Mich dürstet

Herr Du weißt alles! Du kennst unseren unendlichen Durst und Hunger nach Liebe.

Dein unüberhörbarer Schrei am Kreuz: „Mich dürstet“! geht mir immer wieder neu zu Herzen. Ist es Deine Ohnmacht, meine, unsere Schuld, die Du auf Dich nimmst? Oder ist es Dein liebender Blick vom Kreuz herab, der mich richtet und aufrichtet? Ich weiß es nicht. Aber auch ich schreie aus aller Not: „Herr, mein Gott, unser Gott, – mich dürstet“! –

Hundertfach, tausendfach schreien Brüder und Schwestern mit mir aus der Tiefe unseres Daseins: „Herr, gib uns zu trinken und zu essen!“ Nicht Trank und Speise nach Menschenart. Öffne unsere Herzen und Sinne, Deine ewige Liebe ein zu lassen. Deine guten Worte zu hören, die uns stärken, das tägliche Kreuz zu tragen.

Alles Leid, mein, unser Elend und meine, unsere Angst – ohne Dich ist die Last zu schwer für uns. Alles Unfertige, Unerlöste, Schuld und Ohnmacht sprechen wir Dir zu. Nimm unsere Gabe an. Und dennoch packt uns manchmal eine schreckliche Angst, so mit Dir am Kreuz hängend zu sterben.

Du Herr, unser geliebter Bruder und Erlöser, wandle unser selbst verschuldetes und unverschuldetes Elend, wandle alles in Liebe, in österliche Freude, in ewiges Leben. Dein „heiligstes Herz“ belebe uns immer wieder neu, in unseren Tagen Deine Zeugen zu sein.

Amen

Franz Schwald

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial