Vermächtnis

Zu leben geboren
als Wächter bestellt
mit allem verwoben
ins Wunder der Welt

Von hehren Gewalten
sorgsam gehalten
auf eigenen Füßen
den Himmel zu grüßen

Im Gehen zu fallen
den Tod zu bestehen
im Kleinsten von allem
das Schöne zu sehn

Das Banner zu halten
Sinn zu verwalten
am Teppich zu weben
zu denken sich regen

So bin ich und dichte
verwalte mein Amt
erhelle in Wahrheit
was allen bekannt

Dankgebet

Vaterunser

Vater unser der DU mit dem Sohn
und dem Heiligen Geist im Himmel
DEINER ewigen Wirklichkeit aller
Wirklichkeiten auf Erden bist

Geheiligt werde DEIN Name denn
DU bist auch die Macht Kraft Einheit
Ordnung das Maß und Ziel DEINER
Schöpfung im Universum der Liebe

DEIN Reich der Gerechtigkeit und
des Friedens komme allezeit und
DEIN Wille geschehe wie im Himmel
so auf Erden immer und ewig

DU vergibst uns durch DEINEN
Sohn im Heiligen Geist in DEINER
Kirche Sünde und Schuld und lässt
auch uns einander vergeben

DIR verdanken wir das tägliche Brot
des Glaubens und Liebens und
die Bewahrung vor allem Übel in
der Einheit mit allen Geschöpfen

Denn DEIN ist alle Macht Kraft
und Herrlichkeit im Himmel und
auf Erden und DIR verdanken wir
alles was wir sind und haben

Die Ehre und der Lobpreis sei DIR
Vater Sohn und Heiliger Geist wie
es war am Anfang so auch jetzt und
allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit

Das Kreuz der Erlösung und Hoffnung

Veni creator

Ein Tropfen DEINER
Liebesfülle bewegt
der Herzen Stille
und es wird Licht

Wo Gottes Wort
in uns zerbricht
erhebst DU Sinne
und Gemüt damit es
wieder neu erblüht

Sind Gottes Worte
wie neu geboren
trösten sie unsre
armen Ohren

Des Vaters und
des Sohnes Erbe
ist zu sehen im
Wort und Werke

Komm Heiliger Geist

Wahrheit und Gedankenspiele

Es gibt eine tiefe Sehnsucht im Menschen nach Wahrheit. Wir möchten einander vertrauen können und nicht angelogen werden. Schon Pilatus stellte aber im Verhör mit Jesus die kritische Frage: „Was ist Wahrheit?“ Er hatte im politischen Alltag der Römer so viele Lügen und Intrigen erlebt, dass er nicht mehr daran glaubte, der Wahrheit noch begegnen zu können. Sind wir heute nicht in einer ähnlichen Situation, wenn wir die vielfältigen Lügen in unseren persönlichen Kontakten, sowie im beruflichen und gesellschaftlichen Umgang miteinander bedenken? Obwohl es auch in unserer medialen Umwelt schwierig ist, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden, gibt es den Wunsch, ohne Schaden zu nehmen, einer vertrauten Person die Wahrheit sagen zu können. Der barmherzige Vater im Evangelium kennt diese Sehnsucht und kommt allen, die sich ihm mit ihrer Schuld zuwenden, von weitem entgegen, um ihnen zu vergeben. Noch mehr: Alle Menschen sollen erkennen, dass Gott durch das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi unsere Lebenslügen in eine „felix culpa“ verwandelt. Im Blick auf IHN, unseren Herrn, und auf alle, die ihm nachfolgen, dürfen wir es daher wagen, die Lüge zu meiden, und IHM im Glauben Hoffen und Lieben zu folgen.
Hinzu kommt, dass wir uns, der Wahrheit und Verantwortung für die Erkenntnisse des Geschehens im Makro- und Mikrokosmos der Natur verpflichtet, in einem steten Wandel befinden. Wie in einem „Spiel ohne Grenzen“, in dem wir die Lebenswirklichkeit nicht voll erfassen, sind wir zum Handeln berufen. Zuweilen kann das, was wir sehen, verwirrend, angsterregend, oder aufregend neu für uns erscheinen. Denn immer wieder führen neue Perspektiven des Hinblicks, auf uns selbst und die Umwelt, zu anderen Sichtweisen, die eine Veränderung unserer bisherigen Einstellungen erfordern. Dann gilt es, dem uns innewohnenden Prinzip zu folgen, und das was wahr und gültig erscheint, von dem zu trennen, was sich als falsch oder Lüge erweist. Das, was uns zum Beispiel in der Jugend, oder danach im beruflichen und öffentlichen Leben bedrohlich erschien, muss uns aber im höheren Lebensalter nicht mehr so sehr erschrecken. Was das eigene Leben wie eine schicksalshafte Benachteiligung erschwerte, kann neu bewertet, zu einer neuen Erfahrung werden, auf die man stolz zurückblickt. Parallel zur stetig geringeren Lebenszeit, kann sich im höheren Lebensalter auch Freude beim kreativen Gestalten entwickeln. Johann Sebastian Bach hat beispielsweise bis kurz vor seinem Tod noch komponiert und musiziert.

