Drogen

Verschiedene Spezialeinheiten der Polizei fahnden in Münster nach Tätern, die in einer Gruppe zusammen arbeiten. Trotz verstärkter Fahndung in den letzten Monaten, gelang es nicht, die Täter zu finden. Im Polizeipräsidium am Friesenring wurde deshalb ein Krisenstab eingerichtet. Heute trifft sich der Einsatzleiter mit den an der Fahndung beteiligten Beamten wieder zu einer der regelmäßig stattfindenden Lagebesprechungen. An der Wand hängt ein Stadtplan von Münster. In der Vergrößerung ist die Umgebung des Westfälischen Krankenhauses für Psychiatrie, das nahe gelegene Erholungsgebiet, eine Kirche am Friesenring, die Zufahrt zur Autobahn, und das Kreuzviertel, rot umrandet. Wegen des vermuteten Drogen- und Menschenhandels der Täter wurden seit einem halben Jahr Beamte des Einsatzkommandos der Polizei und der Drogenfahndung in die Ermittlungen eingeschaltet. Der Bereich um das Krankenhaus, der nahe gelegene Park, die Kirche am Friesenring, die angrenzenden Straßen und die Zufahrt zur Autobahn werden in letzter Zeit verstärkt observiert.

Der Einsatzleiter bespricht mit seinen Mitarbeitern die aktuelle Lage: In dem auf dem Plan umgrenzten Bereich seien verschiedentlich Einbrüche in Wohnungen und Arztpraxen erfolgt, und Personen mit auffälligem Verhalten, als ob sie unter Drogen ständen, beobachtet worden. Die örtlichen Zeitungen berichteten aktuell über die Vorgänge   in einer die laufenden Ermittlungen beeinträchtigenden Form. Die unter öffentlichen und politischen Druck geratene übergeordnete Behörde, verlange vom Krisenstab verstärkte Ermittlungen, um die Bürger der Stadt besser zu schützen. Daher bleibe der Einsatzleitung keine andere Wahl, als den Fahndungsdruck zu erhöhen, um Hinweise auf die Täter zu finden. Die bisherige Taktik, das polizeiliche Vorgehen geheim zu halten, um die Täter nicht zu warnen, müsse daher aufgegeben werden. Der Krisenstab habe daher beschlossen, ab sofort die Bürger, Medien und das Fernsehen, zur Mitarbeit bei der Fahndung zu bitten und sachdienliche Hinweise dem Polizeipräsidium zu melden. Die ermittelnden Beamten seien gehalten, alle Meldungen vertraulich zu behandeln und zu überprüfen. Die Leitung des Krankenhauses und die Kirchenbehörde, seien über die verstärkte Fahndung bereits informiert, und die verstärkte Observation der Straßen zur Autobahn angeordnet. Die Einsatzleitung rechnet durch diese Maßnahmen und die ausgesetzten Belohnung in Höhe von € 5000  auf weitere Hinweise auf die Täter und eine Versachlichung der öffentlichen Debatte. Der  Einsatzleiter hält danach folgende Ansprache seine Beamten:

„Liebe Mitarbeiter,

wir stehen aktuell unter starkem öffentlichem und   politischem Druck, bald, einen Fahndungserfolg melden zu können. Ich verlasse mich auf Ihre Mitarbeit und Kreativität, denn in den letzten Jahren haben Sie sich durch eine vorzügliche Ermittlungsarbeit ausgezeichnet. Ich hoffe, dass wir aufgrund unserer Erkenntnisse, den eingeleiteten Maßnahmen, der Mithilfe der Bürger, der Medien und des Fernsehens, die richtigen Schritte zur Ermittlung der Täter eingeleitet haben. Da wir es mit einer international auch im Drogenbereich agierenden Tätern zu tun haben,  den Fahndungsbereich zu begrenzen n ersten Vermutungen und mit der Eingrenzung des Fahndungsbereiches, mit der Erweiterung unseres Krisenstabes und mit Hilfe der Medien, besonders des Fernsehens die richtigen Schritte zur Aufklärung eingeleitet haben, werden uns ein Einsatzkommando der Polizei, und Beamte der Drogenkriminalität unterstützen, und der Krisenstab erweitert. Wir treffen uns, wie bisher, regelmäßig hier zur Lagebesprechung.“

