenden konnte, bekam Opa einen Teil seines Frühstücks ab. » He, das gefällt mir gar nicht, warum spuckst Du mich einfach an«, fuhr es aus ihm heraus! John sah ihn entwaffnend mit großen, erschrockenen Augen an und stammelte: „ Das ist mein – mein – mein Geschenk für Dich zum Geburtstag! « Der Opa war sprachlos. Und als alle Kinder in den Kanon einfielen: »Viel Glück und viel Segen auf all Deinen Wegen…, drückte er den leicht widerstrebenden Knaben an sich und sagte tröstend zu ihm: »Es ist alles wieder gut! « Notdürftig gereinigt, nahm der Opa seinen Rucksack wieder auf, und verabschiedete sich unter dem Beifall der Schüler. Die freundliche Lehrerin wünschte ihm für weitere Flüge »Hals und Beinbruch«.

Die Wander-Familie, selbst die Schwiegersöhne, waren nach dieser Erzählung überzeugt, dass Opa fliegen kann, wenn nicht wirklich, so doch in seiner Fantasie. Auch Sie, liebe Leser, könnten wie unser Opa, ohne Schaden zu nehmen, oder anderen Schaden zuzufügen, eine fantastische Geschichte gestalten. Die Konstrukteure der ersten Flugzeuge träumten ja zunächst auch nur vom Fliegen, um dann Flugzeuge zu bauen, mit denen Menschen bis heute weltweit unterwegs sind. Sollten Sie, liebe Leser, es aber in Ihrem nächsten Urlaub einmal vorziehen, Städte oder Regionen der engeren Heimat zu erkunden, dann wünscht Ihnen der Opa viel Vergnügen dabei.

Gebet in der Nacht

DU ewiger Gott
und Lebensbrot
DU hörst uns
gnädig in der Not

DU willst in unsren
Herzen wohnen
und uns vom ewigen
Tod verschonen

Komm Vater Sohn
und Heiliger Geist
denn ohne DICH
sind wir verwaist

Und hilf uns danken
für alle Gaben
die wir o Ewiger
empfangen haben

Gebet

Glaubensbekenntnis

Allerheiligster Vater, wir danke DIR, dass DU uns und das Universum im ewigen Anfang DEINES liebenden göttlichen Herzens erschaffen hast, und im Dasein erhältst. DEIN unendlicher Anfang vor, und DEINE Gegenwart in, und nach aller Zeit, sei in Ewigkeit gepriesen und verherrlicht. Und wir danken mit allem, was wir sind und haben, der von DIR erwählten, allerseligsten Jungfrau Maria, die uns DEINEN geliebten Sohn geschenkt hat, der uns zu DEINEN Söhnen und Töchtern macht. DEIN allerheiligster Sohn, der DICH Vater, uns als Menschensohn und Bruder, in ewiger Liebe geoffenbart hat, sei gelobt und gepriesen. IHM, dem Eckstein der heiligen Kirche, dem Ort des Gebetes, des Dankes, der Verherrlichung Gottes, unserer Heimat im Glauben Hoffen und Lieben, sei Ehre und Dank. ER, unser allerheiligster Erlöser, der unter Pontius Pilatus gelitten, am Kreuz für uns gestorben, zu den Toten hinabgestiegen, am dritten Tag von den Toten auferstanden ist, sei gepriesen. ER, der in den Himmel aufgefahren, zu Rechten des Vaters sitzt, von dort kommen wird, die Lebenden und die Toten zu richten, sei hoch gelobt. ER, Jesus Christus, der Allerheiligste, der unser Weg, die Wahrheit und das Leben ist, der Gottes Volk in SEINER heiligen Kirche, dem Ort der Gerechtigkeit und des Friedens, in der Einheit des wahren Glaubens bewahrt, sei die Ehre. IHM unserem Herrn gebührt in Gott. und unserem Namen mit allen Kreaturen, Heiligen und Seligen für die Vergebung der Sünden, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben, ewig Dank und Herrlichkeit. Wir preisen ebenso den Heiligen Geist, der uns mit allen Geschöpfen des Universums in Zeit und Ewigkeit geschenkt ist. IHM, der uns im Willen des Vaters und des Sohnes in der Einheit der Kirche vor den Pforten der Hölle bewahrt, im Leiden tröstet, zur Gottes- und Nächstenliebe ermutigt, und uns in die ewigen Wohnungen des Vaters begleitet, sei Lob Dank und Herrlichkeit. Der Vater der Sohn und der Heilige Geist segne SEINE Kirche, uns und alle Geschöpfe des Himmels und der Erde, im Universum SEINER ewigen Liebe.

Geborgen in der Kirche
Geborgen im Glauben Hoffen und Lieben.

Gotteslob

Liebe Brüder und Schwestern von Gottes Gnaden: Wir sind das Volk Gottes im Reich der Gerechtigkeit und des Friedens.  Weltweit in SEINER Kirche lebend, lasset uns Gott, den EINEN, Allmächtigen, den geliebten VATER, Schöpfer und ERHALTER allen Lebens mit allen SEINEN Werken im Himmel und auf Erden lobpreisen. IHN, der ewig, in aller Zeit und in Ewigkeit, als der EINE Gott in der Einheit mit SEINEN SOHN und dem HEILIGEN Geist in unendlicher, alles umfassender Liebe herrscht und regiert, lasst uns in Ehrfurcht von ganzem Herzen, mit aller Kraft anbeten. Geheiligt werde SEIN NAME, SEIN Reich komme, und SEIN Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

DIR über alles geliebter Vater, Sohn und Heiliger Geist verdanken wir
unser Leben und alles was wir sind und haben. DU sorgst DICH um unser leibliches und seelisches, unser irdisches und ewiges Wohl.
Tag und Nacht, in den Jahreszeiten und in unserem ganzen Leben, bist DU unser Glaube, die Hoffnung und Liebe in allen Beziehungen zu Menschen und Geschöpfen DEINER Hand. Alles bezeugt DEINE Liebe, DEIN Heil und Segen für uns.

Unsere schmerzlichste Erfahrung ist nicht nur die Angst, das Leiden
unser Grenzen und der Tod. Es ist das Leben in einer sündhaften
und schuldigen Welt mit unseren eigenen Sünden, der Schuld vor
Gott und gegenüber den Mitmenschen und Geschöpfen. Wie muß
DICH Vater Sohn und Heiliger Geist unsere Hartherzgkeit verletzen,
dass DU DICH in DEINEM geliebten Sohn verhöhnen und verspotten, kreuzigen, töten und begraben läßt, und DICH hingibst, um unsere Sünden zu tilgen und uns in der Auferstehung ins ewige Leben DEINE Liebe zu schenken. Oh felix culpa, die uns eine sölche Erlösung gebracht.
DEO GRATIAS!

Dankgebet

 

 

Eine fantastische Reise

Am frühen Morgen eines Sommertages hält der Zug. Der Bahnhof einer großen Stadt liegt im diesigen Licht der Neonleuchten. Lebhafter Verkehr herrscht auf den Bahnsteigen. Viele Menschen eilen zu ihren Arbeitsplätzen. Nur einige Fernreisende mit größerem Gepäck sind zu sehen. Dem Zug entsteigt ein älterer Herr. Er gähnt, reibt sich die Augen, und schaut sich orientierend um. Dem aufmerksamen Beobachter fällt auf, dass er nur eine kleine Reisetasche bei sich führt. Aufrechten Ganges strebt der gut gekleidete Herr dem Ausgang zu. Gelegentlich bleibt er wie in Gedanken stehen. Ein junger, freundlicher Mann bemerkt den Herrn, geht auf ihn zu, und sagt: „Ich habe hinter Ihnen gehend beobachtet, dass Sie sich manchmal umsehen, kann ich Ihnen behilflich sein?“ Der ältere Herr entgegnet: „Es ist sehr aufmerksam von Ihnen, mich anzusprechen, denn ich bin zum ersten Mal in dieser Stadt, und soeben nach einer längeren Nachtfahrt hier angekommen.“ Er mustert dabei den freundlichen Mann, der einen grauen Anzug mit weißem Hemd und gedeckter Krawatte trägt, und vermutet, dass er in geschäftlichen Dingen unterwegs ist. Daher fügt er hinzu: „Ich hätte schon eine Frage an Sie, aber ich dachte mir, dass Sie, wie die anderen Menschen hier, eilends unterwegs sind, und ich möchte Ihre Zeit nicht zu sehr in Anspruch nehmen. Der junge Mann antwortet beruhigend: „Sie haben recht geraten. Ich arbeite hier in einer Bank und muss zu einer festen Zeit dort sein. Er blickte kurz auf seine Uhr und bemerkt: Für einige Minuten stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Haben Sie denn einen festen Plan, oder kann ich Ihnen auf andere Weise behilflich sein?“

Der ältere Herr scheint erfreut über das Angebot und entgegnet: Ich bin ein neugieriger Mensch, und nach meiner Pensionierung auf einer Reise nach „Irgendwo“ schon einige Monate unterwegs. In letzter Zeit, habe ich mich in Deutschland umgesehen, nun will ich die Schweiz näher kennen lernen. Ich bin hier ausgestiegen, um einige Tage in dieser Stadt zu verbringen, und bin gespannt, was ich hier sehen und erleben kann. Für heute habe ich übrigens keinen festen Plan, und kann frei über meine Zeit verfügen. Der junge Mann hatte aufmerksam zugehört und sich gefragt, wie er dem Herrn bei dessen Erwartung helfen könnte? Es schien ein gebildeter Mann zu sein, der schon bessere Tage gesehen hatte. Er entgegnete: „Ihre Lust unsere Stadt kennen zu lernen, erlaubt mir, Ihnen einen vielleicht überraschenden Vorschlag zu machen: Ich arbeite in einer großen Schweizer Bank. Heute ist bei uns zufällig ein Tag der offenen Tür. Sie wissen sicher, dass wir derzeit über die Grenzen hinaus, ins Gerede gekommen sind. Könnten Sie sich vorstellen, mich zu begleiten, und sich bei uns einige Stunden umzusehen? Vielleicht könnte ich Ihnen überraschend neue Eindrücke über unsere aktuelle Arbeitsweise vermitteln? Er lächelte Augen zwinkernd und fügte hinzu: „Sollten Sie ein wenig Reisegeld erübrigen, dann könnte ich Ihnen auch zeigen, wie man bei uns mit kleinen Einsätzen Gewinne erzielen kann.“ Der ältere Herr räusperte sich und sagt: „Ich habe schon einiges über den Börsenhandel gehört, mich aber des Risikos wegen, bisher selbst nicht beteiligt. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, mich bei Ihnen ein wenig umzusehen. Da ich für heute noch keinen festen Plan habe, nehme ich Ihren Vorschlag gern an, Sie zu begleiten.” Inzwischen war es auch höchste Zeit, denn der Börsenhandel eröffnete schon bald.

In der Schalterhalle herrschte heute reger Betrieb: Hinter der Theke saßen einige Händler vor ihren Computern. Davor drängten sich viele Kunden, die auf großen Bildschirmen an der Wand, interessiert die Börsenkurse und die verschiedenen Angebote verfolgten. Der junge Mann bemühte sich einige Zeit, dem älteren Herrn zuvorkommend die wichtigsten Abläufe beim Börsenhandel zu erklären.  Danach forderte er ihn freundlich auf, vor allem die Geschäfte zu verfolgen, die er an seinem Arbeitsplatz mit Kunden abschloss. Der ältere Herr war beeindruckt von dem Geschehen, ließ sich zwischendurch von hübschen Hostessen mit Speise und Getränken verwöhnen, und genoss den Tag der offenen Tür. Am Nachmittag nahm sich der junge Mann noch einmal Zeit für ihn, und zeigte ihm anhand seines Tagesgeschäftes, welche Aussichten auf Kursgewinne auch bei Kunden mit geringen Einsätzen bestehen. Er fügte hinzu: „Alle Geschäfte müssen aber immer bis zum täglichen Ende des Handels abgeschlossen sein.“ Der ältere Herr bedankte sich für den informativen Tag und sagt: „Meine Neugier ist befriedigt. Ich benötige heute nur noch ein ordentliches Hotel und Bedenkzeit, ob ich eventuell einen Einsatz wage.

Einige Tage danach betritt der ältere Herr nachmittags wieder die Schalterhalle der Bank. Er begrüßt den jungen Mann, und verfolgt mit wachsendem Interesse die Vorgänge. Wie bei einem Spieler steigt seine Erregung und Anspannung so an, dass er sich entschließt, unbedingt noch rasch vor Handelsschluss, ein ihm aussichtsreich erscheinendes Papier zu zeichnen. Aber genau in diesem Augenblicke drängte sich ein Angestellter der Bank so vor ihn, dass er dieses Papier nicht mehr rechtzeitig erwerben konnte. Die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Als ihm der junge Mann nach Handelsschluss auch noch erklärt, dass er beim Kauf des gewählten Papiers in absehbarer Zeit einen Gewinn von 2ooo € zu erwarten hatte, stieg ihm die Zornesröte ins Gesicht, und er erzählte dem jungen Mann die Geschichte mit dem Bankangestellten, der ihm zuvorkam. Er erfährt durch ihn, dass ein solches Vorgehen in ihrem Hause streng verboten sei, denn der Chef sei ein sehr korrekter Mann der großen Wert darauf legte, dass die Bank ihr gutes Ansehen bei den Kunden bewahre.  Genau in diesem Moment erkennt der ältere Herr den Angestellten in der Nähe wieder, der ihm soeben zuvorgekommen war, und nun eilends dem Ausgang zustrebt. Kurz entschlossen, stellt er sich ihm in den Weg und besteht in Gegenwart des jungen Mannes nachdrücklich darauf, die heikle Angelegenheit umgehend mit dem Chef der Bank zu besprechen. Sie werden bei ihm angemeldet. Schon nach wenigen Minuten betreten sie gemeinsam das modern eingerichtete Büro des Chefs. Der alte Herr ist sehr überrascht, in diesem Raum einem ebenfalls älteren Mann zu begegnen, der überdies auf einen Rollstuhl hinter seinem Schreibtisch sitzt. Als der Chef des Hauses, mit weißen, lockigen Haaren, und einem scharf geschnittenen, trotz vieler Falten, jugendlich wirkenden Gesicht, den Besuchern freundlich entgegen rollte, und einladend auf die Sitzgruppe für Besucher verweist, ist der Bann gebrochen. Mit sonorer Stimme sagt der Chef:  „Ich habe vernommen, dass Sie ein Anliegen haben, bitte sprechen Sie!“ Der alte Herr schildert nun ausführlich sein Erlebnis mit dem Bankangestellten, durch dessen raschen Vordrängen, ihm ein möglicher Gewinn von 2000 € entgangen sei. Er betont, dass es ihm vor allem wichtig sei, die Leitung des Hauses über diesen Vorfall zu informieren.“ Der Chef der Bank lehnte sich überrascht in seinem Rollstuhl zurück, überlegt kurz und sagt: „Es ist nicht üblich, dass unsere Angestellten in unserem Haus im eigenen Interesse Geschäfte tätigen. Wir legen größten Wert darauf, unsere Kunden zufrieden zu stellen. Ich bitte Sie, den Vorfall zu entschuldigen und uns zu gestatten, Sie für den entgangenen Gewinn zu entschädigen. Zum Angestellten gewendet bemerkt er: „Sie erkennen sicher selbst Ihr Fehlverhalten. Es sollte Ihnen zur Warnung dienen, sich künftig streng an die Hausordnung zu halten und derartige Handlungen zu unterlassen. Der alte Herr atmete erleichtert auf und sagte: „Ich konnte keineswegs damit rechnen, dass die Angelegenheit einen so erfreulichen Ausgang nimmt. Es ist kaum zu fassen, dass Ihr Haus für diesen möglichen Schaden aufkommt. Ich kann nur sagen Gott sei Dank – und betrachte das als einen erneuten Beweis dafür, dass ich in allen Lebenslagen mit Schutz und Beistand rechnen darf. Der Chef der Bank sah ihn verständnisvoll an und entgegnete: „Mir scheint, wir sind beide auf der gleichen Zielgeraden unseres Lebensweges angelangt; da lebt es sich leichter, wenn man das eigene Gewissen nicht mehr zu sehr belastet. Ich sage Ihnen als Chef dieses Hauses: Geld ist auch für mich nicht das letzte Wort! Sie verabschieden sich herzlich. Der junge Mann fügt hinzu: Viel Vergnügen bei der weiteren Reise durch die Schweiz!

 

Osterbetrachtung

Herr unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. hilf uns beten, loben danken, glauben hoffen und lieben. Denn in DIR durch DICH und mit Dir gewährst DU alles, was wir sind und haben, und heilig ist DEIN Name. Durch DICH leben wir Leib, Seele und Geist. DU bist der Atem und Herzschlag und der heilige heilende Geist in uns. DU bist die Quelle aller Liebe, überströmend in den Zeiten, und Orten  des Heiles. DU bist die weltweite Kirche und das lebendige Evangelium, der Altar, Papst, Bischof, Priester, unser tägliches Brot und jegliche geistige Nahrung. Geheiligt seist DU, unser Schöpfer und liebster Vater. Alle Menschen, Gläubigen, DEIN Volk im Himmel und auf Erden. Alle DEINE Werke und Geschöpfe, verneigen sich in DEINER Allerheiligsten Gegenwart als DEIN geliebtes Volk, vor DEINER Herrlichkeit. DU Vater, bist mit DEINEM Sohn und dem Heiligen Geist die Kirche, der Altar um den wir uns versammeln, der Weihrauch unserer Verehrung, der Gesang, die Musik, das Gebet, der Lobpreis, und unsere Bitten um Vergebung und Erbarmen.

