Nachtgebet

Wir suchen
Dich an allen
Orten und
greifen nicht

Nur in Bildern
hinter Worten
ahnen wir
Dein Licht

Bleib DU beim
Glockenklingen
im Frieden
dieser Nacht

Der treuste
Freund der für
uns wacht

Herr Jesus Christus Weg Wahrheit und Leben

Die Schönheit Gottes

Wir sprechen in vielfacher Weise, und in vielen Sprachen, von und über Gott. Die nachösterliche Zeit, und das Frühjahr, geben uns Anlass, die Gnade der Auferweckung aus Totem zu neuem Leben zu bedenken. Wer kennt sie aber nicht, die lebensfeindlichen Mächte, die unser zu Glauben Hoffen und Lieben befreites Leben behindern. In der Taufe aufgenommen, und bewahrt in Gottes Reich der Gerechtigkeit und des Friedens, sind wir jedoch als Söhne und Töchter, dem Vater zu eigen, vom Sohn erlöst, im Heiligen Geist zum Dienst der Liebe gesalbt, und in unsere Zeit gesandt. Bei jeder Taufe und Heiligen Messe, und mit jedem Herzschlag und Atemzug, erneuert Gott SEIN Versprechen, uns vor Sünde und Tod zu retten. Allem was gottwidrig ist, haben wir, wie in der Osternacht, und in lebenslanger Erneuerung unser Taufgnade, wiedersagt. Wie aber finden wir hinein in die Freude über Gott, als mit, durch und in Jesus Christus im Heiligen Geist Auferweckte?

Die Kirche besingt bis zum heutigen Tag mit dem Heiligen Thomas die Freude über das Geheimnis der Gegenwart Gottes im Allerheiligsten Sakrament des Altars, der ich mich anschließe: Gottheit tief verborgen, betend nah ich DIR. Unter diesen Zeichen, bist DU wahrhaft hier. Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich DIR mich hin, weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin. Augen Mund und Hände täuschen sich in DIR. doch des Wortes Botschaft offenbart DICH mir. Was Gott Sohn gesprochen, nehme ich glaubend an. ER ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann. Einst am Kreuz verhüllte sich der Gottheit Glanz. Hier ist auch verborgen DEINE Menschheit ganz. Beides sieht mein Glaube in dem Brote hier; wie der Schächer ruf ich, Herr, um Gnad zu DIR. Kann ich nicht wie Thomas, schauen die Wunden rot, bete ich dennoch gläubig; „DU mein Herr und Gott“. Tief und tiefer werde dieser Glaube mein, fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein. Denkmal, das uns mahnet an des Herren Tod. DU gibst uns das Leben, o lebendig Brot. Werde gnädig Nahrung meinem Geiste DU, dass ER DEINE Wonnen koste immerzu. Gleich dem Pelikane starbst DU, Jesu mein; wasch in DEINEM Blute mich von Sünden rein. Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld, bringt der ganzen Erde Gottes Heil und Huld. Jesus, den verborgen jetzt mein Auge sieht, stille mein Verlangen, das mich heiß durchglüht. Lass die Schleier fallen einst in DEINEM Licht, dass ich selig schaue, Herr, DEIN Angesicht.

Wir dürfen dem Lied des heiligen Thomas hinzufügen, dass wir die gestaltende und erhaltende Kraft des Vaters Sohnes und Heiligen Geistes in allen Gestalten der Schönheit des Himmels und der Erde als Ausdruck der Macht und Liebe Gottes zu uns loben und preisen. Wie unaussprechlich heilig und schön muss aber Gott selbst sein, der uns in SEINEM Sohn aus dem tödlichen Netz der Sünde befreit, und sich uns in IHM in unermesslicher Liebe offenbart. Bitten wir die Gottesmutter, den Papst und die Kirche, um den heiligen Glauben, die Hoffnung und Liebe, die dem herrlichen und hoch zu verehrenden Geheimnis Gottes, um SEINER selbst willen, zukommt. Möge ER unser Fragen, Suchen, Erkennen, Glauben, Hoffen und Lieben, als Sehnsucht nach IHM, dem Allerheiligsten Geheimnis verstehen, das wir in allem gegenwärtig, und zugleich im Licht der Schönheit SEINER selbst, immer mehr anbeten.