Erst nach dem Ende meiner beruflichen Karriere, entstand auch bei mir im Ruhestand die Idee, mich als Schriftsteller zur Einheit und Vielfalt der Lebensumstände zu äußern. Seit ich mich nach dem dritten Buch entschloss, nur noch Texte zu den jeweils andrängenden Themen zu schreiben, stellte sich bei der Aufgabe, eigenen Gedanken ohne Druck eine sinnvolle Form zu geben, zunehmend Freude ein. Derzeit denke ich intensiv über unsere Fähigkeit nach, überhaupt selbständig denken und handeln zu können. Dieses Nachdenken ist mit einer innigen Dankbarkeit für das ganze Leben, und der ihm innewohnenden Wahrheit verbunden. Wem sollte ich nun noch etwas vormachen, und welcher Ehrentitel könnte mich noch reizen? Meine Ehre ist es, mit allem, was ich erlebte und mich beschäftigte, so gut ich es vermag, redlich umzugehen, und Erfahrungen, die mich glücklich und zufrieden sein lassen, mit Ihnen, liebe Leser, zu eigenem Gebrauch zu teilen. Ich erinnere mich dabei oft an meine frühe Kindheit und das damals übliche vielfältige Spiel. Alles, was um mich geschah, was in mir erwachte, was ich erlebte und erlitt, fand im arglosen Spiel seinen Ausdruck. Auch in den vielen Jahren danach, erlebte ich mich in meinen Daseinsbezügen als ein mit eigenen Fähigkeiten zu sehen und zu lernen, ausgestatteter Mitspieler. Alle neuen Erkenntnisse, erforderten aber auch stets zu entscheiden, was sich als richtig oder falsch, als Wahrheit oder als Lüge erwies. In all diesem sich wandelnden Erleben, bin ich aber, Gott sei Dank, meinem Wesen treu geblieben. Es erfüllt mich daher mit großer Freude, den Menschen, die mir bisher auf meinem Lebensweg beistanden, noch danken zu dürfen. Im Spiel des Lebens, im Geben und Nehmen, mit Schuld und Vergebung, gilt dies besonders der Kirche, die mich aufgenommen, begleitete, belehrte, und bis zum heutigen Tag ermuntert, auch künftig wahrhaft und redlich meinen Weg zu gehen. Heute, und hoffentlich noch eine Weile, bin ich, dem Lob und der Ehre des Schöpfers und der Mitmenschen verpflichtet, noch in der Lage, mit den Bällen, die mir das Leben zuspielte, als Gottes fröhlicher Clown mit zu spielen. Wenn ich auch nicht mehr, wie in früheren Jahren, aktiv ins politische Geschehen eingreife, und mich im Beruf und in gesellschaftlichen Verpflichtungen weniger zu bewähren habe, so bin ich doch bereit, Ihnen liebe Leser zu zeigen, wie ich als „spätberufener Schriftsteller“ in meinen bisher schönsten Beruf am Leben teilnehme. Mich beschäftigt derzeit schon die Frage, was mir aus dem Reichtum des Erlebens geeignet erscheint, in einem nächsten Beitrag für Sie, in eine geeignete Form zu bringen. Ich muss aber gestehen, dass ich bis zur Stunde noch keine klare Vorstellung davon habe, wie diese Geschichte aussehen könnte. Eines ist aber gewiss, solange ich beim Schreiben bin, dürfen Sie sicher sein, dass es ihrem Franz in Oppenweiler gut geht. Ein gesegnetes Leben und eine gesegnete Zeit wünsche ich auch Ihnen!

Wünsche

Ich wünsche uns
ein offenes Herz
für Gottes Sohn
auf SEINEM Thron

Doch gefangen
in Bedenken
und ohne Ruh
sind Türen zu

O Gottessohn
groß ist dies Leid
brich DU ein in
unsre Zeit

DEIN Friede
walte weit auf
Erden und in
Ewigkeit

Anbetung

O Gott Abba unser über alles
geliebter Vater Schöpfer und
Erhalter allen Lebens

Durch Jesus Christus Gottes und
der Menschen Sohn unserem
Retter und Erlöser

Und dem Heiliger Geist unserem
Tröster und Beistand in allen
Lebenslagen beten wir:

DICH allmächtiger Gott rufen wir
zum Zeugen an dass wir uns alles
was es gibt was wir sind und haben

DEINER unermesslichen Liebe Güte
und DEINES Heiles und Segens auf all
unseren Wegen verdanken

Als Kirche unserem Zelt der Burg und
dem Ort DEINER Begegnung mit uns
in Wort und Sakrament