Mit der von DIR erwählten Jungfrau, der Mutter Deines geliebten Sohnes, unserer Mutter und Fürsprecherin, mit allen Heiligen im Himmel und auf Erden, versammeln wir uns in DEINER Kirche, um DEINEN Altar, die Einheit und Mitte allen Lebens und Segens, in österlichen Jubel. Freu Dich Heilige Maria, Dein Sohn der im Willen des Vaters unter uns gelebt, gelitten und am Kreuz für uns gestorben ist, durfte nicht im Tode bleiben. ER der Gottes- und Menschensohn, unser Herr und Meister, der alles vollbrachte, und im Himmel zu Rechten des Vaters sitzt, wird wieder kommen, um Gericht zu halten über Lebende und Tote.  Durch IHN mit IHM und in IHM, unserem Weg der Wahrheit und des Lebens, sind wir in der Einheit mit dem Heiligen Geist im Reich der Gerechtigkeit und des Friedens, als Söhne, Töchter, Erben Gottes und unter einander weltweit Brüder und Schwestern. Der Herr, der unter uns wirkte, am Kreuz für uns starb und begraben wurde, lebt aber auch heute, auf SEINE Weise. als derselbe, der wahrhaft von den Toten auferstand. In den Diensten der weltweiten Kirche, den Sakramenten und im heiligen Evangelium lebt und wirkt er in und unter uns. In jedem Gotteswort und in allen religiösen Handlungen und Gaben, feiern und preisen wir Jesus Christus, als Türe der Liebe zu SEINEM Vater. und der Liebe SEINES Vaters zu IHM und zu uns. ER, unser  gekreuzigte Herr, nahm als ER alles im Willen des Vaters vollbracht hatte, SEINEN Platz zu Rechten des Vaters wieder ein, bis ER wieder kommt um alle Lebenden und Toten zu richten. Der geliebte Herr ist auch uns, wie den Frauen und Jüngern, als der von den Toten Auferstandene erschienen. ER lebt, wirkt, glaubt, hofft und liebt in Einheit mit dem Vater, im Heiligen Geist, als unsere tägliche Speise für Leib und Seele in, mit und durch uns. Durch IHN sind wir, als Gottes Volk im Himmel und auf Erden, in der weltweiten Kirche, zur Begegnung  mit dem ewig gegenwärtigen ALLERHEILIGSTEN DREIFALTIGEN eingeladen. Als durch IHN mit IHM und mit einander von Schuld und Sünde Erlöste, und  Auferweckte, jubeln wir mit der Kirche in österlicher Freude: Tod wo ist dein Stachel, Hölle wo ist dein Sieg? Lassen wir uns Tag und Nacht vom DREIFALTIGEN, alles schenken, was dankbare Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern in Wort und Tat, zu einem Leben in Gottes Reich der Gerechtigkeit und des Friedens benötigen. Hoch gelobt und gebenedeit sei allezeit und in Ewigkeit der Vater, unser Schöpfer, der Sohn unser Erlöser Sohn und der Heilige Geist unser Tröster und Beistand.

Tagesgebet

Im Namen des Vaters
des Sohnes und des
Heiligen Geistes

O Gott DU hast uns
aus dem Schlaf erweckt
den Gabentisch so

Reich gedeckt. Wir
danken loben preisen
Dich für alles Gute

Gnädiglich. Bewahre
uns auch diesen Tag
dass uns kein Leid
geschehen mag

Jesus unser Fleisch
und Blut DU machst
allen Schaden gut

Lass uns im Segen
DEIN in mit und für
einander Väter

Mütter Brüder Söhne
und Töchter als Zeugen
DEINER Liebe sein

Herr Jesus Christus Weg Wahrheit und Leben

Bergpredigt

Gott, der Schöpfer und Erhalter alles Guten, gibt im Übermaß. Seine Liebe zu uns und damit zu jedem Menschen, ist nicht zu fassen. Sie ist wahrhaft Gottes würdig und enthält viel mehr, als wir uns je wünschen und erhoffen können. Wir, als Gottes Geschöpfe, sind daher berufen einander dieses Übermaß der göttlichen Liebe in Freiheit und Fantasie, auf die uns mögliche Weise zu vermitteln. Das heißt in allen Lebenslagen Gott für seine Fülle zu danken, und einander die Liebe zu erweisen, die darauf verzichtet, zu hassen, zu vergelten und zurückzuschlagen. Ich weiß sehr wohl wovon ich da spreche. Es ist die Bereitschaft, nicht nur zu geben, zu verzeihen, sondern viel mehr: Einander durch unser Dasein und Handeln die befreiende und erlösende Liebe Jesu Christi erfahrbar zu machen. Jegliche Spaltung und Trennung zu überwinden. Der Herr verbindet diese Forderungen in der Bergpredigt mit dem Versprechen der Seligpreisung. Nachzulesen in der Heiligen Schrift. Daher die Bitte, gib uns Herr die Gnade, diese Worte nicht nur zu hören, sondern mutig und vertrauensvoll danach zu handeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur ein Traum