Die beiden Hauptkommissare Herbert und dessen Freund Josef rücken zusammen und tuscheln sich zu: „Was ist denn bloß in unseren Alten gefahren? Unser Chef hat uns bisher noch nie als seine liebe Mitarbeiter angesprochen. Er muss wohl mächtig Druck von Oben bekommen haben. Ein Lob für uns, und die Äußerung von Vertrauen in unsere Arbeit, ist auch sehr selten. Es entsteht ein lautes Stühle rücken und die Sitzung ist beendet.

Agnes eine hübsche Studentin, schlank, blond, meist fröhlich, studiert seit einigen Monaten Medizin in Münster. Sie stammt aus einem gut situierten, eher konservativer Familie einer Stadt in Hessen und hat zwei ältere Brüder. Den ersten Schock des Wohnortwechsels und den Abschied aus vertrauter Umgebung von ihren Freundinnen, hat sie in den rückliegenden Monaten überwunden. Sie bewohnt in Münster ein hübsches Zimmer beim  Krankenhaus in der Nähe des Friesenringes. Die ersten Kontakte zu Kommilitonen der Studentengemeinde sind geknüpft. Agnes kennt sich inzwischen an der Universität und im Stadtzentrum, um den Dom und in den Lokalen im Kreuzviertel, wo sich die Studenten treffen sehr gut aus. Dom und im Kreuzviertel wo sich Studenten treffen. Unter den Studenten wird die Mutter Birken und ein Lokal im Kreuzviertel umworben, indem es auch spät abends noch knusprige Brathähnchen und ein frisches Bier gibt. Weniger überzeugend verlief der bisherige Studiengang: Die Umstellung auf die freie Tagesgestaltung und das zunächst recht trockene Studium, machten ihr zu schaffen. Besonders der Kontakt zu den Kommilitonen und deren recht freien Wertvorstellungen passten nicht zu ihrer bisherigen Weltanschauung. Wenn da nicht die Freundin Marie gewesen wäre, die sich auch ein wenig fremd vorkam in Münster, dann hätte ihre Stimmung noch mehr gelitten. Mit ihr traf sie sich öfters zu einem Bummel unter den Arkaden des Prinzipalmarktes zu einer Tasse Kaffee. Vertraut waren ihr schon der Aasee und der Markt am Dom an den Samstagen.  Natürlich hatte sie auch ihr Fahrrad von zu Hause kommen lassen, denn Münster ist eine Stadt in der die Fahrradfahrer Vorfahrt haben. Ein Glück, dass es heut zutage ein Handy gibt, mit Hilfe dessen der Kontakt zu den Eltern und ehemaligen Freundinnen jederzeit möglich war. Wer gibt aber schon gern zu, dass ihm das Leben in Münster noch nicht so recht gelingt und die Stimmung ab und zu einen Tiefpunkt erreicht, besonders in den letzten Wochen, der Vorbereitung auf ihre ersten Prüfungen.

An diesem regnerischen Abend war Agnes unterwegs Richtung Kreuzviertel, um dort bei einem Glas Bier und einem Brathähnchen unter Leuten zu sein, um ihre Stimmung etwas aufzuhellen. Sie genoss die heitere Atmosphäre, das Gemurmel der sich unterhaltenden Leute, das Brathähnchen und ihr Bier und konnte dabei die sich einschleichenden traurigen Gedanken zur Seite schieben. Als sie das bezahlt hatte, das Lokal verließ, und sich allein auf den Weg nach Hause machte kam das mulmige Gefühl wieder in ihr hoch. Sie hatte schon gelegentlich gezweifelt, ob sie das rechte Studium gewählt habe und erwogen, es, wenn die Situation sich nicht bessere abzubrechen. Es fehlte ihr auch der von zu Hause gewohnte religiöse Rahmen. Als sie in die Nähe der nicht mehr benutzten Kirche am Friesenring kam, erinnerte sie sich an ihren ehemaligen Beichtvater, dem es gelungen war ihr den Schrecken vor der Beichte durch seinen Zuspruch zu nehmen. Wie oft hatte sie ihm die gelegentlichen Schwierigkeiten mit den Eltern und ihre Auseinandersetzungen mit den Geschwistern geklagt. Schade, dass es so spät war und Kirche nicht mehr benutzt wurde. In der jetzigen Stimmung hätte sie gern mit ihrem Heimatpfarrer geredet – es schien für einen Moment, als ob sie seine vertraute Stimme wieder hörte.