ER, dem wir Himmel und Erde verdanken, sei jetzt und in Ewigkeit, mit allem was wir sind und haben, gepriesen und angebetet. Wie sehr sich Gott uns in SEINEM Reich des Friedens und der Gerechtigkeit zuneigt, das erfahren wir immer wieder neu, in unserem Leben in SEINEM Sohn, in der Gemeinschaft aller Christen und aller Menschen, im Glauben Hoffen und Lieben, in der weltweiten Kirche. Die Aufforderung Gottes: „Du sollst den Herrn Deinen Gott lieben…“ möchte ich in nachösterlicher Freude gern ersetzen durch die Worte „Wir dürfen uns, den Herrn unseren Gott, und unsere Nächsten lieben…“, und mit IHM, dem Vater Sohn und Heiligen Geist in Gereechtigkeit und Frieden, als Auferweckte, in die gottgewollte Ewigkeit wandern.

Heilig heilig heili heilig ist der Herr

Dankbarkeit

Kohelet sagt, dass alles im Leben die ihm eigene Zeit hat. Lebenserfahrungen brauchen ihre Zeit zur Reife, die Bereitschaft und den Kairos, den rechten Augenblick, sie als Geschenk zu erfahren, und in die Person Mitte aufnehmen zu können. Lang und beschwerlich ist manchmal der Weg, um Einsichten zuzulassen, die unser Herz berühren. Ja es braucht seine Zeit und günstige Umstände um zu erkennen, dass wir Erfahrungen mit allen Menschen auf Erden teilen, und den Mut gewinnen, einander zu vertrauen, zu trösten und zu begleiten.

Dies gilt auch für intime religiöse Ereignisse. Nicht nur Pascal, Augustinus, und Paulus, sondern auch wir erleben unsere schweren und großen Stunden. Wenn uns die Gnade Gottes ergreift, dann kann die Freude am Herrn wachsen, und uns zur Erkenntnis führen, wie sehr unser aller Vater um unser Heil besorgt ist. Wenn uns die Liebe Gottes aufrichtet, und zum Handeln befähigt, lichtet sich unser lähmendes Dunkel, und wir erleben im Geben und Nehmen, dass sich alles was uns trägt und umgibt, gut anfühlt, sodass sich unser Mund wie von selbst zum Lobpreis öffnet.

Wir begegnen, begrüßen umarmen uns, und reden miteinander über alles, was uns im Leben begegnet oder schweigen, und geben einander die Hand, wenn uns die Worte fehlen. Es gibt aber auch unser Bedürfnis, Erfahrungen in Arbeit, Familie, Gesellschaft und Politik, in Muse. Sport, Musik, Kunst, Kult und Gebet, miteinander zu teilen. Alles, was uns Menschen im Inneren, Äußeren und im Religiösen begegnet, kann dazu führen, den in allem innewohnenden Segen zu entdecken. Geschieht dies in beseligenden Momenten, dann fühlt sich alles gut an, entzieht sich der Segen, dann kann das zu einer tiefen Krise führen.

Aber Grenzen, Krisen ja selbst Leiden, Angst und Schuld, und unser ständiger Begleiter, der Tod, können Gottes Segen nicht völlig zerstören. Wir dürfen darauf vertrauen, dass auch die satanische Gewalt in erschreckenden Formen, nicht das letzte Wort des Lebens ist. In hohen Stunden dürfen wir zu unserem Trost, und zur Ermutigung erkennen, dass sich alles, was Gott in SEINER Weisheit und Güte erschaffen hat, gut anfühlt.

Segne uns Maria

Gebet

Herr und Gott, unser Schöpfer und ewiger Vater, wir danken DIR, dass DU uns DEINEN Sohn schenkst, um uns durch SEIN Leben, Leiden, den Tod am Kreuz und SEINE Auferstehung von den Toten, von den Sünden zu erlösen, durch die wir uns an DEINER Liebe verschuldeten. Wir preisen DEINE Kraft und Herrlichkeit, DEINE ewige Liebe, Vergebung und DEIN Erbarmen, das wir durch Jesus Christus, unsere Mitmenschen und alle Lebewesen im Universum DEINER Liebe erfahren. In DEINEM Sohn, und im Heiligen Geist, versammelst DU uns, DEINE Erlösten und Auferweckten, um den Gabentisch in Wort, Sakrament und Lehre der weltweiten Kirche, mit Maria, allen Heiligen, Seligen und himmlischen Herscharen, zum ewigen Lobpreis. Wir dürfen in österlicher Freude als Söhne, Töchter, Brüder Schwestern, DEIN heiliges Volk und Erben DEINER Gnaden, als von allem Toten Auferstandene, hinzutreten zu DIR der Quelle ewig gegenwärtiger Liebe.

Durch DEINEN Sohn schenkst DU uns Anteil an SEINER Liebe zu DIR im Heiligen Geist. Alles was wir sind und haben, Leib, Leben und Geist verdanken wir DIR, unserem dreifaltigen Gott und Herrn. In der Liebe zu DEINEM Sohn erkennen wir, dass Du allem, was es gab, gibt und geben wird, Leben, Ordnung und Sinn verleihst. Weil DU liebst, was DU erschaffen hast, können wir in allem DEINE segnende Hand erkennen, und DICH in allem was DU gibst, ehren und lieben. Bewahre DU Vater, Sohn und Heiliger Geist, uns vor allem Bösen, und erneuere unseren Glauben, die Hoffnung und Liebe auf unserer Pilgerreise zu Dir, in die ewigen Wohnungen.

Sei DU unser immer währender Trost und Beistand, wenn wir im Blick auf unser Leben, und das Leben der Völker und Menschen auch in unserer Zeit. schmerzlich unsere Grenzen und Schuld, in der Ablehnung DEINER Liebe bis hin zur Möglichkeit der Verneinung erfahren. Segne uns und schenke uns im Heiligen Geist die Gnade, DICH und unsere Brüder und Schwestern, mit aller Kraft des Herzens und der Sinne zu lieben. Hoch gelobt und gebendedeit sei der Vater Sohn und Heilige Geist allezeit und in Ewigkeit.

Maria mit dem Kinde lieb uns allen Deinen Segen gib.

Das Herz

Das Herz sucht
nach Orten die
Brücken bauen
Über die wir uns
zu gehen trauen

Der Liebe und
Freundschaft
eigene Worte
drängen durch
die enge Pforte

Diese Schätze sind
ein Zeichen dass
Hass und Feindschaft
weichen

Wenn wir uns
dann die Hände
geben und tief
in die Augen sehen

Kann Glaube
Hoffnung Liebe
sich erhebend
als Osterfreude
auferstehen

Die Auferstehung der ewigen Liebe.

Die Sonne

Sie zieht
schon lange
ihre Bahn

Scheidet
Tag und
Nacht

Gibt auf
unser Leben
acht

Füge Gott
dass sich
die Alte
jung erhalte

Zeit und Ewigkeit

Die Pappel

Vor dem Hause unsre Pappel
Blätter oh wie schön sie sind
Leise dreh´n sie sich und schwatzen
plappern munter mit dem Wind

Jetzt neigt sie den Kopf zu Seite
zupft ihr Blätterkleid zurecht
wie die Braut im Festtagskleide
die uns gut gefallen möcht

Wenn dann helle Sonnenstrahlen
auf die bewegten Blätter fallen
dann ist der Augenblick erfüllt
und tiefe Sehnsucht wird gestillt

Frühlingserwachen

Das Geheimnis

Es klopft wieder einmal an die Türe. Ich öffne dem »Unerklärlichen«, gewähre Eintritt. Das Unerklärliche nimmt Platz. Wir machen es uns bequem. Das U. hat sich wie so oft schon angemeldet. Ich habe es wohl bemerkt. War unruhig und hoffnungsvoll. Manchmal blieb die Türe zu. Angstvoll geschlossen. Wie soll ich heute mit dem U. umgehen? Ich bin mir nicht sicher. Aber die Türe ist ja schon offen. Selbst wenn ich dem Gast den Eintritt verweigerte. Er ist aufdringlich und käme ja doch wieder. Gebeten oder ungebeten. Jetzt ist er aber da, wirklich da. Ließ sich nicht vertreiben. Ich spüre die Spannung und Erregung des Augenblicks. Was er mir heute zu sagen hat, weiß ich nicht. Das macht mir Angst und Hoffnung zugleich.