Im Traum komme ich nach einem längeren Flug aus dem Urlaub zurück. Meine Frau wartet bereits aufgeregt winkend in der Halle, um mich abzuholen. Wir begrüßen uns, gehen lachend Arm in Arm hinaus, und freuen uns auf die Heimreise in unserem neuen Auto. Als Beifahrer genieße ich, im bequemen Sitz unbeschwert, die an uns vorbeiziehende, lichterfüllte Landschaft, und lasse meine Gedanken schweifen. In inneren Bildern sehe ich schon unser Haus, die vertraute Wohnung, und den gepflegten Garten. Mitten in diese Vorfreude dringt überraschend die fixe Idee ein, unser modernes Auto einmal selbst zu fahren. Als ich dabei bin, mir dieses Vergnügen lebhaft vorzustellen, mahnen mich Erinnerungen an unsere erste Nachtfahrt mit dem neuen Wagen zur Vorsicht. Wir stehen vor einer Ampel. Ich kann mir als  Beifahrer aber die Bemerkung nicht verkneifen, meine Frau müsse wohl aus Versehen einen Knopf gedrückt haben, denn in der Dunkelheit empfehle es sich, die Innenbeleuchtung auszuschalten. Angestrengt über das Steuer gebeugt, knurrt sie: „ Ich kann nur anfahren, bremsen, den Blinker setzen, und die Scheibenwischer bedienen.“ Weitere Fragen halte ich nicht für angebracht, unterdrücke mein Schamgefühl, und unter voller Beleuchtung fahren wir durch die Nacht. Nach diesem Gespräch reizt mich die fixe Idee nicht mehr, und ich ziehe es -wie in Wirklichkeit- vor, mich als Beifahrer meiner Frau, unbeschwert nach Hause chauffieren zu lassen.

Im Traum befinden wir uns mitten in der Ferienzeit, und an diesem Tag herrscht reger Verkehr auf allen Straßen. Im Zentrum einer Stadt halten wir vor der Polizeistation in der Nähe des Rathauses kurz an. Ich hoffe, im gegenüber liegenden Restaurant, eine Flasche Rotwein zu besorgen, um unseren ersten Abend zu Hause gebührend feiern zu können. Es bereitet mir aber einige Minuten Kopfzerbrechen, wie ich an dieser Stelle, die dicht befahrene Straße überqueren soll. Völlig unerklärlich bleibt mir aber, warum es mich im Traum gerade in dieser prekären Situation so unabweisbar juckt, einem zufällig neben mir stehenden Polizisten, die Handschellen aus der hinterer Hosentasche zu ziehen. Fluchtartig verlasse ich den Tatort, suche angestrengt, finde eine Lücke, überquere die Straße, und stecke die Beute in meine Gesäßtasche. Meine etwas verdutzte Frau, der das Geschehen nicht entgangen ist, lasse ich ratlos im Auto neben dem Polizisten zurück.

An diesem schönen Sommertag ist das gesuchte Restaurant Ziel vieler Besucher, die im schattigen Biergarten an Tischen unter den Bäumen sitzen. Wie komme ich nun bei diesem Betrieb an die gewünschte Flasche Wein? Da beobachte ich einen anderen Herrn, der ohne Platz zu nehmen, an der Straße eine Flasche Wein kauft. Das wäre die Lösung! Ich rufe auch nach einer Kellnerin und beauftrage sie, mir eine Flasche Rotwein zu bringen. Als ich mich nochmals in Richtung des Polizisten umdrehe, sehe ich für einen Augenblick meine Frau, die dabei ist anzufahren. Könnte sie vielleicht beabsichtigen zu wenden, um an meiner Straßenseite zu parken? Ganz sicher bin ich mir im Traum aber nicht, und ich renne ihr einige Schritte nach, um ihr durch ein Handzeichen zu bedeuten, dass sie auf mich warten soll. Doch es ist vergeblich. In diesen Minuten kommt auch die Bedienung zurück, und findet mich nicht an der vereinbarten Stelle. Ich warte noch eine Weile, ob sie zurück kommt, gehe dann ins Restaurant, erkundige mich nach de Kellnerin mit schwarzen Haaren, und höre, dass sie im Nebenzimmer arbeitet.