Tief in Gedanken, mit gesenkten Kopf überquerte sie im Licht der Straßenlaternen den Friesenring. Plötzlich tauchte aus dem Schatten der Kirche ein junger Mann auf. Er trug schwarze Jeans und einen dunklen Parker, um sich vor dem Regen zu schützen. Seine ganze Erscheinung wirkte wenig vertrauenserweckend. Agnes hatte es immer, auch hier in Münster vermieden, wenn sie in der Dunkelheit allein unterwegs war, sich von Fremden ansprechen zu lassen. In der eigenen traurigen Stimmung, überwandte sie aber ihre Bedenken und liess sich auf ein Gespräch ein.

Der Fremde gab sich als ein Student zu erkennen, der gerade von einem Treffen mit seinen Freunden komme, ein wenig Luft schöpfe, um dann wieder zu ihnen zurückzukehren. Agnes glaubte ihm und nahm weniger Anstoß an seinem äußeren, denn sie hatte an der Uni Kommilitonen kennen gelernt, die wenig Wert auf ihre äußere Erscheinung legten. Als sich sogar heraus stellte, dass der Fremde schon eine Semester Medizin studierte, war der Bann vollends gebrochen. Sie ließ sich auf eine Gespräch ein. Als der Fremde ihr erklärte, dass er sich in den Kellerräumen der Kirche, die als Treffpunkt für Studenten eingerichtet wurde, verschwanden die Zweifel von Agnes nach und nach. Der Fremde frug Agnes, ob sie nicht seine Freunde kennen lernen und ein Bier mit ihm zusammen trinken wolle es gehe bei ihnen oft sehr lustig zu, war Agnes bereit, sich ihm anzuschließen.

Der Fremde ging voran. An der Rückseite der Kirche war ein unbeleuchteter Treppenabgang. Agnes zögerte nahm aber die Hand des Fremden an. Es ging durch verschiedene nur sehr spärlich beleuchtete Gänge. Ohne fremde Hilfe hätte Agnes nicht wieder ins Freie gefunden. Da hörten sie Lärm hinter der Türe eines ehemaligen Luftschutzkellers. Der Fremde musste mehrmals mit drei kräftigen Schlägen, dem vereinbarten Zeichen, gegen die eiserne Türe klopfen. Beim Öffnen der Türe blieb Agnes vor Schrecken der Atem stehen, denn sie erkannte eine Gruppe schwarz gekleideter Männer mit Masken, die um eine Statue im fahlen Licht herum tanzten. Plötzlich war es um sie geschehen zwei maskierte Gestalten traten hinter Agnes und überwältigten sie, trotz ihrer Gegenwehr. Sie konnte nur noch bemerken, dass sie in die Mitte des Raumes gezerrt und auf einen Tisch gelegt wurde, um den sich die dunklen Gestalten scharten, dann wurde der klinke Arm entblößt, sie spürte den Einstich einer Injektion und die die Sinne schwanden ihr.

Als Marie bemerkte, dass ihre Freundin seit mehreren Tagen nicht zu den Vorlesungen kam, begann sie sich Sorgen zu machen. Sie konnte ihre Freundin auch nicht mehr per Handy erreichen. Sie war doch erst noch am Samstag mit ihr über den Markt gegangen und hatte eigentlich nur davon geredet, dass sie etwas bange sei vor den ersten Prüfungen. Da mache sie aber sicher keine Ausnahme. Marie beschloss, an diesem    Abend in das Lokal im Kreuzviertel zu gehen, denn sie wusste, dass Agnes dort manchmal anzutreffen wäre. Sie schaute auch bei Mutter Birken vorbei, ohne Agnes zu begegnen. Am anderen Tag läutete sie an der Türe zu ihrer Wohnung, fand aber nur einen überfüllten Briefkasten. Das war für Agnes Anlass sich vermehrt Sorgen zu machen. Nachdem sie in den Abendnachrichten des Fernsehens einen Hinweis bekam, dass Bürger der Stadt aufgefordert werden, verdächtigen Hinweise der Polizei zu melden ging sie zum Polizeipräsidium am Friesenring, um Anzeige nach dem Verbleib von Agnes zu erstatten. Sie erzählt alles, was ihr bekannt war, gab eine Personenbeschreibung der Vermissten ab, nannte Straße und Hausnummer ihrer Wohnung und konnte auch ein Foto, das sie mit Agnes zeigt, der Polizei übergeben.