Man mag es mir kaum glauben, aber ich kenne das U. schon lange. Wir haben sozusagen jahrelange Erfahrungen im Umgang mit einander. Es ist, als könnten wir einander nicht lassen. Es nicht von mir und ich nicht von ihm. Als wäre das U. ein Geheimnis von uns. Es liegt ihm wohl sehr daran, mich immer wieder zu besuchen. Mit mir zu sprechen. Im Stillen -ohne dass es die Anderen merkten- redeten wir schon oft stundenlang miteinander. Wir kennen uns daher gut. Sind in vielen Jahren Freunde geworden. Jeder Besuch ist aufregend neu. Obwohl das U. mir immer noch unerklärlich ist; vielleicht auch bleibt.

Heute gebe ich ihm eine Chance. Frage mich nicht warum. In die Angst und Unsicherheit mischt sich erwartungsvolle Freude. Das U. ist da. Ich habe es hereingebeten. Langeweile gibt es nicht in seiner Gegenwart. Wir haben einander viel zu erzählen. Im Geheimen, versteht sich. Auch oft mit einander gerungen, gestritten. Manchmal bis zur Erschöpfung gekämpft. Der ganze Leib war dann einbezogen. Ich habe gezittert, auch nachdem sich das Unerklärliche schon wieder entfernt hatte. Und geschwiegen, wie ein Grab. Denn wer erzählt schon gern von einem Geheimnis. Einem so aufdringlichen, unerklärlichen Gesellen. Wenn ich erzählt hätte, was zwischen uns wirklich geschah, hätte ich es und mich möglicherweise der Häme ausgesetzt. Wer kann schon das Unerklärliche verstehen? Ich ja auch nicht. Und dennoch: Es mag komisch klingen, aber irgendwie mögen und verstehen wir uns. Verstehen uns aber auch die Anderen? Wir brauchen Stille, die unser Geheimnis birgt.

Das Unerklärliche macht keine billigen Geschenke. Es ist nur einfach da, wenn es da ist. Eine Fülle in der Stille. Es bringt neue Worte mit, die noch nicht aufgebrochen, oder durch Gebrauch abgenutzt sind. Mir bleiben dann manchmal die Worte im Halse stecken. Man könnte sagen, dass wir oft wortlos miteinander reden und uns dennoch verstehen. Obwohl mein heutiger Besucher wirklich bei mir ist. Wir sitzen einander ja gegenüber, dürfen wir einander nicht greifen oder festhalten. Das könnte unsere Würde verletzen. Ich bin aber gewiss, dass das U. manchmal so da ist, als ob ich es sehen und hören könnte. Es erscheint mir dann freundlich. Als Feind ist es für mich nicht existent. Ganz sicher bin ich mir aber nie -auch jetzt nicht- ob wir nicht wegen Nichtigkeiten wieder kräftig an einander geraten könnten.

Ich bin aber des vielen Streitens mit dem Unerklärlichen müde. Es meint es ja eigentlich nur gut mit mir. Der Besucher gibt jedoch keine Erklärungen ab, warum er mich mag. Manchmal habe ich gedacht, dass das U. mich, wenn ich es hereinließe, von Wichtigerem ablenken könnte. Das bezweifle ich heute. Es lässt sich ja auch nicht so leicht abweisen, dieses aufdringliche Unerklärliche. Es könnte ja seine Art sein, an mir wirklich Gefallen zu finden. Nun sitzen wir einander wieder einmal gegenüber. Meine Augen und Ohren haben sich mittlerweile an das U. gewöhnt. Es scheint, als ob ich es jetzt sehen und hören könnte. Aber nicht so, wie man allgemein sieht und hört. Dennoch erscheint mir das „Unerklärliche“ über alle Maßen sprechend und sehend. Wie von Herz zu Herz, wie Einatmen und Ausatmen. Wie Freunde, wenn sie miteinander reden. Aber es wahrt sein Geheimnis, denn wir begegnen einander oft im Schweigen. Das ist aufregend. Es fühlt sich wie Furcht oder Ehrfurcht an. Das U. geschieht und entzieht sich. Es ist das „Unerklärliche“. Vielleicht klärt es sich heute ein wenig auf. Hoffnung, Furcht, Spannung sind in mir. Als würden alle Muskeln, der ganze Körper in Gegenwart des Freundes benötigt. Ich, ein Geheimnis, unerklärlich. Es ein unerklärliches Geheimnis. Aber kein Nichts, sondern ein erfülltes Nichts.

Licht in Dunkelheit
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