Das Gasthaus ist auch innen bis auf den letzten Platz belegt und viele Bedienungen sind emsig unterwegs. Ich muss mich gedulden, bis die Kellnerin mit den schwarzen Locken zu mir kommt. Während des langen Wartens beschleicht mich ein banges Gefühl und die Fragen: „Was soll mit den in meiner Hosentasche drückenden Handschellen geschehen, wo ist meine Frau geblieben, und was kann ich in dieser peinlichen Lage unternehmen?“ Wie könnte ich einem Menschen das mir selbst Unerklärliche verständlich machen, soeben, ohne böse Absicht, einem Polizisten die Handschellen entwendete zu haben, und wie meiner Frau beibringen, dass der Einkauf einer Flasche Wein so lange dauert? In dieser Situation kommt mir ein rettender Gedanke: Im Traum nehme ich den ganzen Mut zusammen, und halte eine kleine Ansprache. Als ich nach passenden Worten ringend bemerke, dass Gäste in meiner Nähe verstummen, erzähle ich ihnen erleichtert meine Geschichte: Ich hätte zu meiner Überraschung, vor wenigen Minuten einem Polizisten impulsiv die Handschellen entwendet, und  könne mir nicht erklären, wie so etwas geschehen konnte. Ich sei auch in Sorge, wo meine Frau geblieben ist, die sich sicher nicht vorstellen könne, dass der Kauf einer Flasche Wein so lange dauert. Der Kellnerin schulde ich auch eine Erklärung, warum ich nicht an der vereinbarten Stelle stand. Diese seltsame Geschichte sei mir unsäglich peinlich. In der Absicht, dies wieder gut zu machen, sei mir aber eben der erlösende Gedanke gekommen, es könne vielleicht eine Person im Raum geben, die gute Verbindungen zur Polizei habe, um an meiner Stelle mit einer freundlichen Empfehlung, die gestohlenen Handschellen wieder zurück zu geben. Ich schließe die Rede mit den Worten: Die Geschichte der entwendeten Handschellen und den Umstand, meine Unschuld nicht beweisen zu können, habe ich wahrheitsgemäß erzählt. Alle hier anwesenden Gäste  können sich davon überzeugen, dass „das corpus delicti“ noch in meiner Hosentasche steckt.

Während dieser Ansprache, die zunehmend interessierte Hörer findet, bemerke ich meine Frau, die des Wartens müde, am Eingang zum Nebenzimmer steht, und mich sucht. Sie wirkt betreten, und hat offensichtlich keine Erklärung für das, was hier vorgeht.  Hält sie sich ja nicht nur im Traum reserviert zurück, wenn ich zu einer Rede ansetze. Aber so sprachlos wie hier, sah ich sie selten. Kann ich sie wirklich noch überraschen? Als sie aber bemerkt, dass mir einige Gäste amüsiert zuhören, und mich nicht unterbrechen, ermutigt mich dies, in meiner Ansprache noch einige Sätze über andere Erfahrungen im Umgang mit  der Technik los zu werden. Während ich, in Fahrt gekommen, anfange detailliert zu berichten, in welchem Grade mich die Tücken eines neuen Computers und Schreibprogramms über Wochen in Atem gehalten hätten, sodass ich manchmal wütend vor dieser Technik kapitulieren wollte, bis ich entdeckte, wie dumm die maschinelle Technik des Computers, und wie schlicht die Anwendungssprache der Programme  sei, bemerke ich, wie sich das Gesicht meiner Frau zusehends verdüstert. Ich bin nun aber nicht mehr zu bremsen, übersehe diese Miene, und füge mit fester Stimme hinzu: „Die Leistungen der Erfinder bewundere ich sehr. Verglichen aber mit dem Tempo des Gedankenablaufs, der Sprache, des Gefühls, der Kreativität und Fantasie von uns Menschen, verliere der Computer und seine Programme aber erheblich an Bedeutung. Nach diesen Worten geht es im Traum wie ein Ruck durch mich, als ob ich mich innerlich aufrichte, und ich fühle mich bedeutend wohler. Meine Frau, deren Miene sich aufhellt, deute ich als eine schweigende Übereinkunft an, dass sie sich trotz der ganzen Umstände auf einen gemütlichen Abend zum Ende unseres Urlaubs freuen kann. Endlich bemerkt auch die Kellnerin, bei der ich den Wein bestellte, dass ich auf sie warte. Wir klären die Situation an der Straße, sie verzeiht mir gnädig, ich bekomme die Flasche Rotwein und bezahle.

Im Traum meldet sich nach meiner Rede einer der anwesenden Gäste zu Wort, der mit weit vorgestreckten Beinen vor mir bequem in seinem Sessel hängt: Er könne das verflixte Problem mit den Handschellen selbst nicht lösen, sich aber genau an peinliche Situationen erinnern.  Als gebürtiger Schwabe, sei er einmal auf der Suche nach den Spuren seiner Ahnen in Bayern unterwegs gewesen. In einem Straßenkaffee, habe er seine Beine wie hier ein wenig über den Bordstein hinaus auf die Fahrbahn gestreckt, und sich erbost mit einem Polizisten angelegt, der ihn wegen Verkehrsbehinderung belangen wollte. Andere Gäste schlossen sich freimütig an, und erzählten von ihren Problemen mit den Frauen, wenn unterschiedliche Meinungen hart auf einander prallen und beidseits befriedigende Lösungen auszuhandeln sind.

Das verflixte Problem mit den Handschellen konnte aber in diesem Traum nicht gelöst werden. Es fand sich an diesem Tag kein Gast des Restaurants, der aufgrund seiner Beziehungen zur Polizei in der Lage war, die Vertreter  von Recht und Ordnung davon zu überzeugen, dass der Mann, der die Handschellen stahl ein Unschuldslamm sei, und der es verstanden hätte, die Polizei zu bewegen, mit der Rückgabe des „corpus delicti“ zufrieden zu sein. Ich muss es daher der gnädigen Fantasie meiner Leser überlassen, Traum und Wirklichkeit in dieser Geschichte zu unterscheiden und selbst herauszufinden, warum es zu einem Diebstahl von Handschellen und deren schwierigen Rückgabe kommen konnte.