Zur vereinbarten Stunde trifft sich wieder der Krisenstab: Es gab keine weiteren Erkenntnisse von den bei der Fahndung beteiligten Beamten. Der Leiter des Stabes gab danach bekannt, dass eine Vermissten Meldung eingegangen sei. Eine zwanzigjährige Medizinstudentin nehme seit Tagen nicht mehr an Vorlesungen teil. Es sei auch bekannt, wo sie wohne und sich gelegentlich aufgehalten habe. Es gebe auch ein Foto zusammen mit ihrer Freundin. Von Interesse für die laufende Fahndung könnte es daher sein, diese Spur zu verfolgen. Die bekannten Daten der vermissten Person lägen in der Nähe zum Planungsraum der Fahndung. Es wurde entschieden, das Foto und die bekannten Daten den Medien zur Veröffentlichung frei zu geben. Es wurden Beamte in Zivil bestimmt, um in den Lokalen im Kreuzviertel und im Bereich der Wohnung der Vermissten, sowie an der Universität gezielt zu observieren und nach dem Verbleib der Vermissten zu forschen.

Eine Gruppe Krimineller, die international vernetzt sind, hat sich in dem ehemaligen Luftschutzkeller einer unbenutzten Kirche am Friesenring in Münster eingenistet. Sie halten diesen Ort für günstig, denn wer würde vermuten, dass sie sich in der Nähe des Polizeipräsidiums ausgerechnet in einer Kirche aufhalten. Es schien ihnen auch wichtig sich in einer Universitätsstadt zu bewegen, um Studenten für sich zu gewinnen. Der Plan hatte auch seine Berechtigung, da sich in der Nähe eine psychiatrische Einrichtung befindet. Den Tätern war es gelungen, eine wahnbildende Substanz zu verschaffen, die durch Kuriere aus dem Ausland nach Münster gebracht wurde. Einige der Täter sollten versuchen, Männer und Frauen, die durch das Studium in Krisensituationen gelangen mit dem Versprechen anzulocken, dass eine Studentenverbindung gebe, die geheime Zusammenkünfte in einer ehemaligen Kirche veranstalte. Es soll da in jeder Hinsicht frei und lustig zugehen. Sobald es gelungen sei, ein Opfer zu gewinnen, würde es zu einer Veranstaltung im Keller der Kirche eine Injektion bekommen. Die verabreichte Droge hätte folgende Wirkung: Die Personen denen die Droge injiziert wurde seien völlig gefügig und bildeten de Wahn aus, dass durch diese Treiberdroge bewirkt, Sinn mache, sich sexuell und in ihrem Leistungsverhalten, den Tätern gefügig zu machen. Sie würde dann in den nationalen und internationalen Einrichtungen der Täter für deren Zwecke eingesetzt. Selbst wenn es ihnen gelänge aus diesem System auszubrechen, würden sie einem andern Wahn erliegen, dauernd gegen diese Wirkung ankämpfen zu müssen, im Wahn, die Treiberdroge mache unfrei. Bisher sei es gelungen, den Bemühungen der Polizei zu entkommen, da die Opfer sich so verhielten wie psychisch Kranke und außerhalb Münsters und international im eigenen System der Einrichtungen eingesetzt würden. Man müsse aber besonders vorsichtig vorgehen, seit die Polizei auch mit Hilfe der Medien versuche, gegen sie vorzugehen. Bis zur Beruhigung der Lage sollten keine Opfer mehr gesucht oder ins Ausland abtransportiert werden. Es sei vor allem wichtig, die Studentin, die sich noch in ihrem Gewahrsam befinde, nachdem die Wirkung der Droge nachgewiesen sei wieder frei zu lassen, um die Polizei nicht auf ihre Spur zu bringen. Agnes kommt wieder zurück in ihre Wohung als habe sie sich nur einige Tage in Ferien befunden, erledigt ihre Post und geht wieder zu den Vorlesungen. Marie, ihre Freundin ist glücklich sie wieder zu sehen und meldet der Polizei, dass ihre Freundin sich wieder eingefunden habe. Die Suche nach der Vermissten wird eingestellt.Nach einigen Tagen findet die nächste Sitzung des Krisenstabes statt. Die vermutete heiße Spur zu den Tätern erweist sich als Irrtum. Die Studentin geht wieder ihrem Studium nach. Es erscheint daher wenig sinnvoll nachzuforschen, wo sie in den letzten Tagen sich befunden hat und das Schwergewicht der Fahndung wieder umzupolen auf die bereits bekannten Bereiche. Es werden in der Sitzung keine weiteren Auffälligkeiten berichtet. Lediglich die beiden befreundeten Hauptkommissare bleiben skeptisch und beschließen den Kontakt zur Freundin der gesuchten Studentin aufrecht zu erhalten, obwohl die Fahndung in den Medien eingestellt wird.

