Mittwoch der 2. Fastenwoche
Psalm und Lesungen des Tages
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 20,17-28.
In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er die zwölf Jünger beiseite und sagte unterwegs zu ihnen: Wir gehen nach Jerusalem hinauf; und der Menschensohn wird den Hohepriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden ausliefern, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; und am dritten Tag wird er auferweckt werden. In jener Zeit kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus, fiel vor ihm nieder und bat ihn um etwas. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen!
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es.
Da antwortete er ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die es mein Vater bestimmt hat.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Großen ihre Vollmacht gegen sie gebrauchen.Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Wie der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
Lektionar. Rechte: staeko.net
Hl. Augustinus (354-430)
Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Über die Psalmen, Ps 126 (127) (ins Dt. übers. © evangelizo)
„Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Lk 18,14)
„Es ist umsonst, dass ihr vor Tagesanbruch aufsteht“, heißt es in einem Psalm (126(127),2 Vulg.). […] So waren die Söhne des Zebedäus, die sich bereits ihre Plätze ausgesucht hatten – der eine zu seiner Rechten, der andere zu seiner Linken –, bevor sie sich in Gleichförmigkeit mit der Passion des Herrn der Erniedrigung unterzogen hatten. Sie wollten „vor Tagesanbruch aufstehen“. […] Auch Petrus war vor Tagesanbruch aufgestanden, als er dem Herrn den Rat gab, nicht das Leiden für uns auf sich zu nehmen. Denn der Herr hatte von seinem Leiden gesprochen, das uns retten sollte, und von seinen Demütigungen. Da wurde Petrus, der kurz vorher noch bekannt hatte, dass Jesus der Sohn Gottes sei, bei dem Gedanken an seinen Tod von Angst ergriffen und sagte zu ihm: „Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mir dir geschehen“ (Mt 16,22). Er wollte vor Tagesanbruch, also vor dem Licht aufstehen und dem Licht Ratschläge erteilen. Doch was macht der Herr? Er ließ ihn nach dem Licht aufstehen, indem er ihm sagte: „Geh hinter mich!“ […] „Geh hinter mich, damit ich vor dir hergehe und du mir folgst. Geh auf dem Weg, den ich gehe, anstatt mir den Weg zeigen zu wollen, den du gehen willst.“ […]
Warum also, ihr Zebedäussöhne, wollt ihr vor Tagesanbruch aufstehen? Das ist die Frage, die man ihnen stellen muss. Sie werden darüber nicht erzürnt sein, denn diese Dinge wurden über sie geschrieben, damit wir anderen uns vor dem Hochmut hüten, in den sie gefallen sind. Warum wollt ihr vor Tagesanbruch aufstehen? Es ist umsonst. Wollt ihr eure Erhöhung vor der Erniedrigung? Sogar euer Herr, der euer Licht ist, hat sich erniedrigt, um erhöht zu werden. Hört, was Paulus sagt: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich, war gehorsam wie ein Sklave, und den Menschen gleich. […] Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht […]“ (Phil 2,6 ff.).