Und in DEINER Welt im Reich des
Friedens Erbarmens der Liebe und
Gerechtigkeit

Durch Vergebung der Schuld zum
Lobpreis und Teilen aller Gaben mit
den Armen

Der DU gütiger Gott uns und alle
Völker durch Kreuz Not Im Glauben
Hoffen und Lieben

In DEINEM Reich zur Auferstehung
in der Zeit in Einheit und Liebe in die
ewige Glückseligkeit bei Dir führst

Das Kreuz der Erlösung und Hoffnung

Hören

Ein Mensch wie DU und ich, nachdenklich geworden, erinnert sich an die Stimmen und Geräusche seiner Kindertage, an Worte des Lobens und Tadelns, an Gesang, Gebete, Musik und die vielen den Alltag begleitenden Geräusche. Er bewertet über sein Gehör die Geräusche und Töne das Reden und Schweigen lebenslang als bedrohlich oder zugewandt. Er unterscheidet die inneren und äußeren Stimmen, reagiert mit Nähe und Abstand und bleibt in steter Hoffnung auf eine erfüllende Zwiesprache Dieser Mensch fragt sich selbst, was bedeuten mir eigentlich die Tage vor Ostern: Ist das für uns Christen wie für viele andere nur eine jedes Jahr wieder kehrende Zeit geschäftiger Vorbereitungen hin zum Osterfestfest? Oder ist es gar eine permanente Haltung hoffender Erwartung auf erfüllende Zwiesprache von Gott und Mensch, wie zwischen Braut und Bräutigam. Eine Zeit freudiger Hinwendung und Offenheit für Segen, Buße, Umkehr und Sorge, weit über die eigenen Bedürfnisse hinaus? Ein Bild kommt ihm vor Augen: Der Künstler hat einen Menschen dargestellt, dessen Antlitz reine Bedürftigkeit zeigt. Mit weit geöffneten Augen blicken fragend nach oben. Seine zu Muscheln geformten, hinter die Ohren gelegten Hände, verstärken den Eindruck, in gesammelter Stille auf ein erlösendes Wort zu warten.

Von fern, dann immer deutlicher vernehmen seine inneren Ohren, Stimmen, die ihn als vertraute Worte wie einen prophetischen Auftrag tief berühren: „Brecht auf, kehrt um!“ Dann wie Paukenschläge: „Macht gerade die Wege, verhärtet Eure Herzen nicht!“ Hört: „Ich, der Herr Euer Gott, habe Euch und Alles aus Liebe erschaffen. Ihr seid nicht ins Dasein Geworfene, sondern meine geliebten Söhne und Töchter, Blut von meinem Blute. Daher tretet herbei, erhebt Euch aus dem Staub, habt keine Angst! Ihr seid und bleibt in meiner Sorge. Ich achte Eure Freiheit und lege einen Mantel des Erbarmens über Eure Schuld. Öffnet Eure Türen, Ich Euer Gott sehne mich nach Euch und will in Euren Herzen wohnen, und Euch wahren Frieden schenken, den Ihr so sehr ersehnt. Geht für mich zu Euren Geschwistern, bis an die Enden der Welt, kündet Heil und Segen allem Geschaffenen. Gebt der Liebe die ich in Euer Herz gelegt habe freien Raum. Kümmert Euch um Eintracht, Gerechtigkeit, Freiheit und Würde aller Menschen. Liebet einander wie ich Euch liebe und verehrt keine fremden Götter. Nutzt alle Eure Gaben und Fähigkeiten, aber lasst mich bei Euch sein und sperrt mich nicht aus Eurem Leben aus. Denn ich kenne alle Eure Not und Schwächen und habe Euch meinen Sohn geschenkt der Euch auf dem Weg der Wahrheit und Liebe im Heiligen Geist zum ewigen Heil führen soll. Vertraut meinem geliebten Sohn in dem ich mich für Euch bis zur Brots Gestalt klein mache, um mit IHM und durch IHN im Heiligen Geist in Euren Herzen und Sinnen zu wohnen. Wie könnte Euer Vater der Schöpfer Himmels und der Erde je von Euch lassen? Allezeit komme ich Euch entgegen; löse die Riegel verschlossener Türen, bewege und kräftige was schwach, belebe, was verdorrt, heile was krank, lahm und blind ist. Euer Gehör wird sich in Gehorsam verwandeln, den Ihr nur mir, Eurem Herrn und Gott, der immer war und bleiben wird, schuldet

Literaturhinweis

Hier folgt ein Literaturhinweis auf T.Söding „Gottesreich und Menschenmacht“ erschienen 2o24 im Herder Verlag ISBN 978-3-451-39870-4

https://1drv.ms/i/c/af3b8ca3a5a53ef1/EbVfOxS_7N9AukeuK2XATtUBCFJQhTttVau7TjvYSAgOvA?e=LFvXyD

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