Marie freut sich zwar, dass ihre Freundin wieder aufgetaucht ist. Sie wollte aber nicht indiskret sein und vermied es bislang zu fragen, wo sie sich die Tage über aufgehalten habe. War sie aber zuvor Männern gegenüber eher zurückhaltend, so kleidete sie sich von nun an gewagt und zeigte auffälliges Interesse an Männern. Agnes erschrak aber über unerwartet hohen Eifer beim Studium. Jegliche Angst vor den Prüfungen schien von ihr abgefallen zu sein. Sie saß nun unentwegt vor ihren Büchern verfehlte keine Vorlesung oder Übung und meldete sich oft zu Wort. Marie wagte es nicht mit Agnes über alles zu reden. Heute Abend wollte sie wieder einmal allein ausgehen. In der Mutter Birken würde sie sicher bei einem Bier ein wenig Abstand gewinnen und auf andere Gedanken kommen. Als sie in die Mutter Birken kam, sah sie die beiden Hauptkommissare, die ihre Meldung über ihre vermisste Freundin aufgenommen hatten. Die Polizisten in Zivil grüßten freundlich und boten ihr einen Platz an ihrem Tisch an. Nach einigen belanglosen Worten über die außergewöhnliche Hitze in Münster, die nach einem kühlen Bier schreie, tauchte die Frage auf: , „wie geht es denn ihrer zurückgekehrten Freundin?“ Marie hielt sich zunächst etwas zurück, dann aber platzte es aus ihr hinaus – und sie erzählte haarklein, wie sehr sich ihre Freundin verändert habe. Man fand auch zu Dritt keine Erklärung. Die beiden Polizisten baten aber Marie, ihnen doch zu berichten, wenn sie irgend eine Beobachtung machte. Die beiden Beamten entschieden aber nach Abstimmung mit ihrem Chef, einen Psychiater des Krankenhauses bezüglich der Verhaltensänderung der zurückgekehrten Studentin zu  Rate zu ziehen. Dieser sah zunächst keinen Hinweis für eine psychische Abnormität, bis auf die Tatsache dieser plötzlichen Veränderung. Da hielt er plötzlich inne und sagte: „warten sie bitte einen Moment“. Als er zurück kam, hatte er eine Fachzeitschrift in Händen und begann das Gespräch erneut: ich wußte doch dass ich etwas gelesen habe. Hier wird in einer Untersuchung aus Amerika berichtet, dass es neuerdings eine Droge gebe, die dazu führe, dass durch deren Injektion ein Wahn induziert werden könne, die diese Menschen antreibe sich dem Willen anderer gefügig zu machen. Eine international agierende Tätergruppe, setze diese Droge für ihre Zwecke ein. Selbst wenn sie dem direkten Einfluss der Täter entkommen würden, kämpften sie den ihnen aufgezwungenen Willen wahnhaft, dass diese Droge unfrei Mache. Es handle sich um die sogenannte Treiberdroge, deren Wirkung nur durch ein ärztlich injiziertes Gegenmittel aufgehoben werden könne. Sie bedanken sich für die Bereitschaft des Arztes gegebenenfalls ein Gegenmittel zu injizieren.