Der Schriftsteller

Nach einem schwierigen Prozeß gegen die Kassenärztliche Vereinigung von Baden-Württemberg endete mit fünfundsiebzig Jahren meine Zulassung als Psychologischer Psychotherapeut. Es sind nun über zwanzig Jahre, seit ich öffentlich als Schriftsteller arbeite. In einem Traum hörte ich eine Stimme, die mir sagte: „Franz sag etwas“ Ich blicke dankbar auf mein Leben und den schönsten Beruf als Schriftsteller zurück. Es ist für mich ein großes Geschenk, ein Zeichen zu sein, dass unter Gottes Beistand auch die letzten Lebensjahre Heil und Segen bewirken können. Ich durfte aber zuvor schon  in vielfältigen Beziehungen die Bedeutung der Sprache erfahren. Bis zum dreißigsten Lebensjahr bin ich als Baukaufmann und Stadtrat in meiner Heimatstadt Rheinfelden(Baden). Dann folgt als Spätberufener das Abitur und Studium der Theologie, Philosophie, und Klinischen Psychologie zum Diplompsychologen. 1972 heiratete ich Dr. Iris Schwald, Ärztin für Neurologie und Psychotherapie. Der über fünfzigjährigen Ehe entstammen drei beruflich tätige verheiratete Töchter mit ihre Söhnen und Töchtern. Jeweils sieben Jahre war ich in leitenden Funktionen, in meinem Beruf in Münster und Oppenweiler, und danach wie meine Frau in eigener Praxis tätig.

Ich möchte nicht verschweigen, dass mir die Abgabe der Praxis und
die Frage, wie ich mit meinen Erfahrungen als Pensionär sinnvoll weiter wirken könnte, auch Kummer bereitete. Aus dieser Zeit stammt mein erster Essay „Einheit und Vielfalt“, in dem ich meine Dankbarkeit dem bisherigen Leben gegenüber Ausdruck verlieh, die in einer Dreifaltigkeitsvorstellung endete, in der ich ein Drängen spürte, ohne genau zu wissen, wohin die Reise gehen würde. In drei Büchern mit dem Titel „Geschichten und Gedanken“ versprach ich meinen Lesern dass ich ihnen als Brückenbauer aus dem Leben für das Leben redlich berichten werde, was mich und andere Menschen bewegt. Die Vielfalt
der sprachlichen Mittel, die mir zur Verfügung stehen ist den Büchern,und in den Artikeln in meinem seit vielen Jahren betreuten Literaturblog und den Kanälen im Internet veröffentlichten Texte belegt.

Inzwischen hat das zu Beginn meiner Arbeit als Schriftsteller
noch unklare Drängen sich geklärt, denn es drängt mich gegen
Ende meines Lebens mit aller Kraft meine Dankbarkeit für die
Begegnungen und Beziehungen zu Ihnen, allen Geschöpfen
von der Mücke bis zu den Gallaxien der Sternenwelt, unserer
Heimat, in einem von Gott geschaffenen und geliebten Universum
zu erzählen.

Sie werden einem Mitmenschen, dem „Franz sag was“ sicher
erlauben, als Brückenbauer,  der wie Sie um sein Ende weiß zu
sagen, wem er sein Leben, alles was er ist und hat verdankt.
Mir fehlen im Moment die Worte – und die Tränen der erlösten Kreatur dürfen fließen, wenn ich es wage dafür „Gott sei Dank zu sagen. Ich rufe Euch zu, vergesst es nie: Wir sind nicht ins Leben
geworfen, sondern in das von Gott erschaffene und erhaltene
Dasein geliebt. Wer könnte den Vater Sohn und Heiligen Geist
nicht von ganzem Herzen mit allen Sinnen und Kräften und seine
Mitmenschen, ja die ganze Schöpfung lieben, wenn er bekennen darf
alles Gott zu verdanken.

Liebe Brüder und Schwestern in der Nähe und weltweit habt
ein Nachsehen mit mir, wenn ich in meiner Liebe zu Gott Euch
allen das gleiche Glück wünsche. Ich kann es nicht lassen unserem‘
gnädigen Schopfer und Vater bis zu meinem letzten Atemzug für
SEINE unermessliche Liebe zu danken. Und wenn mein Herz übervoll ist, bleib ich Gott zuliebe Euer Franz, der noch etwas zu sagen hat.

Gott befohlen! Franz

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