Nach dem Bericht hiervon im Krisenstab, erhalten die beiden Beamten erneut den Auftrag die der diskreten Observation der Studentin im Kreuzviertel und beim Verlassen der Wohnung zur Universität zu beobachten. Zunächst liefen ihre Bemühungen ins Leere. Dann aber eines Abends nach dem Besuch der Mutter Birken, schien ihnen die Studentin auffällig. Sie ging rasch, mit gesenktem Kopf, blieb immer wieder einmal stehen, als ob sie sich überzeugen wollte, dass ihr niemand folgt. Vorsichtig folgten ich die Polizisten, indem sie die Bäume als Deckung nutzten und blieben hinter einer Hauswand stehen, als die Studentin im Licht der Straßenlaterne an einer Ampel den Friesenring und die Dunkelheit bei der Kirche nutzend, im hinteren Bereich der Kirche verschwand. Sie mussten Stunden warten, bis die Studentin wieder erschien und folgten ihr bis sie sie kurz vor ihrer Wohnung einholten, grüßten, sich als Polizisten auswiesen und sie fragten, was sie in der Kirche gemacht habe. Sie ließ sich nur schwer entlocken, dass sie dort Freunde getroffen habe bei denen es sehr frei und lustig zugehe. Sie könne auch mit ihnen in der Mutter Birken noch ein Bier trinken, wenn sie Lust dazu hätten. Dabei warf sie sich aufreizend in Positur. Sie verneinten schlugen aber vor mit ihr zu einem Freund zu gehen der manchmal in schwierigen Situationen geholfen habe. Die Studentin nahm zögernd den Vorschlag an mit der Bemerkung – auf Ihre Verantwortung. Die Beamten rufen den Direktor des Krankenhauses an, der auch zu dieser späten Stunde noch bereit ist. Nach einer kurzen Konsultation, bei der die Studentin keinen Widerstand zeigte. Injizierte der Arzt das Gegenmittel. Nach etwa einer halben Stunde, schien die Studentin wie aus einem bösen Traum zu erwachen und stellte die Frage: „Wo bin ich?“ Nun war sie in der Lage und bereit über all das, was erinnerlich war zu berichten: „Sie sei vor Tagen abends etwas traurig in der Nähe der Kirche von einem Medizinstudenten angesprochen worden. Der habe sie überredet, seine Freunde zu besuchen, bei denen es im Studentenkeller der Kirche sehr lustig und frei zuginge. Sie sei ihm ängstlich gefolgt durch Gänge bis zu einer eisernen Tür. Dort habe er dreimal heftig geklopft, dann habe man sie überwältigt und ihr eine Injektion in den Arm gegeben. Was dann mit ihr geschehen sei, wisse sie nicht mehr genau bis auf die Begegnung mit ihrer Freundin, die sich wunderte dass an Männern interessiert nun sehr viel arbeite. Es handle sich um eine Gruppe von Männern, die sich im Keller der Kirche eingenistet hätten.

Endlich war der Weg frei um im Krisenstab über das weitere Vorgehen zu beraten. Es wurde ein Einsatzkommando und eine Spezialeinheit der Kriminalpolizei in ausreichender Zahl eingesetzt, die die unbenutzte Kirche umstellte. Die Spezialeinheit drang in die Kellerräume vor, sprengte die eiserne Türe auf und verhaftete alle dort anwesenden Männer und Frauen. Alles wurde durchsucht und eine Fülle von Beweismaterial sichergestellt. In der Westfälischen Zeitung konnte man anderntags lesen, dass es den vereinten Kräften der Polizei gelungen sei eine internatinal agierende Tätergruppe festzunehmen und eine Menge Beweismaterial zu sichern.

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Franz Schwald

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